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Autor: Betreff: Das Liber Al vel Legis und die acht und neunzig Regeln der Kunst
Lux
Lux

Fliegenklatsche
Beiträge: 3
Registriert: 18/12/2010
Status: Offline
red_folder.gif erstellt am: 26/12/2010 um 14:27  
Hi, Ihrs!

Drei Anmerkungen gleich vorweg:

1.

Sollte dies nicht der korrekte Forumsbereich für meine Frage sein, dann möchte ich mich dafür entschuldigen. Jedoch habe ich keinen Bereich gefunden, in welchen dieses Post wirklich passt.

2.

Ich suche hier eine klare Antwort oder Hinweise, welche mich in die Nähe dieser klaren Antwort führen. Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn in den nachfolgenden Posts keine Dämonen, Schwarz-Weiß-Malereien oder Diskussionen zum Leben von Onkel Aleister auftauchen würden.


3.

"Jene welche die Inhalte dieses Buches diskutieren, sollen gemieden werden wie die Pestlilenz.

Alle Fragen des Gesetzes sollen nur anhand meiner Schriften entschieden werden, jeder für sich"

(Liber Al vel Legis, Kommentar)


Gegen dieses Gebot muss ich bedauerlicherweise verstoßen und stelle nachfolgendes Topic in den Raum.

Meine Frage:

Seit längerer Zeit schon beschäftigt mich Vers 70 der Hadit-Offenbarung und ich komme hier einfach nicht in den Kern bzw. in die Quintessenz.

"... Sei nicht tierisch; Verfeinere dein Entzücken! Wenn du trinkst, trinke nach den acht und neunzig Regeln der Kunst: wenn du liebst, übertriff durch Zartheit; und wenn du etwas Freudiges tust, lass Feinheit darin sein!"

(Liber Al vel Legis, II./70)


Doch wie trinkt man nach den acht und neunzig Regeln der Kunst?????????

Hierzu ist in meinem Köpfchen eine törichte Idee gereift und ich möchte lediglich wissen, ob die Richtung stimmt oder ob ich hiermit total auf dem Holzweg bin.

Acht und neunzig (98) impliziert die Karte "Lust" aus dem Crowley-Tarot, auf welcher Babalon, reitend auf dem Tier (Biest) dargestellt wird:

6+25+2+23+13+1+13+15 = 98 = Delicacy

Crowley merkt dazu im Buch Toth an: "Dies ist die Karte der göttlichen Trunkenheit oder Ekstase."

Im Kontext mit dieser Karte betrachten, könnte "... Sei nicht tierisch.." die Aufforderung sein, nicht instinktiv zu handeln; also das Tierische und Animalische zu zähmen. Jedoch nicht durch Askese und Weltflucht, sondern vielmehr durch Lust und Lebensbejahung. Babalon hält auf der Karte den Kelch in der rechten Hand und symbolisiert somit die göttliche Trunkenheit des Dionysos. Das Scharlachweib steht nicht nur für Leidenschaft, sondern auch für die Befreiung von der zwanghaften Abhängigkeit auf allen Ebenen.

Nach den "acht und neunzig Regeln der Kunst trinken" würde somit also bedeuten: Wenn du trinkst, dann trinke göttlich, leidenschaftlich und das Animalische beherrschend. Im Sanskrit gibt es dafür das Wort Yama (Begierdelosigkeit). Du kannst alles tun, solltest dich aber nicht davon abhängig machen.

Ist meine Blickrichtung richtig oder liege ich hiermit völlig falsch? :heu:

in vino veritas,
Fliegenklatsche


[Editiert am 26/12/2010 um 14:50 von Fliegenklatsche]



____________________
"Die Dummheit hat mehr Genies (und normale Menschen) eingekerkert und umgebracht, mehr Bücher verbrannt, mehr Völker ausgerottet und den Fortschritt nachdrücklich verzögert als jede andere Kraft in der Geschichte."

(Robert Anton Wilson)
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Artifex
Artifex


Beiträge: 122
Registriert: 20/6/2009
Status: Offline
red_folder.gif erstellt am: 26/12/2010 um 15:36  
Deine Blickrichtung korrespondiert mit der Meinigen,egal wie wahr Sie sein mag.
Ich teile mit dem tierischen/bin als Tier den Gelüsten ausgeliefert, denen nachzugehen verschiedene biologische Strukturen "fordern".
Dies zu ignorieren/unterdrücken (Weg der Askese)ist anstrengend, und bringt womöglich auf Abwege,die nur oberflächlich betrachtet " geistig" oder "rein" sind,zumindest kollidiert diese Vorgehensweise aus meiner Sicht auf`s unerträglichste mit der Idee der (selbst)Liebe.
Sexuellem,kulinarischen,sonstigem Verlangen nachzugehen ist nur insofern ein "nachgeben",als es kunstlos geschieht,ein halbbewustes,passives Schlingen, Saufen,etc.,dessen einzige, flüchtige Befriedigung in dumpfem Gefühl der Sättigung liegt.
Wird es hingegen gepflegt,ausgelebt und mit den "höheren"Sphären des Bewusstseins verknüpft,steht es keiner Entwicklung entgegen,macht im Gegenteil sensibler und Vorurteilsärmer,auch dem Unbekannten gegenüber.
Fast alles kann genossen werden,wurde es erlernt,worin eine begrüßenswerte Freiheit liegen kann, scheint mir.
"Amateur"war , glaube ich, einmal ein sehr positiv besetzter Begriff in diesem Sinne,nicht:Jemand, der nichts richtig kann, sondern eine Person,die als Liebende sämtlichen Künsten etwas abzugewinnen weiss-vielleicht Goethe, z.B..
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Administrator
Speculum

Serafia_Serafin
Beiträge: 249
Registriert: 21/11/2005
Status: Offline
Geschlecht: weiblich
red_folder.gif erstellt am: 26/12/2010 um 20:56  
Interessante Frage; und auch wenn ich keine ausgebildete (so man das denn sein kann?!) Thelemitin bin (Yeah, ich bewege mich mal wieder auf Glatteis :P ), habe ich auch eine Meinung, die mit der von Vau zu vergleichen wäre.

Genuss kann in Ekstase versetzen; Dinge, die Genuss bringen können jedoch auch allein aus dem Wunsch nach Kompensation heraus konsumiert werden. Ich denke, das ist einer der Unterschiede: Nicht nebenbei, sondern bewusst.

Als ich deinen (Fliegenklatsche) Text gelesen habe, musste ich an einen Moment denken (dezent zur nicht anwesenden Etna schielt), wo ich so hemmungslos besoffen war, wie selten und über allem möglichen Glück stand.
Es geht nicht darum etwas zu ersticken oder hervorzurufen, es geht darum, etwas zu zelebrieren und darin zu schwelgen. Wahrscheinlich.

Und ich bin der Meinung, dass dieser Weg einer hohen Kunst bedarf. Routinelosigkeit kann anstrengend sein; bedarf viel Aufmerksamkeit.


____________________
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Gast

Gast
red_folder.gif erstellt am: 26/12/2010 um 23:44  
Hi Fliegenklatsche,
bewußt genießen , mit in dir erlebten Intensität in aller Vollkommenheit des Augenblicks , eröffnet die Tore erhabener Extase .
Du lagst richtig :)
LG
Satohl
Antwort 3
Simulacrum
Simulacrum

Hitzi
Beiträge: 26
Registriert: 18/6/2005
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 27/12/2010 um 13:46  
ich gebe euch allen recht.
Eine pflanze die anfängt zu blühen beginnt zu sterben. Man soll immer wachsen.

Zu den 98 Regeln der Kunst würde mir einfallen, daß man von der 100 die 2 wegläßt. Man sich also zwischen den extremen und unabhängig von den extremen bewegt. Nicht völlige Askese nicht völlige Vernichtung des Selbst in irgendetwas. Deshalb 98 Regeln, und die Kunst, weil dieses weglassen der Dualität nur in der Kunst "richtig/wichtig/wünschenswert" ist. Wissenschaft ohne Dualität ist ja undenkbar.

Und für mich fühlt sich das sehr ähnlich an, wie wenn man auf die Art Sex hat, daß man die extasehaften Lustgefühle jede Zelle seines Körpers durchfluten läßt, völlig alles loslassend, aber dennoch immer eine Haaresbreite vor dem "zum Tier werden" bleibt. Das ist ja im Grunde eine Grenzwanderung.


____________________
unmenschlich wie er ist, eiskalter Erbauer seiltänzerischer Theorien, eitel, lasterhaft, pervers,...
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Lux
Lux

Zod
Beiträge: 11
Registriert: 31/8/2010
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 27/12/2010 um 18:18  
...oder: Wenn du dich schon besäufst, dann aber richtig..! :DDD
Spaß beiseite...Nein, ich finde deine Interpretation durchaus sinnig@Fliegenklatsche
Wie der Kommentar des Al ja schon sagt, soll jeder seine eigene Interpreation/"Wahrheit" in/aus den Schriften suchen/lesen.
Jeder für sich.
Also würd´ net sagen, das auf dem Holzweg bist, denn da gibt es kein richtig oder falsch, wie DU diese Schrift zu verstehen hast.;) (soweit es dich "vorwärts" bringt)

Eine weitere/andere Möglichkeit:
Ein Auszug zur Zahlensymbolik der 98 in diesem Zusammenhang u.a. von M.Motta:
Alte und neue Kommentare des Liber Al:
"Why "eight and ninety" rules of art? I am totally unable to suggest a reason satisfactory to myself; but 90 is Tzaddi, the "Emperor", and 8, Cheth, the "Charioteer" or Cup-Bearer; the phrase might them conceivably mean "with majesty". Alternatively, 98 = 2 x 49: now Two is the number of the Will, and Seven of the passive senses. 98 might then mean the full expansion of the senses (7 x 7) balanced against each other, and controlled firmly by the Will."

Ich persönlich finde diesen Vers ziemlich einleuchtend, mal unabhängig von den mystisch/kabbalistischen Zahlenspielereien...
Diese können einen teilweise nur mehr verwirren und sind im Grunde genommen auch nicht sooo wichtig. Vielmehr als Beweis/Beleg für die Autenzithät(?ääähhh) der Schrift dieser/einer diskarnierten Wesenheit und teiweise waren/sind die Verse auch nur von/für ihn(a Leister Crowley--Leisten Krähchen) von Bedeutung.
Diese Zahlenspielereien also nur Teilhife sind.(meines Erachtens)

Gruß


____________________
Credo quia absurdum est
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Lux
Lux

RavenDark
Beiträge: 15
Registriert: 28/12/2010
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 29/12/2010 um 00:11  

Zitat von Fliegenklatsche, am 26/12/2010 um 14:27
Hi, Ihrs!

Drei Anmerkungen gleich vorweg:

1.

Sollte dies nicht der korrekte Forumsbereich für meine Frage sein, dann möchte ich mich dafür entschuldigen. Jedoch habe ich keinen Bereich gefunden, in welchen dieses Post wirklich passt.

2.

Ich suche hier eine klare Antwort oder Hinweise, welche mich in die Nähe dieser klaren Antwort führen. Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn in den nachfolgenden Posts keine Dämonen, Schwarz-Weiß-Malereien oder Diskussionen zum Leben von Onkel Aleister auftauchen würden.


3.

"Jene welche die Inhalte dieses Buches diskutieren, sollen gemieden werden wie die Pestlilenz.

Alle Fragen des Gesetzes sollen nur anhand meiner Schriften entschieden werden, jeder für sich"

(Liber Al vel Legis, Kommentar)


Gegen dieses Gebot muss ich bedauerlicherweise verstoßen und stelle nachfolgendes Topic in den Raum.

Meine Frage:

Seit längerer Zeit schon beschäftigt mich Vers 70 der Hadit-Offenbarung und ich komme hier einfach nicht in den Kern bzw. in die Quintessenz.

"... Sei nicht tierisch; Verfeinere dein Entzücken! Wenn du trinkst, trinke nach den acht und neunzig Regeln der Kunst: wenn du liebst, übertriff durch Zartheit; und wenn du etwas Freudiges tust, lass Feinheit darin sein!"

(Liber Al vel Legis, II./70)


Doch wie trinkt man nach den acht und neunzig Regeln der Kunst?????????

Hierzu ist in meinem Köpfchen eine törichte Idee gereift und ich möchte lediglich wissen, ob die Richtung stimmt oder ob ich hiermit total auf dem Holzweg bin.

Acht und neunzig (98) impliziert die Karte "Lust" aus dem Crowley-Tarot, auf welcher Babalon, reitend auf dem Tier (Biest) dargestellt wird:

6+25+2+23+13+1+13+15 = 98 = Delicacy

Crowley merkt dazu im Buch Toth an: "Dies ist die Karte der göttlichen Trunkenheit oder Ekstase."

Im Kontext mit dieser Karte betrachten, könnte "... Sei nicht tierisch.." die Aufforderung sein, nicht instinktiv zu handeln; also das Tierische und Animalische zu zähmen. Jedoch nicht durch Askese und Weltflucht, sondern vielmehr durch Lust und Lebensbejahung. Babalon hält auf der Karte den Kelch in der rechten Hand und symbolisiert somit die göttliche Trunkenheit des Dionysos. Das Scharlachweib steht nicht nur für Leidenschaft, sondern auch für die Befreiung von der zwanghaften Abhängigkeit auf allen Ebenen.

Nach den "acht und neunzig Regeln der Kunst trinken" würde somit also bedeuten: Wenn du trinkst, dann trinke göttlich, leidenschaftlich und das Animalische beherrschend. Im Sanskrit gibt es dafür das Wort Yama (Begierdelosigkeit). Du kannst alles tun, solltest dich aber nicht davon abhängig machen.

Ist meine Blickrichtung richtig oder liege ich hiermit völlig falsch? :heu:

in vino veritas,
Fliegenklatsche


Ich würde das Liber Legis stark anzweifeln zmal Crowley im Equinox of the Gods schrieb: "...nichts anderes als mein eigenes Unbewusstes [gewesen], ein Teil, den ich rigoros verdrängt hatte". Scheint so als hätte er dort zugegeben dass es Aiwass wohl gar nicht geben würde.


[Editiert am 29/12/2010 um 00:12 von RavenDark]
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Lux
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Fliegenklatsche
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red_folder.gif erstellt am: 29/12/2010 um 11:33  
Hi, RavenDark!

Ich persönlich halte es sogar für sehr wahrscheinlich, dass Aiwass ein Alter Ego von A. Crowley war. Allein schon der Name enthält einen, für Onkel Aleister typischen, Wortwitz:

Aiwass > I was > Ich war (es)

Jedoch tut dies in meine Augen den Wert des Liber Al nicht mindern.

Akron hat in seinem Tarotführer (1) übrigens einige wirklich interessante Thesen aufgestellt, wer Aiwass letztendlich war. Die Ideen reichen hier vom abgespaltenen Persönlichkeitsanteil bis zum fremden Energiefeld, welches sich vorübergehend in Crowleys Geist fokussierte.

Zu den anderen Posts in diesem Topic:

Hierfür schon einmal vielen Dank! Ich muss die noch auf mich wirken lassen und werde entsprechend antworten, wenn ich etwas mehr Zeit habe.


Grüßlies,
Fliegenklatsche

Kurzer Nachtrag: Habe ich hier gerade gegen Punkt 2 meiner eigenen Anmerkungen verstoßen? :heu:

(1)
"Crowley Tarot Führer - Eine magische Reise durch die Welt des MEGA THERION", AGMüller Urania, 2007


[Editiert am 29/12/2010 um 11:51 von Fliegenklatsche]



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(Robert Anton Wilson)
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RavenDark
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red_folder.gif erstellt am: 29/12/2010 um 14:15  

Zitat von Fliegenklatsche, am 29/12/2010 um 11:33
Hi, RavenDark!

Ich persönlich halte es sogar für sehr wahrscheinlich, dass Aiwass ein Alter Ego von A. Crowley war. Allein schon der Name enthält einen, für Onkel Aleister typischen, Wortwitz:

Aiwass > I was > Ich war (es)

Jedoch tut dies in meine Augen den Wert des Liber Al nicht mindern.

Akron hat in seinem Tarotführer (1) übrigens einige wirklich interessante Thesen aufgestellt, wer Aiwass letztendlich war. Die Ideen reichen hier vom abgespaltenen Persönlichkeitsanteil bis zum fremden Energiefeld, welches sich vorübergehend in Crowleys Geist fokussierte.

Zu den anderen Posts in diesem Topic:

Hierfür schon einmal vielen Dank! Ich muss die noch auf mich wirken lassen und werde entsprechend antworten, wenn ich etwas mehr Zeit habe.


Grüßlies,
Fliegenklatsche

Kurzer Nachtrag: Habe ich hier gerade gegen Punkt 2 meiner eigenen Anmerkungen verstoßen? :heu:

(1)
"Crowley Tarot Führer - Eine magische Reise durch die Welt des MEGA THERION", AGMüller Urania, 2007

Schonmal einen richtig überzeugten Thelemiten kennengelernt? Der lässt keinen Zweifel an den göttlichen Ursprung des Liber AL
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RavenDark
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red_folder.gif erstellt am: 6/1/2011 um 02:22  

Zitat von Fliegenklatsche, am 26/12/2010 um 14:27
Hi, Ihrs!

Drei Anmerkungen gleich vorweg:

1.

Sollte dies nicht der korrekte Forumsbereich für meine Frage sein, dann möchte ich mich dafür entschuldigen. Jedoch habe ich keinen Bereich gefunden, in welchen dieses Post wirklich passt.

2.

Ich suche hier eine klare Antwort oder Hinweise, welche mich in die Nähe dieser klaren Antwort führen. Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn in den nachfolgenden Posts keine Dämonen, Schwarz-Weiß-Malereien oder Diskussionen zum Leben von Onkel Aleister auftauchen würden.


3.

"Jene welche die Inhalte dieses Buches diskutieren, sollen gemieden werden wie die Pestlilenz.

Alle Fragen des Gesetzes sollen nur anhand meiner Schriften entschieden werden, jeder für sich"

(Liber Al vel Legis, Kommentar)


Gegen dieses Gebot muss ich bedauerlicherweise verstoßen und stelle nachfolgendes Topic in den Raum.

Meine Frage:

Seit längerer Zeit schon beschäftigt mich Vers 70 der Hadit-Offenbarung und ich komme hier einfach nicht in den Kern bzw. in die Quintessenz.

"... Sei nicht tierisch; Verfeinere dein Entzücken! Wenn du trinkst, trinke nach den acht und neunzig Regeln der Kunst: wenn du liebst, übertriff durch Zartheit; und wenn du etwas Freudiges tust, lass Feinheit darin sein!"

(Liber Al vel Legis, II./70)


Doch wie trinkt man nach den acht und neunzig Regeln der Kunst?????????

Hierzu ist in meinem Köpfchen eine törichte Idee gereift und ich möchte lediglich wissen, ob die Richtung stimmt oder ob ich hiermit total auf dem Holzweg bin.

Acht und neunzig (98) impliziert die Karte "Lust" aus dem Crowley-Tarot, auf welcher Babalon, reitend auf dem Tier (Biest) dargestellt wird:

6+25+2+23+13+1+13+15 = 98 = Delicacy

Crowley merkt dazu im Buch Toth an: "Dies ist die Karte der göttlichen Trunkenheit oder Ekstase."

Im Kontext mit dieser Karte betrachten, könnte "... Sei nicht tierisch.." die Aufforderung sein, nicht instinktiv zu handeln; also das Tierische und Animalische zu zähmen. Jedoch nicht durch Askese und Weltflucht, sondern vielmehr durch Lust und Lebensbejahung. Babalon hält auf der Karte den Kelch in der rechten Hand und symbolisiert somit die göttliche Trunkenheit des Dionysos. Das Scharlachweib steht nicht nur für Leidenschaft, sondern auch für die Befreiung von der zwanghaften Abhängigkeit auf allen Ebenen.

Nach den "acht und neunzig Regeln der Kunst trinken" würde somit also bedeuten: Wenn du trinkst, dann trinke göttlich, leidenschaftlich und das Animalische beherrschend. Im Sanskrit gibt es dafür das Wort Yama (Begierdelosigkeit). Du kannst alles tun, solltest dich aber nicht davon abhängig machen.

Ist meine Blickrichtung richtig oder liege ich hiermit völlig falsch? :heu:

in vino veritas,
Fliegenklatsche

Ich denke dass dir hier kaum jemand wirklich weiterhelfen kann. Rein thelemitische Foren gibt es in Deutschland, mit Ausnahme der Homepage der Thelema Society, keine. Meines Wissens nach musst du aber mindestens Mitglied im sogenannten 3. Kreis der Thelema Society sein. Den Mitgliedsbeitrag kannst du sogar selber bestimmen, ich kenne sogar jemanden der im 3. Kreis ist und gar keinen Mitgliedsbeitrag zu bezahlen hat.

Hier der Link: www.thelema.de

Dort tummeln sich ausschließlich Thelemiten nach der Tradition Crowleys oder Thelemiten die bestrebt sind einen alternativen Weg des Thelemas ohne an Crowley gebunden zu sein, zu beschreiten.
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Lux
Lux


Beiträge: 1
Registriert: 24/5/2015
Status: Offline
red_folder.gif erstellt am: 24/5/2015 um 15:24  
Salve, ich misch mich hier einfach mal ein, da auch ich mir die Frage nach den 98 regeln der Kunst gestellt habe, und bisher auch nicht mehr als eine Interpretation habe...
Meiner Meinung nach geht es in dieser Zeile NICHT um den Gelegenheits-konsumment, sondern um den tatsächlichen Trinker. ..
Wie ich finde wird hier keine Rechnung aufgemacht wie man richtig trinkt, sondern vielmehr wird der trinker daran erinnert sich bewusst zu machen, das er in einer Umgebung lebt, in der sein Rausch mal wieder das nüchtern sein sein könnte. ..
auch wurden im vorherigen Text (recht komplizierte) Rechnungen aufgemacht. ..
Ich mach mal kurz mit... 9+8=17 1+7=8...
8 ist im crowley tarot die Karte für Ausgleichung... würde ja passen...

...soll aber keine wissernschaft sein, mehr nur eine Idee dazu.


____________________
Ama et fac quod vis
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