Thema: Hexagram, Pseudo-Hexagram, Septagram und Oktagram

Forum: Symbolik

Autor: Kobald


Kobald - 25/10/2007 um 09:02

Hallo Leute^^

Ich habe mich schon immer einiges über diese Symboliken gefragt.
Ich habe es so gelernt dass das Hexagram einen Ausgleich darstellen soll, etwas ins Ausgleich bringt...das Pseudo-Hexagram hingegegen ein immerwährenden Wechsel bringen soll (Dualität?).
Jedoch habe ich keinerlei Wissen was es nun mit dem Septagram und dem Oktagram auf sich hat.

Wofür werden Septagramme benutzt?
Wofür Oktagramme?

Und gibt es einen Unterschied in ihren verschiedenen Ziehformen und was sin dann ihre Bedeutung innerhalb eines Rituals?

Ich nutzte die Form des Oktagrams bisher für spezielle Schutzzauber in Kombinaton mit Runen. Ich habe diese Symboliken immer bisher versucht mit der Numerologie zu erklären.
Das heisst jetzt folgendes:

Ein Septagram könne aufgrund der Numerologischen bedeutung (7 = Sieg, so habe ichs zumidnest kennengelernt und benutzt^^), für Rituale/Zauber verwendet werden die eben Erfolgversprechend sein sollen, oder einen Sieg in gewissen Situationen ist. Also unterstützend.

Ein Oktagram würde dann ja bedeuten (8 = Ordnung, soweit ichs kennengelernt habe), dass diese Symbol für Zauber/Riten verwendet werden kann um eine gewisse Ordnung innerhalb eines Systems zu schaffen und vllt. zur Problemübersicht.....

Eliphas Leary - 25/10/2007 um 13:13

Meinst Du mit "Pseudo-Hexagramm" das "Unikursale Hexagramm", welches Aleister Crowley sich ausgedacht hat? Es hat eigentlich nur den Vorteil, daß man es in einem Zug zeichnen kann, also ohne abzusetzen. Und das Zentrum ist Teil der Figur, es hat also in gewisser Weise sieben Punkte, die von den Linien berührt werden. Das macht dann z.B. das "Kleine Hexagrammritual" um einiges einfacher, denn um ein Hexagramm für die Sonne, welche dem Zentrum zugeordnet ist, zu ziehen, muss man jedes der sechs anderen möglichen Hexagramme ziehen, und das dauert.

Das Hexagramm ist einerseits ein Symbol des Ausgleichs, wie Du ja schon geschrieben hast. Dieser Symbolismus bezieht sich auf die vier Elemente, für die ja auch ein Satz von Dreiecken als Symbole verwendet werden: Dreieck mit Spitze nach oben für Feuer, Dreieck mit Spitze nach unten für Wasser, Dreieck mit Spitze nach oben und einem Balken durch für Luft, Dreieck mit Spitze nach unten und einem Balken durch für Erde. Das Hexagramm zeigt dann die Verbindung dieser vier Elemente zu einer Einheit.
Zudem ist das Hexagramm das Symbol des Makrokosmos, wie das Pentagramm das Symbol des Mikrokosmsos ist.
Und das Hexagramm ist das Symbol der Sieben Planeten, welche den Ecken und dem Zentrum nach der chaldäischen Reihe - also nach ihren Geschwindigkeiten - zugeordnet sind. Die obere Ecke ist dem Saturn zugeordnet, rechts oben dem Jupiter, links oben dem Mars, das Zentrum der Sonne, rechts unten der Venus, links unten dem Merkur, und die untere Ecke ist dem Mond zugeordnet. Ähnlich wie der "Blitz" oder das "flammende Schwert" im Baum des Lebens.
Im "Schlüssel Salomos" tauchen noch drei andere Formen des Hexagramms auf, diese insgesammt vier Formen werden den vier Elementen zugeordnet: das klassische, sternförmige Hexagramm steht für die Erde, das Hexagramm aus zwei entgegengesetzten Dreiecken, welche sich ihre Basis teilen (also voneinander weg zeigen) steht für die Luft, das Hexagramm, welches aus zwei Dreiecken besteht, die sich die Spitze Teilen (sie zeigen also von oben und unten aufeinander) steht für das Wasser, und das vierte Hexagramm besteht aus zwei Dreiecken, die beide nach oben zeigen, das Zentrum des oberen Dreiecks liegt auf der Spitze des unteren Dreiecks, dieses Symbol steht für das Feuer. Auch den Ecken dieser Hexagramme können die Planeten zugeordnet werden, abgeleitet aus den Zuordnungen des Erd-Hexagramms, so können diese vier Formen im "Großen Hexagramm-Ritual" verwendet werden.

Das Septagramm wird oft als Symbol verstanden, welches den Fluss der planetaren Kräfte darstellt. Wenn man die Sieben Planeten in der chaldäischen Reihe kreisförmig anordnet und dann das spitzere Septagramm in den Kreis zieht, dann verbindet der Siebenstern die Planeten in der Reihenfolge der Wochentage. Ordnet man die Wochentage kreisförmig an und zieht ein "stumpfes" Hexagramm in den Kreis, dann verbindet der Stern die Planeten der chaldäischen Reihe entsprechend. Daraus könnte man ableiten, daß der spitzere Stern die Kräfte des Makrokosmos in die materielle Welt leitet, der stumpfere Stern ist ein Symbol, welches an die höhere Ordnung in der meteriellen Welt erinnert und sozusagen "zur Ordnung" gemahnt (ähnlich wie der Ruf, der in vielen Logen erschallt: "In Ordnung!", woraufhin die Brr. das Zeichen ihres jeweiligen Grades geben).

Deine Interpretation des Oktagramms ist ganz richtig. Es wurde im Golden Dawn häufig als Basis für talismanische Figuren verwendet, diente also als Grundlage, um bestimmte "Zauber" zu wirken.

Zudem kann man jeden Stern (auch Enneagramm, Dekagramm, Undekagramm, Dodekagramm usw. usf.) nach seinem eigenen Zahlenschlüssel oder nach seiner Intuition verstehen und, wenn man dann durch sein Verständnis seinen eigenen Zugang zu dem Symbol hat, dieses Symbol auch so verwenden, wie man's verstanden hat. "Tu was Du willst" (im Sinne von Thelema) bedeutet auch "Vertrau Dir selbst, auch wenn Du Deinen Wahren Willen nicht kennst, denn Du hast keine andere Möglichkeit als Deinen Wahren Willen zu tun".

Kobald - 29/10/2007 um 13:12

Erstmal danke für die Erklärung^^

Also kann man das Septagram auch als Symbol für das Kosmische verwenden welches in die Materie geleitet wird? Wenn es ja mit der Anordnung der Planeten zu tun hat würde ich es so weiter ableiten. Meinst du mit dem "stumpferen", die weiter Zugmöglichkeit des Septagrams oder wirklich hier das Hexagram?

Also wäre das Hexagram das Makrokosmos und das Septagram der "Kosmos" an sich.....

Eliphas Leary - 29/10/2007 um 19:36


Zitat von Kobald, am 29/10/2007 um 13:12
Erstmal danke für die Erklärung^^


Keine Ursache, mache ich gern. :)
Symbolik ist mein Steckenpferd.....


Zitat von Kobald, am 29/10/2007 um 13:12

Also kann man das Septagram auch als Symbol für das Kosmische verwenden welches in die Materie geleitet wird? Wenn es ja mit der Anordnung der Planeten zu tun hat würde ich es so weiter ableiten.


Ja, so kann man's verstehen. Probier am besten mal praktisch aus, was ich da oben beschrieben habe: zeichne einen Kreis auf ein Papier und teile den in sieben Abschnitte. Dazu ein "Geheimrezept": Nimm einen Zirkel, wähle einen Radius von sechs Zentimetern und ziehe einen Kreis. Danach stell den Zirkel auf etwa 5,3 Zentimeter und zeichne damit Abschnitte auf den Kreis (würdest Du den selben Radius nehmen, wie für den "Basiskreis", also sechs Zentimeter, dann hättest Du sechs gleichgroße Teile = Hexagon/Hexagramm, würdest Du sieben Zentimeter für die Abschnitte nehmen, dann hättest Du fünf Abschnitte, also ein Pentagon/Pentagramm).
Dann setze die Symbole (oder Namen) der Planeten der chaldäischen Reihe folgend an die Punkte, also Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur, Mond. Schau es Dir an und zieh das "spitze" Heptagramm, welches dann die Reihenfolge der Wochentage ergibt. Probier's danach in die andere Richtung, also Wochentage um den Kreis und diese nach der chaldäischen Reihe verbinden.


Zitat von Kobald, am 29/10/2007 um 13:12

Meinst du mit dem "stumpferen", die weiter Zugmöglichkeit des Septagrams oder wirklich hier das Hexagram?


"Stumpf" und "Spitzer" beziehen sich auf die Winkel. Präzisierung: das stumpfere Heptagramm verbindet jeden zweiten Punkt, das spitzere verbindet jeden dritten Punkt.


Zitat von Kobald, am 29/10/2007 um 13:12

Also wäre das Hexagram das Makrokosmos und das Septagram der "Kosmos" an sich.....


Jepp, darum ist das Heptagramm bei Crowley auch das Symbol von Babalon (als stumpfes) und Therion (als spitzes), also der beiden großen Polaritäten des Kosmos.

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