Thema: Der Prinz und der Magier

Forum: Geschichten und Gedichte

Autor: Goldy  


Goldy   - 6/6/2014 um 15:39

Hier das wollte ich schon längere Zeit mal posten, seit ichs in dem mir von 20-1-30-40 empfohlenem Buch "The Structure of Magic" gelesen hab. Hab jetzt mal von woanders rauskopiert.




Es war einmal ein junger Prinz, der an alles glaubte, außer an drei Dinge. Er glaubte nicht an Prinzessinnen, er glaubte nicht an Inseln, und er glaubte nicht an Gott. Sein Vater, der König, sagte ihm, diese Dinge existierten nicht. Und da es im Reich seines Vaters keine Prinzessinnen und Inseln und kein Anzeichen von Gott gab, glaubte der Prinz seinem Vater.
Aber eines Tages lief der Prinz von dem väterlichen Palast fort. Er kam in das Nachbarland. Dort sah er zu seiner Verwunderung von jeder Küste aus Inseln und auf diesen Inseln seltsame und verwirrte Geschöpfe, die er nicht zu benennen wagte. Während er sich nach einem Boot umsah, kam ihm an der Küste ein Mann im Frack entgegen.
„Sind das wirkliche Inseln?“ fragte der junge Prinz.
„Natürlich sind das wirkliche Inseln“, sagte der Mann im Frack.
„Und diese seltsamen und verwirrenden Geschöpfe?“
„Das sind ganz echte Prinzessinnen.“
„Dann muss Gott auch existieren!“ rief der Prinz.
„Ich bin Gott“, erwiderte der Mann im Frack und verbeugte sich.
Der junge Prinz kehrte, so schnell er konnte, nach Hause zurück.
„Ich habe Inseln gesehen, ich habe Prinzessinnen gesehen, ich habe Gott gesehen“, sagte der Prinz vorwurfsvoll.
Der König war ungerührt: „Es gibt weder wirkliche Inseln, noch wirkliche Prinzessinnen, noch einen wirklichen Gott.“
„Ich habe sie aber gesehen.“
„Sage mir, wie Gott gekleidet war.“
„Gott war festlich gekleidet, im Frack.“
„Waren die Ärmel seines Mantels zurückgeschlagen?“
Der Prinz erinnerte sich, dass es so war. Der König lächelte.
„Das ist die Uniform eines Magiers. Du bist getäuscht worden.“
Darauf kehrte der Prinz wieder in das Nachbarland zurück und ging an dieselbe Küste, wo ihm wieder der Mann im Frack entgegenkam.
„Mein Vater, der König, hat mir gesagt, wer du bist“, sagte der junge Prinz entrüstet. „Du hast mich beim vorigen Mal getäuscht, aber diesmal nicht. Ich weiß jetzt, dass das keine wirklichen Inseln und keine wirklichen Prinzessinnen sind, denn du bist ein Zauberer.“
Der Mann an der Küste lächelte. „Nein, du bist getäuscht worden, mein Junge. In deines Vaters Königreich gibt es viele Inseln und viele Prinzessinnen. Aber du bist von deinem Vater verzaubert, darum kannst du sie nicht sehen.“
Der Prinz kehrt nachdenklich nach Hause zurück. Als er seinen Vater erblickte, sah er ihm in die Augen.
„Vater, ist es wahr, dass du kein wirklicher König bist, sondern nur ein Zauberer?“
„Ja, mein Sohn, ich bin nur ein Zauberer.“ Dann war der Mann an der Küste Gott?“
„Der Mann an der Küste war ein anderer Zauberer.“
„Ich muss aber die wirkliche Wahrheit wissen, die Wahrheit jenseits der Zauberei.“
„Es gibt keine Wahrheit jenseits der Zauberei“, sagte der König.
Der Prinz war von Traurigkeit erfüllt. Er sagte: „Ich werde mich umbringen.“
Der König zauberte den Tod herbei. Der Tod stand in der Tür und winkte dem Prinzen. Den Prinzen schauderte. Er erinnerte sich der wundervollen, aber unwirklichen Inseln und der unwirklichen, aber herrlichen Prinzessinnen.
„Nun gut“, sagte er. „Ich kann es ertragen.“
„Du siehst, mein Sohn“, sagte der König, „dass du im Begriff bist, selbst ein Zauberer zu werden.“

aus: John Fowles, The Magus, München 1969, S. 607f

Aladdin Salomon - 6/6/2014 um 16:32

:thumbup: gefällt mir der Text


Liebe Grüße von Aladdin Salomon

Serafia_Serafin - 9/6/2014 um 06:20

Schade um den Prinzen... fast hätte er es geschafft.

Goldy   - 9/6/2014 um 12:28


Zitat von Serafia_Serafin, am 9/6/2014 um 06:20
Schade um den Prinzen... fast hätte er es geschafft.

Sich umzubringen?

Alles und Nichts - 9/6/2014 um 12:31

schade für den prinzen, den der tod ist das tor zur wahrheit. damit ist nicht unbedingt der physische tod gemeind.

Goldy   - 9/6/2014 um 12:56

Ah interessant, anscheinend gibt es wohl mehr als nur eine Auffassung des textes.

Also bei „Ich werde mich umbringen.“ gibt es meines Erachtens keine Anzeichen für einen übertragenen Sinn.


Der Übertragene Tod steckt doch in der Erkenntnis „Es gibt keine Wahrheit jenseits der Zauberei“
Das umbringen ist doch genau die Flucht vor dieser Erkenntnis.

Lüge(Edit: /Illusion) und Wahrheit sind nur Zwei Seiten der Selben Medallie, die eine hell und die andere dunkel. Selbst Magier zu werden, bedeutet sich nicht vom Schein der hellen Seite blenden zu lassen.


[Editiert am 9/6/2014 um 21:52 von Goldy]

Serafia_Serafin - 9/6/2014 um 17:48

Nein, ich meine: Fast hätte er es bis zur Wahrheit geschafft! In der ganzen Geschichte hört er nur auf das, was die älteren Männer sagen, anstatt es selbst zu prüfen. Sogar, als sein Vater ihm sagt, dass nur der Tod die Alternative wäre, glaubt er ihm noch.

Goldy   - 9/6/2014 um 22:01

Der Vater sagt nur das, was er sagt. Das "zaubern" ist das enstehen lassen innerer Realitäten. Für die letztendlich nur der Prinz verantworltlich ist. Darin liegt ja die Erkenntnis.

Wie würdest du denn "Die Wahrheit finden" verbalisiern, was hätte er denn anders machen sollen? Dieser Aspekt ist meiner Meinung doch genau im Fortlaufen geschildert, was letztendlich den "Zauber" bricht.

Aladdin Salomon - 10/6/2014 um 01:26

Der Prinz wird doch auch erst ein Magier,weil ein Magier der sehnde König ist.

Am Ende trifft er ganz allein die Entscheidung nicht zu sterben ohne wie vorher jemanden zu fragen. Der Vater(König) sagt dann folgerichtig ich sehe du bist auf dem Weg selbst ein Zauberer zu werden.

Er bekommt auch seine erste Weihe den er stirbt mitten im Leben ohne wirklich zu sterben und überwindet den Tod (die Blindheit).

In meiner ersten Weihe sagte im innern mein hohes Ich auch mit sehr deutlicher Stimme ich sehe die Geburt eines großen Magiers. Damit haben wir die innere Ebene noch mal mit Vater hohes Selbst und Sohn kleines ich. Das selbe lese ich auch aus der Geschichte raus.

Liebe Grüße euer Aladdin Salomon


[Editiert am 10/6/2014 um 03:00 von Aladdin Salomon]

Serafia_Serafin - 10/6/2014 um 12:57

Punkt 1: Er glaubt an alles außer Prinzessinnen, Inseln und Gott, weil sein Vater es ihm so sagt. Es ist also kein auf Erfahrunen basierendes Weltbild.

Punkt 2: Als er eine anders lautende Erfahrung macht, glaubt er demjenigen, dem er begegnet. Auch hier verlässt er sich auf die Aussage eines anderen.

Punkt 3: Sein Vater negiert die Aussage des anderen Magiers und wirft ihm täuschung vor. Der Prinz glaubt seinem Vater und stellt den anderen zur Rede. Wieder wechselt er das Weltbild aufgrund einer fremden Meinung.

Punkt 4. Der andere negiert wiederrum die Aussage des Vaters und sagt, dass die Rolle des Vaters (König) eine Täuschung ist.

Punkt 5: Der Vater verifiziert die Täuschung, was die Rolle angeht, sagt jedoch nichts mehr zum Wahrheitsgehalt der Prinzessinnen, sondern nur, dass es generell keine Wahrheit gäbe.

Und anstatt, dass dieser Idiot sich ein Boot beschafft, um selbst Wahrheitsgehalt jeglicher Aussagen zu überprüfen sagt er nur "Na gut. Ich glaube dir"

Für mich ist die Aussage eher darin, dass es eine Menge Zauberer ohne Autoritätswert gibt, die einen erfolgreich davon abhalten, die Wirklichkeit zu erfahren.

Edit: Hitze und Grammatik ...


[Editiert am 10/6/2014 um 12:58 von Serafia_Serafin]

Aladdin Salomon - 11/6/2014 um 02:45

Und in wie weit widersprechen jetzt deine Punkte meiner Feststellung ??

In meiner Aussage begreift der Prinz, dass er das Wirklichkeitsbild erstens selbst erzeugt und zweitens wird er eigenständig.

Man sollte nicht zu viel in einen Text rein interpretieren sondern in mal so nehmen wie er ist und wofür er geschrieben ist.

Dann kommen auch nicht so polemische Aussagen wie diese hier :

Zitat:
Für mich ist die Aussage eher darin, dass es eine Menge Zauberer ohne Autoritätswert gibt, die einen erfolgreich davon abhalten, die Wirklichkeit zu erfahren.


in übrigen ist ohne Autoritätswert und abhalten ein Widerspruch ... ,wenn es in einem Satz vorkommt.

Ich will dir nichts böses aber ohne dir zu nahe zu treten es gibt keine Wirklichkeit die du erfahren kannst die außerhalb von dir liegt. Jeder lebt in seiner eigen Realität plus der übergestülpten Realität des Kollektives mit denen er interagiert. Du kannst zwar die Realität wechseln wirst aber denoch nichts finden was ohne Magie(Lebenskraft) erzeugt wurde.

Genau das sagt der Text auch aus.

Liebe Grüße von Aladdin Salomon


[Editiert am 11/6/2014 um 02:48 von Aladdin Salomon]

Serafia_Serafin - 11/6/2014 um 12:38

@ AS: Nein, er begreift nicht, dass er die Wirklichkeit selbst schafft; er trifft nur die Wahl zwischen dem Akzeptieren des Scheins und dem Tod.

Zitat:
Man sollte nicht zu viel in einen Text rein interpretieren sondern in mal so nehmen wie er ist und wofür er geschrieben ist.


Und Du hast den Autor persönlich gefragt, wofür er diesen Text geschrieben hat, oder mutmaßt Du nur aufgrund deiner eigenen Interpretation?

Zitat:

Dann kommen auch nicht so polemische Aussagen wie diese hier :

Zitat:
Zitat:
Für mich ist die Aussage eher darin, dass es eine Menge Zauberer ohne Autoritätswert gibt, die einen erfolgreich davon abhalten, die Wirklichkeit zu erfahren.


in übrigen ist ohne Autoritätswert und abhalten ein Widerspruch ... ,wenn es in einem Satz vorkommt.


Tja, man muss eben Aussagen einfach mal so nehmen, wie sie gemeint sind, dann versteht man sie auch :p (Tut mir leid, aber das war einfach eine zu schöne Steilvorlage)

Sehr wohl können Personen, die keine autoritäre Bedeutung haben, starken Einfluss auf die Bildung der eigenen Wirklichkeit haben - nämlich immer dann, wenn man sich selbst nicht für die eigene Wirklichkeit verantwortlich hält. Eigentlich hat der Vater des Prinzens nicht die Autorität, über Dinge zu bestimmen ( er ist nämlich kein König, was der andere Zauberer aufgedeckt hat) und obwohl diese Autorität nun demontiert wurde, gibt ihm der Prinz noch immer die Macht über sich (aus welchem Grund auch immer).

Zitat:
Ich will dir nichts böses


Sehr freundlich.


Zitat:
es gibt keine Wirklichkeit die du erfahren kannst die außerhalb von dir liegt. Jeder lebt in seiner eigen Realität plus der übergestülpten Realität des Kollektives mit denen er interagiert. Du kannst zwar die Realität wechseln wirst aber denoch nichts finden was ohne Magie(Lebenskraft) erzeugt wurde.


Und obwohl dein Erläuterungsversuch sehr nett aussieht, übersiehst du den kleinen Wink in der Geschichte, in der sich der Prinz eben nicht aus der übergestülpten Realität löst. Sie wird nur bestätigt. Und er nimmt es hin.

Goldy   - 11/6/2014 um 22:54

@AS: Stimmt wohl. Diese äußere Parabel ist natürlich auch eine Innere. Sehr wichtig. Jeder Hat natürlich andere Namen für die Archetypen.

@Serafia_Serafin: Wie sähe ein richtiges Verhalten des Prinzen denn aus? Was müsste er tun um "es zu schaffen"?

Serafia_Serafin - 12/6/2014 um 10:39

@ Goldy:

Ein "richtiges" Verhalten ist subjektiv. Ich denke nur, dass er nah dran war, sich ein eigenes Bild von der Wirklichkeit zu machen, als er an der Küste stand und die Inseln selbst sah. Er hätte einen Weg gebraucht, um diese Inseln zu erfahren und die "seltsamen Wesen", die eventuell Prinzessinnen sind, aber vielleicht auch Drachen oder sonstwas näher zu betrachten.

Ich sehe durchaus die oberflächliche Botschaft, die sagt, dass eigentlich alles nur Illusion ist. Aber wenn das die Hauptbotschaft des Textes ist, dann ist er wirklich unglücklich formuliert - es sei denn, man zieht ein Gleichnis zwischen König/Vater/Zauberer = "Über-Ich" und Fremder Zauberer = "Unterbewusstsein" sowie Prinz = Ich/Ego. Dann hätte es aber einen Hinweis auf Freud gebraucht.

Denn, wenn der Prinz schon bis zur Küste kommt, wo er die Inseln sieht, wieso verlässt er sich nicht auf das, was er dort selbst herausfinden kann und lässt es sich von seinem Vater wieder ausreden?

Edit: Tippfehler


[Editiert am 12/6/2014 um 10:40 von Serafia_Serafin]

Aladdin Salomon - 12/6/2014 um 20:19

@Serafia_Serafin
Zitat:
Tja, man muss eben Aussagen einfach mal so nehmen, wie sie gemeint sind, dann versteht man sie auch :p (Tut mir leid, aber das war einfach eine zu schöne Steilvorlage)

wobei du es nicht so schreibst das man es so raus lesen kann,wenn man es so nimmt wie das steht heißt es die Zauberer haben keinen Autoritätswert und doch halten sie jemanden ab;) Aber mir war schon klar was du meinst aus deinen Postings. :) War auch gewollt die Vorlage picks*

Zitat:
Und Du hast den Autor persönlich gefragt, wofür er diesen Text geschrieben hat, oder mutmaßt Du nur aufgrund deiner eigenen Interpretation?


Das nicht aber es gibt eine universelle Symbolsprache der alten Mysterien und der Text ist in solcher geschrieben wie so manch anderes Märchen auch.

z.b so wie : der Wind der Wind das Himmlische Kind ist aus Hänsel und Gretel verstehst du was ich damit mein?

Du interpretierst da nur ein Problem rein,weil a.) Du schlechte Erfahrungen gemacht hast und dieser Text diese Erfahrung in deiner Psyche triggert , b.) du Ihn nicht lesen kannst aus den beiden Gründen es ist in einer andern Sprache geschrieben wie oben von mir geschildert und du hast einen unbewussten oder halb bewussten Konflikt in dir.

Mein Rat meditiere dazu um den Konflikt zu lösen er wird dich sonst irgentwann bei etwas sehr wichtigen hemmen und dir selbst schaden.
Aber behalte dein Kritisches Denken damit du deine Wahrheit findest.

Liebe Grüße von Aladdin Salomon


[Editiert am 12/6/2014 um 20:21 von Aladdin Salomon]

Serafia_Serafin - 12/6/2014 um 21:12

[offtopic]

@ AS: Ich frage mich gerade, warum du eigentlich hier bist?

[/offtopic]

Aladdin Salomon - 12/6/2014 um 21:28

@Serafia_Serafin

[offtopic]
Wirklich gute Frage finde ich ,hmm das weiß ich selbst nicht so genau,habe früher nur mitgelesen,weil mir gefallen hat was der Admin so manch mal schreibt,das Forum hat eine gute Atmosphäre die Leute sind nett haben sarkastischen ironischen Humor..wollte mich aber nie anmelden doch dann vor paar Tagen hab ich so ein inneres Gefühl bekommen mich hier anzumelden.

Ich suche Jemand oder etwas ..weiß leider aber nicht wem oder was

Ich weiß klingt seltsam




[/offtopic]

Liebe Grüße Aladdin Salomon

Vau - 12/6/2014 um 22:32

War der Dativ ein Freudscher Versprecher?

Aladdin Salomon - 12/6/2014 um 22:51

ne ein jungischer Nachsprecher des genitiv





Liebe Grüße Aladdin Salomon

20-1-30-40 - 13/6/2014 um 10:34


Zitat von Aladdin Salomon, am 12/6/2014 um 20:19

Das nicht aber es gibt eine universelle Symbolsprache der alten Mysterien und der Text ist in solcher geschrieben wie so manch anderes Märchen auch.


Interessant!
Und diese universelle Symbolsprache stellt die betreffenden Symbole in welchen Kontext?
Diese universelle Symbolsprache, trägt diese für jeden der sie versteht genau die gleichen Informationen?
Wo kann man diese Sprache lernen?

Goldy   - 13/6/2014 um 15:34

@Aladdin Salomon: Hey, wenn du mit Admin merlYnn meinst, dann habe ich mich hier aus den selben Gründen angemeldet.

@Serafia_Serafin: Dann habe ich jetzt eine Frage: Wie kann man nicht an etwas glauben, dass man nicht Kennt?

Aladdin Salomon - 13/6/2014 um 15:56

@Goldy Ja glaube den meine ich er hat lange weiße oder silberne Haare auf dem Profilfoto des Avatar.


Liebe Grüße von Aladdin Salomon

Serafia_Serafin - 13/6/2014 um 16:32

@ Goldy: Wie ist es denn mit dem glauben an Gott? Oder dem Glauben an die höhere Quantenphysik? Oder dem Glauben an ... etc etc

Wenn ich an etwas glaube oder nicht glaube, dann halte ich es in meiner Meinung für existent oder nicht existent, unabhängig von meinem Erfahrungsschatz. Das heißt, ich habe mir eine innere Einstellung gebildet, meine innere Landkarte quasi. Und auf der sind dann im Fall des Prinzen erstmal keine Inseln und keine Prinzessinnen verzeichnet.
Nur, wie gesagt, Glaube befindet sich außerhalb des Erfahrungshorizontes und des Wissensschatzes.

Kannst du dich noch an den Film Matrix erinnern?

In der Matrix glaube ich, sie ist real - aber wenn ich die richtige Pille bekomme, sehe ich etwas anderes... wo ist der glaube, wo sind meine Möglichkeiten der Erfahrung? Was ist Illusion? Und wie lässt es sich verifizieren?

Wo beginnt die Wirklichkeit?

Alles und Nichts - 15/6/2014 um 20:20

in dem moment, wo es wirklich interessant wurde, ist der prinz der illusion erlegen. er hat nämlich nicht hinterfragt, wär konstruiert die illusion und was ist hinter der illusion.

Aladdin Salomon - 16/6/2014 um 13:16

Hinter der Illusion ist nichts keine Form , konstruieren tut ein Zauberer selbst wurde im Text so angedeutet.
Einzige was mir fehlt ist das auch normale Menschen das konstruieren nicht nur Magier/Zauberer.


Illusion würde ich persönlich durch das wort Traum ersetzten der dann real wurde,weil Illusion so komplett als Trugschluss rüber kommt. Es geht aber um die Erfahrung die bleibt immer echt auch ,wenn man Sie in einem Traum macht.

Die Wirklichkeit ist einfach ein wahrgewordener Traum der viele Träume(Realitäten) einschließt.
Aber das was ich schrieb muss du nicht so hinnehmen du kannst es auch so sehen wie du es Interpretiert hast.

Liebe Grüße Aladdin Salomon


[Editiert am 16/6/2014 um 13:17 von Aladdin Salomon]

shadowscape - 17/6/2014 um 14:54

Eine sehr interessante Geschichte.

Darin verbirgt sich sehr viel und doch ist es so einfach. Wir alle sehen die Welt genauso wie wir sie sehen möchten. Geprägt wird das zusätzlich durch die Personen die uns in irgendeiner weise berühren und wir ihre Sicht erstmal ungefiltert übernehmen, bis wir sie selbst einer Prüfung unterziehen konnten. Menschen denen das bewusst ist, können sich selbst ihre "Realität" gestalten, ein Vorgang den die Psychologie in der Therapie schon lange für sich nutzt, nur das sie es den Klienten selten bewusst machen. Das heißt dann Verhaltenstherapie usw.

Alles und Nichts - 17/6/2014 um 18:04

shadowscape, solange wir möchten, stimme ich dir zu. was geschieht, wenn du den persönlichen willen und die ganzen filter die damit einhergehen aufgibst?

shadowscape - 17/6/2014 um 18:28

Wenn du mir Erklärst wie man das macht?

Die Filter sind überlebenswichtig. Wenn du diese Filter nicht mehr hättest und über die Straße gehst zum Nachbarn, wirst du hoffnungslos reizüberflutet.
Da ist die Straße mit ihren Geräuschen, Gerüchen, Autos, Vögel, andere Menschen oder Tiere, dann sind da etliche Farben, vom Himmel von der Straße, den Häusern der Kleidung. Man kann gar nicht alles aufzählen.
Bei solch einer Reizüberflutung kann man nicht mehr Fokusieren und sich nicht mehr konzentrieren auf etwas einfaches wie nach links und nach rechts zu schauen, um festzustellen ob man über die Straße gehen kann, oder ob Autos gefahren kommen.

Alles und Nichts - 20/6/2014 um 14:59

die wahrnehmungsfilter sind für das "ich" überlebenswichtig. sie sind teil dessen, wie das "ich" die scheinbare grenze zum "sein" aufrechterhält. solange du nicht sterben willst (ich meine einen geistigen tot), hast du recht, dass die filter überlebenswichtig sind.

du kannst es nicht erreichen. da wäre wieder jemand, der tut. du kannst einfach nur aufhören zu tun. dem tun liegt ein wollen zugrunde. du musst auch aufhören zu wollen. komischer weise kommt man dahin, wenn man 100% tut, will. das ist ein paradox auf dem inneren weg.

dafür ist eine tiefe innenschau notwendig, jenseits der wahrnehmungsfilter, jenseites deiner inneren bilder und begierden. tue 100% nichts!

der körper wird sich von ganz alleine in der materiellen welt organisieren, da der dann direkt vom "sein" bewegt wird, ohne eingriffe des "ich".


[Editiert am 20/6/2014 um 15:00 von Alles und Nichts]

shadowscape - 20/6/2014 um 15:34

Einigen wir uns an dieser Stelle darauf das wir beiden da Unterschiedliche Ansichten haben. :)

Ich sehe das aus Psychologischer Sicht heraus und da ist dieser Vorgang wie du ihn beschreibst schlichtweg unmöglich. Aber ich hab kein Problem damit dir deine sich zu lassen, wie ich meine Behalte.

Alles und Nichts - 20/6/2014 um 15:52

du darfst deine sicht gerne behalten. aus meiner perspektive ist diese sicht totes, lebloses land.

du darfst dich gerne auf psychologie berufen, aber welchen teil der psychologie meinst du genau?

die meisten teile der psychologie (allg. psychologie, entwicklungspsychologie, neuropsychologie, psychotherapie, ...) beschäftigen sich mit einer verständnisebene, in der sich ottonormalbürger bewegt. demgemäß gibt es viele studie und techniken auf dieser ebene. ziel: verständnis und stabilisierung des "ich".

joseph ledoux (neurowissenschaftler) bezieht sich in einem seiner bücher auf die zerstörung des "selbst", durch buddhistische praktiken. genau davon sprechen ich. eines der wesentlichen werkzeuge zur zerstörung des "selbst" (in diesem kontext nichts anderes als das "ich") ist achtsamkeit. radikale achtsamkeit ist heute teil der verhaltenstherapie (die sogenannte 3 welle der verhaltentherapie). Gregory Bateson, der unwissentliche begründer des systemisch konstruktivistischen denkens spricht in einem seiner bücher ebenso über die zerstörung des "selbst" also folge einer geistigen entwicklung.

also, wenn du dich auf die psychologie berufst, bitte etwas genauer definieren.

nur weil etwas nicht sein darf ..... oder wie war das nochmal.

shadowscape - 20/6/2014 um 16:42

Ich bin kein Psychologiestudent, deshalb kenne ich das gesamte Feld der Psychologie nicht und selbst ein solcher Student wird sie nach seinem Studium zum großteil nur mal gehört haben, sich aber nur weiter mit denen beschäftigt haben die Klausurrelevant sind. ;)

Ich persönlich muss sagen ich mag dieses Verhaften auch nicht, denn das entwickelt sich dann gern in ein Diskutieren des diskutierenwillens, aber nicht mehr um das Thema ausführlich zu behandeln. Es geht mir auch nicht um das nicht sein dürfen usw. Denn sein darf alles im Prinzip, nur wollte ich unnötige Diskussionen vermeiden und die Unterschiedlichen Bilder stehn lassen, wie sie sind.

Aber um dir eine Antwort zu geben, ich berufe mich auf das was wir in der Sozialpsychologie im Rahmen meines Studiums der sozialen Arbeit lernten, direkte einzelne Psychologische Studien kann ich dir zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Und zwar ist es so das wir auch wenn wir versuchen das uns Umgebene Wertefrei und Neutral zu betrachten dies gar nicht möglich ist, weil wir Teil des Bildes sind. Ein schönes Beispiel dazu ist das Bild Die Bildergalerie von M.C. Escher


(sorry das das Bild so groß ist, das war nicht so geplant)

Der Betrachter scheint ein Bild von Außen zu betrachten, doch wenn man weiterschaut ist er Teil des Bildes. Und so ist es mit unserem Ich. Das sich Entwickelt aus dem was wir im Außen und im Innen erleben. Nachzulesen bei Hurrelmann.


[Editiert am 20/6/2014 um 16:46 von shadowscape]

Alles und Nichts - 20/6/2014 um 17:27

sozialpsychologie :-), war mal eines meiner lieblingsfächer.
in diesem gebiet werden teile jener mechanismen beschrieben, die das "ich" stabilisieren. wie gesagt, dass ist ok, wenn man es möchte.

in der magie wirken diese mechanismen genauso. überlege mal, was mit dem ego eines magiers geschieht, wenn bestimmte magische techniken nicht mehr so funktionieren wie sie sollen. der magier sich sozusagen auf magischen misserfolg konditioniert. im schlimmsten fall haben wir dann eine magische depression. obs dafür eine f-diagnose gibt?

wie du schreibst, der betrachter ist teil des bildes. aber warum halten sich menschen in bildern auf, wenn sie doch das potenzial haben, jenseits aller bilder zu leben?

shadowscape - 20/6/2014 um 17:34

Nun sich in Misserfolgen festzuklammern ist nach der kognitiven- Verhaltenstherapie selbstverständlich sowas wie ein todesurteil, da man sich selbst damit runterputzt und somit nicht mehr in der Lage ist zu handeln.

Im Sinne der Selbstreflextion sind wir immer in der Lage unser Bild zu ändern das wir sehen und Wahrnehmen. die Zeugenaussagen bei einem Autounfall zeigen deutlich wie unterschiedlich der jeweilige Fokus ist. Doch bin ich der Ansicht auch wenn man seinen Fokus jederzeit ändern kann, so ist es immer ein Fokus und es ist wichtig sich dessen bewusst zu sein, denn so kann man jederzeit etwas ändern. Nur bin ich der Ansicht das es nicht möglich ist, das ICH auszulöschen, denn sein wirst du immer in irgendeiner Form, auch wenn du die Form der Energie gewandelt hast.

Wie gesagt das ist meine Sicht, ich sage weder sie ist die einzig korrekte noch sage ich das andere das auch zu glauben haben. Es ist einfach eine Krücke die mir aktuell hilft mein Leben neu zu gestalten. Und ich habe die letzten Jahre einiges Umgestaltet in meinem Leben, was ich hier nicht weiter ausführen möchte.

Zudem hilft es mir in späteren Arbeit als Sozialarbeiter, denn so kann ich den nötigen Respekt aufbauen, das ich den anderen seinen Fokus zugestehen kann. Das ich helfen kann wenn jemand diesen Ändern möchte, aber auch damit umgehen kann, wenn es jemand nicht möchte. Denn zu einem Klienten später zu sagen "Schade fast hättest geschafft" ist total fehl am Platz. Ich muss diese Entscheidung respektieren und unkommentiert stehen lassen können. Auch wenn ich selbst nicht auf der Straße leben möchte, so ist es seine Entscheidung wenn er das möchte.


[Editiert am 20/6/2014 um 17:41 von shadowscape]

Aladdin Salomon - 22/6/2014 um 17:18

Nun evtl kann ich ja helfen.

Man kann frei von Filtern (Erziehung,konditionierung u.s.w) werden aber ein Ich hat man trotzdem. Den Focus des Ichs verliehrt man nicht. Das ich ist eine höhere Bewusstseinstsufe,weil z.b früher die Völker die ganzen Archtypen (Götter) im innern gehört haben ,da war noch keine abgrenzung und kaum eigenständiges handeln.

Eine noch höhere stufe ist also das ich zu erleuchten /beleuchten so das man die kräfte und Archetypen wahrnimmt jedoch denoch ein ich hat ,das wahre innere ich eben.

Dieses Ich wird vom Magier durch arbeit an sich und dem erkennen von innen und außen geboren.

Wenn er hinter den Personakomplex des Ego schaut und in der lage ist verschiedene Persona anzunehmen und zu wechselen diese bei sich und dem gegenüber zu unterscheiden steht er schon am rande dieser Stufe zum wahren ich. Er hat denoch ein ich das aber nicht mehr an gedanken gekoppelt ist. Er erkennt das er aus der Sitution heraus handeln kann mit unterschiedlichen Rollen die er dann spielt.

Hat aber denoch grundtendenzen die aus seinem inneren Wesen stammen(dem wahren Ich)


Ne komplette Ich losigkeit ist die wahre illusion sobald einer behauptet er handle ohne Ich so ist da ein ich das dies beobachtet und behauptet. Um den Brennpunkt (focus) wird immer ein Ich gebildet, der unterschied zum wahren ich ist der Wille. Das wahre ich hat seinen Willen und ist von außen nicht steuerbar,deshalb Egolos.

Das heißt das die Mystische Richtung wo man alles auflöst sich inwirklichkeit um einen niedern Bewusstseinsgrad handelt. Dem Spirituel Selbstmord, weil das Individum dann wieder zur Stufe des Steins und noch niedriger zurückkehrt nach mehren milearden jahren sich wieder zu regen begingt und das Spiel von Ich bildung von Vorne beginnt. Selbstmord im den Sinne ,weil es ein neues bewusstseins des ich ist der aus der lebenskraft geformt wird das alte wurde ja getötet,es wird wird sich auch niemals erinnern können das seine energie vorher was anders war ,weil das alte kausale ich tod ist zum erinnern müssten aber teile des ich noch da sein.


Drum nimmt der Magier den Weg des Mystikers intengriert in und bearbeitet beide Seiten ohne dem einen zu verfallen.

PS: Mir scheint die Sonne grade sehr stark und hab keine Gardinnen in moment sorry werde wohl in diesem text die meisten fehler haben.


Liebe Grüße Aladdin Salomon

Kadosch - 2/7/2014 um 13:39

Seid Ihr noch beim Thema, oder diskutiert Ihr zwischenzeitlich an einer "anderen Baustelle?"

Für mich ist der Prinz, bis zu seiner (In)Fragestellung einem Weltbild, einer Realität, gefolgt, die nicht von ihm selbst erkannt wurde.
Er hat die Vorgabe des Vaters als "Wahrheit" angenommen und nicht in Frage gestellt.

Es wird nicht genau beschrieben warum er in ein anderes Land geht - das hätte vll. einen Hinweis auf die "Infragestellung" gegeben - und er folgt wieder einem Bild, einer Wahrheit, die er ohne Zweifel an der "Wahrheit" selbst akzeptierte.

Selbst als sein Vater zugibt ihn getäuscht zu haben, macht er sich nicht die Mühe um SELBST herauszufinden, was es mit den Inseln und den Prinzessinnen auf sich hat.

Nicht er hat den Tod herbeigezaubert - es war wieder sein Vater und auch das scheint er zu akzeptieren.

Diese Fabel hat nach meiner Meinung verschiedene Hinweise:

- alles was eine Respektperson sagt soll/muss man irgendwann auf den Wahrheitsgehalt überprüfen!

- wenn eine andere Respektsperson das Gegenteil vom ersteren behauptet, sollte man besonders vorsichtig sein.

- der Respektsperson, die der Lüge oder Täuschung überführt ist, oder die, wie in diesem Fall von sich aus die Manipulation gesteht, sollte man weder weiter folgen, noch ihre Aussagen als Grundlage des eigenen weiteren Vorgehens betrachten.

Für mich ist beinhaltet die Quintessenz dieser Fabel, mehrere "Lehren"
- dass der Prinz ( der suchende, geistig noch junge, Mensch)
durch eigene Überprüfung der Behauptungen, die Richtigkeit feststellen oder verwerfen kann.
- Autoritäten, egal wie sie sich darstellen, nicht a priori Recht haben
- das Verlassen der Problemstellung (z. B. durch den Tod) keine Antwort ist.
- Ergebnisse, wie immer sie aussehen, e r g e b n i s o f f e n sein sollten, weil die
Realität nicht statisch ist und mein Wissen zu einem Objekt nie endgültig sein kann.

Dies impliziert, dass das, was ich für Wahrheit halte, nur der "momentane, der augenblickliche Erkenntnisstand ist, den ich durch weiteres prüfen und fragen erkenne.

Deshalb gibt es auch keine "absolute Wahrheit" bzw. wir sind nicht in der Lage sie zu erkennen.

Goldy   - 11/7/2014 um 22:22

@Alles und Nichts: Findest du deine Aussagen nicht ein wenig Paradox? Wer schreibt denn deine Beiträge? Wovon du redest sind BEWUSSTSEINSZUSTÄNDE. Aber auch hier besteht wieder die Gefahr der Identifikation, denn man ist auch nicht der Bewusstseinszustand, Sondern das Bewusstsein selbst, das in steter Veränderung ist.

Und noch etwas anderes In Gedanken über einen Bewusstseinszustand zu sein, ist nicht das selbe als in ihm zu sein.
Ansonsten würde ich da shadowscape zustimmen.
Die Größte Begrenzung ist, zu meinen, man habe keine Begrenzungen. Die Größte Freiheit ist seine Begrenzungen selbst bestimmen zu können.


Zitat von Serafia_Serafin, am 13/6/2014 um 16:32
@ Wenn ich an etwas glaube oder nicht glaube, dann halte ich es in meiner Meinung für existent oder nicht existent, unabhängig von meinem Erfahrungsschatz. Das heißt, ich habe mir eine innere Einstellung gebildet, meine innere Landkarte quasi. Und auf der sind dann im Fall des Prinzen erstmal keine Inseln und keine Prinzessinnen verzeichnet.
Nur, wie gesagt, Glaube befindet sich außerhalb des Erfahrungshorizontes und des Wissensschatzes.


Damit wären wir genau beim Kern der Geschichte. Es geht um innere und äußere Welten.
Sprache(Symbole) ist ein Mittel mit dem ich durch die äußere Welt in die innere eines fremden Menschen eingreifen kann. In der Inneren Welt des Prinzen gibt es sehr wohl Prinzessinen Inseln und Gott. Spätestens als ihm sein Vater sagt, dass soetwas nicht gibt muss er sich ja Bild davon machen. Diese Begriffe werden stehts mit eigenen Erfahrungen gefüllt. Es existiert nichts außerhalb des eigenen Erfahrungsschatzes. Du ließt ein Buch mit nichtexistenten/erfundenen Characteren. Heßt das, dass du sie nicht erfährst wenn du das Buch liest? Nein, ganz im Gegenteil. Nur ist das, was du erfährst eine Projektion deiner eigenen Erfahrungen. Was glaubst du denn Warum sich jeder die Charactere anders vorstellt? Weil egal wie genau die Charactere im Buch beschrieben sind, kommt Sprache irgendwann an ihre Grenze, und genau um diese zu füllen (Nichts existiert nicht) greifst du auf das zu was du hast, Erfahrung.
Die Erkenntnis "Es gibt keine Wahrheit jenseits der Zauberei." Heißt: Es gibt weder die absolute Wahrheit, noch die absolute Lüge. Weil Bewusstsein auch immer Unbewusstsein bedeutet... Du merkst man kommt hier an die Grenzen der Sprache. Aber vielleicht konnte der Text davor ja weiterhelfen.


Zitat von Serafia_Serafin, am 13/6/2014 um 16:32
Kannst du dich noch an den Film Matrix erinnern?

In der Matrix glaube ich, sie ist real - aber wenn ich die richtige Pille bekomme, sehe ich etwas anderes... wo ist der glaube, wo sind meine Möglichkeiten der Erfahrung? Was ist Illusion? Und wie lässt es sich verifizieren?

Wo beginnt die Wirklichkeit?

und du glaubst mit der einen Pille ist es getan? Zu jeder Metaebene, gibt es eine weitere.

An die eine Welt reiht sich eine zweite, eine Dritte, hunderte,sie verschwimmen zu einem Fächer, werden fest und bilden eine neue Welt.

Goldy   - 14/7/2014 um 16:38

Magie ist der Umgang mit den Welten.

Aladdin Salomon - 15/7/2014 um 16:41

@Kadosch

Zitat:
Für mich ist beinhaltet die Quintessenz dieser Fabel, mehrere "Lehren"
- dass der Prinz ( der suchende, geistig noch junge, Mensch)
durch eigene Überprüfung der Behauptungen, die Richtigkeit feststellen oder verwerfen kann.
- Autoritäten, egal wie sie sich darstellen, nicht a priori Recht haben
- das Verlassen der Problemstellung (z. B. durch den Tod) keine Antwort ist.
- Ergebnisse, wie immer sie aussehen, e r g e b n i s o f f e n sein sollten, weil die
Realität nicht statisch ist und mein Wissen zu einem Objekt nie endgültig sein kann.


Das stimmt es hat mehrere Lehren darunter die deinen erwähnten, aber es währe wirklich toll ,wenn du normal sprichst ich verstehe dich ja aber dies ist ein Forum und deine Ausdrucksweise wird nicht jeder Gast oder Besucher verstehen können. Nur ein guter Rat;) Du Sprichst zu objektivistisch aus einer Sicht wie ein Forscher etwas seziert.


@goldy

Zitat:
Findest du deine Aussagen nicht ein wenig Paradox? Wer schreibt denn deine Beiträge? Wovon du redest sind BEWUSSTSEINSZUSTÄNDE. Aber auch hier besteht wieder die Gefahr der Identifikation, denn man ist auch nicht der Bewusstseinszustand, Sondern das Bewusstsein selbst, das in steter Veränderung ist.

Und noch etwas anderes In Gedanken über einen Bewusstseinszustand zu sein, ist nicht das selbe als in ihm zu sein.
Ansonsten würde ich da shadowscape zustimmen.
Die Größte Begrenzung ist, zu meinen, man habe keine Begrenzungen. Die Größte Freiheit ist seine Begrenzungen selbst bestimmen zu können.


Gut ergänzt was shadowscape toll erläutert hat. Noch mal danke an @shadowscape dafür.


Liebe grüße von Aladdin Salomon

Alles und Nichts - 25/7/2014 um 18:31


Zitat von Goldy, am 11/7/2014 um 22:22
@Alles und Nichts: Findest du deine Aussagen nicht ein wenig Paradox? Wer schreibt denn deine Beiträge? Wovon du redest sind BEWUSSTSEINSZUSTÄNDE. Aber auch hier besteht wieder die Gefahr der Identifikation, denn man ist auch nicht der Bewusstseinszustand, Sondern das Bewusstsein selbst, das in steter Veränderung ist.


Ansonsten würde ich da shadowscape zustimmen.
Die Größte Begrenzung ist, zu meinen, man habe keine Begrenzungen. Die Größte Freiheit ist seine Begrenzungen selbst bestimmen zu können.



hi goldy,

das universum / sein / bewusstein oder wie immer du es nennen willst ist paradox, aus sicht des geistes. ich glaube, wir gehen dacor in der meinung, dass die arbeit mit geistigen paradoxen für die entwicklung förderlich ist.

ich unterscheide zwischen bewusstsein und ich-zuständen. ich vermute mal, wenn du von bewusstseinszuständen sprichst, meine ich :-) ich-zustände. im reinen bewusstsein besteht keine gefahr von identifikation. identifikation setzt einen handelnden (auf einer geistigen ebene) voraus. im reinen bewusstsein gibt es keinen handelnden sondern nur noch fließen von allem im nichts.

es ist eine brenzung, sich über brenzungen und freiheit gedanken zu machen. es ist die direkte erfahrung, um die es geht. das diese in der kommunikation in gedanken übersetzt wird, bleibt nicht aus. wichtig ist an dieser stelle, gibt es einen handelnden (= eine person), die mit diesen gehörten / gelesenen gedanken innerlich etwas macht (konzept) oder nicht.


Zitat von Goldy, am 11/7/2014 um 22:22

Und noch etwas anderes In Gedanken über einen Bewusstseinszustand zu sein, ist nicht das selbe als in ihm zu sein.


da stimme ich dir zu.

Goldy   - 25/7/2014 um 19:02


Zitat von Alles und Nichts, am 25/7/2014 um 18:31

ich glaube, wir gehen dacor in der meinung, dass die arbeit mit geistigen paradoxen für die entwicklung förderlich ist.

Absolut.


Zitat von Alles und Nichts, am 25/7/2014 um 18:31

ich unterscheide zwischen bewusstsein und ich-zuständen. ich vermute mal, wenn du von bewusstseinszuständen sprichst, meine ich :-) ich-zustände. im reinen bewusstsein besteht keine gefahr von identifikation. identifikation setzt einen handelnden (auf einer geistigen ebene) voraus. im reinen bewusstsein gibt es keinen handelnden sondern nur noch fließen von allem im nichts.

Ich-Zustände. :D Den Mag ich.


Zitat von Alles und Nichts, am 25/7/2014 um 18:31

es ist eine brenzung, sich über brenzungen und freiheit gedanken zu machen. es ist die direkte erfahrung, um die es geht. das diese in der kommunikation in gedanken übersetzt wird, bleibt nicht aus. wichtig ist an dieser stelle, gibt es einen handelnden (= eine person), die mit diesen gehörten / gelesenen gedanken innerlich etwas macht (konzept) oder nicht.

Ich denke jeder Bewusstsseinszustand hat seine Berechtigung. Und sich lässt daraus lernen. Wirklich Kompliziert wird es doch erst, dadurch dass du niemals den Zustand des Lesenden kennst. Und einen Satz wie den von mir habe ich Parat, weil ich mir eben wenig Gedanken um Begrenzungen mache, aber als Verdichtung, oder Erinnerung daran Mache ich mir gerne solche einfachen Prägnanten Sätze.

(Gerade wenn jemand sehr postiv eingestimmt ist, und mit jemandem redet, der sehr negativ eingestimmt ist, kommt es oft zu Missverständnissen, das Worte oft doppelte Bedeutungen haben. Nur ein kleines Beispiel, nicht unbedingt an dich.)


Zitat von Alles und Nichts, am 25/7/2014 um 18:31

da stimme ich dir zu.

Kannst, mir denn auch darin zustimmen, dass du niemandem dabei hilfst, die von dir bereits erfahrenen, Ich-ZUstände kennenzulernen, indem du mit ihnen darüber diskutierst? Gerade der von dir angesprochene Zustand verkommt zu einer Charakatur seiner slebst, wenn man ihn versucht duch die Sprache, Dualität auszudrücken, oder zu diskutieren. In diesem Zustand gibt es keine Diskussion, und du hast nichts besseres zutun, als aus ihm herauszutreten und darüber zu diskutieren?

Alles und Nichts - 26/7/2014 um 13:37


Zitat von Goldy, am 11/7/2014 um 22:22

Ich denke jeder Bewusstsseinszustand hat seine Berechtigung.

Klar. Wenn man sich da aufhalten will, wo man sich aufhält ist das doch ok.


Zitat von Goldy, am 11/7/2014 um 22:22

Gerade wenn jemand sehr postiv eingestimmt ist, und mit jemandem redet, der sehr negativ eingestimmt ist, kommt es oft zu Missverständnissen, das Worte oft doppelte Bedeutungen haben. Nur ein kleines Beispiel, nicht unbedingt an dich.

Die missverständnisse haben nur oberflächlich mit den verschiedenen emotionen zu tun, sondern mit den zugrundeliegenden schemata, die emotionen auslösen. Unterschiedliche kategorien von schemata können durchaus die selben emotionen auslösen.

Zitat von Goldy, am 11/7/2014 um 22:22

Kannst, mir denn auch darin zustimmen, dass du niemandem dabei hilfst, die von dir bereits erfahrenen, Ich-ZUstände kennenzulernen, indem du mit ihnen darüber diskutierst?

Gute frage. diese frage kann auch auf andere fragen dieses forums angewendet werden. Wenn wir sie mit ja beantworten, könnte dieses forum schließen. Dann geht’s ja auch noch weiter.

Zitat von Goldy, am 11/7/2014 um 22:22

In diesem Zustand gibt es keine Diskussion, und du hast nichts besseres zutun, als aus ihm herauszutreten und darüber zu diskutieren?

Diskussion gibt es keine. Aber wer sagt den, dass es keine fragen und antworten gibt? wenn gefragt wird, wird gefragt. wenn geantwortet wird, wird geantwortet, wenn geschwiegen wird, wird geschiegen usw..
Ich habe niemals gesagt, dass ich immer in diesem „zustand“ verweile. Selbst wenn jemand immer in diesem „zustand“ verweilt, wird der körper genauso handeln, sprich zur arbeit gehen, essen, diskutieren etc.. es gibt aber niemanden der handelt. Aus dem nichts heraus fließt alles und ins nichts fließt es zurück.


[Editiert am 26/7/2014 um 13:39 von Alles und Nichts]

Aladdin Salomon - 26/7/2014 um 20:21


Zitat:
es gibt aber niemanden der handelt. Aus dem nichts heraus fließt alles und ins nichts fließt es zurück.


Kommt mir wie aus diesen groschen erleuchtungs Bücher vor ,dieser Satz. Selbstverständlich gibts jemanden der handelt auch in deinen besagten Zuständen ;)
Also komm lass diese pseudo Erleuchtungsnummer stecken und diskutier/schreib richtig :D



Lg Aladdin


[Editiert am 26/7/2014 um 20:21 von Aladdin Salomon]

Goldy   - 30/7/2014 um 12:58


Zitat von Alles und Nichts, am 26/7/2014 um 13:37

Klar. Wenn man sich da aufhalten will, wo man sich aufhält ist das doch ok.

Und das heißt für dich? Dass, du dich nicht da aufhalten möchtest, wo du bist?


Zitat von Alles und Nichts, am 26/7/2014 um 13:37

Die missverständnisse haben nur oberflächlich mit den verschiedenen emotionen zu tun, sondern mit den zugrundeliegenden schemata, die emotionen auslösen. Unterschiedliche kategorien von schemata können durchaus die selben emotionen auslösen.

Nicht nur lösen unterschiedliche Schemata unterschiedliche Emotionen aus. Nein, auch lösen unterschiedliche Emotionen unterschiedliche Schemata aus.:D


Zitat von Alles und Nichts, am 26/7/2014 um 13:37

Gute frage. diese frage kann auch auf andere fragen dieses forums angewendet werden. Wenn wir sie mit ja beantworten, könnte dieses forum schließen. Dann geht’s ja auch noch weiter.

Diese Frage lässt sich nicht auch auf andere Fragen antworten. Was bedeutet das Konzept. Alles ist eins, eins ist Alles? Ich bin du du bist ich. Ich erkenne mich, ich erkenne dich. Allein du Tatsache, dass du davon ausgehst, jemand hätte eine andere Meinung als du, ist die Negierung dieses Zustandes! Die Tatsache, dass du davon ausgehst, JEMAND hätte etwas nicht verstanden, und du musst es ihm erklären, heißt DU hast etwas nicht verstanden und möchtest, dass man es dir erklärt.

Zitat von Alles und Nichts, am 26/7/2014 um 13:37

Diskussion gibt es keine. Aber wer sagt den, dass es keine fragen und antworten gibt? wenn gefragt wird, wird gefragt. wenn geantwortet wird, wird geantwortet, wenn geschwiegen wird, wird geschiegen usw..
Ich habe niemals gesagt, dass ich immer in diesem „zustand“ verweile. Selbst wenn jemand immer in diesem „zustand“ verweilt, wird der körper genauso handeln, sprich zur arbeit gehen, essen, diskutieren etc.. es gibt aber niemanden der handelt. Aus dem nichts heraus fließt alles und ins nichts fließt es zurück.

Es gibt Fragen und Antworten, aber niemanden der Handelt? Ist Fragen also kein Handeln?
DU bist der jenige, der deinen Körper lenkt. Der Körper würde von sich aus niemals, auf so ein Forum gehen und sich über Spirituelle außerphysische Dinge unterhalten.
Ich habe das Gefühl du Redest hier nicht vom bewussten Fokus, sondern von einer Dissoziation.
Ja, "Ego-AUFLÖSUNG" ist ja im Prinzip, schon drin.
Das ist nichts anderes als eine Abspaltung, jedoch keine Integration oder Zuwachs.

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