Thema: Kabbala

Forum: Symbolik

Autor: Pequinus  


Pequinus   - 21/5/2007 um 23:16

Hallo,

ich wollte nachfragen, ob es hier jemanden gibt, welcher sich ein wenig (also mehr wie ich) mit der universellen Sprache der Kabbala auskennt und innerhalb Ihrer die Zuordnungen zwischen den einzelnen Symbolen/Zeichen kennt. Also Ihre schreibweise inkl. Ihren entsprechenden Ableitungen kennt und der Ihre zugrunde liegende Mathematik versteht und diese Form von "Kabbala" auch noch anwenden kann.

Hm... ich sollte vielleicht mal diesen "Zohar" lesen.

Gruß,
Daniel


[Editiert am 22/5/2007 um 00:01 von Pequinus]

Hephaestos - 22/5/2007 um 08:25

hi :)

da ich auch daniel heisse....

ist übrigens Din -El, und hebräisch für "gerichtsinstanz gottes"
Din ist fast identisch mit der sephira "geburah". von "geburah" (GBR) leitet sich der engelsname "Gabri -El" ab, damit bist du automatisch ein kabbalistisch gesehen strenger 5´er typ, was man auch an den 5´er karten im tarot sehen kann.....

und wenn du was über die kabbalah lernen magst, dann kauf dir den papus. oder lies die sachen von onkel aleister.

aber wenn du fragen hast, frag ruhig. ich bin zwar kein zaddik, kenn mich aber ein wenig aus.

Eliphas Leary - 22/5/2007 um 11:36

A-hoi-hoi!
:)

Zwar eher Crowleyaner (den Papus kenn ich nicht), aber ich meld mich auch mal.

Der Zohar ist eher ein Kommentar zu einigen Büchern des alten Testaments. Es gibt ein sehr schönes Buch von Aryeh Kaplan, seine kommentierte Version des Sepher Yetzirah. Oder vom guten alten Aleister Crowley das "Liber 777 & andere kabbalistische Schriften", aber das ist "theosophische Kabbalah". Es gibt sozusagen neben der eigentlichen hebräischen Kabbalah noch eine christliche Kabbalah (Rosenkreutzer und Teile der christlichen Mystik) und das, was dann später noch daraus geworden ist, das könnte man dann als "theosophische Kabbalah" bezeichnen...

Gruß,

EL ( :redhead: )

Pequinus   - 22/5/2007 um 21:54

Hallo,

hm... also ich hab heute ein wenig rumgelesen - mal auf so "offizielen"- Kabbala Seiten und da steht eigentlich immer so drauf, als ob angewendete Kabbala sowas ist wie "von Gott erschaffenes". Also, das Vierte (die von außen angesetzte Negierung der Drei - die aufgehobenen Dialektik) - das was erschaffen wurde oder wird. Also, die manifestation von Licht - so wie das in diesen Texten immer definiert wird. Und irgendwie soll die Manifestation dieses Neuen oder besser gesagt dieses Lichts in diesen 10 Phasen der Sephirot geschehen. Und wenn ich weiter richtig verstehe sind diese 10 Phasen im Größten und im Kleinsten.

Warum aber der Name Daniel nun fast identisch mit der sephira "geburah" ist eine gute Frage - Also ich glaube das funktioniert mit diesen Zahlen - also den Namen in Zahlen umwandeln - und diese Zahl in einen Lebensbaum ableiten. Aber wo ist der Zusammenhang zwischen Lebensbaum und Zahlenwert? Was ist der Grund sozusagen für diese Zuordnung?

Vielleicht ist ja auch die Zuordnung die Philosophie selbst. Das wäre dann die 5.

- Wie man sieht hab ich jetzt nicht gerade viel Ahnung von dem Zeug.

Gruß,
Daniel


[Editiert am 22/5/2007 um 22:28 von Pequinus]

Eliphas Leary - 22/5/2007 um 23:49

Wie gesagt, es ist in der Kabbalah wichtig, die Ebenen (oder auch die jeweilig angewendete Form von Kabbalah) auseinander zu halten.

Das mit den Namen, was Hepha schrieb, bezog sich auf die hebräische Kabbalah, also die ursprüngliche Lehre. Die hat viel mit der hebräischen Sprache zu tun. Der Name Daniel (in hebräischen Buchstaben wäre das etwa DNIAL) kann übersetzt werden als "Gott sei mein Richter". Die Endsilbe "-el" entspricht dem hebräischen Wort für "Gott", nicht als Name oder Titel, eher als Gattungsbegriff.
Die Emanationen Gottes, also die Sephiroth, haben verschiedene Bezeichnungen, die sich an ihren Eigenschaften orientieren. Die fünfte Sephirah hat sowohl die bekanntere Bezeichnung "Geburah" als auch die Bezeichnung "Din". Din bedeutet "Gericht", Geburah bedeutet "Strenge". Dementsprechend hängt der Name Daniel mit der fünften Emanation zusammen.
Vom Zahlenwert her ist DNIAL = 4 + 50 + 10 + 1 + 30 = 95. Wie man diese Zahl nun analysiert ist im Grunde Sache des Anwenders. Verbreitet wäre die Quersumme: 9 + 5 = 14, das läßt noch eine Quersumme zu: 1 + 4 = 5. Wieder die fünfte Sephirah.
Man kann auch durchs dividieren und auf die Primzahlen reduzieren schauen, was dahinter steckt: 95 = 5 x 19. Wieder die fünf, aber mit der 19 dabei. Aber: das mit dem Zahlenwert ist Gematria, eins der Teilgebiete der Kabbalah. Ein anderes Teilgebiet beschäftigt sich mit der Form der Buchstaben.

Etwas anderes: die Arbeit mit den Buchstaben, also auch mit deren Zahlenwerten, kommt eigentlich erst später (Also: Bitte um Entschuldigung wegen der Verwirrungstiftung da oben). Mach Dich erstmal mit den Sephiroth vertraut, bevor Du Dich den Pfaden widmest. Diese kann man als "Baum des Lebens" anordnen, was ein gutes Hilfsmittel ist. Aber es gibt noch viele andere Anordnungen, z.B. als Würfel, als Reihenfolge, als "fünf-gegen-fünf", als Schalen/Schichten usw.usf.
Dabei kann es nützlich sein, das System der Sephiroth mal als von oben kommend (herabsteigend) zu betrachten und mal als von unten kommend (also aufsteigend). Denn das ist mMn das Schöne an der Kabbalah: sie kommt weitestgehend ohne "das Böse" aus. Kether ist in gewisser Weise der Beobachter, Malkuth das Beobachtete. Die acht Sephiroth dazwischen sind die verschiedenen Blickwinkel, die der Beobachter einnehmen kann, bis hin zur Identität mit dem Beobachteten (denn Kether ist in Malkuth wie die Glut in der Kohle).

Viel Freude auf dem Weg wünscht Dir

Eliphas L.


[Editiert am 22/5/2007 um 23:52 von Eliphas Leary]

Pequinus   - 23/5/2007 um 00:37

ja, dankeschön :))
ja, klingt ziemlich interessant alles (und ein wenig abgefahren)....
...aber ich muss wohl alleine weiterlesen - und weiter schauen ;))

Es macht auch ein wenig den Eindruck, dass sich die Kabbala sich selbst erst durch das Verstehen ergiebt.

Wenn ich das alles so richtig verstehe ist die 5 das Medium (muss jetzt nicht menschlich sein).

Das mit dem Beobachten ist interessant - weil das Licht bleibt ja Licht - hat halt von der Seite des Beobachtendes andere Aspekte.

Hast Du eigentlich mal was von "Eliphas Levi" gelesen?

Gruß,
Daniel

Eliphas Leary - 23/5/2007 um 00:56


Zitat von Pequinus, am 23/5/2007 um 00:37

Hast Du eigentlich mal was von "Eliphas Levi" gelesen?


Ja, aber nicht viel. Das "Dogma und Ritual der Hohen Magie" und den "Schlüssel zu den großen Mysterien". Der Mann hat schon schön geschrieben, aber immer nur um den heißen Brei herum. Crowley bringt mEn mehr. Ach ja: der Sohar aus "Dietrichs Gelber Reihe" ist nicht zu empfehlen, einige Teile fehlen, und so ganz ohne Kommentare bringt das eh' nicht so viel. Die Bücher von Aryeh Kaplan sind um einiges besser. Und natürlich Gershom Sholem.

Gruß & viel Spaß

Eliphas L.


[Editiert am 23/5/2007 um 17:21 von Eliphas Leary]

Hephaestos - 23/5/2007 um 07:29

und Z’ev ben Shimon Halevi (ist so eine spanische traditon, sehr hübsch) .. und und und....

als einführung mochte ich damals (vor aeonen sozusagen) die Katja Wolf (die schieb ich mal in die schublade der lurianischen kabbalah)

Es macht auch ein wenig den Eindruck, dass sich die Kabbala sich selbst erst durch das Verstehen ergiebt.

ja. kabbalah kann man so viel erklären wie man mag - erst wenn man viele details kennt, ergibt sich die "schechina", die herrlichkeit der kabbalah hier "unten".

P.S.: vielen dank. das gibt einem mal wieder inspiration, in die kabbalah wieder einzusteigen.

Pequinus   - 23/5/2007 um 17:47

hm, ja... den Namen Eliphas Levi liesst man häufig. - Bin neulichs auf den gekommen, wegen des "Baphomet"s und im Liber 777 steht auch irgendwie drin, dass der Knauz irgendwelche "Zuordnungen" erstellt hat.

Ich hab mir jetzt mal "Der Sohar. Das heilige Buch der Kabbala von Ernst Müller" geholt - stand schließlich da "nach dem Urtext" - da dachte ich mir, dass ich da nicht viel falsch machen kann. ;)


[Editiert am 23/5/2007 um 18:08 von Pequinus]

Hephaestos - 24/5/2007 um 08:38

persönlich mag ich levis texte nicht, die sind mir oft zu seltsam übersetzt.

ab und zu bin ich halt denkfaul :)

und mit urtext- kabbalah kann man viel falsch machen :) das ist wie wenn man newton im original liestt - man bekommt zwar eine idee davon, was physik ist, aber wenn sogar feynman sagt "das mit den kegelschnitten und planetenbahnen bei newton hab ich nie verstanden"... nunja...

urtext - kabbalah ist schwierig :D

Eliphas Leary - 24/5/2007 um 14:17

Liber 777 von Crowley oder vom AMORC? Letzteres kenne ich nicht...

Les einfach, was Du in die Finger kriegst, verlass Dich darauf, daß Dein "Unterbewusstsein" alles speichert, das ist der Humus für Dein Verständnis. Mit der Zeit eröffnet sich Dir dann ein wundervolles neues Bild von der Welt.

Damals, beim Bund, habe ich auf einer Übung den Sohar aus Dietrichs Gelber Deihe gelesen. Irgendwie war das Erlebnis, dieses Buch zu lesen, an sich schon etwas besonderes (viel verstanden hab' ich allerdings nicht). Teilweise saß ich da, während ich Dienst hatte und meine Vorgesetzten und Kammeraden beschäftigt um mich schwirrten, und keiner hat mich gestört, bis ich das Buch wieder schloss. Ein wenig so, wie's in dem Buch steht: "Heil dem, der am Morgen vom Preise derThora sich erhebt, in der er des Nachts geforscht hat!" (II. fol. 130a-b), wobei die Gesammtsituation bei der Bundeswehr schon als Nacht verstanden werden kann...
Praktisch war auch, daß das Buch genau in die Beintasche der Uniform passte. :)

P.S.: Dem Dank von Hephaestos kann ich nur meinen Dank anschließen: Vielen Dank für die Inspiration, mal wieder in die "alten Bücher" zu schauen!
:thumbup:

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