Thema: Christliches Elternhaus

Forum: Jungmagier Bereich

Autor: Asrael


Asrael - 10/1/2016 um 11:55

Hey!
Die folgenden Fragen richten sich an diejenigen, die aus einem (eher strengen) christlichen Elternhaus kommen:
1. Wann/Wie habt ihr euren Eltern davon erzählt, dass ihr nichts mit dem Christentum anfangen könnt (falls ihr ihnen davon erzählt haben solltet)?
2. Wie haben eure Eltern darauf reagiert?
3. Wie habt ihr (falls ihr es habt) die christl. Denkmuster abgelegt?
---
Ich zB. habe meinen Eltern (noch) nichts davon erzählt (einfach nur, weil es das Zusammenleben einfacher macht). Wenn man dann auszieht, dann ist es ja weniger ein Problem ihnen davon zu erzählen.
Ich meine, wenn man unabhängig von ihnen ist, braucht man auch nichts mehr mit ihnen zu tun haben, oder? ^^
Lg Hanno

Echidna1 - 10/1/2016 um 23:38

... ob man aus einem sehr strengen Elternhaus stammt oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Hinterfotzig ist kein Witz, sondern eine Charaktereigenart und zwar keine schöne oder gute.

Ich würd sagen : mach wie Du meinst und für richtig empfindest ..... fühlst Du Dich wohl dabei, bestätigt es Dich, wie auch immer, für Dich positiv ..... mit den anderen scheinst Du eh nicht viel gemein zu haben.


[Editiert am 10/1/2016 um 23:38 von Echidna1]

Almeric - 11/1/2016 um 09:38

Hallo Asrael!

Also ich an Deiner Stelle würde es weiterhin so halten, wie Du das schon machst. Damit hausieren zu gehen halte ich im Falle Deiner Eltern für keine gute Idee. Und warum auch? Es ist ja Deine Sache, an was Du glaubst! Wenn Du Dich also damit auch wohl fühlst, ihnen nichts zu sagen, würde ich es einfach so lassen. Sollte es sich dann irgendwann einmal ergeben, könnt ihr immer noch in Ruhe darüber reden...

"Christliche Denkmuster", falls man es so nennen will, legt man meiner Erfahrung nach nie wirklich ganz ab. Sie werden besonders im Alltag mit der Zeit eher erweitert bzw. modifiziert. Während der magischen Arbeit blendet sich bei mir das weniger nützliche des christlichen Paradigmas automatisch aus und kehrt erst nach Beendigung der jeweiligen Tätigkeit wieder zurück.

Asrael - 11/1/2016 um 11:57

In Ruhe darüber reden? Ne, lass mal ^^
Ich habe kein Problem damit, das meinen Eltern zu verschweigen (wir reden eh nicht sonderlich viel miteinander).
Ich würde nur gerne auch mal etwas mit "magischen Werkzeugen" versuchen, aber die zu lagern ist durch meine Situation erschwert.
Aber das hier ist kein Seelsorge Forum -> was schreibe Ich hier für einen Mist?
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Christliche Denkmuster ablegen ist (leider) wirklich sehr schwer :(
Mal schauen, wies sich entwickelt.
Lg

Serafia_Serafin - 11/1/2016 um 13:17

Bei den magischen Werkzeugen gibt es unauffällige Alternativen.

Ein stinknormales Trinkglas kann zum Kelch werden, ein Küchenmesser zum Dolch. Nichts ist normaler als ein Besen - und haben sie etwas gegen Kerzen auf einem einfachen Tisch? Aus den alten Göttern wurden Heilige, guck mal, ob es da Übereinstimmungen gibt, wenn du mit Bildern arbeiten möchtest. Zum Beispiel wird Maria auch gerne als Sinnbild der großen Göttin hergenommen. Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten. Wenn du mit einem Pentakel arbeiten willst, dann nimm ein Holzbrett (Das mit Glück rund ist) und male das Pentagramm mit etwas so gut wie unsichtbarem (Butter? Olivenöl?) und abwaschbaren darauf. Um die Form nachher zu verwischen, schmiere einfach das ganze Brett ein, und das Muster fällt auch beim Abwaschen nicht auf.
Wenn du einen Zauberstab haben willst, arbeite mit einem besonders schönen Stift. Bleistifte sind da auch toll (besonders die glitzernden von Faber Castell, ist aber nur meine persönliche Meinung). Räucherstäbchen etc werden sehr schwierig, aber eine Duftlampe ist sehr unschuldig und bewirkt so gut wie das gleiche.
Wenn du rauchen solltest (ich denke, dass du es nicht tust, wenn du mit so strengen Eltern zusammenlebst), dann kannst du deinen Aschenbecher benutzen, um Papiere oder Kräuter zu verbrennen (natürlich immer daran denken, dass der Untergrund Hitzefest sein muss). Wenn du nicht rauchst, ist es zu auffällig. Aber vielleicht gibt es ja Möglichkeiten, das draußen zu tun?

Wenn Du ein Glöckchen brauchst (was wieder nicht zum Leisesein passt), dann gibt es doch diese Weihnachtssammelglöckchen. Behaupte einfach, irgendjemand hat sie dir geschenkt, und sie hat sentimentalen Wert, deswegen stellst du sie nicht weg, obwohl nicht Weihnachten ist. Wenn du es still läuten willst, kannst du den Schlegel mit irgendetwas weichem z.B. Watte umwickeln)

Alles, was du laut vibrieren kannst, kannst du auch innerlich "vibrieren" - so wie beim Visualisieren. Wenn du leise arbeiten kannst, kannst du es nachts tun, solltest du dein Zimmer nicht abschließen dürfen.

Wenn du unbedingt in einer Magierrobe arbeiten willst, tut es ein Bademantel. Sandalen musst du gar nicht erst tarnen.

Noch andere Werkzeugwünsche?

P.S. Ich bin nicht aus einem streng christlichen Elternhaus, habe es aber meiner Mutter auch erst sehr sehr spät erzählt, weil ich fand, dass es meine Privatsache ist. Man muss mit niemandem darüber reden und es niemandem gestehen. Nicht umsonst heißt es: "Wisse Wolle Wage Schweige".

Asrael - 11/1/2016 um 15:18

@Serafia
Danke für die guten Anregungen!
Wobei Ich, bevor Ich in einem Bademantel "arbeite", dann doch lieber komplett auf Werkzeug verzichte ^^
Es ist jetzt nicht so, dass Ich unter Beobachtung stände. Mein Zimmer putze Ich selber und auch sonst kommt es selten zu Situationen, wo Jemand, außer mir selbst, es betreten würde (und Ja, Ich darf es abschließen). -> Sooo ein riesen Problem ist das Aufbewahren dann doch nicht :)

Es ist allerdings schade, dass Ich mir nichts online bestellen kann. Ich würde mich zB. gerne mit dem Pendeln befassen, aber eines selber zu bauen oder zu einer Alternative zu greifen, würde mir den Einstieg mit Sicherheit erschweren (wenn nicht sogar unmöglich machen).
Ich bin nicht katholisch -> Ein Bildnis von Maria (oder anderen "Heiligen" *lach*) würde wohl als Alternative auch alles andere als unauffällig sein.

Duftlampen kannte Ich bisher noch gar nicht (habe Google befragt), denke aber jetzt darüber nach mir eine anzuschaffen -> Vielen Dank für den tollen Tipp :)

Mit dem leise arbeiten ist es so eine Sache...
Die meisten Dinge kriegt man natürlich auch im Inneren hin, aber wenn Ich zB. meditiere hilft es mir sehr ein "Mantra"(muss kein bereits bestehendes sein) vor mich hin zu murmeln. Mit der Zeit kommt die Übung und mit genügend Übung brauche Ich keine Hilfsmittel mehr. Wobei es mir, wenn es dann soweit ist, wahrscheinlich auch nichts mehr bringen wird ^^
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Vielleicht ist es sogar gut, dass Ich erstmal in meinem Handeln beschränkt bin und mich so auf einige wenige Bereiche konzentrieren kann.
"Wer zu viel unternimmt, der richtet wenig aus." War das nicht ein Sprichwort? :)

Lg Hanno

Serafia_Serafin - 11/1/2016 um 19:25

Das allereinfachste Pendel, das ich kenne, besteht aus einem Ring (so gerade wie möglich, ähnlich einfachen Eheringen) , durch den eine Halskette gefädelt wurde. Hat ausreichend gut funktioniert.

Asrael - 11/1/2016 um 19:34

Warum komm Ich nicht auf sowas einfaches? :(
Ich informiere mich heute noch etwas genauer übers Pendeln und morgen geht es dann gleich los :)
Lg & Danke!

Asenath - 12/1/2016 um 00:05

Hallo Asrael,
wie sieht es denn im Freien aus? Hast du Zugang zu einem Garten, Wald oder ähnlichem? Du kannst Rituale, die Gesten oder Zeichen erfordern ja auch einfach nach Draußen verlagern (den Boden vom Laub befreien, mit einm Stock in die Erde zeichnen). Und ich denke zu sagen, dass man sich draußen ein wenig bewegen möchte, ist jetzt auch nicht unbedingt auffällig :)

Ich würde der Diskussion mit deinen Eltern auch erstmal aus dem Weg gehen. Wenn du irgendwann unabhängig von ihnen bist und das Gespräch dann führen willst, ist das einfach eine ganz andere Basis.

Wirklich erzählt, dass ich kein Christ mehr bin, habe ich nie. Aber meine Familie weiß, dass ich nicht in die Kirche gehe (vom gemeinschaftlichen Besuch zu Weihnachten einmal abgesehen- da bin ich einfach Familienmensch und es tut mir nicht weh. Dafür freut es vor allem meine Mutter umso mehr) und keinen Zugang mehr zum christlichen Gott habe. Und mehr müssen sie auch nicht wissen (ist ein wenig ähnlich wie mit dem Sex- da kennt meine Familie ja auch keine Details ;) )

Meine "Andersgläubigkeit" wird akzeptiert. Ich musste nie Diskussionen deswegen führen und bin auch froh darüber, dass ich von meiner Familie einfach angenommen werde, wie ich bin. Ich denke, du kennst deine Familie einfach am besten, daher kannst du vermutlich erahnen, wie die Reaktionen ausfallen könnten. Wenn du sie mal testen willst, kannst du ja einfach mal bei passender Gelegenheit erzählen, dass du jemanden kennen gelernt hast, der Buddhist/Taoist/Muslim/Satanist/wasauchimmer ist. Und vielleicht durchblicken lassen, dass du das einfach mal interessant fandest. Dann einfach mal schauen, wie sie reagieren ^^

Christliche Denkmuster ablegen ist so eine Sache. Viele Werte sind ja nicht unbedingt schlecht, nur übertreiben es die Christen da auch gerne. Das mit der Sünde und dem schlechten Gewissen abzulegen war am Anfang schwer. Vielleicht überlegst du dir einfach mal ganz gezielt "neue" 10 Gebote für dich (oder 7 oder 12 oder wieviele auch immer), die dann nach und nach das Christliche ersetzen.

Eigene heilige Symbole sind auch gute Meditationsgrundlagen (du kannst sie visualisieren, also kein Stress mit den Eltern)- je mehr man seine eigenen Glaubensgrundlagen versteht, desto fester verwurzeln sie sich irgendwann auch.

Falls du dir im Zimmer einen kleinen Altar oder etwas ähnliches einrichten möchtest: fang doch einfach mal an, Dinge aus der Natur zu sammeln (Steine, kleine Holzstücke, Federn....). Dem ungeübten Auge fällt dann irgendwann nicht mehr auf, dass du diese vielleicht besonders angeordnet hast... und wenn doch... jeder braucht Deko und du findest das einfach hübsch so.

Sarija_ - 12/1/2016 um 10:38

Also, zunächst mal, wie Viele hier die Voraussetzung erfüllen, aus einem eher strengen christlichen Elternhaus zu stammen, würde ich in Frage stellen ... ich tu's nicht. Meine Eltern hatten unterschiedliche Konfessionen, meine Mutter setzte durch, dass ich nicht katholisch getauft wurde, und da man als Protestant nicht zum Beichten gezwungen wird etc, sind mir die übleren Aspekte des Christentums wohl auch erspart geblieben.
Tischgebete gab's bei uns aber ziemlich lange, Gottesdienste von Seiten der Schule aus ebenfalls regelmäßig, mit der Familie aber nicht.

Andererseits war die Kinderbibel eins meiner ersten Bücher, und später hatte ich mal eine ziemliche alternativ-christliche (also nicht kirchenchristliche) Phase. Fremd ist mir das Thema von daher nicht.

Ich beschränke mich mal hierauf:

Zitat von Asrael, am 10/1/2016 um 11:55

3. Wie habt ihr (falls ihr es habt) die christl. Denkmuster abgelegt?
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Nunja, ich drück es mal so aus: Offenheit und Ehrlichkeit scheinen dir ja durchaus nicht unbedingt Werte zu sein, und eine gewisse Tendenz zur bewussten Täuschung ohne das Empfinden irgendwelcher Reue ist für dich offenkundig kein Problem. Da deutet sich von daher an, dass du zumindest die westlich-christlichen Werte in puncto "Du sollst nicht lügen" in keiner Weise verinnerlicht hast.

Ich will das jetzt moralisch nicht beurteilen wie's in Antwort 1 passiert ist, sondern bloß mal so benennen.
Wahrscheinlich hast du's insofern "gut", in deinem Interesse, dass du dein christliches Elternhaus als streng und negativ konnotiert wahrnimmst. Womit du sehr natürlich offenkundig eine Abneigung entwickelt hast, und zwischenmenschlich hilfreiche christliche Werte überhaupt nie angenommen hast, weil du sie nie als hilfreich empfunden hast. Was überhaupt sehr lustig ist, weil die meisten strengen Elternhäuser praktisch betrachtet keine seelisch hilfreichen christlichen Werte umsetzen.

Was typische Problematiken liebloser und strenger Elternhäuser angeht, rate ich dir da zu einer Psychotherapie und sozialem Kompetenztraining. Aber das sollte man beides erst dann anfangen, wenn man aus dem schädigenden Umfeld raus ist.

Mach dir lieber Sorgen um deine egozentrisch-kapitalistischen Denkmuster als um christliche, denn die sind es, die heutzutage wirklich niemand in Frage stellt.
Zum Satanismus oder Sethianismus werde ich dir mal nicht raten ... zumindest Ersteres ist in den allermeisten Fällen eine Variante davon, im christlichen Paradigma zu bleiben. Es kann aber hilfreich sein, sich mit dem Umfeld und den Gedanken dort auseinanderzusetzen, weil das dabei helfen kann, einige Dinge aufzudröseln, die so leicht gar nicht zu unterscheiden sind.

Wie ich mich mit mehr oder weniger christlichen Denkmuster auseinandergesetzt habe: Wissenschaftlich-atheistisch das Christentum immer in Frage gestellt, dann Christentum extrem gelebt, mit Okkultismus angefangen, beim Buddhismus gelandet, über verschiedene sonstige asiatische Strömungen gelernt, beim Sethianismus gelandet ...
und zum Einen festgestellt, dass ich so einige ethisch-sozialen Werte zu Teilen für positiv halte, andererseits sehr viele Denkmuster, die man im Westen dem Christentum zuschreibt, eigentlich überhaupt nichts mit ebenselbem zu tun haben.
Ein "wirklicher" christlicher Wert ist beispielsweise der Auftrag zur Missionierung, der in sich bereits die Wertungsvorgabe enthält, dass "die anderen" Götter immer böse sind und vernichtet gehören. Damit ist Christentum grundsätzlich nicht tolerant, und das kann ein Problem werden, wenn man dann anfängt, mit diesen "fremden" Gottheiten herumzumachen. Dass es "eigentlich" nur einen "richtigen" Gott gibt, habe ich aus meinem System nach fast zehn Jahren Arbeit UND der Erfahrung, dass sehr unterschiedliche nicht-körperliche Wesenheiten existieren, die durchaus über Macht verfügen können, immer noch nicht gänzlich aus meinem System raus. Man kann halt nicht mit sieben Jahren das Alte Testament inkorporieren und glauben, dessen Ideen würde man so einfach wieder los.
Grundsätzliches Mitgefühl für alle Lebewesen dagegen ist nicht unbedingt ein christlicher Wert, wie man daran erkennt, dass christliche Institutionen sich sehr uneinig darüber sind, ob Tiere überhaupt eine Seele haben, in dem Sinne, wie das bei Menschen der Fall ist.
Judentum und Christentum sind Religionen für Menschen einer Zeit und einer Gesellschaft, die sich in ziemlich anderen Lebensumständen abspielte als das heute bei uns der Fall ist. Dass man eine Ziege schlachten muss, wenn man sie essen will, stand da nicht in Frage; Massentierhaltung allerdings gab es nicht, und die damit verbundenen Konsequenzen, die Menschen daraus gezogen haben, sich selbst als die Krone der Schöpfung zu definieren und alles Andere nur als Beiwerk, ebenfalls nicht.

Die meisten Leute, die "christliche Denkmuster" ablegen wollen, wollen eigentlich eher ihre sozialen Instinkte und Impulse loswerden und diese durch Asozialität und bewussten Parasitismus ersetzen, womit man so sehr im Zeitgeist liegt, dass man sich keine Sorgen darum machen braucht, dass das früher oder später sowieso passiert, wenn man da nicht gegensteuert.

Ich kann abschließend feststellen, dass es grundsätzlich nicht leicht ist, Denkmuster zu ändern oder zu transformieren, und dass es sehr selten nur an DENKmustern selbst liegt, sondern die Arbeit häufig auf der Ebene von zunächst mal => Gefühlen und Empfindungen ansetzen muss, damit das wirklich funktioniert, und wenn man das allmählich hinbekommt => Impulsen, die teilweise sehr biologisch begründet sind, und sich von daher nur schwerlich ändern lassen, sondern im Wesentlichen einfach nur bewusster im eigenen Sinne und Interesse genutzt werden können, wenn man sie mal kennt. Wenn wir einigen buddhistischen Ideen glauben wollen, wäre das Bewusstsein selbst eine Ebene, auf der sich viel tun ließe, mit entsprechend großen Konsequenzen. Aber schon die Arbeit am Umgang mit den eigenen Impulsen ist eine Geschichte, die das eigene Leben ziemlich durcheinanderbringen kann, um es mal vorsichtig auszudrücken.
In anderen Worten, wenn man irgendetwas an sich selbst ändern will, sollte man sich ziemlich gut kennen. Wie man sich nun selbst gut kennenlernt, wird damit zu einer recht interessanten Frage.
Am Ende sollte man sich einfach überlegen, was für eine Art Mensch man gern sein möchte.
Und sollte sich auf der anderen Seite nicht einbilden, dass man sich entscheiden könne, irgendeine Art Mensch zu sein, ohne, dass das dann auch seinen Preis hätte.

Wenn man's wirklich will, wird es viel Arbeit.
Falls man nur an der Oberfläche etwas ändern möchte, kann das auch okay sein und wird schon aufwändig genug.
Das Problem ist allerdings: Wenn man an einem bestimmten Punkt angelangt ist ... kommt man in ein altes Weltbild nie wieder zurück. Und um das verkraften zu können, sollte man ggf. in der Lage sein, lange Zeit sehr allein sein zu können.
Auf der anderen Seite ist die Arbeit daran, zu sein, wer man wirklich sein will, wahrscheinlich auch einfach das größte Abenteuer, das man gebunden an einen menschlichen Körper so erleben kann. Und so betrachtet ... lohnt es sich dann auch schon wieder. Ich für meinen Teil glaube allerdings nicht, dass es funktioniert, ohne an irgendeinem Punkt ätzend wehzutun.


[Editiert am 12/1/2016 um 10:44 von Sarija_]

Asrael - 12/1/2016 um 17:50

@Arsenath
Unser Garten eignet sich leider nicht für so Etwas, aber es gibt einen Wald in der Nähe -> Den zu benutzen würde sich anbieten. Wobei ein (sehr kleiner) Fluss durch ihn fließt, was die "Energien"(verzeih mir diese Bezeichnung ^^) beeinflusst (zumindest erscheint es mir so, wenn Ich an dem Fluss entlanggehe).

Wenn Ich dann tatsächlich mit meinen Eltern darüber reden würde, würde zumindest meine Mutter eine ganze Zeit lang nicht mehr mit mir reden (und finanzielle Unterstützung, die über das gesetzlich vorgeschriebene hinausgeht, für mein Studium könnte Ich auch vergessen), soweit bin Ich mir sicher...
Das ganze fürs Erste zu verschweigen ist wohl die beste Idee.

Vorallem von Geboten/Gesetzen wollte Ich ja weg!(Nein, Ich halte nichts von Anarchie ^^)
Da wäre es ja unsinnig, die alten einfach mit neuen auszutauschen.

Aber was für ein "heiliges" Symbol denn? :/
Es ist ja nicht so, dass Ich irgendeiner Religion angehören würde und mit Runen etc. arbeite Ich aktuell nicht -> Was für Symbole könnte Ich denn nehmen?

Wenn Ich irgendwann einen Altar haben möchte, werde Ich es mit Sicherheit so oder so ähnlich machen :)
Lg Hanno
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@Sarija_
Das habe Ich (glücklicherweise) nicht verinnerlicht, denn sonst würde Ich jetzt nicht mit euch schreiben :)
Ich sage nicht, dass Ich gerne oder oft "lügen" würde (wer redet eigentlich vom Lügen? Ich erzähle ihnen einfach nur nichts davon ^^), aber was diese Sache angeht empfinde Ich nicht die geringste Reue es zu tun.
Wenn du meine Situation/Familie genauer kennen würdest, könntest du das wahrscheinlich auch eher nachvollziehen.
Es ging mir übrigens nicht um christliche Werte, sondern um christliche Denkmuster (Monotheismus, Tun-Ergehens-Zusammenhang, ...).

Ob Ich, wenn Ich dann aus meinem aktuellem Umfeld raus bin, eine Therapie brauchen werde, das lasse Ich dann wohl lieber einen Experten entscheiden ^^

Wie kommst du darauf, dass Ich kapitalistische Denkmuster pflege? Meine Eltern sind weder sonderlich wohlhabend, noch habe Ich Interesse daran, mehr zu besitzen als das, was Ich habe.

Du nennst es egoistisch, Ich nenne es vernünftig: Menschen, die mir gutes tun, bekommen gutes zurück. Die, die es nicht tun, die nicht. (Du liegst richtig damit, dass Ich nichts vom christlichen Wertdenken mitbekommen habe!)

Tut mir wirklich Leid, aber Ich kann mit deinem Text nicht sonderlich viel anfangen, auch wenn du dir sichtlich Mühe gegeben hast. Liegt vielleicht daran, dass Ich ein egozentrischer Kapitalist bin, welcher nicht zur Selbstreflektion fähig ist *lach*.

Lg Hanno

silverdragon - 12/1/2016 um 17:50

naja in meiner teeny zeit hab ich meiner mutter gesagt das ich in der satanisten/saturier zene bin und seit dem bin ich sozusagen von ihr verstoßen

Asrael - 12/1/2016 um 17:51

@Silverdragon
So würde meine Mutter wohl auch reagieren ^^
Nicht, dass mir viel am Kontakt mit ihr liegen würde, aber noch bin Ich nicht finanziell unabhängig...

Sire THVBH - 15/1/2016 um 16:34

Die einzige große MATRIX die existiert : heißt: RELIGION...auf ihr wurden Kulturen Zivilisationen erbaut: Auch wenn man ihr eine neues Kleid gibt , ist es die selbe SCHEIßE! :mad:

PS: Wer mal nachdenkt der könnte eventuell mal sagen::::ich habe den Schleier der Isis entlüftet/entschleiert!!!Aber wie immer erwarte ich vielzuviel :cool:


[Editiert am 15/1/2016 um 16:37 von Sire THVBH]

GeorgeTheMerlin - 16/1/2016 um 02:24

Die meisten Menschen haben ein Gespür, dass es ETWAS gibt - was über ihre Erklärungs - und Wissensmodelle hinausgeht.

Aber selbst konsequentes rationales Hinterfragen stößt unser gesamtes Wissen an seine Grnezen.

Wissenschaft kann MANIPULIEREN - aber nicht SCHÖPFEN.

Beispiel - Biologie und Medizin SCHEINEN viel vom Leben zu verstehen - aber alles nur im Bereich von MANIPULATION: Die Tablette bewirkt laut Studien meistens die und die Reaktion - in soundsovielen Fällen diese und jene Nebenwirkungen.

Alles im Reiche der MANIPULATION.

Hätte ich das Leben wirklich verstanden - könnte ich Leben KREIEREN.

Niemand aber weckt Tote auf. Niemand kreiert DIREKT Leben - es geht nur INDIREKT durch VORGEGEBENE Vorgänge - die wir etwas beeinflussen und manipulieren können.

Keiner weiß also, WAS Leben ist - obwohl wir doch Leben SIND.

Ein geistiges Paradoxon!

Ein starker Mann wie Sokrates kann dies KONFRONTIEREN: Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Für andere ist es BEÄNGSTIGEND - traumatisch. Und hier bietet Religion einen HALT - eine Pseudoerklärung, die dadurch "SICHER" wird, dass die GANZE HERDE daran glaubt.

Verläßt jemand diese Herde - ist das immer beängstigend - BEDROHLICH.

Menschen, die mehr im biologischen Kontext leben (Familie - Stamm - Überleben und Konsum) - spüren hier die Bedrohung eines EXISTENTIELL GEISTIGEN ABGRUNDES - den sie vermeiden - im Falle von religiösen Fanatikern sogar ausschalten wollen.

Manchmal ist der existentiell geistige Abgrund gar bedrohlicher als der Verlust des eigenen Lebens (Selbstmordattentäter).

__________________________________

Oki - der Schritt von einer kulturell geprägten Religion zu einer magisch geprägten Religion ist geistig nix Besonderes - man hat eine Pseudoerklärung gegen eine andere getauscht. Das ist zwar biologisch für uns "Primaten" ein wichtiger Schritt - die Ablösung von den Eltern, eigenes Denken, eine eigene Identität kreieren - aber geistig ist man da nicht besonders viel weiter.

Aber klar - mit Magie läßt sich EXPERIMENTIEREN - Spielen - man kann Erkenntnisse kreieren und finden - und: man kann über Erklärungsmodelle hinauswachsen - auch über seine eignen.

Ein WEG! Zu sich selbst - jenseits aller Pseudoerklärungen.

Die Ablösung vom Elternhaus ist ein kleiner - aber bedeutender - EIGENER SCHRITT.

Nur sollte man dann nicht, nachdem man als Kind guten Glaubens auf andere hereingefallen ist - jetzt auf sich selber hereinfallen - nicht lediglich nur ein anderes übergestülptes Gewandt anziehen und an sein neues Spiegelbild glauben - man sollte durch alles hindurch-schauen!

grüssli merlYnn

Sarija_ - 18/1/2016 um 08:32


Zitat von Asrael, am 12/1/2016 um 17:50
Tut mir wirklich Leid, aber Ich kann mit deinem Text nicht sonderlich viel anfangen, auch wenn du dir sichtlich Mühe gegeben hast. Liegt vielleicht daran, dass Ich ein egozentrischer Kapitalist bin, welcher nicht zur Selbstreflektion fähig ist *lach*.


Nö, ich hab mir da keine sonderliche Mühe gegeben, ich schreib grundsätzlich und in allererster Linie zunächst mal, weil mir danach ist.
Mit dem zweiten Satz könntest du recht haben, aber das ist wirklich nicht mein Problem.

Die Ansicht, für kapitalistische Denkmuster brauche es in einer kapitalistischen Gesellschaft reiche Eltern, ist jedenfalls reichlich dämlich.


[Editiert am 18/1/2016 um 08:48 von Sarija_]

Asrael - 18/1/2016 um 15:55


Zitat von Sarija_, am 18/1/2016 um 08:32

Die Ansicht, für kapitalistische Denkmuster brauche es in einer kapitalistischen Gesellschaft reiche Eltern, ist jedenfalls reichlich dämlich.

Inwiefern ist diese Ansicht denn dämlich? ...
Entsteht aus Überschuss denn kein kapitalistisches Denken?
Und Ich finde es ziemlich unhöflich von dir, mir sowas vorzuwerfen, denn Ich würde mich selbst als Menschen bezeichnen, den Materielles nur insoweit interessiert, halbwegs angenehm zu (über)leben.
Eine ganze Gesellschaft als kapitalistisch zu bezeichnen, dass ist dämlich :)
Du bist wahrscheinlich auch die Art von Mensch, die meint, dass alle Asylanten nriminell sind. Oder vielleicht auch genau andersherum? Nämlich, dass alle Asylanten sind total liebe Menschen sind?

Hephaestos - 19/1/2016 um 11:25

Eine Gesellschaft kann per Definition nicht kapitalistisch sein.

"Kapitalistisch" bezieht sich auf Wirtschaft.

Zitat:
Ka·pi·ta·lịs·mus
Substantiv {der}

die Wirtschaftsform, in der die Produktionsmittel Privateigentum sind und in der die Wirtschaft vor allem durch die Mechanismen des Marktes (und nicht durch eine staatliche zentrale Lenkung) gesteuert wird.


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