Thema: Wer bin ich - und was hat das mit Magie zu tun?

Forum: Allgemeines

Autor: GeorgeTheMerlin


GeorgeTheMerlin - 18/3/2014 um 17:17

WER ODER WAS bin ich?

Ich bin DAS, WAS jeden Moment jedes Bild/Gefühl/Empfinden/Denken usw über mich erschafft und aufrechterhält- zum kleinen Teil bewußt, zu größten Teil unbewußt.

DAS, WAS all diese Gedankenbilder als wahrnehmbare Selbstbilder erschafft - oder mit anderen Gedankenbildern unbewußt in Resonanz geht und damit Fremdbestimmung, Fremderschaffen zulässt- ist also jenseits von Gedanken, jenseits von Sinnesreizen, jenseits von Re-Aktionen, jenseits von Vor-Stellungen.

Die Quelle meines Seins - ES - ist jenseits von Materie, Energie, Zeit, Raum, Bildern, Wahrnehmungen, Gedanken, Vorstellungen. Aber ES erschafft Selbstbilder, an die wir uns klammern - weil wir nichts anderes haben, und ein ABBILD ist besser als UNBESCHREIBLICHE LEERE - solange wir diese LEERE mit einer angstbesetzten Vor-Stellung von Leere verbinden.

Wir klammern uns an Selbstbilder, weil wir die Leere jenseits jeder Vorstellung von Leere - nicht aushalten. Dabei wissen wir eigentlich gar nicht, was das ist, und assoziieren mit dem BEGRIFF LEERE angstbesetzte Vorstellungen wie Mangel, Isolation, Langeweile usw.

Was ist aber Leere jenseits von allen Vor-Stellungen? Was ist meine ESSENZ?

Dann bleiben nur Worte, wie man sie im ZEN Buddhismuis, oder bei den Schamanen findet:

Ich bin

REINES SO-SEIN, das Ur-Sprüngliche, DIE QUELLE, das MÜHELOSE (also Sein jenseits von Energie und Kraft) (ZEN)

DAS UNBESCHREIBLICHE, DAS UNERKENNBARE (Castaneda, Schamanen)

Ziel von Magie ist bewußtes Erschaffen aus dieser unbeschreiblichen Seinsquelle heraus. Eine ähnliche Vorgehensweise versucht eine bestimmte tibetanische Meditation: erkenne die QUELLE deiner Gedanken.

Andere HALTUNGEN verzichten auf das Erschaffen. Solche Haltungen sind: Meditation, Im Fluss sein usw.

Magie ist also eine HALTUHNG, die man aus einer meditativen Haltung heraus so kritisieren kann, dass hinter unseren Erschaffungswünschen ja unbewusste Zwänge stehen. Eine Magie,die sich so hinterfragt, ist SCHATTENMAGIE.

Zu beachten ist allerdings: das WER BIN ICH, ist auch jenseits all solcher HALTUNGEN und Hinterfragungen. Eine Haltung kann also nur ein WEG, der Versuch einer ANNÄHERUNG an das Unbeschreibliche sein - egal ob ich als Haltung schweige, meditiere, Kampfsport betreibe oder Magie. Haltungen sind WEGE, AFFINITÄTEN, die sich immer nur auf BEGRENZTE ASPEKTE DER UNBESCHREIBLICHEN ESSENZ konzentrieren.

Ein Streit über die unterschiedlichen Haltungen und Wege ist auch wieder nur eine Haltung - ein fixiertes BILD. Im Angesicht des Unbeschreiblichen ist jede Haltung -ABSURD! Im Angesicht des Verirrtseins, in Bildern von Bildern von sich selbst, sind Haltungen - WICHTIG!

*looool

Nehmen wir solch eine Haltung ein, zeigt dies weniger das UNBESCHREIBLICHE, das wir IM GRUNDE sind - es zeigt vielmehr an, wie wir uns dieses wiederum VOR-STELLEN.

Zen Buddhismus beschäftigt sich intensiv mit einem grundlegenden PARADOX - dass wir jeden Moment etwas sind, was wir nicht erkennen können - aber dieses Unerkennbare ja die Grundlage für alles erkennbare ist.

Verglichen wird dieses Paradox mit Rätseln - ZEN-KOANS, welche die ZEN Schüler zulösen haben, wie: Zeige mir den Klang der Stille!

Ein Magier - wenn er Selbsterkenntnis mit Magie anstrebt - hat eine Affinität zu der Vorstellung, dass er seinem unerkennbaren Sein durch bewusstes Erschaffen näherkommen kann.

Die Magie des Erschaffens - hier empfehle ich die Bücher von F. Dodson. Auch hier merkt man, dass jemand AUF DEM WEGE ist. In den früheren Büchern beginnt er mit Ritualen, Modellen, Resonanzen, komplizierten Vorgehensweisen.

In späteren Büchern wird es immer EINFACHER und MÜHELOSER!

*loool - er kommt der Sache - die er im Grunde selber ist - also auf dem Wege des Erschaffens immer näher!

Was ist Leben, was ist Magie - hier möchte ich zum Schluss meinen Freund Arkis zitieren:

Die Leere mit der Fülle der Leere füllen .....

mein Zusatz: im GEWORFENEN LEBEN eher unbewußt - mit Magie, Meditation usw eher immer bewusster!

Gruß merlYnn.


[Editiert am 18/3/2014 um 17:44 von GeorgeTheMerlin]

Vau - 23/3/2014 um 20:55

Koan
Begrifflich erfasst
Präsentes nutzvoll geformt
lauert geduldig

GeorgeTheMerlin - 23/3/2014 um 23:35

YES!

dana-fox-1 - 30/3/2014 um 14:05

WER BIN ICH,

ein kleiner Punkt im Universum - das Universum
Feind und Freund
Wurm und Held
der der reagiert-der der erschafft
Körper und Geist
Unsinn und Sinn
Ich besitze die Wichtigkeit einer Küchenschabe und bin doch gleichzeitig die Herrscherin in meinem persönlichen Imperium.
Spiele ich Dramen und Liebesgeschichten je nach Drehbuch meines Lebensfilms.

Ich bin die Summe meiner Erfahrungen und gleichzeitig nichts von alledem.
Ich bin das, was du in mir siehst, und auch das Dunkle, welches du niemals kennenlernen möchtest.

Dualität und Einheit...
und letztendlich wieder nur ein winzig kleiner Punkt im Universum.
Das ist doch wahre Zauberei - nicht wahr?


[Editiert am 30/3/2014 um 14:07 von dana-fox-1]

Goldy   - 1/4/2014 um 12:24


Zitat von dana-fox-1, am 30/3/2014 um 14:05


Dualität und Einheit...
und letztendlich wieder nur ein winzig kleiner Punkt im Universum.
Das ist doch wahre Zauberei - nicht wahr?


Aber ein einzigartiger Punkt, ohne den das Universum nicht ganz wäre.
Ja, wahrhaft zauberhaft. :)


[Editiert am 1/4/2014 um 15:23 von Goldy]

Zanti - 28/4/2014 um 23:48

Der Text von George the merlin enthält viel Wahres.
Dana-fox geht mir da fast schon wieder drei Gedankenschritte zurück und hält sich an der Dualität auf, die ja auch nur ein Schema, Konstrukt ist, der Versuch alles in rechts und links einzuteilen. Aber selbst diese Einteilungen zerfallen irgendwann.

Irgendwann, so meine Ansicht, wird es schwer Magie überhaupt noch abzutrennen, zu sagen, dass ist Magie und das ist Alltag, Magie wird zu Alltag, Alltag zu Magie, das Sein wird wichtiger als das Werden, Rituale verlieren an Bedeutung, denn wer sich beim Zaubern an Ritualen aufhält, der setzt sich ja selbst Schranken.
Irgendwann, so gehts mir zumindest, wird Magie als Begriff überflüssig, Liebeszauber, Geldzauber, etc. all das. Man ist, handelt wie man ist, entwickelt sich wie man ist, umgibt sich mit den Menschen zu dem eigenen Da-Sein passen. Es gibt kein reich werden, erfolgreich werden, die große Liebe finden, die Weltherrschaft an sich reissen, es gibt kein "das ist irgendwann so", eben es ist so oder es ist nicht so, mit jeder einzelnen Faser seines Seins! Niemand wird reich durch ein Ritual, aber durch sein Sein, was alles beeinflusst.
Deshalb sind auch die wenigsten Magier reich, erfolgreich, beliebt oder sonstwas, weil sie sich an den Formalitäten aufhalten. Sie fangen einfach nicht an, dass zu sein, was sie sein wollen, sondern arbeiten nur daraufhin, es eventuell irgendwann einmal zu werden.


Mal so meine Gedanken zum Thema: Ich, Sein, Magie und Co.


lg

Alles und Nichts - 29/4/2014 um 17:26

zustimmendes nicken

Alichino - 5/5/2014 um 17:44

In "Bewegung" bin ich Bewusstsein in mir erscheinen Gedanken, Emotionen und Sinneseindrücke aller Art, doch bin Ich nichts von alle dem.
Weder bin ich der Körper, noch seine konditionierte Persönlichkeit, Ich bin nichts anderes als das Bewusstsein aus dem die Welt in ihrer scheinbaren Dualität entspringt.

Was Ich bin, ist wahrhaft unvorstellbar denn jede Vorstellung erscheint in mir.
Was Ich bin, ist wahrhaft unbeschreiblich denn jede Beschreibung erscheint in mir.

In "Bewegung" bin ich Bewusstsein, doch dieser Zustand ist nicht von Dauer, meine wahre Natur ist Leere oder Unbewusstsein. Jenseits aller Gedanken, aller Emotionen und Wahrnehmungen.

sence - 17/9/2015 um 19:34

Bewusstsein in subjektiver Wahrnehmung welches zwischen Wahrscheinlichkeiten selektiert und manifestiert.

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