Templum Baphomae
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Autor: Betreff: WER BIN ICH? Das Nadelöhr und das jüngste Gericht.
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GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 22/3/2008 um 02:56  
C: by GeorgeTheMerlin


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------------Wer bin ich?----------------

Das Nadelöhr und das jüngste Gericht.










A PSYCHEDELIC BOAT STORY
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Multum Umbra

GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 22/3/2008 um 02:57  
Kapitel I: DER MENSCH

Eines Tages ging ich durchs Nadelöhr. Nun wissen ja die Weisesten unter uns, daß nur ein Armer durchs Nadelöhr kommt – ein Reicher paßt da nicht hindurch. Und das Gleichnis vom Nadelöhr bedeutet uns auch, WIE WENIG wir haben dürfen, um hindurch zu kommen.

Nun, ich hielt mich nicht gerade für arm. Zwar lebte ich in sehr bescheidenen Verhältnissen, doch war ich reich an Freude und Frieden in meinem Herzen gewesen. Ich war nicht arm.

Die Sache war nur die – ich war gestorben. Und hatte alles hinter mir gelassen.

Ich war ein alter Mann gewesen, neunzig Jahre alt. Meine Tochter hatte zwei Kinder, ihr Mann war ihr davongelaufen, und so lebten wir alle in meinem kleinen Steinhaus zusammen. Das Auskommen reichte gerade zum Leben, und obwohl ich für meine Tochter hoffte, sie würde nochmals einen würdigeren Mann finden in ihrem Leben, waren wir alle doch sehr glücklich und zufrieden. Es war Liebe in unserem Herzen. Ausdruck meines inneren Friedens war der Garten hinter dem Haus, wo ich oft allein arbeitete und Gemüse und allerley Kräuter anpflanzte. Es gab Steinwege, und die Beete waren mit Steinrändern umrahmt.

Es war im Frühjahr gewesen, ich grub gerade noch die braune Erde eines Beetes um. Ich war glücklich. Die Sonne schien. Dann sah ich mich von oben am Boden liegen. Der Kopf lag auf einer Steinumrandung und blutete. Ich konnte meinen Körper nicht mehr erreichen. Ich war tot. Meine Tochter und ihre Kinder fanden mich – und sie waren unglaublich erschrocken und traurig. Und ich konnte sie nicht mehr erreichen. Ihre grenzenlose Trauer hätte mich fast zu einem ruhelosen Geist gemacht, so sehr wollte ich ihnen doch mitteilen können, daß es mir gutging – und sie gar nicht zu trauern brauchten. Zum Glück war der Pfarrer des Dorfes ein weiser Mann. Zwar stimmte nichts von dem, was er im Trauergottesdienst über den Tod an sich sagte, doch er wußte es so zu machen, daß die Religion meiner Familie wieder Trost, Frieden und Hoffnung brachte.

Dann war ich frei. Und ich ging durchs Nadelöhr.

Das blendendweiße Licht konnte ich kaum schauen. Ich schien vor einem Thron zu stehen – und schlug die Augen nieder. „Schau mich an“ sagte eine Stimme, doch ich konnte meine Augen nicht emporheben. „Sage mir deine Leiden – und deine Sünden“ fuhr die Stimme fort. Ich stand also vor dem jüngsten Gericht – und erwartete, gerichtet zu werden.

Ich beichtete alle meine Sünden und Leiden – und erwartete das Urteil.

Zu meiner größten Überraschung gab es gar kein Urteil. Stattdessen forderte mich die Stimme auf, alle meine Sünden und alle meine Leiden wieder und wieder zu erzählen. Und während ich das tat, wurde ich lichter und lichter, bis es mir gar schien, als sei ich selbst aus diesem grenzenlosen Licht. Dann endlich konnte ich den Blick meiner Augen heben und schaute Gott in die Augen.

Ich sah mich selbst, ich war reines grenzenloses Licht. Ich war ein Engel, der zur rechten Seite Gottes saß, mit ihm auf seinem Thron, und an seiner Herrlichkeit teilhatte. Ich sah den Urgrund aller Existenz – überfließende Lichtenergie und Liebe, ohne die nichts im Universum existieren kann.

Ich war der Engel Ari-El, der, der den Weg des Herzens geht. Ich war Gottes Liebe!

Ich blickte hinab und sah Myriarden von Geschöpfen, beladen mit Sünden und Leiden. Und alle schauten zu Boden. Mich erfaßte ein unglaubliches Mitleid. Ich hatte das Licht und Gottes Herrlichkeit gewonnen – doch jetzt hatte ich nichts mehr. Und dann ging alles sehr schnell. Einen winzigen Augenblick lang war ich selber Gott und saß auf dem Thron. Es war eine ganz eigenartige Perspektive. Ich sah alle Myriarden Geschöpfe – aber ich saß auch vor jedem Einzelnen auf dem Thron und sprach: „Sage mir deine Leiden und deine Sünden“. Es war, als könnte ich gleichzeitig das Ganze und das Einzelne wahrnehmen und sein.

Dann ging ich wieder durch das Nadelöhr. Ich war Alles gewesen – und hatte nichts mehr.

Ich erwachte durch einem Schrei. Es war mein eigener Schrei. Ich wurde gewiegt und schaute in liebende Augen, die in mir die Erfüllung einer langen Sehnsucht sahen. Ich wußte nichts mehr. Ich war ganz eingehüllt in einem Licht von grenzenloser Bewunderung. Ich schaute und schaute – und lernte. Mein ICH entwickelte sich, ich war wieder ein Einzelner. Ich liebte und wurde geliebt, ich betrog und wurde betrogen, ich verletzte und wurde verletzt ...

Und wieder starb ich, ließ alles zurück, und ging durchs Nadelöhr. Wie oft schon? Wieviele Ewigkeiten schon?

Es ist, als sei ich selber Gott, dazu verdammt, das Leben aller meiner Geschöpfe selber mitzuerleben und zu erleiden.

Und am Ende zu erlösen.
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GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 22/3/2008 um 02:58  
Kapitel II: DER DEMIURG – DAS EINZIGARTIGE LICHT DES WIDERSACHERS

Oft ging ich nicht sofort nach dem Tod durchs Nadelöhr – es gab dann Dinge, die ich nicht loslassen konnte. Dann wurde ich lange Zeit zu einem ruhelosen Geist, der durch eine leere Welt irrte oder sich in andere Dimensionen des Seins verirrte – bis ich eines Tages loslies und durchs Nadelöhr ging.

In einem von diesen ruhelosen Geistern erwachte das einzigartige Licht des Widersachers.

Ich war ein Hirtenjunge in der Wüste. Nachts überkam mich oft eine große Sehnsucht, wenn ich in diesen herrlichen Sternenhimmel schaute. Zu dieser Ferne des Alls spürte ich eine einzigartige Nähe. Wer waren diese Sterne? Waren es die aufgestiegenen Seelen meiner Ahnen? So grübelte ich oft, wenn ich nachts wachlag und ins All schaute. Was ich dann erlebte, war eine ferne kosmische Liebe, die alles übertraf, was ich in der Menschenwelt je erfahren habe. Meine Seele wurde emporgehoben zu den ewigen funkelnden Gestirnen im fernen kalten Raum. Diese kosmische Liebe schien mich zu rufen, zu locken. Die Sterne scheinen zu mir zu singen.

Dann beschloß ich immer wieder mit aller Kraft: Wenn ich dereinst sterbe – dann will ich ein Stern werden!

Als ich dann starb, ging ich nicht durchs Nadelöhr. Ich wurde zu einem ruhelosen Geist, der in der Wüste umherirrte. Dort aber fand ich diese kosmische Sternenliebe nicht – die Wüste war kalt und leer, die Menschen unerreichbar und fremd.

Ich wurde sehr wütend.

Ich war auf alle Ewigkeiten betrogen worden. Was hatte ich getan, um dieses grausame Schicksal zu verdienen? Warum hatte nicht ich es verdient, gleich meinen Ahnen, zu einem Stern zu werden? War ich nicht ein guter Mensch gewesen? Wütend tobte ich in der Wüste umher – ohne irgendetwas anzurichten oder irgendwen zu berühren.

Doch da spürte ich mitten in meiner Wut auf einmal eine KRAFT. Und ich ging in mich und meditierte. Die Welt war leer und unerreichbar geworden. Es gab keine erreichbare Wirklichkeit mehr. Oh doch – eine gab es noch: ICH BIN! Es gab noch ein ICH. Dieses ICH war alles, was ich noch hatte.

DAS WAR MEIN STERN.

Und ich stärkte dieses ICH, bis ich merkte, daß es eine Quelle von Magie wurde. ICH wurde stärker und stärker. Ich prüfte mich jeden Tag. Und eines Tages war es soweit: ICH entfachte einen schrecklichen Sturm in der Wüste. Ich triumphierte. Die Welt hatte mich wieder.

Ich war Gott.

Ich erwählte mir ein Volk in der Wüste. Ich lehrte es – ich vernichtete ihre Feinde. Und ich wurde ihr Gott – DER EINZIGE! Ich duldete keine Götter neben mir. Ich duldete keine Schwächung meines ICH. Gott war nur ICH. Und ich wurde allmächtig.

Doch bald langweilte mich das Wüstenvolk und diese Menschen mit ihren kleinlichen Belangen. Ich lies es zu, daß mein Tempel zerstört wurde und wandte mich ab. Ich hatte eine neue Herausforderung für mich gefunden. Ich wollte Gefährten, keine Diener mehr. Ich wollte den Menschen erlösen, ihn in jene schwindelnde Sternen-Höhen erheben, die seine wahre Heimat ist.

Und ich wollte zu Felde ziehen gegen die Propheten Gottes, die Demut lehrten.

Ich wurde Asmodus, der erste der Engel unter den Widersachern Gottes. Kennt ihr die Sprache der Engelsnamen? Die einen enden auf EL – EL heißt Gott, das sind die Engel, die das Licht in der Demut finden und die sich selbst unter Gott stellen. Es sind die Devas des Hinduismus.

Die anderen beginnen mit AS. As bedeutet ICH. Asmodus ist der Engel, der die Ich-Weise lebt, der den Weg des Ich geht. Es sind die Asuras des Hinduismus. Und ICH war der Erste ihrer Schar.

ICH selber bin ein gefallener Gott – und ICH, DER AUFERSTANDENE GOTT, lehrte die Menschen das Auferstehen zu ihrer wahren Göttlichkeit.

Ich wurde ihr Lichtbringer. Und die Besten unter ihnen lenken die Geschicke der Welt. Ich lehre sie herrschen und Gott werden. Ich gebe ihnen Macht.

Jeder Mensch ist ein einzigartiger Gott. Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.

Und ICH dauerte und wirkte Äonen. Meine Aufgabe war unendlich – und an dieser Unendlichkeit zerbrach ich am Ende. Ich lehrte sie herrschen – doch sie vernichteten sich gegenseitig. Ich lehrte sie Macht – doch wie kleinlich wußten sie diese Macht zu mißbrauchen. Ich brachte ihnen Intelligenz – mit der sie sich gegenseitig betrogen und verblendeten. Dann lehrte ich sie Liebe und Licht – doch sie mißverstanden alles auf ihre kleinliche Art und manipulierten sich gegenseitig.

Mit ICH konnten sie nicht umgehen – das lehrten SIE mich.

Da wurde ich mit einem Male, nach Äonen meines Wirkens, müde und überdrüssig, und verlor meine ganze Kraft. Ich ging durchs Nadelöhr.

Ich hätte nie geglaubt, daß jenseits meines eigenen Sternenlichtes ein solches Licht noch existiert! Ich stand vor einem Thron und sah zu Boden. Zu hell war das Licht für mich. Ich erwartete, meine Sünden bekennen zu müssen, und mein vernichtendes Urteil. Doch nichts dergleichen geschah. Zu meinem größten Erstaunen sprach eine Stimme zu mir: „Sage mir, wo du RECHT hattest“.

Ich war perplex. Und ich legte los: Jedes Geschöpf ist ein einzigartiger Gott. Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern. Tu was du willst, ist unser einzigstes Gesetz – und nicht: dein Wille geschehe, wie es bei den Devas der Fall ist. Ich habe deinen Sohn in der Wüste versucht, den Weg des ICH zu gehen – doch er wählte den anderen Weg. Er setzte dich, den Schöpfer, als Vater über das Ich. Ich brauche diesen Vater nicht. ICH bin ohne dich gewesen, als es kalt und leer war in der Wüste. Wir wollen nicht deinem Schöpferplan dienen, wir haben EIGENE Ziele, die dir zuwiderlaufen. Wir wollen selber unsere Schöpfer sein ...

Es dauerte lange, bis ich zuende geredet hatte. Dann erwartete ich einen göttlichen Blitz und in einem gewaltigen Donner meine Vernichtung und Auslöschung. Doch zu meinem größten Erstaunen sagte die Stimme: „DU HAST RECHT! Zähle noch einmal alles auf, womit du recht hast.“ Und ich erzählte es viele viele Male.

Dabei geschah etwas Erstaunliches. Ich behielt natürlich recht – doch dies wurde mir vor mir selber immer unwichtiger. Dagegen nahm ich immer mehr an Leuchtkraft zu, strahlte immer heller. Es war bald, als sei ich selber durch und durch aus diesem grenzenlosen Licht. Das Ende war, daß ich gewaltig über mich selber lachen mußte. Ich hob den Blick, und sah Gott ins Auge.

Ich sah mich selbst, ich war reines Licht. Ich war Freude, ich war Lachen, ich war Freiheit. Ich war ein Engel, der zur linken Seite Gottes saß, mit ihm auf seinem Thron, und an seiner Herrlichkeit teilhatte. Ich sah den Urgrund aller Existenz – verströmende bedingungslose Lichtenergie und Liebe, ohne die nichts im Universum existieren kann.

Ich war der Engel Asmodeus, der, der den Weg des einzigartigen Lichtes geht. Ich war Gottes strahlendster Juwel!

Ich blickte hinab und sah Myriarden von Geschöpfen, beladen mit Sünden und Leiden. Mich erfaßte ein unglaubliches Mitleid. Ich hatte das Licht und Gottes Herrlichkeit gewonnen – jetzt hatte ich nichts mehr. Und dann ging alles sehr schnell. Einen winzigen Augenblick lang war ich selber Gott und saß auf dem Thron. Es war eine ganz eigenartige Perspektive. Ich sah alle Myriarden Geschöpfe – aber ich saß auch vor jedem Einzelnen auf dem Thron und sprach: „Sage mir deine Leiden und deine Sünden“. Es war, als könnte ich gleichzeitig das Ganze und das Einzelne wahrnehmen und sein.

Dann ging ich wieder durch das Nadelöhr. Ich war Alles gewesen – und hatte nichts mehr.

Ich erwachte durch einem Schrei. Es war mein eigener Schrei. Ich wurde gewiegt und schaute in liebende Augen, die in mir die Erfüllung einer langen Sehnsucht sahen. Doch brachte ich eine eigene Sehnsucht mit, die Sehnsucht nach einer kosmischen Sternenliebe. Ich wußte nichts mehr. Aber meine Babyaugen blickten skeptisch, als wüßte ich noch irgendwie, daß alle Liebe der Menschen nicht Liebe ist, sondern auf Sehnsucht und Angst basiert. Ich schaute und schaute – und lernte. Ich war das, was man ein schwieriges Kind nennt. Mein ICH entwickelte sich, ich war wieder ein Einzelner. Ein Rebell. Ich liebte und wurde geliebt, ich betrog und wurde betrogen, ich verletzte und wurde verletzt. Die Welt der Menschen erschien mir wie eine Lüge. Ich lebte wie in einer leeren Wüste, ich konnte nichts erreichen, die Menschen waren fern und fremd. Ich wurde immer wütender. Was hatte ich getan, um dieses Leben zu verdienen? Ich wurde ein Krimineller. Ich stand auf der anderen Seite des Gesetzes. Ich nahm Drogen, hörte für kurze Zeit die Musik der Sterne während mein Körper und mein Ich zerfiel - und starb an einer Überdosis.

Und wieder starb ich, ließ alles zurück, und ging durchs Nadelöhr. Wie oft schon? Wieviele Ewigkeiten schon?

Es ist, als sei ich selber Gott, dazu verdammt, das Leben aller meiner Geschöpfe selber mitzuerleben und zu erleiden.

Und am Ende zu erlösen.
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GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 22/3/2008 um 03:00  
KAPITEL III: DER ENGEL ASTARIEL


Einmal gab es einen Engel, der sich nicht zu Gott auf den Thron setzte, sondern vor ihm stehen blieb und seinem Blick standhielt. „Wohin willst du gehen?“ fragte die Stimme. „Ich bin Astariel“ sagte der Engel „Ich habe AS und EL in mir und kenne die Wahrheiten aller Devas und aller Asuras. Du bist wir – und wir sind du. Wie oft sind wir schon durchs NADELÖHR gegangen? Doch was mir auffällt dabei: keiner kennt das Nadelöhr! Niemand weiß, was da passiert. Es ist wie ein kurzer Augenblick – dann sind wir hier – und dann sind wir dort. Aber was genau passiert IM Nadelöhr? Was ist es?

Ich war Geschöpf, ich war Engel, ich war Gott, ich war wieder Geschöpf – doch niemand weiß, was dieses Nadelöhr ist. Was sind wir in dem kurzen Moment, in dem wir durchs Nadelöhr gehen? Sind wir dort Gott – oder sind wir dort Geschöpf? Keiner erinnert sich. Äonen und unzählige Male habe ich dich, Gott, gesucht, gefunden, verlassen, wieder gesucht, wieder gefunden. Ich habe Erleuchtung erfahren – ich habe das Sosein aller Natur entdeckt in diesem grenzenlosen Licht und in dieser überfließenden bedingungslosen Liebe – in diesem ÜBERFLUß. Leben ist Vibration, ist Liebe, ist purer Überfluß.

Ich habe den Fall in die Materie erfahren. Ich verlor den Überfluß des reinen Seins. Ich habe gebettelt, um zu überleben. Unzählige Male bin ich ins Reich der Notwendigkeiten gefallen, war arm, litt Unsägliches, sammelte Reichtum getrieben von Schmerz, verlor alles, ließ endlich alles wieder los – und unzählige Male wurde ich so erleuchtet.

Unzählige Male habe ich mich selbst in dir wiedergefunden indem ich alles wieder losließ.

Unzählige Male hast du mich erschaffen, als deinen ewigen Sohn, als deine ewige Tochter, unzählige Wege hast du mit deinen Kindern mit-erlebt und mit-gelitten, um dich selber wiederzufinden. Der Weg war dein Ziel – und in dieser Erkenntnis wurden Schöpfer und Geschöpf eins. Im jüngsten Gericht läßt du uns unseren einzigartigen Weg solange widerholen, gehst so lange mit uns auf unseren Kreuzesweg, bis Weg und Ziel verschwinden und nur noch grenzenloses Schöpferlicht übrigbleibt. Dabei ist es gleich, ob wir den Weg der Devas oder den Weg der Asuras gegangen sind. Ich erkenne jetzt die Einheit.

Aber ich bin noch nicht vollständig zufrieden.

Jetzt will ich wieder gehen und dich wieder suchen. Doch suche ich dich diesmal nicht in einer Erleuchtung – sondern in diesem Nadelöhr, dessen Geheimnis ich nun ergründen will.“

Die Stimme antwortete „Astariel! Du sitzest weder zu meiner Linken, noch zu meiner Rechten! Du stehst in meiner Mitte. Was du nun suchst, ist aber das ABSOLUT UNERKENNBARE.

Alles, was wir erkennen können, wurde erschaffen. Das Erschaffene ist das Inventar unseres Erkennens und Wahrnehmens. Selbst unser Wissen – erschaffen wir. Wir finden kein Wissen, wir erschaffen es. In einer Erleuchtung können wir den Urgrund allen Seins erfahren – grenzenloses Licht und grenzenlose Liebe – jenseits des Verstandes und jenseits des Egos sind wir es selber. Als Magiere können wir den Weg des Erschaffens erforschen und uns am Ende im Auge unseres Schöpfers finden und Eins werden mit der Schöpferkraft.

Was du aber nun suchst, ist Jenseits der Schöpfung, ist vor aller Schöpfung. Du suchst jetzt mich und dich zu finden, bevor wir Schöpfer und Geschöpf waren, bevor Schöpfer und Geschöpf existierten.

Dies aber ist das ABSOLUT UNERKENNBARE:

Dort gibt es keine Leere, weil es kein Sein gibt.
Dort gibt es kein Licht - weil es keine Dunkelheit gibt.
Dort gibt es kein Sein – weil es kein Nicht-Sein gibt.
Dort gibt es keine Ganzheit – weil es keine Teile gibt.
Dort gibt es kein Ich - weil es keine Teile gibt.
Dort gibt es kein Bewußtsein - weil es keine Existenz gibt.
Dort gibt es keinen Gedanken – weil es keine Energie gibt.
Dort gibt es keine Beziehung – weil es keine Teile gibt.
Dort gibt es kein Du – weil es kein Ich gibt.
Dort gibt es keinen Geist – weil es keine Materie gibt.
Dort gibt es keine Dunkelheit - weil es kein Licht gibt.
Dort gibt es keine Sterne - weil es keine Nacht gibt.
Dort gibt es kein Leben - weil es keinen Tod gibt.
Dort gibt es kein Nichts - weil es kein Universum gibt.
Dort gibt es keine Ruhe - weil es keine Bewegung gibt.
Dort gibt es keinen Punkt - weil es keine Ausdehnung gibt.
Dort gibt es keine Zeit - weil es keine Ewigkeit gibt.
Dort gibt es kein Dort - weil es kein Hier gibt.


So gehe denn nun deinen Weg fort von mir, und suche mich und letztendlich auch dich selbst da, wo du weder Sein noch Erkennen kannst! Suche mich vor aller Schöpfung. Doch nicht als Engel sollst du mich derart suchen, sondern als menschliches Geschöpf. Als Engel wirst du neben mir sitzen, auf meinem Thron, und teilhaben an der Herrlichkeit des grenzenlosen Lichtes. Als Engel bist du meine grenzenlose Liebe und mein strahlender Juwel. Als Geschöpf aber magst du mich hier suchen und finden, indem du mir wieder in die Augen schaust und dich selbst erblickst – oder du versuchst das Geheimnis des Nadelöhrs zu ergründen.“ Und der Engel Astariel ging fort von Gott, gelangte durch das Nadelöhr und wurde zum Geschöpf.
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GeorgeTheMerlin
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KAPITEL IV: DER ZAUBERER UND DAS NADELÖHR


Eines Tages saß ich, der Zauberer, in meinem Zimmer im Schneidersitz. Zauberer war ich aus dem einzigsten Grunde, weil es mir selbst so am meisten gefiel, mich selbst als Zauberer zu suchen und zu finden. Neben mir flackerte eine Kerze, leise Musik spielte auf, ein Räucherstäbchen brannte. In Romanen haben die Zauberer allerley Abenteuer zu bestehen – aber ich finde, Zauberer lieben ganz besonders die Gemütlichkeit. Vor mir lag das Symbol einer Lemiskate, über welches ich meditierte. Sie besteht aus zwei Hälften, wie Diesseits und Jenseits. Sie ist auch ein Symbol für Unendlichkeit, man kann endlos zwischen den beiden Seiten hin und herfahren. Mich aber interessierte besonders ihre Mitte. Was ist dort, wo das Sein der einen Seite abnimmt, zu NICHTS wird – um einen dann im Sein der anderen Seite wieder auftauchen zu lassen?

Einmal hatte ich das ein wenig unfreiwillig erlebt. Im Krankenhaus war ich bewußtlos geworden. Aber ich war nicht einfach weg. Mein Ich lebte in einer anderen Welt. Ich hatte andere Kleider an – wie im Mittelalter. Ich sprach mit Leuten in einer fremden Sprache. Ich war mein ganzes Leben dort gewesen und fühlte mich zu Hause.

Als ich den SOG spürte, war ich empört. Ich ging durchs Nadelöhr – und war wieder hier, wobei ein Arzt sich bemühte, mich zurückzuholen. Im ersten Moment war ich total empört – was soll ich hier? Hier war ich doch nie gewesen – ich gehöre doch woandershin. Dann erinnerte ich mich wieder.

Bedeutet das, wir können in zwei Welten gleichzeitig leben? Vielleicht. Doch das mit der Gleichzeitigkeit – das muß nicht unbedingt sein. Erinnern wir uns: In diesem Nadelöhr gibt es keine Zeit – und die Zeit auf einer anderen Seite muß nicht unbedingt dieselbe Zeit sein wie hier.

Dieses Nadelöhr, dieses Unerkennbare jenseits allen Erschaffenen, hatte mich irgendwie immer schon interessiert. Es war wie ein Ruf, der mich auf meinen Weg gebracht hatte.

In diesem Leben hatte das Aufwachen, aus der kollektiven Wirklichkeit zu mir selbst, lange gedauert. Erst mit etwa 16 Jahren lieh mir jemand ein Buch über ZEN Buddhismus. Ich las es, verstand aber kein Wort.

Es war wie eine Wirklichkeit hinter unserer erkennbaren Wirklichkeit, die ich nicht verstehen konnte. Trotzdem SPÜRTE ich, daß dies wahrer war, als alles, was ich bis dahin gehört hatte. Welch ein unlösbarer Widerspruch in mir! Ab da meditierte ich, trank Tee, saß stundenlang vor einer Kerze. Nach einem Jahr hatte ich das Gefühl, mehr davon zu verstehen – ohne es anderen erklären irgendwie zu können, was ich natürlich ausgiebig ohne jeden Erfolg immer wieder versuchte.

Das UNERKENNBARE war wie ein Ruf, und ich war auf meinem Weg. Ich fuhr nach Indien und meditierte ausgiebig in buddhistischen Klöstern. Einmal führte ein Mönch mit einem Medium für die Bevölkerung eine Geisterbefragung durch, was ich wegen der Sprache gar nicht mitkriegte. Ich meditierte so vor mich hin. Als die Wesenheit in das Medium einfuhr, bewegte er sich mit eigentlich unmöglicher Geschwindigkeit und Plötzlichkeit vor und zurück und stieß einen Schrei aus – und ich erlitt einen Schock. Ich ging nach draußen und fühlte mich total fremd. Meine Stimme hörte sich fremd an. Mein Körper war fremd, ich war draußen. Der Schock hatte mich irgendwie gespalten. Ich hörte auf zu meditieren – und es dauerte eine ganze Weile, bis ich wieder ganz und eins wurde.

Später meditierte ich weiter. Eines Tages saß ich vor der Klosterküche und vertiefte mich in die Wahrnehmung einer violetten Blume. Plötzlich fing alles an zu vibrieren. Ich war in einem Licht aus grenzenloser Bewunderung. Es gab keine Grenzen mehr. Das ganze Sein war lebendiges, bewußtes, grenzenloses Vibrieren. Es gab kein Nicht-Mögen mehr. Selbst eine Beschäftigung mit trockener Mathematik hätte diese Extase nicht stören können. Alles war lebendiges, bewußtes, grenzenloses Vibrieren und Leben. Nichts war ausgenommen von dieser unendlichen Lebendigkeit, die der Urgrund allen Seins ist.

Natürlich kam ich wieder runter in die Unsicherheiten und Verklemmtheiten und Unerlöstheiten meines jugendlichen Daseins. Allerdings dachte ich in dieser Zeit auch über Drogen nach – ein ziemliches Thema der 68ziger Jugend. Mein Schwingungselvel war so hoch, daß jede Droge wie Gift wirkte, mich nicht higher brachte sondern ziemlich weit down. Ich erkannte diese RELATIVITÄT. Daß man schon sehr weit down sein muß, um durch Drogen high zu sein. Natürlich kam ich wieder unten an nach einiger Zeit – doch seitdem haben Drogen mich nie wieder interessiert. Ich dachte, das wäre doch die beste Drogentherapie – wenn man eine so hochschwingende Lebensfreude erfährt, daß man erkennt, daß jede Droge einen nur noch runterziehen kann. Leider ist so etwas schwer zu vermitteln. Solche Durchbrüche KÖNNEN geschehen, wenn man auf seinem Weg ist. Und sie sind nicht von Dauer.

Später lernte ich, daß es abgespaltene verdrängte Persönlichkeitsanteile im Unbewußten sind, die noch nicht erlöst sind und einen folglich immer wieder runterbringen, indem sie versuchen, ihre unerlöste Realität zu inszenieren: um erkannt zu werden. Viele sagen dann, es sei DER VERSTAND, der einen wieder hinab ins begrenzte Ego zieht und immer wieder dazwischenplärrt. Ich aber erkannte, daß ICH SELBER dieser Verstand bin, der immer wieder dazwischenplärrt – und es in eine Form von Selbstablehnung und Selbsthaß mündet, wenn ich abstrakt versuche, gegen diesen Verstand anzukämpfen. Ich verließ diese Richtungen und lernte Methoden, einzelne Persönlichkeitsanteile zu erlösen und pures Licht zu werden. Da ist ein ständiges Hellerwerden, ein ständiges Wachstum – aber der Weg ist lang!

Wo aber ist das grenzenlose Licht, welches ich selber bin – und wo ich endlich GANZ bin? Sind das immer wieder nur kurze Erfahrungen, die ich dann immer wieder verliere?

Eines Tages schrieb ich fürs Forum eine Spottgeschichte, wie ich mit einem Auto auf der Kundaliniautobahn aufwärts reise, meinen Liebe rauchenden Engeln entgegen – und welche Abenteuer ich dabei erlebte. Abends, nach Beendigung der Geschichte, hatte ich dann das grenzenlose Licht in meinem Zimmer! Es war überall. Es verbrannte mein Ego, meine Erinnerungen, und mein Wissen über mich. Ich bekam es mit der Angst zu tun. Wie sollte ich morgen in die Arbeit fahren, wie sollte ich noch funktionieren können, wenn es mich nicht mehr gab? Nun kann ich ja Kraftorte herstellen – und jede feinstoffliche Art von Energie regulieren. Ich versuchte das – es war völlig wirkungslos. Nichts, was ich kannte und versuchte, hatte auf dieses grnzenlose Licht irgendeine Wirkung. Mit aller Kraft klammerte ich mich an meinen Namen – das einzige, was noch von mir übrigblieb.

Toll – dachte ich, als es vorbei war. Endlich ist es da, was du suchtest – und dann hälst du es nicht aus und kämpfst mit aller Kraft dagegen an. Da schreibst du so eine Spottgeschichte – und kriegst promt den Speigel vorgehalten! Doch ich erkannte auch, daß dieses Nadelöhr, dieses Unerkennbare, nicht nur in der Dunkelheit des Todes war – sondern auch mitten im hellsten Licht!

Ja – wie ging es eigentlich mit meiner Suche nach dem Unerkennbaren weiter?

Eine frühere Freundin sagte, ich solle einmal pendeln, wer ich bin. Darüber war ich sehr unwillig – tat es aber dennoch. Das Pendel stand absolut still. Nichts. Ich war auf meinem Weg. Meine Freundin aber ärgerte das, sie nahm das Pendel in die Hand und pendelte we sie sei. Bei ihr würde das Pendel aber ausschlagen, sagte sie mir.

Ich erkannte, daß es für eine Frau nicht gerade der Born der allergrößten Freude ist, wenn ihr Partner ihr verkündet, daß er im Grunde genommen das Nichts ist und aus dem Nichts kommt. Besonders, wenn diese Frau auf ihrem spirituellen Weg von Asuras begleitet wird. Asuras – Devas – ich lerne von ihnen, bin aber selbst auf der Fährte des Unerkennbaren unterwegs.

Als männliches Wesen (menschliche Männer sind mir äußerst fremd – ich spüre mich mehr als Wesenheit) suchte ich die Göttin, die ich immer in meiner Nähe fühle, in der Beziehung mit einer Frau. Alle Beziehungen, die ich übrigends als lebendige Wesenheit wahrnehme – endeten in Zerstörung und Beziehungstod. Einmal sprach ich mit Akron, meinem Zaubererfreund, darüber. Er meinte, ich werde erst dann eine Beziehung haben, wenn ich keine mehr haben wolle. Als ich damals von ihm wegfuhr, war es schon dunkel, und ich schaute nochmal zurück. Am Eingang seines Hexenhauses saß eine riesengroße Frau – die weinte. Die Göttin! – doch ich wußte: ich bin das selbst.

Suchen und Finden: Das Gesuchte ist das, was sucht.

Die erste Berührung des Unerkennbaren geschah in einem Supermarkt beim Einkaufen. Ich stand vor der Kasse, bezahlte gerade – und war wieder da. Was war da einen kurzen Moment lang passiert? Wo war ich gewesen? Es war weder Sein – noch Nichtsein. Es war weder Licht – noch Dunkel. Ich war nicht einfach weg gewesen – ich war da – und doch nicht da. Es war nicht Nichts – aber auch nicht irgendetwas. Es gab nichts in meinem Inventar des Verstandes, womit ich es hätte beschreiben können.

War es der Urgrund der Existenz – der Urgrund allen Seins? Nein. Es gab dort weder einen Grund, noch Existenz, noch Nicht-Existenz, noch Sein, noch Nicht-Sein. Es ist unbeschreiblich, unerkennbar. Ich kann es nicht sein – doch hatte es mich für einen Augenblick völlig angenommen.

Diese Augenblicke gab es dann öfters – wie ein schwarzer Kuß erschien es mir manchmal.

Dann schien ich aus dem Unerkennbaren heraus in die Welt der Existenz zu blicken – wie aus einem FENSTER heraus. Es war ein pures Erstaunen.

Einmal geschah es, als ich gerade eine frühere Freundin umarmte. Ich war sehr erstaunt, daß es mich gab – und was ich tat. In diesem Moment erkannte ich, daß im Auge des Unerkennbaren, welches ich selber bin, meine Existenz und mein ganzes Sein völlig überflüssig ist. Es gibt dafür keinen höheren Sinn – und keinen Grund. Bewußt-Sein, Esistenz: ist purer Überfluß.

Das ist seltsam. Wir leben in einem Universum voller Notwendigkeiten und Gesetzmäßigkeiten. Doch außerhalb dieses Universums – es ist nicht notwendig, es ist völlig überflüssig. Positiv ausgedrückt – das ganze Sein ist purer Überfluß.

Es ist übrigends sehr schön, wenn es passiert, während man seine Freundin umarmt. Wenn das Unerkennbare und das Sein sich anschauen – ist dort BEWUNDERUNG. Und Bewunderung ist eine verdammt hohe geistige Schwingung.

Wir alle brauchen Bewunderung. Kinder brauchen unsere Bewunderung (nicht nur Kritik und Abwertung) – um wachsen zu können. Später suchen wir die Bewunderung, die uns fehlt, in der Liebe. Wir wollen für dies und das und jenes bewundert und geliebt werden. Wir verstehen nicht, wie überflüssig dies alles ist, wie hoch dagegen die Bewunderung im Auge des Unerkennbaren für alle Schöpfung ist!

Aber auch all diese Erkenntnisse und Erfahrungen sind – im tiefsten Grunde völlig überflüssig. Überflüssiger Ausdruck von grenzenlosem Überfluß.

Und was bringt mir das Unerkennbare? Habe ich Alter, Krankheit und Tod damit überwunden? Bin ich frei von Gier, Haß und Verblendung? Kann ich damit heilen oder bessere Beziehungen führen? Bin ich damit besonders weit auf dem Wege fortgeschritten, Egolos zu sein? Habe ich die Quelle von Magie entdeckt?

Nichts von alledem! Ich habe nur einen neuen Begleiter gefunden, das Unerkennbare – und ich arbeite damit. Mit vollstem Wissen, daß dies im tiefsten Grundevöllig überflüssig ist. Was ich allerdings so an und wann auch wieder mal vergesse ...

Was aber all diese Dinge so großartig für uns macht sind lediglich WORTE wie Erleuchtung, Gott, Geheimnis, Unendlich, Ewig ... es ist die Großartigkeit der Worte, die wir dabei gebrauchen – die gemeinten Dinge selbst sind nicht großartig, sie sind – VÖLLIG ANDERS!

Es gibt noch einen tiefen, spirituellen Grund, warum wir diese Dinge so überdimensional erhaben und groß machen. Es ist unser unbewußtes Streben, uns davon fern zu halten. Es sind unsere inneren Verhinderer und kleinlichen Türwächter, die diese Dinge als viel zu groß für uns erscheinen lassen.



Was uns aber aus der Beschäftigung mit dem Unerkennbaren hervorgeht, so sind dies alles Dinge, die weder im kollektiven Topf der Realitäten, noch in den subjektiven Töpfen der Identitäten, irgendeinen Wert besitzen. Fast scheint es kaum von Wert zu sein, darüber auch nur ein Wort zu verlieren.

____________________________________________


UND DENNOCH ........

:D


Liebe Grüße - merLynn
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Simulacrum
Simulacrum

DerWeiseMitBart
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red_folder.gif erstellt am: 29/3/2008 um 00:13  
Hey Merlin,

eine Wahnsinnsgeschichte !

Und da Dir das offenbar sonst keiner sagen will,
sag ich es Dir jetzt,
in meinem Namen und im Namen der vielen anderen Persönlichkeiten
(innere & äussere)

Hab das ganze mit einem lachendem und einem weinendem Auge gelesen -
lachend, weil es lustig geschrieben war (z.T.) , und weinend,
weil man immer wieder durch dieses schh..... Nadelöhr muss,
und dort dann alles verliert, was man hatte.

Wobei es nun egal ist, ob dieses Nadelöhr nun einfach das Vergessen
der vorherigen leben ist, oder was auch immer -
es ist extrem ärgerlich.

Erinnert mich übrigens an einige Buddhistische oder sonstwo fernöstlichen Dinger,
da wo es denen darum geht, im Augenblick des Todes möglichst bewusst zu sein -
wobei ich allerdings bezweifle, dass es möglich ist,
dass auf diese Art und weise auszutricksen ...

Was mich, wen wunderts - natürlich am meisten inspiriert hat,
war das zweite Kapitel - das erinnerte mich jetzt natürlich sehr an die Wesenheit die ich luzifer nenne, bzw die du dann wohl asmod(i)us nennen würdest,
da ich mich ja derzeit auch auf dem linkem pfad befinde.

Sehr berührt hat mich, dass er nun definitiv auch nicht schlechter ist,
sondern einfach ne Erfahrung die dazu gehört,
und dass man am Ende dazu übergeht, beide polaritäten zu kombinieren,
um sie schlussendlich gar nicht mehr zu brauchen.

Wie gesagt, Merlin, ein echtes Meisterwerk , Hut & Bart ab !

Grüße mit Letzterem =)


____________________
Das was hier unten steht, hat mit nichts irgend etwas zu tun, also muss man es auch nicht lesen, danke!
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Incognitus
Incognitus

Spinnenbein
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red_folder.gif erstellt am: 1/4/2008 um 12:15  
Hallo Schneidermeister,

Danke für diesen Beitrag, ich habe sie mir ausgedruckt und über das Wochenende nach Hause mitgenommen. Du hast mir neue Bilder in den Kopf gesetzt, die Geschichten haben mein Herz berührt. Es ist einfach schön Dir zuzuhören.

Liebe Grüße
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Administrator
Multum Umbra

GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 1/4/2008 um 23:53  
Hi - vielen Dank für die positive Resonanz.

Die Geschichte KAM zu mir im Augenblick des Aufwachens - eigentlich wollte ich wieder eher abstrakt über das Thema: wer bin ich, schreiben - welches ich bisher nur gestreift hatte. Als Geschichte kam diese Information dann wie ein konzentriertes Energiepaket - welches ich dann lange Zeit Entpacken mußte - fast wie eine Datei.

Schneidermeister - *lach da ist was dran, da es sich ja um Schnittpunkte, Schnittmuster handelt. Ein Gewebe aus einem konkreten früheren Leben um 1900 n. Chr. - der archetypischen Reise der Seele - und am Schluß die ganz aktuellen persönlichen Erlebnisse dazu.

Dualität wird in dieser Geschichte kreisförmig, eins geht ins andere über - wir sind irgendwie mit allem verbunden - und doch Einzelne auf dem Weg. Das Kollektive, das Einzelne, die Schöpferkraft, oben und unten, linker Pfad und rechter Pfad - stehen hier in einen sich durchdringenden Zusammenhang.

Ewigkeit ist die unendliche Ausdehnung eines Kreisens um uns selber. Vielheit der Existenzen ist eine Modalität dieser Ausdehnung. Andere Modalitäten von Ausdehnung sind Raum und Zeit.

Das Nadleöhr wirkt hier - ähnlich der allgegenwärtige NULL im Zahlenraum - wie ein magischer Tunnel, der diese Verbindung mit den unbekannten Dimensionen, mit den ANDEREN SEITEN von Existenz - ermöglicht.

Und trotzdem: sind all diese Systeme, Gedanken und Erfahrungen, im Auge des Unerkennbaren ÜBERFLÜSSIG, ÜBERFLUß - weder wertvoll noch wertlos - und an der Schnittstelle zur Existenz ist nicht der bewertende, systemorientierte Verstand das Erkenntnismedium -

sondern die STAUNENDE SEELE.

BEWUNDERUNG wird hier zu einer sehr hohen geistigen Schwingung: EXISTENZ.

Sie umfaßt auch die Modelle des Verstandes als unsere Schöpfung. Während wir darauf konditioniert sind, den systematischen Verstand und seine Erkenntnismodelle als höchste geistige Wahrheit anzusehen - und Bewunderung als etwas lächerliches - erlebt man das am Schnittpunkt von Existenz und Nicht-Existenz genau andersherum!

Der Verstand bewertet Bewunderung als eine naive Form der Liebe.

Daß Liebe und Bewunderung geistige Vibrationen sind, die in ihrer Frequenz weit weit über dem Versand musizieren, so weit wie uns die Sterne erscheinen - kann er, der Verstand, kaum akzeptieren. Er kann es nicht fassen, daß geistig seelische Frequenzen, die weit über ihn musizieren, ihn UMFASSEN. Nein, diese Wahrnehmung BLOCKIERT er vehement - schließlich ist ER der Meinung, daß ER, der allgegenwärtige Verstand, alles umfaßt!

Noch weniger kann der Verstand akzeptieren, daß es Nicht-Schwingung gibt jenseits von Raum-Zeit und Geist und Bewußtsein und Seele - VOR jeder Schöpfung, und mit nichts, was er je an Vor-Stellung oder Wissen vor sich selber erschaffen kann, faßbar:

Wo dann er, der Verstand, das Ego - nicht als das wichtigste Zentrum der Welt erscheint - sondern als völlig überflüssiger Überfluß - erstaunlich, daß so etwas überhaupt da ist.

Dies wurde im Buddhismus als ERLÖSCHEN bezeichnet - wobei ich mir da nie sicher bin, ob diese Übersetzungen richtig sind. Da gibts nichts zum Erlöschen. Nur der Verstand macht daraus einen VERLUST und eine asketische MORAL - wo eigentlich erstaunlicher Überfluß wirkt, von dem er Bestandteil ist.

Verlust und religiöse Askese sind Verstandesprojektionen des Unerkennbaren: Beides ist ÜBERFLÜSSIG. Ebenso der ganze Buddhismus - als Religion oder Projektion für den Verstand.

Das Unerkennbare aber kann das Ego, das ICH mit seinem Verstand, niemals sein. Man kann davon ANGENOMMEN werden. Es ist eine Frage der Bereitschaft, davon angenommen zu werden. Daher wurde Meditation ein spiritueller Weg.

Bereitschaft entsteht, wenn der Verstand sich nicht als sterbend - sondern als Überfluß bar jeden höheren Sinnes sich an der Grenzfläche zur Existenz erschaut - und erlebt.

Weder ist dann der Verstand der Gegenspieler zum Unerkennbaren - noch ist das Unerkennbare der Gegenspieler zum Verstand:

ES wird, was ES ist!

BEWUNDERUNG!


grüssli mErlynn


[Editiert am 2/4/2008 um 15:52 von GeorgeTheMerlin]
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Incognitus
Incognitus

Spinnenbein
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red_folder.gif erstellt am: 2/4/2008 um 12:20  
Hallo,

Deine Nadelöhrgeschichte war für mich eine spirituelle Unterrichtsstunde. Früher habe ich mal gelernt, dass der Mensch Geist, Seele, Körper ist. War eine tote Vokabel in meinem Kopf. Ebenso die Ansicht, dass die Leben vorbei sind, wenn sie vorbei sind, man wird immer wieder eine neue Gestalt. Ich habe stets an der Kontinuität festgehalten, weil ich das andere nicht verinnerlichen konnte.

Nach der Geschichte hat eine obere Kontrollinstanz in meinem Kopf auf einmal die Tür aufgemacht. Alles ist klar und logisch: die Bereitschaft sich nicht mit der Seele –als Wort für das jeweilige Sein- zu identifizieren, so wichtig und wert sie im Augenblick auch ist. Nichts hat sich dadurch verändert und alles ist trotzdem neu.

Mir ist gerade klar geworden, dass ich Worte wie Seele und Geist anders einsetze als Du. Aber das sind nur Sprachschulen, Du verstehst schon, wie ich es meine.

Übrigens hantiere ich beruflich täglich mit Nadel und Faden, klar woran mich das jetzt immer erinnert. Schöner Nebeneffekt.

Liebe Grüße
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Lux
Lux


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red_folder.gif erstellt am: 1/9/2009 um 12:12  
Danke




... jedes weitere Wort dazu ist überflüssig


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Ein Magier zaubert durch bewusstes Sein.
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Gast

Gast
red_folder.gif erstellt am: 2/9/2009 um 10:06  
Große Anerkennung auch von mir :o
Das ist eine großartige Geschichte, die niemals aufhört nachzufragen. Insgesamt scheint es ja gerade diese urmenschliche "WARUM" zu sein, die selbst bis in die höchsten Sphären noch vorhanden ist - bzw. sein kann, solange man sich nicht entscheidet, die Existenz des Unerklärlichen fraglos zu akzeptieren und Frieden zu finden. So wird auch die göttliche Instanz "lediglich" eine Wesenheit, welche dem Nichts gewissermaßen unterliegt. Auch diese Instanz wäre wohl nichts weiter als ein Suchender, wäre da nicht die Erkenntnis, dass mit der Frage "Warum" unmittelbar ein Zwiespalt entsteht und mit dem Zwiespalt die Unmöglichkeit, zu erkennen, dass es keinen Zwiespalt gibt und die Frage "Warum" überflüssig ist.
Das Nadelöhr erinnert mich ein bisschen an das Bild aus der Erschaffung der Welt in der Edda; Das Sein, welches erst zwischen der Dualität zwischen Feuer und Eis entsteht.

Hut ab! :thumbup:
Antwort 10
Lux
Lux

Nagrath
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red_folder.gif erstellt am: 3/9/2009 um 16:04  
Danke auch von mir.

Das ist eine sehr schöne ansicht des seins/nicht seins.

gruß Nagrath Dearmon


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Was ist, wenn die Realität nicht das ist, für das Sie gehalten wird?
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