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Autor: Betreff: Latein & Hokuspokus
Ipsissimus
Ipsissimus

Idan
Beiträge: 1576
Registriert: 30/8/2005
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 2/2/2017 um 07:22 New
Hallo Leute!

Bis heute übt Latein eine besonder Anziehung auf die magische Szene aus. In Film und Fernsehen sind magische Zaubersprüche gerne in (pseudo)Latein verfasst und einige magiepraktizierende arbeiten tatsächlich mit lateinischen Zaubersprüchen.

Ich habe mal ein wenig recherchiert, woher dieser Aberglaube stammt und war überrascht, wie alt er ist:

Der Aberglaube entstandt wohl etwa zu der Zeit, als Europa christianisiert wurde, also im frühen Mittelalter 6.-8. Jahrhundert. Die Germanen waren von der lateinischen Sprache sehr fasziniert und sprachen ihr eine besondere Zauberkraft zu. Besonders magisch ist dabei der Abendmahlgottesdienst gewesen, wenn der Priester den Wein hebt "Dies ist mein Blut" und wenn er das Brot hebt "Dies ist mein Leib", denn nach schon damaliger Kirchenlehre findet dabei die Substantion statt, Wein und Brot verwandeln sich tatsächlich in Blut und Fleisch.

Aus der Formel " Das ist mein Leib"
(auf Latein: "Hoc est corpus")
wurde wahrscheinlich das Zauberwort "Hokuspokus"

Nicht zuletzt ist das "reden in fremden Zungen" von großer Bedeutung für das Christentum, denn mit dem Pfingstwunder setzt die Gründung der christlichen Kirche Roms ein und damit die Mission der Apostel.
____


Ich persönlich bin zwar der Meinung, dass Magie am besten in der Muttersprache und vor allem in Bildsprache funktioniert, aber die Faszination von Fremdsprachen hält sich. Im Laufe des Mittelalters wurden auch gerne hebräische und griechische Zauberformeln gesammelt ("Abrakadabra" hat möglicherweise einen hebräischen Ursprung) und ab dem 19. Jahrhundert wurden Ägyptisch und Babylonisch recht beliebt.

Den Vogel abgeschossen hat John Dee mit der henochischen Sprache, eine (wahrscheinlich) fiktive Sprache, die Mittels Medium vermittelt worden sei und die Sprache der Engel abbilden soll.

Selbst H.P.Lovercraft hat es aufgegriffen in seinen science fiction / fantasy / horror-Romanen rund um den Cthulhu-Mythos, in dem er die außerirdische Sprache der Monster entwickelte, die ebenfalls besondere Magie entfaltet.

Wie seht ihr das? Arbeitet ihr mit Fremdsprachen?


[Editiert am 2/2/2017 um 07:25 von Idan]
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Administrator
Magus

GeorgeTheMerlin
Beiträge: 533
Registriert: 26/10/2006
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 2/2/2017 um 14:15 New
Hallo Idan,

ich hatte mal die "Energie einer Sprache" gependelt.

Englisch und Latein haben eine sehr hohe Energie. Spanisch, eine dem Latein noch sehr verwandte Sprache, hat demnach etwas weniger Energie.

Die deutsche Sprache hat sehr wenig Energie! Die altdeutsche Sprache hat wiederum volle Energie. Auch Plattdeusch hat mehr Energie. Das heißt, die deutsche Sprache hat durch Lautverschiebungen usw beträchtlich an Prana, Ki verloren.

Ich selber benutze, wenn ich zum Beispiel mit radionscher Magie arbeite, die deutsche Sprache. Hier ist die Sprache nur Träger meiner ausformulierten ABSICHT, die ich in Runen oder einen Zahlencode umwandle, wenn ich auf Ebenen hinter der Energie arbeite.

Eine energetisch hohe Sprache wäre schöner - ganz klar. Wir müssen aber wissen, dass Sprachprana zur FORMENERGIE gehört - ebenso wie die heilige Geometrie usw.

Geistig können wir aber jede Formenergie umprogrammieren, da unsere ABSICHT eine höhere Ursache ist als Formenergie.

Also: Bei geringer geistiger Kraft - brauche ich Formemergie zu meiner Unterstützung. Das kann auch eine energetisch starke Sprache sein. Im Prinzip aber geht es um die Kraft unserer Absicht, welche die gebrauchte Sprache durchstrahlt.

Fazit: Eine energetisch starke Sprache ist ein tolles Hilfsmittel - ein guter MENTALVERSTÄRKER zum Mitschwingen. Und es ist genau dieses MITSCHWINGEN mit der Kraft einer Sprache, was du hier ansprichst.

Bei höherer Magie geht es aber nicht mehr um die Hilfsmittel, sondern um den MAGISCHEN KERN - um das magische Zentrum. Und dieses ist - JENSEITS VON ENERGIE - meine geistige Absicht.

Meine geistige Absicht erzeugt unablässig Prana, feinstoffliche Energie.

Daher ist meine geistige Absicht jenseits von Prana, feinstofflicher Energie: sie ist eine höhere, abstraktere URSACHE als Prana oder feinstoffliche Energie.

Solange wir das nicht verstehen, lassen wir es zu, dass unsere Absicht durch "Reize" manipuliert wird, die in der Ursachenhierarchie eingentlich unter der geistigen Absicht stehen.

Diese Umkehrung der Hierarchien pendele ich übrigends auch als negative Energie, als unbewußte Fremdbestimmung.

Konzentrieren wir uns auf unsere Absicht - so wir das überhaupt noch können - dann hat auch die deutsche Sprache wieder Power.

grüssli merlYnn


[Editiert am 2/2/2017 um 14:16 von GeorgeTheMerlin]
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Magister Templi
Magister Templi

Schwarzer Hase
Beiträge: 318
Registriert: 15/3/2015
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 3/2/2017 um 08:43 New
Bei mir ist das unterschiedlich ... meist nehme ich Deutsch, ab und an Englisch und je nach Lust und Laune Latein, Japanisch, Fetzen aus skandinavischen Sprachen, meine eigene Fantasiesprache oder alles durcheinander. Ich glaube am Ende kommt es nicht auf die gewählten Worte, sondern auf die Absicht dahinter an.
Obwohl ich bei höherer Magie in der deutschen Muttersprache bleibe. Da fühle ich mich einfach sicherer...
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Magister Templi
Magister Templi


Beiträge: 384
Registriert: 20/6/2009
Status: Offline
red_folder.gif erstellt am: 3/2/2017 um 17:56 New
Gutturale Worte der Macht machen Gänsehaut.Sogar, wenn man nach dem Salz fragt, kriegt man das hin, es kommt weniger auf die Sprache an, mehr auf Betonung und Eindeutigkeit der Absicht an.
Ich hatte viel Spaß mit Fürst Toranaga sama in den "Shogun "-Filmen. Versucht mal, so ähnlich "Gib mir mal das Salz" zu sagen! Macht Spaß & wirkt. Nicht nur bei Salz. Wer es wirklich draufhat, schafft ähnliche Effekte stimmlos mit der richtigen Gestik, aber das ist fast schon off-topic.
Die eigene Sprache ist Teil der Banalität des Alltags, der oft wenig magisches an sich hat, das kompromittiert sie manchmal im Auge (Ohr) des Anwenders. Betonung ist m.M.nach ein prima Tool, um das zu kompensieren.
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