Thema: Christentum...

Forum: Alles was sonst nicht passt

Autor: Cryz-Tyan


Cryz-Tyan - 24/10/2009 um 22:46

Seit ein paar Wochen mache ich mir Gedanken zu meiner "alten" Religion dem Christentum. Inwieweit würdet ihr die Handlungen/vermittelten Gedanken als
Schwarzmagisch einstufen?Wer war Jesus für euch? Was denkt ihr über den JESUITEN-ORDEN und den Papst im allgemeinen?

Vielen Dank für eure Gedanken...

Cryz

Idan - 25/10/2009 um 05:57

Meine Antwort: 42.

Deine Fragen sind so schwammig und unbestimmt, dass ich gar nicht darauf antworten kann. Was meinst du?

Zitat:
Seit ein paar Wochen mache ich mir Gedanken zu meiner "alten" Religion dem Christentum.

Evangelisch, katholisch, orthodox, freikirchlich, anglikanisch, Pfingstler, altkatholisch, baptistisch, ... ? Von welcher Religion reden wir? "Christentum" ist nur ein Sammelbegriff.

Zitat:
Inwieweit würdet ihr die Handlungen/vermittelten Gedanken als Schwarzmagisch einstufen


Gar nicht, weil ich nicht an eine Trennung in schwarze und weiße Magie glaube. Es ist schlichtweg nicht möglich, Magie zu trennen. Was ist denn für dich schwarzmagisch?

Zitat:
Wer war Jesus für euch?

Das ist endlich mal eine konkrete Frage, auf die ich auch antworten kann:

Jesus war für mich ein Jude, der vor 2.000 Jahren gelebt und im vorderen Orient gewirkt hat. Er hat versucht, den jüdischen Glauben zu reformieren und wieder auf seine eigenen Wurzeln zurück zu führen. . Er war ein sehr weiser, charismatischer und sozialer Mensch, der sich den ärmsten und niedersten der Gesellschaft zuwandte, die reichen und mächtigen scharf kritisierte und Menschen Hoffnung gab.
Er ist in meinen Augen aber auch oft missverstanden worden. Schon zu Lebzeiten haben seine Jünger oft nicht verstanden, was Jesus meinte und wollte. Er wollte zu den Menschen und ihnen helfen, seine Jünger aber wollten ihn verehren und vom Leid fernhalten. Mehrmals kommt es in den Evangelien vor, dass "niedere" Personen zu Jesus wollen, die Jünger versuchen, diese von Jesus abzuhalten, woraufhin Jesus die Jünger "zusammen scheißt" und dann selbst zu den Kindern, Ehebrechern, Huren, Bettlern, Aussätzigen, etc. geht.
Auch wollte er keine Kirche oder neue Glaubensgemeinschaft gründen. Die christlichen Kirchen sind eine Erfindung von Paulus und der ersten Christen nach Jesu Kreuzigung. Jesus wollte das Judentum verändern, er hat sich immer als Jude betrachtet, der vor allem zu Juden sprach. Erst nach Jesu Tod gingen die Jünger als Apostel in die Welt hinaus und missionierten auch Nicht-Christen (Pfingstwunder).

Zitat:
Was denkt ihr über den JESUITEN-ORDEN

Der Jesuiten-Orden gehört zu den eher intellektuellen Mönchsorden. Entsprechend waren Jesuiten sehr oft Lehrer und Jesuitenorden waren meist an Schulen und Universitäten angeschlossen. Viele große Philosophen der Neuzeit sind von Jesuiten erzogen worden, so wie René Descartes, Voltaire und Diderot.

Ich persönlich stehe ihm etwas zwiespältig gegenüber. Auf der einen Seite hat der Orden einen starken Missionierungsauftrag und hat sich in der Vergangenheit sehr viel in fremde Kulturen eingemischt und sie durch Christianisierung zerstört.
Auf der anderen Seite hat der Orden das vor allem auf intellektuellem Weg gemacht und nicht auf kriegerischen Weg, wie die Ritterorden.

Auch der starke Gehorsam gegenüber dem Papst gefällt mir nich. Gerade die "Intellektuellen unter den Mönchen" sollten sich am ehesten erlauben dürfen, dem Papst zu widersprechen. Was sie auch getan haben, nicht zuletzt war der Jesuitenorden lange Zeit verboten.

Neben den Franziskanern gehören die Jesuiten zu den Orden, die mir eher sympathisch sind.
Zitat:

den Papst im allgemeinen?


Welchen Meinst du? Papst Benedikt? Johannes Paul? Pius? Oder meinst du das Amt des Papstes? Nach welcher Gestaltung? So, wie es heute war? Oder früher? Vor dem 2. Vatikanischen Konzil? Oder vor dem ersten?
Deine Frage ist wieder so allgemein und schwammig, dass ich darauf nicht antworten kann, tut mir leid.

Cryz-Tyan - 25/10/2009 um 11:28

Hallo Idan,

grundsätzlich wird niemand gezwungen auf ein Thema zu antworten, falls es einem zu schwammig formuliert ist.
Wenn man dann auf "schwammiges"( man könnte auch sagen "offen formuliertes") antwortet, kann man frei interpretieren.
Vielleicht war das Sinn und Zweck?

Wenn ich also "Christentum" schreibe und du vollkommen richtig dieses Wort als Sammelbegriff verstehst, dann meine ich vielleicht auch genau das?
Übrigens darf man auch zu einem Sammelbegriff Gedanken haben.

Schwarzemagie (mir gefällt die Unterteilung auch nicht) beginnt für mich mit dem ausüben des eigenen Willens in Hinblick auf ein bestimmtes Ziel, ohne
Rücksichtnahme auf die Konsequenz im gesamten. Schwammig? Schwammig!

Die Frage mit den Jesuiten und dem Papst war auch bewusst allgemein formuliert.

Gemeint war natürlich welcher Papst unter 1,50 war, wie lange dieser lebte und welche Frisur er trug.
Vielleicht aber auch was man von ihm (Person-Papst) oder dem Amt im allgemeinen evtl. auch in Verbindung mit den Jesuiten denkt.

Idan - 25/10/2009 um 19:59


Zitat:
Wenn ich also "Christentum" schreibe und du vollkommen richtig dieses Wort als Sammelbegriff verstehst, dann meine ich vielleicht auch genau das?


Wenn du das Christentum als Religion meinst, als Sammelbegriff aller christlichen Richtungen, völlig losgelöst von der Betrachtung einzelner Personen oder Kirchen, dann bitte:

Das Christentum als Religion zeichnet sich durch hohe Ideale und moralische Ansprüche aus, die an jeden Einzelnen gestellt werden. Der Wert der Gemeinschaft wird sehr hoch gelegt und das Funktionieren der Gesellschaft durch zahlreiche Regeln, Dogmen und Riten sicher gestellt. Für Menschen, die ein Bedürfnis nach religiöser Gemeinschaft und sozialer Integration haben, ist das Christentum sehr wertvoll. Für Freigeister und Individualisten ist das Christentum eher problematisch.

Zitat:
Schwarzemagie (mir gefällt die Unterteilung auch nicht) beginnt für mich mit dem ausüben des eigenen Willens in Hinblick auf ein bestimmtes Ziel, ohne Rücksichtnahme auf die Konsequenz im Gesamten

Zunächst mal ist das ein Widerspruch, denn das anvisierte Ziel ist bereits eine Konsequenz des Zaubers. In diesem Sinne ist keine magische Handlung schwarzmagisch.
Auf der anderen Seite betrachtet: keiner kann bis ins letzte Details abschätzen, welche Konsequenzen ein Zauber hat, Jeder Zauber ändert die Zukunft für die gesamte Menschheit in gewisser Hinsicht und kann die gesamte Zukunft der Welt beeinflussen. Niemand weiß im Voraus, welche Folgen eine Handlung hat. In diesem Sinne betrachtet wäre jede Handlung immer eine schwarzmagische.

Und genau darin besteht das Problem in der Unterteilung von schwarz und weiß. Egal welche Definition man nimmt, denkt man sie konsequent zu Ende, kommt nur heraus, dass alles schwarz ist oder das alles weiß ist, so dass die Unterteilung sich selbst aufhebt.

Zitat:
Gemeint war natürlich welcher Papst unter 1,50 war, wie lange dieser lebte und welche Frisur er trug.
Vielleicht aber auch was man von ihm (Person-Papst) oder dem Amt im allgemeinen evtl. auch in Verbindung mit den Jesuiten denkt.

Wenn du selbst schon nicht mehr weißt, was du denkst, kann ich dir auch nicht helfen, sorry.

LeonGrace - 27/10/2009 um 00:00

Namasté!

Idan, du sagst, dass es schwarze und weiße Magie an sich nicht gibt. (Im gewissen Sinne stimme ich dir auch zu.) Aber warum unterscheidet man dann überhaupt in Schwarz und weiß? Warum ist man nicht bei der eigentlichen "Magie" geblieben?

Ist das ein Beispiel unnötiger menschlicher Kompliziertheit?

Das mal im Raum so stehen lass.

Liebe Grüße ersteinmal
Leon

Scharlatan - 27/10/2009 um 00:27


Zitat:
Seit ein paar Wochen mache ich mir Gedanken zu meiner "alten" Religion dem Christentum.

Evangelisch, katholisch, orthodox, freikirchlich, anglikanisch, Pfingstler, altkatholisch, baptistisch, ... ? Von welcher Religion reden wir? "Christentum" ist nur ein Sammelbegriff.

Ich wusste gar nicht, dass es so viele gibt :D:D
Außerdem, weils j akeiner sonst als nötig erachtet, danke ich dir für diesen Haufen Information.... :)

Silva - 27/10/2009 um 07:46

@leon: letztendlich versucht der gemeine mensch doch immer alles in schubladen abzulegen, wobei der ausgangspunkt des ordnungschemas durchaus eine falsche moral darstellen kann. bezüglich der magie schwingt da ein großes angspotenzial mit, da es, wenn man es genau betrachtet, zu einer , mit dem bösen zeigefinger erhebendem versuch kommen muss, das ganze magische agierende volk unter ein dogma zu stellen, damit eine gewisse art der kontrolle (nämlich über die wrnung und der damit verbunden angst vor konsequenz) aufrecht erhalten werden kann...dieses prinzip hat übrigens schonmal fantastisch funktioniert :-)

Sope   - 4/12/2016 um 12:00

Es tut mir leid :D dieses alte und ein wenig schmerzhafte Thema wieder ein Stück hoch zu holen.
Allerdings hab ich in nem Traum raus gefunden, das ich lieber die Fisch "Essenz" anbete als Jesus :D und noch irgendwas oder irgendwen anderes, aber weis nicht mehr was oder wen. " immer noch nicht Persönlich gemeint :D "

Eine mündlich tradierte und später in Schriftform festgehaltene Version erzählt, dass der Fisch als christliches Erkennungszeichen verwendet wurde. Das griechische Wort für Fisch ἰχθύς (ichthýs) enthält ein kurzgefasstes Glaubensbekenntnis (Ἰησοῦς Χριστός Θεοῦ Υἱός Σωτήρ;):

ἸΗΣΟ˜ΥΣ — Iēsoũs (neugr. Ιησούς Iisoús) Jesus
ΧΡΙΣΤῸΣ — Christós „Christus“ (der Gesalbte)
ΘΕΟ˜Υ — Theoũ (neugr. Θεού theoú) Gottes
ΥἹῸΣ — Hyiós (neugr. Υιός Iós) Sohn
ΣΩΤΉΡ — Sōtḗr (neugr. Σωτήρας Sotíras) Erlöser
Das (I·Ch·Th·Y·S-)Symbol besteht aus zwei gekrümmten Linien, die einen Fisch darstellen. Historisch nicht belegt ist die Auffassung, dass es schon von den ersten Urchristen als Erkennungs- und Geheimzeichen benutzt wurde: Eine Person zeichnete einen Bogen in den Sand, die andere vollendete das Symbol mit dem Gegenbogen und zeigte sich damit als Bruder oder Schwester in Christus.

Der Kirchenlehrer Tertullian (ca. 200 n. Chr.) spricht in seiner Schrift über die Taufe (De baptismo 1,3) von Christus als dem Ichthys, den Christen aber als „Fischlein“, die aus dem Ichthys geboren seien.

Der Fisch kann archetypisch und tiefenpsychologisch als Symbol für die (unter Wasser) verborgene Wahrheit gedeutet werden, die es zu fangen, also ans Licht zu holen gilt. Sie schillert zunächst im Verborgenen, entgleitet dem Fischer leicht, verspricht aber Nahrung. In der Geschichte vom Fischzug des Petrus erweist sich Jesus damit auch als Wegweiser zur Wahrheit.

Das Symbol bezieht sich auf den Satz aus dem Lukasevangelium (Lk 5,10 EU) „Jesus sagte zu Petrus: ‚Fürchte dich nicht! Du wirst jetzt keine Fische mehr fangen, sondern Menschen für mich gewinnen.‘“
https://de.wikipedia.org/wiki/Fisch_(Christentum)

Und jetzt mal ehrlich, das mit dem Kreuz und Jesus Tod... Wieso sollte man das als Weg zu Gott oder so ansehen...
Ich finde es wunderbar, um über den Tod oder über geliebte, verstorbene Menschen hinweg zukommen.

Ich leugne weder Jesus, noch was er gemacht hat und bin ihm auch irgendwo dankbar auch wenn ich ihn nicht kannte?

Allerdings lese ich ja sowieso ab und zu eine anderes ? Testament ?
bzw Buch "Gespräche mit Gott " ~.~ bin immer noch erst auf Seite 185 ^^

Der Fisch ist nun mein erstes Heiliges Symbol <3 <><


[Editiert am 4/12/2016 um 12:03 von Sope]

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