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Autor: Betreff: Der Narr - eine kleine Kontemplation
Incognitus
Incognitus

gusion
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red_folder.gif erstellt am: 12/2/2008 um 20:45  
0 - Der Narr

Der Narr repräsentiert das ursprüngliche Bewusstsein. Er ist frei von Konditionierungen, frei von Glauben und Vorstellungen und frei von Charakter und Person.
Genau genommen verkörpert der Narr noch nicht einmal die Rolle des Narren. Er ist frei von Zielen und Zweck. Für ihn ist Existenz ein ewiges Spiel. Mayas Reich der ewigen Illusion ist sein Spielplatz. Unschuldig wie ein Kind spielt er mit den Püppchen und Kulissen die durch den Rest der Tarotkarten dargestellt werden.
Und genau so wie ein Kind vergisst er dabei seine wahre Natur und wird zu den Püppchen mit denen er spielt. Aber im Gegensatz zu seinem unvergänglichen Dasein vergehen all seine Spielsachen, müssen all seine Puppen im Strom der Zeit verrotten.
Und wer erinnert sich nicht, wie schwer es in der Kindheit war ein gutes Spiel aufzugeben. Waren wir gerade noch Indianer die sich erfolgreich gegen eine Invasion der blöden Cowboys gewehrt hatten, mussten wir auf Kommando wieder der kleine, brave Peter sein und unser Abendessen anständig mit Messer und Gabel verspeisen. Das sorgte nicht selten für unglaubliche Dramen mit Geheul und Hampelei.
Anfänglich probiert der Narr noch verschiedene Rollen aus, spielt mit ihnen ,wechselt sie wie seine Kleidung . Im Laufe der Zeit (und genaugenommen gehört die Zeit schon zum Spiel - den der Narr selbst ist ohne Zeit) nimmt die Verhaftung mit einer bestimmten Rolle zu - wir möchten lieber Indianer als Cowboy sein. Jetzt wird aus Spiel bitterer Ernst. Der Narr hat seine Unschuld verloren - oder treffender: er hat sie vergessen.
Die Regeln des Spiels, von ihm selbst aufgestellt, werden zum Karma des Narren. Und der einzige Weg diesem Karma zu entkommen scheint darin zu bestehen , das Spiel zum Ende zu bringen.
Aber da ist kein Ende des Spieles. Mögen sich die Schauplätze, Regeln und Mitspieler auch beständig ändern, mögen Nebenschauplätze des Spiels ihren Abschluss finden -
das Spiel selbst ist so zeitlos wie der Narr. Den für ihn wurde das Spiel geschaffen - zu seiner ewigen Unterhaltung.
Der einzige Weg aus dem Spiel ist gar kein Weg. Alles was Weg ist findet innerhalb des Spieles statt und führt uns nur tiefer in die Spielwelt. ‘In Echt’ gibt es keine Wege, keine Ziele, keine Wahl. Einzig die Erkenntnis ein Spiel zu spielen und darüber hinaus auch noch ein Narr zu sein führt zur Befreiung.
Das Konzept des Narren, so wie wir ihm im Tarot begegnen enthält unglaubliche Implikationen. Über die ihm zugeordnete Nichtzahl ‘Null’ wird ihm ein ganz besonderer Platz innerhalb der Tarotkarten zuteil. Ähnlich der Bedeutung der Null steht er nicht für ETWAS, sondern eben für NICHTS. Er ist die fehlende Leerstelle, die mit unendlichen Möglichkeiten versehende Leere. Er ist der Wind über den Wassern, die lebensspendende Kraft, der Atem des Einen. Unsichtbar und ohne Substanz und doch die Wurzel und das Fundament auf dem ALLES ruht.
ALLES kommt aus der LEERE.
ALLES geht in die LEERE.

So könnten wir auch sagen der Narr repräsentiert das ursprüngliche TAO. Klingt TAO nicht schon auch irgendwie närrisch? Wie dem auch sei - lesen wir bei Laozi nach, entdecken wir unseren Narren wieder. Das 42.Kapitel des ‘Tao te King’ beginnt wie folgt:
Tao gebar Eins.
Eins gebar Zwei.
Zwei gebar Drei.
Drei gebar die zahllosen Dinge.
Man könnte dies folgendermaßen in die Sprache des Tarot übersetzten:
Aus dem Narren wird der Magier.
Der Magier findet die Hohepriesterin.
Die Hohepriesterin wird, in Vereinigung mit dem Magier, zur Herrscherin.
Die Herrscherin gebiert die Welt.

Der Narr fällt aus seinem relativen Unschuldsuniversum. Den natürlichen Impulsen die seinen Weg bisher bestimmt haben , setzt er einen, aus Nichts geschaffenen Willen entgegen. Es entsteht Reibung und Hitze - der Magier ist geboren. Aus der O hat sich die I hervorgetan. Und die Geburt der I impliziert die Geburt der 2.
O - I = 2
Alles klar?
Die 2, die Hohepriesterin ist der unendliche Schoß der Imagination, das nicht-Ich des Magiers - bereit seine imaginären Ergüsse zu empfangen und auszubrüten.
Aus dieser ewigen Kopulation entsteht das dritte, die Herrscherin - Mutter Natur.
Aus dem zarten Schleiern von Mayas Hohepriesterin und der Hitze des Magiers wird etwas Handfestes. Die Herrscherin gebiert die Welt und alle Dinge in ihr.
1 + 2 = 3
Das ist jetzt aber klar, oder?
Ist es nicht interessant das der 21.Trumpf im Tarot ’Die Welt’ ist.

Beim Kartenlegen hören wir selten von solchen Dingen. Und woran liegt das? Weil wir alle schlafende Narren sind ,die das Spiel des Lebens spielen.
Und niemand will ein Spielverderber sein.
Wären wir ehrlich und würde es uns um das Erwachen gehen müssten wir uns von allen Tarotkarten, außer dem Narren verabschieden.
Bei jeder Frage die wir dem Tarot stellen würden, könnten wir uns das Mischen sparen. Es gäbe immer nur eine Antwort.
Nämlich diese:
Du Narr!


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+*+eritis sicut Deus*+*
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Multum Umbra

GeorgeTheMerlin
Beiträge: 1465
Registriert: 3/2/2006
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red_folder.gif erstellt am: 16/2/2008 um 01:21  
Heheee - das ist ja ein sehr inspiriert inspirierender Text!

Ja - der Narr, schauen wir die Bilder der klassischen Decks an - erinnert ja an Sätze wie
DER WEG IST DAS ZIEL.

Ein anderer Narr begegnet uns in einem Kinderlied:

Hänschen klein
ging allein
in die weite Welt hinein.

Allerdings wird dieser Narr durch die Sehnsuchts-Emotion seiner Mutter ZURÜCKGERUFEN.

Ein anderer Narr ist Parcival aus der Dichtung von Eschenbach. SEINE Mutter mit dem bezeichnenden Namen HERZELOYDE will nicht, daß ihr Sohn ein Ritter wird, ihr Mann ist als berühmter Ritter umgekommen. Sie schottet ihren Sohn sorgfältig von der Welt ab. Eines Tages sieht Parcival drei Ritter - und jetzt will er auch Ritter werden und verläßt die Mutter. Er sieht sich NICHT nach ihr um - und sieht daher nicht, wie sie hinter ihm tot zusammenbricht - und nun beginnt sein WEG.

Den UNGEBUNDENEN Narren erreichen also ZWEI unterschiedliche Rufe - oder Kräfte. Diese kann man bei einer Legung um den Narren SEHEN.

Einmal alle möglichen BINDUNGSKRÄFTE (der Gehängte) - die Eltern, die Familie, kollektive und soziale Zugehörigkeitsfelder, auf der individuellen Ebene unser Unbewußtes, oder unbewußte verdrängte Seelenanteile, die zur Wiedervbereinigung rufen.

Die andere Kraft ist der Ruf nach einer INDIVIDUALITÄT, nach dem ICH BIN das oder das. Dieser Ruf beginnt in der Kindheit - ich will Kapitän werden oder Wissenschaftlerin oder Ritter - und feiert seine fröhlichen Urstände in der Suche nach SELBSTDARSTELLUNG während der Pubertät. Das ist Parcival, als er Ritter werden will - und dem Ruf nach SELBSTVERWIRKLICHUNG folgt. Entweder in der Reflexion eines IDOLS (Mond) oder in einem angenommenen ICH BIN (Sonne) oder in einer transzendentalen Auferstehung (der Tod)

Beide Kräfte stellen eine SPANNUNG dar - erstere stellen sich dem Ruf nach Individualität entgegen - und bei Eschenbach stirbt Parcivals Mutter, als er DIESEM Ruf nach Individualität (der Magier) folgt. Das Tarot beschreibt nun alle möglichen Archetypen im Spannungsfeld dieser beiden Karten - um sie ALLE zu überwinden mit der ersten und der letzten Karte.

Der NARR ist frei von allem - er ist NICHTS. Das Universum ist frei von allem, es ist ALLES. Oder anders gesagt:

ICH BIN ALLES (das Universum) WEIL ICH NICHTS BIN (der Narr).

Anfang und Ende schließen einen Kreis, wo sowohl unbewußte Bindungskräfte (die Herrscherin, der Hohepriester als Hüter der Tradition usw) als auch der Ruf nach dem EGO (beginnend mit dem MAGIER) überwunden sind. Überwunden aber nicht einfach durch eine individuelle Ablehnung oder Bewertung - sonderin in einem Bewußten DURCHLEBEN und BEGEGNEN all dieser STATIONEN. So besteht auch Pardivals Leben in einer endlosen Reihe aus BEGEGNUNGEN - und jede BEGEGNUNG ist eine Station des Lernens.

Zum Schluß begegnet er seinem schwarzen BRUDER - und Licht und Schatten suchen dann gemeinsam den Gral.

Alles ODER nichts als Lebenskampf wurde durch ERKENNTNIS überwunden - alles UND nichts, als reines So-SEIN gewonnen.

Und dann fragt sich am Ende, ob das Tarotspiel ein Orakelwerkzeug in den Händen eines Magiers ist - oder Spielkarten in den Händen eines Narren.

Aber hier haben wir im Tarot bereits schon die Metapher für das Leben gewählt ...

liebe Grüße merlYnn


[Editiert am 16/2/2008 um 01:34 von GeorgeTheMerlin]
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Incognitus
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Hanshuran
Beiträge: 55
Registriert: 27/11/2003
Status: Offline
Geschlecht: weiblich
red_folder.gif erstellt am: 17/2/2008 um 12:04  
Der Narr ist die Unschuld
Das Grenzlose
Das freie

Nur der der nicht Grenze und Gesetz kennt, kann darüber hinaus gehen udn Dinge erbringen die ein begrenzter Verstand nciht für Möglich hält.

Der Begrnzte hält den Gedanken das alles möglich ist für Narrheit, weil er ja "weiß" das es nur so oder so geht aber auf keinen Fall anders. Der jedoch den der Begrenzte Narr schimpft, pfeift drauf wie es gehen SOLL, er macht einfach wie es ihm in den Sinn kommt und erntet den Erfolg.

Somit ist eigentlich der Begrenzte der Wahre Narr da er sich in Grnezen zwängen läßt, währen dder Narr der Wahrhafte ist der sich die Freiheit nimmt Grenzenlos zu sein.

Der Narr ist dem Neugeborenen Kind dem KLeinen Würmchen gleich, das mit großen Augen alles erforscht und alles für Möglich hält keine Grneze kennt. Erst die erziehung zu Grenzen bringt es hinfort von der Freiheit alles zu tun in die Grenzen des ICh die zwar individuum aber durch anerzogenen Symboliken und Grenzen fixiert sind auf ein System in dessen Rahmen es sich fortan nur noch bewegen kann.

Der grenzenlose wird zum Begrenzten aus dem Narr wird der Magier. Der zwar immer noch forscht und die Welt betrachtet doch der akzeptiert hat was man ihm Beibrachte.

Und das die Werte und Grenzen dieses Magiers sehr unterschiedlich sein können weiß jeder, der sich die drei Magier des für Crowley entworfenen decks schon mal gemeinsam betrachtet hat.

Im Endeffekt muß das Ziel jeden Magisch arbeitenden der Narr sein, den nur in der Grenzenlosen Weite kann man alle Facetten der Welten erfassen und erarbeiten.

Der Narr entspricht im endeffekt dem Nun er ist alles und nichts, nichts hält ihn auf, alles steht ihm offen :)


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Xeper m djer Chabas
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niflunge
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Registriert: 10/12/2008
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red_folder.gif erstellt am: 12/12/2008 um 09:12  
Was mir hier ein wenig fehlt ist die Herkunft des Narren aus dem mittelalterlichen Denken: Spaßmacher, Krüppel, Ausgestoßener usw.

Die Zuordnung als Anfangskarte stammt ja auch vom Golden Dawn. Levi, Papus (und - wenn ich das jetzt recht im Kopf habe - auch Wirth) haben ihn zwischen dem Gericht und der Welt eingeordnet = also nicht als Quell- und Ursprungspunkt allen Geschaffenem :)
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Artifex

Silva
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red_folder.gif erstellt am: 12/12/2008 um 12:23  
es gibt ein buch von agatha christie mit kurzgeschichten über den "seltsamen mr. quin", der als letztendliche auflösung der harlekin ist- christie assoziiert den harlekin mit dem tod. er besitzt eine eigene straße, die "straße des harlekin" oder die "straße der liebenden", kurvenreich, aber wunderschön, darauf gibt es nur ein verfallenes haus, und die straße endet an einem abhang.
unterhalb des abhanges ist ein müllplatz.
mr quin arbeitet damit, daß er die gedanken eines menschen leitet und ihn damit dazu bringt, "im namen der toten" aufträge zu erfüllen.
als er gefragt wird, warum die straße in einem müllplatz endet, sagt er: zwischen all dem müll liegen aber auch wunderbare dinge verborgen.

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das sagt wikipedia:
Der Harlekin, von italienisch Arlecchino, der wiederum auf den noch älteren altfranzösischen ((H)arlekin, (H)erlekin, (H)ellequin, Harlequin u.ä.) aus dem 12. Jahrhundert zurückgeht, ist eine der Dienerfiguren aus der Commedia dell’arte der Renaissance. Er ist in ein buntes Flickengewand aus rautenförmigen Stoffteilen gekleidet und trägt eine Kappe mit Stoffhörnern und/oder Hahnenfeder oder Fuchsschwanz, manchmal eine Halbmaske.

Sein Name lässt sich über italienisch (H)ellechin(n)o ("kleiner Teufel") erklären.
Dante Alighieri erwähnt im 21. Gesang des Inferno seiner Göttlichen Komödie einen Dämon namens Alichino (Eistreter in der deutschen Übersetzung).

Die ursprüngliche französische Gestalt geht wahrscheinlich auf einen uralten mythischen Luftgeist zurück, der mitsamt seinem Gefolge (Herlekinsleute) ganz nach Art des auch hierzulande bekannten sagenhaften wilden Jägers Menschen erschreckte.

Die dämonischen, teuflischen Züge vererbten sich auch an den derben Spaßmacher und Possenreißer Harlekin, in Form der Hörnerkappe und der schwarzen Halbmaske oder fratzenhaften Mimik.

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ich verbinde den narr unbedingt mit dem harlekin.
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Lux
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niflunge
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red_folder.gif erstellt am: 12/12/2008 um 14:10  
Ebenfalls aus Wiki:

Als Narr (von Althochdeutsch Narro), aber auch als Tor (davon hergeleitet töricht als Eigenschaft), wurde im Mittelalter ein Spaßmacher bezeichnet, der für Unterhaltung und Belustigung sorgen sollte und dabei meist auffällig gekleidet war. Als Tor oder Narr werden auch Personen bezeichnet, die sich sehr unreif, dumm, tollpatschig, voreingenommen, vorurteilsbehaftet und unwissend verhalten und die sich auf Basis ihrer Unwissenheit als Gelehrte aufplustern, ohne ihre Unwissenheit zu erkennen, weil sie denken, ihre Unwissenheit sei großes Wissen.

Außer Gebrauch gekommen ist die allgemeine Bedeutung eines „Narren“, der „närrische“, verdrehte, einfältige Dinge tut, halb mutwillig, halb wahnsinnig. Der Ausdruck wurde verunglimpfend gebraucht; allenfalls die Bezeichnung „Närrchen“, für ein Kind oder einen Jugendlichen, drückte gemischte Sympathie aus.

Um den mittelalterlichen Narren zu verstehen, ist ebenso eine andere Bedeutung von Narr elementar. Als Narren werden in manchen Dialekten noch heute verkümmerte Früchte benannt. Da Gott laut der Bibel den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hatte, wurden verkrüppelte Menschen als Narren bezeichnet, da sie nicht dem Normbild Gottes entsprachen, worunter auch die geistig Zurückgebliebenen zählten. Menschen, die Gott verleugneten wurden als "natürliche Narren" spezifiziert, da sie dem damaligen Glauben nach "innen hohl" waren, also keine eigene Seele hatten, ebenso wie eine verkümmerte Frucht.

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Dieser letzte Aspekt, passt sehr gut nach Karte 20 = entweder geht die Auferstehung zur Verkrüppelung und Verleugnung - oder zur Welt. (Die Null wurde von vielen Tarotisten zwischen die 20 und 21 eingeordnet)
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Amergindearg
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red_folder.gif erstellt am: 12/12/2008 um 20:27  
Ich identifiziere mich selbst auch oft mit dem Narr.
Er stellt für mich persönlich ebenfalls die kindliche und spielerische Betrachtung der Welt und die intiutive Ausrichtung des Bewusstseins da. Ich assoziere den Narr des öfteren auch mit Chaos Theory. Welche auch besagt, dass eine aufeinander folgende Kette von Ereignissen wieder im gesamten Kontext einen Sinn ergibt. Wie ein Mosaik. Und den Narr halte ich durch seine kindliche Kreativität und Detailverliebtheit für fähig dieses Mosaik ohne viel logischen Aufwand erkennen und lesen zu können und dabei die vielen einzelnen Aspekte spielerisch zu erfassen und auf einer, wie soll ich es ausdrücken - chaotischen Welle - reitet. xD
Ich denke da immer an den Magier Rincewind, der im Prinzip nichts anderes konnte, als einen Zauberspruch, der er durch einen Unfall in seinen Kopf projetziert bekam.
Aber auch Rincewind besaß neben seiner Tollpatschigkeit einen noch irgendwo klaren Verstand und hatte einige Lebensweisheiten parat. Er rettete sich meistens durch glückliche Umstände und Zufälle (Chaos xD) vor dem personifiziertem Tod!!!!
Das sah dann meistens aus, wie mehr Glück, als Verstand, oder er war Meister darin, die Umstände zu erkennen und auf dieser "Welle" zu reiten xD
Und übrigens: Tod? Da geht bei manchen im Kontext zum Tarot zum Beispiel vielleicht ein Lichtlein auf xD

Für mich ist Rincewind ein sehr passendes Beispiel und eine gute Umschreibung für den Narren :-D


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GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 13/12/2008 um 17:20  

Zitat von Amergindearg, am 12/12/2008 um 20:27

Und übrigens: Tod? Da geht bei manchen im Kontext zum Tarot zum Beispiel vielleicht ein Lichtlein auf xD


DIE MEISTEN WOLLEN MICH ZU EINEM SCHACHSPIEL ÜBERREDEN; WENN SIE MICH SEHEN. MANCHE DENKEN; DASS IHNEN EIN LICHT AUFGEHT; WENN SICH MICH SEHEN. EIN LICHT; WELCHES IHNEN IM LEBEN NICHT AUFGING.

ICH HABE MICH NIE FÜR LICHTER ODER SOWAS INTERESSIERT. ES WIRD ABER GESAGT; MEIN LICHT SEI; DASS ICH SEHR ZUVERLÄSSIG UND SEIT EWIGKEITEN MEINE ARBEIT VERRICHTE.
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Amergindearg
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red_folder.gif erstellt am: 13/12/2008 um 22:55  
Da drängt sich mir eine närrische Frage auf
Wie lange hat diese Ewigkeit bis jetzt denn gedauert?
bzw. Was ist schon die Ewigkeit? xD
Die Frage ist wohl eher rethorisch zu betrachten, außer jemand kann sie konkret beantworten. :P


[Editiert am 14/12/2008 um 20:24 von Amergindearg]



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Simulacrum
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red_folder.gif erstellt am: 14/12/2008 um 10:04  
Sehr inspirierend, was hier alles mal geschrieben wurde, sollte vielleicht mal die älteren Beiträge durchwühlen...

Den Wikipedia Artikel finde ich ist sehr aufschlussreich, irgendwo geht es da noch mit Narrenattributen weiter, da kam mir der Gedanke der Narr spaziert durch die große Arkana.
Ich finde das Bild des mittelalterlichen Narren passt sehr gut zur Karte in vielerlei Hinsicht.

Der Narr hatte früher aber auch keine Zahl, er war unnummeriert und von seinem Charakter her passt er auch eigentlich zwischen jede Karte, seltsam finde ich nur dass er für manche auch die 22 hat (wegen der Zahl)... mir wollte mal jemand erzählen die 0 dürfte man nicht als Zahl sehen sondern als Symbol, aber was ist eine Zahl anderes als ein Symbol?

Lieben Gruß,
Iternia
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Gast

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red_folder.gif erstellt am: 14/12/2008 um 22:17  
*mal einwerf*
Die Null ist (auch) eine Darstellung des Uroborus, des Welteneis, oder einer Schlange, die sich in den Schwanz beißt - schlicht, ein Kreis - ohne Anfang und ohne Ende...

Erstaunlich finde ich immer wieder, daß man Menschen als "Narren" abtut, die eine andere Weltsicht haben - so eben auch oft Leute, die mit Magie umgehen - aber wie oft haben diese "Narren" mehr Ahnung von dem was sie sagen? Und wie oft wird man später hören: Hätte ich doch auf xy = den Narren gehört...

Frei nach den Beatles:
But the fool on the hill sees the sun going down
and the eyes in his head see the world spinning 'round...

By the way: Im Tarot habe ich sehr lange gebraucht, um zu verstehen und auch anzunehmen, daß meine Person oft als Narr auftaucht. Kaum eine Legung (für mich) ohne diese Karte...
Antwort 10
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niflunge
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red_folder.gif erstellt am: 15/12/2008 um 09:37  
Was mir doch ein wenig fehlt, ist die Wahrnehmung dieses Arcanums in seinen negativen Aspekten - Verworrenheit, Ausgestoßen sein (was früher durchaus den Tod bedeutete), Falschheit, Unfähigkeit usw.

Die sich in den Schwanz beißende Schlange hat nicht nur diese wunderbaren Aspekte (wie oben dargestellt) = als Mitgardschlange (zBsp) ist sie auch begrenzend und verschlingende. (Mit der Kundalini Kraft umzugehen kann auch in die Verwirrung führen)

Und die 0 = ist manchmal wirklich eine Null - eben nix.

nifl
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Amergindearg
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red_folder.gif erstellt am: 16/12/2008 um 17:21  
Klar hat der Narr hier und da auch seine Schattenseiten und des Öfteren ist könnte er einen Charakter umschreiben, bei dem die Worte mehr heiße Luft sind, als dass sie eine wirkliche Bedeutung fassen oder in die Tat umgesetzt werden.
Ich verbinde einen Narr auch mit einem Zögern. Er muss nicht nur närrische Entscheidungen treffen, denn es ist ja bekanntermaßen auch närrisch, wenn man bei einer Entscheidung, wo man weiß, dass sie notwendig ist, zögert. So zum Beispiel kann der Narr auch wirklich eine Null sein, wenn er sich ständig nur seinen Launen und Gefühlen hingibt und wichtige Dinge im Leben falsch entscheidet oder sich für garnichts entscheidet und nur einen leeren und bedeutungslosen Weg geht.
Aber wir wissen ja wiederrum: Was für den einen bedeutungslos ist, ist für den anderen der Inbegriff von eigener Intention. Eine sehr subjektive Sache.
Deswegen glaube ich, dass zwischen den negativen und positiven Eigenschaften des Narr's ein Zirkelschluss herrscht, wie das die sich selbst in den Schwanz beißende Schlange schon andeutet.
Der Narr ist für mich weder negativ noch positiv sondern neutral bzw., wie Nietzsche sagen würde "jenseits von Gut und Böse". Und die "0" steht für mich hier im einzig logischen Zusammenhang auch für Neutralität, Wertefreiheit oder manchmal eine Art Willenlosigkeit(dahindriften, sich immer wandeln, immer das Wesen verändern, keinen eindeutigen Entschluss treffen etc).
Hinter dieser Willenlosigkeit steckt für mich persönlich aber des öfteren eine Art chaotische Weisheit. Und BAM, schon wieder ein Widerspruch in sich. Und das genau ist der Narr... ^^


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Silva
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red_folder.gif erstellt am: 28/12/2008 um 20:13  
hab gestern "batman" gesehen und ich assoziiere gerade "joker" in den narren.

reicht es nicht in eine struktur ein wenig chaos zu bringen, um alles konventionel angehäufte in den menschen zu vernichten?!
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Amergindearg
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red_folder.gif erstellt am: 29/12/2008 um 15:40  
Ich habe den Film auch schon gesehen und bin auch wirklich überzeugt, dass der Joker in die Rolle passt.
Im Film wird irgendwann erwähnt, dass der Joker an Schizophrenie leidet.
Und im Falle des Jokers, wird dies mit Wahnsinn assoziert und der wiederum mit Chaos.
Ich denke, jeder Mensch hat von Grund auf eine Neigung zum Wahnsinn, hier zum Chaos. Hier gilt es nur eine Hemmschwelle zu überschreiten und die fällt meistens mit den Werten, für die es sich gelohnt hat, zu leben. Wenn man nichts mehr hat, was einem lieb oder heilig ist, dann erscheint es in dem Moment auch so, als wäre nichts Anderes mehr wichtig. Also kann man doch auch getrost damit spielen und dem eigenen Wahnsinn freien lauf lassen.
Ich denke, der Joker hat eine Art Gleichgültigkeit zum Leben entwickelt und sieht nur noch die humorvollen und komischen Dinge. Er fühlt sich in seiner Rolle nicht wirklich immer als der Narr, sondern viel mehr doch schon als erleuchtet. Er folgt keinem Muster, schmiedet keine Pläne usw...Und trotzdem hat er im Endeffekt trotzdem sehr viel von dem erreicht, was er wollte.
Das erinnert mich so ein Stückchen weit an die Chaos Theorie. Nichts lässt sich exakt planen oder berechnen, aber wenn man mit den Dingen schwimmt und im Falle des Jokers, sich mit oder von dem Wahnsinn bzw. Chaos treiben lässt, dann ergeben die Dinge irgendwann Sinn und man hat genau oder fast das erreicht, was man wollte. Dabei lassen sich halt eben bevorzugt die destruktiven Ziele leichter erreichen, als konstruktive, aber auch das liegt wieder im Auge des Betrachters.
Allem voran hat es der Joker im Film geschafft, die gesellschaftliche Ordnung innerhalb eines Tages in ein Chaos zu verwandeln und die ganze Stadt in Panik zu versetzen, was Ordnungskräfte über Jahre hinweg durch Planung und strikte Umsetzung aufrecht erhalten und erschaffen wollten.
Dennoch hatten einige Menschen dann doch noch ihre ethischen Moralvorstellungen behalten können und ihren Respekt vor dem Leben. Womöglich auch nur, weil sie noch an irgendwas im Leben hingen.


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Und die Moral von der Geschicht': Eine Moral, die gibt es nicht.
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