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Autor: Betreff: Die Schlange (Mythologie)
Ipsissimus
Ipsissimus

Idan
Beiträge: 1589
Registriert: 30/8/2005
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Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 31/1/2017 um 14:05 New
Hallo Leute,

in den letzten Wochen begegnet mir beim surfen durch das Internet immer wieder die mythologische Gestalt der Schlange. Ich habe daraufhin von mir aus auch etwas mehr danach gesucht und je mehr ich lese, desto weniger klar ist die Schlange für mich ^^

Zunächst habe ich in ihr eine personifizierte menschliche Urangst gesehen, möglicherweise mit matriarchalen Wurzeln. Aber so wirklich erschlossen hat sie sich mir nicht:

Nordisch:
Die Midgardschlange Jörmundgangir umfasst die ganze Welt und bildet damit den äußersten Rand von Midgard. Sie ist die Schwester der Hel (Unterwelt) und des Fenriswolfs (HImmel) und ist der "Feind der Mitte". Der Donnergott Thor bekämpft und besiegt sie.

Germanisch:
Der Sagenheld Siegfried erschlägt den Lindwurm, der ein schlangenhaftes Aussehen hat. Siegfried badet in dessen Blut und wird dadurch unverwundbar.

Griechisch:
Python, ein Kind der Erdmutter Gaia mit hellseherischen Kräften, haust in einer Erdspalte in Delphi, über der weibliche Priesterinnen (Pythia) einen Tempel errichtet haben. Da Python Apollos Mutter gejagt und heimgesucht hatte, erschlug der Lichtgott Apollo Python und übernahm das Orakel zu Delphi, samt Pythia.

Ägyptisch:
Tief unten im Meer liegt die Schlange Apophis. Sie hasst alles Licht und Leben. Jeden Abend, wenn die Sonne unterirdisch von Westen nach Osten reist, versucht Apophis, die Sonne zu verschlingen und damit die Quelle allen Lebens zu vernichten. Die stärksten Götter begleiten die Sonne auf ihrer unterirdischen Reise und verteidigen sie gegen Apophis, selbst Seth, der selbst für Zerstörung und Krieg steht.

Indisch:
Die Urschlange Vritra hatte alles Wasser gefangen gehalten und damit die Schöpfung aufgehalten. Der Gott Indra bekämpfte und tötete Vritra, befreite das Wasser, das nun in Flüssen fließen konnte und setzte damit die Schöpfung in Gang, er schuf alles Leben, gebar die Sonne und formte die Welt.

Babylon:
Tiamat und Abzu sind zwei riesige Wasserschlangen, Süßwasser (Abzu) und Salzwasser (Tiamat). Im Schöpfungsprozess der Götter greifen die Schlangen an und drohen die Götter zu vernichten. Aber sie werden besieht und aus ihren Leichen werden HImmel und Erde geformt sowie die ersten Menschen erschaffen.

_____


Es gibt noch Dutzende anderer Beispiele. Viele finden sich hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Drache_(Mythologie)

Was ich nicht ganz zusammen kriege, ist die Mehrschichtigkeit der Schlange. Auf der einen Seite kann sie Tod, Zerstörung und Chaos bringen, und/oder das anfängliche Chaos vor der Schöpfung bedeuten.
Sie kann aber auch der Quell und Ursprung des Lebens sein, sie kann selbst die Welt sein, in der wir leben und wegen der alles existiert.

Manchmal ist sie ein Drache, der von einem Held besieht wird. Manchmal kann sie aber auch eine Göttin sein, die Menschen beschützt. Im slawischen, keltischen und indischen Raum ist eine Schlange im Haus ein Glückszeichen und sie wird sogar mit Milch gefüttert, um sie im Haus zu halten (z.B. als Mäusefängerin).

Das Verhältnis der Menschen zur Schlange kann sehr verschieden sein und dementsprechend ist die Mythologie sehr komplex und vielschichtig.

Wie seht ihr das? Was bedeutet die Schlange für euch?


[Editiert am 24/2/2017 um 11:42 von Idan]
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Magus
Magus

Spinnenbein
Beiträge: 400
Registriert: 19/3/2008
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Geschlecht: weiblich
red_folder.gif erstellt am: 31/1/2017 um 14:47 New

Zitat von Idan, am 31/1/2017 um 14:05
Im slawischen, keltischen und indischen Raum ist eine Schlange im Haus ein Glückszeichen und sie wird sogar mit Milch gefüttert, um sie im Haus zu halten (z.B. als Mäusefängerin).

Genau der Aspekt ist in deiner Aufzählung in meinen Augen zu klein geraten. Es gibt auch die Märchen vom Schlangenkönig, der eben segensreich ist. Die Schlange als Schützer, die Schlange als verstorbene Ahnenseele usw.

Ich denke mal *die* Schlange gibt es nicht. So wie es den Hahn nicht gibt, muss man immer in die Umgebung gucken, nicht nur allgemein die Mythologie, auch detailliert innerhalb einer Mythologie. Große Weltenerzählung, kleine Praxis der Menschen. Oder ist der Erntegott Wode ein anderer als Wodan-Wotan-Odin oder nur ein weiterer Aspekt, der es nicht bis in höfische Dichtung geschafft hat, nur als ein Beispiel für Bedeutungsvielfalt.

Es gibt meiner Meinung nach mehr als eine Schlange im Gefüge der Welt, wobei diese dann wiederum schon Grundeigenschaften teilen können, aber nicht müssen. Die großen Weltenschlange ist für mich ein ganz anderes Thema als die kleinen Hausschlangen und die Heilschlangen.

Für mich ist Schlange ganz wesentlich ein heilkundliches Thema, Hygieia hat eine Schlange bei sich. Sirona teils zwei, teils parallel zu Hygieia nur noch eine (durch die Römer vereinheitlicht). Beides sind Heilgöttinnen.

Hattest Du jetzt den Äskulap auch? Dessen Schlange(n) ist ja als Bild dermaßen übermächtig, dass es sogar leicht verändert im AT auftaucht, dort ist es eine Schlange am Stab, auf die die gucken müssen, die von giftigen Schlangen gebissen wurden. Was im NT dann wiederum als Bild auf Christus aufgenommen wurde. Ohne es jetzt historisch genau zu wissen, ich vermute, dass das beides dem Askulapstab nachfolgt.

In der spätgermanischen Überlieferung (Gesta Danorum) hat Kraka drei Schlangen, die Magie vermitteln an ihre Söhne. Und dann haben einmal Disen drei Schlangen, die Baldur / Hödur Kraft vermitteln. Beide Mal klaut der eine Bruder dem anderen das ihm zugedachte.

Und zur großen Weltschlange hätte ich hier eine interessante Unterhaltung, wenn Du mal schauen magst
http://www.asatru-forum.de/index.php/Thread/20775-Die-Midga rdschlange/?pageNo=1

Und hier einfach eine Kopie aus dem Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens
http://www.asatru-forum.de/index.php/Thread/21928-Aberglaub e-Schlange/?pageNo=1


[Editiert am 31/1/2017 um 14:50 von Spinnenbein]
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Magus
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Cruihn
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red_folder.gif erstellt am: 31/1/2017 um 15:55 New

Zitat von Idan, am 31/1/2017 um 14:05

Was ich nicht ganz zusammen kriege, ist die Mehrschichtigkeit der Schlange. Auf der einen Seite kann sie Tod, Zerstörung und Chaos bringen, und/oder das anfängliche Chaos vor der Schöpfung bedeuten.
Sie kann aber auch der Quell und Ursprung des Lebens sein, sie kann selbst die Welt sein, in der wir leben und wegen der alles existiert.


Genau weil sie Zerstörung und Chaos bringen kann, ist sie auch der Beginn des neuen. Etwas muss Enden damit es einen neuen Anfang geben kann. Chaos ist in meinen Augen auch schon der Beginn von etwas neuem.

Ich arbeite jetzt schon seit einiger Zeit mit Schlange als Krafttier und habe sie als guten Lehrer für innere Ruhe/den Kreislauf des Lebens/Energiearbeit kennengelernt, sowie als zuverlässigen Führer in die "dunkleren" Anteile des Selbst. Was wohl ein Chaotisches Wesen voraussetzt.
Bei mir ist der physische Heilungsaspekt (siehe die Äskulapschlange) fast gar nicht vorhanden. Es geht eher in die psychologische Richtung, also die Änderung des Blickwinkels auf das Leben an sich.

Interessanterweise bringe ich auch immer Lilith mit Schlange in Verbindung, frag mich aber nicht Warum (Sie verstehen sich halt gut). Ich weiß auch nicht ob die beiden Mythisch in Verbindung stehen. Das ist für meine Arbeit aber auch unrelevant.


Gruß
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Philosophus
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samsaja1
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red_folder.gif erstellt am: 31/1/2017 um 21:08 New
@cruihn
Öhm Herrin Lilith soll ja die Schlange im Garten Eden gewesen sein...zumindest der Sage nach..


____________________
YOU GOT TO SHOW ME LOOOVE:::::::::::
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Ipsissimus
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Idan
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red_folder.gif erstellt am: 31/1/2017 um 21:22 New

Zitat von samsaja1, am 31/1/2017 um 21:08
@cruihn
Öhm Herrin Lilith soll ja die Schlange im Garten Eden gewesen sein...zumindest der Sage nach..


Nein, die Schlange ist immer und eindeutig Satan.

Es existiert die Interpretation, dass Lilith die erste Ehefrau Adams war, da der Schöpfungsmythos in der Genesis zweimal erzählt wird, einmal ohne Namen und einmal mit den Namen Adam und Eva.Aber in keiner Auslegung war Lilith die Schlange.
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Studius
Studius


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red_folder.gif erstellt am: 1/2/2017 um 01:01 New
Für mich persönlich sind Schlangen mit den Erdkräften verbunden (chtonisch). Ich habe sie auffallend an Stellen getroffen, die besonders durch Erdkräfte geprägt sind, wie Hügelgräber oder ein im Freien stehender römischer Sarkopharg. So gesehen, ist die Erde sowohl lebensspendend als auch Grabstätte, was ja ebenfalls zwiespältig ist.

Mir fällt auch noch ein, dass in der griechischen Sage die Giganten, Kinder der Gaia (also der Erdgöttin), Schlangenfüße hatten. Sie sind also halb in der Erde verwurzelt... die Giganten sollten Gaia beim Kampf gegen die Olympier helfen. Das könnte ein Hinweis auf ein früheres Göttergeschlecht (also der Glauben vor der Religion des olympischen Pantheon) sein, vielleicht auch der Kampf der Griechen gegen eine frühere Bevölkerungsschicht, die eine mehr erdgebundene Religion hatten. Die Erzählung von einer "verteufelten" Schlange in der Bibel könnte ebenso eine Propagandamaßnahme gegen fremde/feindliche Gottheiten gewesen sein... Ich persönlich nehme die Bibel höchstens als interessantes Flickwerk aus verschiedensten Zeitepochen wahr. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Wie schon oben gesagt: Schlangen, in dem Fall wahrscheinlich Ringelnattern, wurden früher im europäischen Raum gern im oder am Haus gesehen und halb zahm gehalten. Sie galten als Glücksbringer. Daher kann man nicht unbedingt von einer menschlichen Urangst sprechen, vor allem, wenn sie so oft mit antiken Heilriten in Zusammenhang stehen.

Dass Schlangen im Volksglauben Schätze hüten, kann man im wortwörtlichen Sinn verstehen, ich empfinde es aber eher im übertragenen Sinn: Wem die Schlange gewogen ist, der versteht die Erde und die untere Welt. Das klingt jetzt übertrieben simpel, aber es geht hier um Tod und Geburt und die Lebenskräfte.

Vila


[Editiert am 1/2/2017 um 01:22 von Vila]
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Magus

GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 2/2/2017 um 14:38 New
Wenn ich Wissen woanders suche als in mir - wird es VIELSCHICHTIG, ganz klar.

Entweder werde ich jetzt von dieser Vielschichtigketi überwältigt - dann bin ich verwirrt.

Oder ich finde in dieser Vielschichtigkeit eigene INSPIRATION - die mich zu MEINER SCHLANGE führt.

Ich beabachte, dass eine Schlange auf der Erde kriecht. Wie Vila ausführt, ist sie ein Erdwesen.

Ihr Medium ist BERÜHRUNG. Physische magnetische Berührung.

Die geflügelte Schlange - der Drache - hat die Erdbindung oder Erdbverbannung überwunden. Ein Symbol für den befreiten Geist.

Die Schlange, die den Schatz bewacht, kan ein Symbol für den verblendeten materiell verhafteten Geist sein. Diese Schlange ist an dem Ort des Schatzes gefesselt - SIE FLIEGT NICHT MEHR!

Sie mag Quell des Lebens sein - da sie unseren ANGFANG widerspiegelt. Ein Baby krabbelt am Boden. Unsere Erdverhaftung.

Fluch und Zerstörung ist sie, wo sie in der Entwicklung stehenbleibt, zum Beispiel durch einen irdischen Schatz - wo ihr die gefiederte Schlange nicht gelingt.

Ihr Medium Berührung - da kommt Sexualität, Verführung hinzu. Auch hier diese zwei Seiten: will sie zum Fliegen anregen - oder will sie ihre eigene Erdverhaftung anderen manipulativ aufzwingen.

Weiter Gift: Tod oder Bewußtseinserweiterung, Das Ende oder Durchgang zum Licht.

Ihr magnetisch bannender Blick. Mond-Pluto.

_______________________________________________

Was ich damit sagen will: nichts von alledem stimmt! Im Sinne einer allgemeingültigen Lehre. Dort ist auch keine magische Kraft - sondern nur intellektuelle Vielschichtigkeit.

Aber ich kann meinen EIGENEN BEZUG zur Schlange finden. Dann erfahre ich meine eigene Schlagenkraft.

Erst ist es dies dort und das dort und alles ist verwirrend - am Ende aber merke ich: ich bin es selbst! Und das ist meine eigene Klarheit.

grüssli merlYnn
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Magister Templi
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Schwarzer Hase
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red_folder.gif erstellt am: 3/2/2017 um 08:38 New
Für mich ist die Schlange das Symbol der Wiedergeburt. Sie beinhaltet Anfang und Ende von allen möglichen Dingen im weitesten Sinne; und die nach dem "Tod" einer Sache erfolgende Neuordnung der Sache im Sinne einer "Wiedergeburt".
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Ipsissimus

Hephaestos
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red_folder.gif erstellt am: 3/2/2017 um 08:44 New
>Für mich ist die Schlange das Symbol der Wiedergeburt.<

Ja, aber eher basierend (für mich) auf der Symbolik des "sich Häutens"


____________________
any sufficiently analyzed magic is indistinguishable from science

∵ indagator ∴ insolitus
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Magister Templi
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Schwarzer Hase
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red_folder.gif erstellt am: 3/2/2017 um 08:47 New
Wenn ich mich jetzt richtig erinnere, gibt es in der Alchemie das Symbol der Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Von daher und aus der Geschichte über das Sternbild der Schlange habe ich das, glaube ich...
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Magister Templi
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red_folder.gif erstellt am: 3/2/2017 um 17:43 New
"Allem Zukünftigen beißt das Vergangene in den Schwanz"
https://de.wikipedia.org/wiki/Ouroboros
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Adeptus Minor
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Kerzenflaemelein
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red_folder.gif erstellt am: 8/2/2017 um 14:12 New
Die „Schlange“ sehe ich als allumfassenden Begriff für Urwissen und Urwahrheit. Ich meine damit ein Wissen und eine Wahrheit die den Beginn allen Seins beinhaltet. (mir fällt tatsächlich keine bessere Formulierung ein)

Naturgemäß sind dann alle Erscheinungsformen der „Schlange“, ob Schlange oder Drachenförmig, klein oder groß, bedrohlich oder schützend, wässrig, erdig, luftig oder feurig, etc. .. alles einzelne Aspekte einer großen Urform auf der das Leben basiert und welche uns je nach individueller Lebenssituation erscheinen und erschienen sind (um auf die Mythen anzuspielen).

Auch das "sich in den Schwanz beissen", ist ein grundlegender Aspekt des Lebens, denn im geringsten Sinn formen wir doch unsere Zukunft basierend auf unserer Vergangenheit, positiv oder negativ.

Und das Häuten, als Aspekt das wir aus uns selbst heraus wachsen und erneuern können. Selbstheilungskräfte im physischen und psychischen Sinn.

Auch die schöpferischen und zerstörerischen Aspekte der Schlange schließen sich nicht aus. Es ist wohl allgemein bewusst das Wandel und Wachstum als schöpferisch aber auch als schmerzhaft zerstörerisch empfunden/ erlebt werden kann. Wo neues soll gedeihn, das Alte muss vergehen.
Zum anderen ist der Mensch ein Gewohnheitstier und lebt gern in ruhigen Gewässern mit wenig Risiko oder Umwürfnissen. Da ist so eine Schlange nicht immer gern gesehen, mit all ihrem Wissen oder einfach nur der Fähigkeit, uns zu zeigen dass es mehr als nur unsere eigenen eine Wahrheit gibt. Das die Welt größer ist als wir sie empfinden und deshalb weit außerhalb unserer direkten Einflussnahme liegt. Jeder normale Mensch fühlt sich von derartigen Erkenntnissen bedroht und sieht die Schlange als Zerstörer seiner Welt. Im selben Atemzug ist natürlich aber auch genau dieses verborgene Wissen, dieses Mehr-Wissen, das was den Menschen verlockt und verführt. Ein Paradoxon aus nach Erkenntnissen streben und zugleich an Altem festhalten wollen.

„[…] Das ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält, […]“ (Goethe - Faust I)
... vielleicht die Schlange?


[Editiert am 8/2/2017 um 14:36 von Kerzenflaemelein]



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Ipsissimus

Serafia_Serafin
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red_folder.gif erstellt am: 19/2/2017 um 15:25 New
Ich finde, es ist ein Fehler, die unterschiedlichen Kulturen zusammenzuwerfen, um das Symbol zu vereinheitlichen. - So etwas ähnliches wurde hier ja auch schon angesprochen.

Bei den Aboriginees ist es die Regenbogenschlange, die die Welt geschaffen hat, wenn ich mich richtig erinnere.

Bei den Christen und generell in der christlichen Symbolik ist die Schlange ein Symbol des niederen, der Triebe etc (Siehe Schlange und Adler-Symbolik in der Alchemie) und damit wird sie auch mit Satan in Zusammenhang gebracht.

Wenn man an den Äskulap-Stab denkt, gibt es wieder eine andere Symbolik - und an die Kundalini-Schlange...

Dann wiederum gibt es die Schlange im Lebensbaum, die den Pfad kennzeichnet...


Symbole sind in meinen Augen dann wirsam, wenn sie die Intention ihres Verwenders wiedergeben. Ansonsten sind es nur Bilder. Und die Intention ihres Verwenders ist von seiner Bildung und seiner Kultur abhängig.
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Ipsissimus
Ipsissimus

Idan
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red_folder.gif erstellt am: 20/2/2017 um 08:25 New

Zitat von Serafia_Serafin, am 19/2/2017 um 15:25
Ich finde, es ist ein Fehler, die unterschiedlichen Kulturen zusammenzuwerfen, um das Symbol zu vereinheitlichen. - So etwas ähnliches wurde hier ja auch schon angesprochen.


Ich habe in meiner Aufzählung bewusst indoeuropäische Kulturen gewählt - mit der Ausnahme Babylon und Ägypten, das nicht zu den indoeuropäischen Kulturen gehört, aber so viel regen Austausch mit Persern, Iranern, Hethitern und Griechen hatten, dass sie weite Teile der indoeuropäischen Kulturen sowohl übernommen, als auch umgekehrt beeinflusst haben. Dass es kein globald einheitliches Schlangensymbol gibt, ist mir durchaus klar, aber ein "indoeuropäisches mythisches Urbild" wäre vielleicht interessant gewesen.

Ich finde es einen Fehler, gemeinsame Quellen vonvornherein komplett auszuschließen und den Blick vor möglichen Gemeinsamkeiten komplett zu versperren.
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Studius
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red_folder.gif erstellt am: 20/2/2017 um 13:43 New
... zumal das Symbol als solches ja nicht außer acht gelassen werden sollte. Sieht man eine Schlange an, so hat sie eben gewisse Eigenschaften, die man zwar deuten und werten kann, aber nicht außen vor lassen. Ein Tier, dass keine Füße hat und somit bei der Fortbewegung den Boden mit dem Körper berührt, hat eine andere Ausstrahlung als ein Vogel, nur mal als Beispiel. Wie eine Schlange aussieht, ist einfach so. Wie man ihre Aspekte deutet, eine andere Frage.

In der Tiefenpsychologie von C.G. Jung wird davon ausgegangen, dass sich Archetypen (die Symbole des kollektiven Unbewussten, zu denen jeder Mensch Zugang hat) kulturell zwar unterscheiden, aber doch Gemeinsamkeiten haben. Ich find das eine plausible Theorie, wobei ich zugeben muss, dass mich diese psychologische Richtung stark in meinen Ansichten geprägt hat.

Wen das noch weiter interessiert, hier ein kurzer verständlicher Abriss (Wikipedia ist manchmal doch praktisch):

https://de.wikipedia.org/wiki/Archetyp_%28Psychologie%29

lG Vila


[Editiert am 20/2/2017 um 21:07 von Vila]
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Magus
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Cruihn
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red_folder.gif erstellt am: 24/2/2017 um 09:32 New

Zitat von Serafia_Serafin, am 19/2/2017 um 15:25

Symbole sind in meinen Augen dann wirsam, wenn sie die Intention ihres Verwenders wiedergeben. Ansonsten sind es nur Bilder. Und die Intention ihres Verwenders ist von seiner Bildung und seiner Kultur abhängig.


Interessant wird es aber dann, wenn man versucht eben diesen kulturellen Hintergrund zu überwinden und unvoreingenommen an solche "Bilder" rangeht.
Das ist sicherlich schwer, aber nicht unmöglich.
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