Thema: Chaosmagie - warum und wofür angewendet?

Forum: Chaosmagie

Autor: Mithrandir


Mithrandir - 4/4/2006 um 14:00

hallo zusammen,

beschäftige mich z.Z. sehr wenig mit chaosmagie, diese hat jedoch mein interesse geweckt.
dadurch entstand auch meine frage. warum und wofür wird chaosmagie verwendet? erzählt mir bitte nichts von schwarzer und weißer magie, diese ansicht vertrete ich nicht. es gibt nur die magie, wie man sie einsetzt macht den unterschied. nun zurück zur frage. gibt es spezielle gottheiten, die der chaosmage zugeschrieben werden?
freu mich im voraus über eure antworten

in diesem sinne
Mithrandir

wirrkopp - 4/4/2006 um 14:31

ich empfehl mal c.g. jungs archetypen...

wahlweise kannst dus natürlich auch mit dem alten grauen mann im himmel, oder dem kleinen roten ziegenbock unter der erde versuchen :cool:


[Editiert am 4/4/2006 von wirrkopp]

Ra - 4/4/2006 um 20:33

Nun die Frage ist so einfach nicht zu beantworten ohne gleich tief in die Materie einzusteigen, aber ich versuche mich mal daran :)

Gottheiten: Grundsätzlich gibt es keine zentralen Gottheiten im Allgemeinen, da jeder sein eigenes Pantheon für sich erschaffen sollte, bzw auch immer wieder selbiges wechselt. Da das ganze sehr dynamisch aufgebaut ist wechselt die Gottheit dem entsprechend auch je nach Begebenheit was erreicht werden soll.
Jedoch werden manche Götter wie Eris oder Discordia gerne dem Chaos zugeschrieben. Vieleicht könnte man diese auch als "der Chaosmagie zugeschrieben" betrachte. Ich selbst arbeite nicht damit, aber wenn man die Bücher von Malaclypse anschaut... naja das sollte man gelesen haben um sich ein Urteil darüber zu bilden :)

Verwendungszweck: Meiner Meinung nach die Oberste Regel: erschaffe, zerstöre, erfreue dich.
Folgerung 1: Tu was du willst!
Folgerung 2: Lebe mit den Konsequenzen!
Chaosmagie wird gerne als Verantwortungslos angesehen doch ich denke das meistens vergessen wird, daß man auch mit dem Resultat leben können muß. Trotzdem kann man die Chaosmagie in allen Bereichen verwenden, da das ganze eher allgemein und universell gehalten ist.

Hoffe es hat weitergeholfen. Wenn es nicht klar war einfach nochmal weiter sticheln :)

Frater526 - 6/4/2006 um 18:17

93!


Zitat:
gibt es spezielle gottheiten, die der chaosmage zugeschrieben werden?



Cthulhu *g* Mein ich ernst... Ein paar Blicke in Standardwerke wie Liber Null wird das erläutern... Und die gute alte Eris aka Discordia. Vielleicht am wichtigsten... Aber hab schon Leute aus diesem Umfeld erlebt die nehmen die Schlümpfe...

Klingt alles albern aber das ist einer der positiven Dinge an den Xaoten... Haben der Magick einen Teil des Lachens wiedergegeben...

93-93/93
blessed be(ast)
526

DerWeiseMitBart - 17/3/2007 um 00:10


Zitat:
hab schon Leute aus diesem Umfeld erlebt die nehmen die Schlümpfe...


loooool
das ja mal geil :D :D

Zitat:
Folgerung 1: Tu was du willst!
Folgerung 2: Lebe mit den Konsequenzen!


also sozusagen das, was die satanisten behaupten zu tun,
es dann aber doch nicht tun, da sie sich doch wieder einem 'gott' unterwerfen *grins*

kleiner scherz, will jetzt keinen beleidigen damit :thumbup:


[Editiert am 17/3/2007 um 00:11 von DerWeiseMitBart]

herr der schatten - 15/4/2007 um 13:43

ich bezweifle, dass du in der chaosmagie gottheiten finden wirst. die götter sind nur eine versinnbildlichung dessen, was sie symbolisieren. rufst du beispielsweise helios an, rufst du dabei die energien der sonne und des lichts. wenn du an der chaosmagie interessiert bist solltest du nicht nach gottheiten sondern eher nach ihrer einstellung und ihrer art, magie zu wirken suchen.

Mordu - 2/10/2008 um 15:45

Ich denke schon, dass man in der Chaosmagie auch Gottheiten anbeten kann. Genau das ist ja das Schöne an der Chaosmagie, man kann sich seine Rituale selber zusammenstellen, wie man es will, Hauptsache man glaub an das was man tut.
Ich glaube Chaosmagie wird aus dem selben Grund angewendet, wie auch alle anderen Magie arten, um seine Ziele zu verwirklichen und Wünsche zu erfüllen. Der einzige Unterschied ist, dass man sich nicht an vorgegebene Rituale halten muss, ich habe gar kein beständiges Ritual, ich entscheide meistens ganz spontan wie es weitergeht. Geister oder Gottheiten leiten mich zwar teilweise schon, aber ich mache mir nicht einmal Gedanken darüber wer das dann gewesen ist oder aus welcher Mythologie er / sie stammt. Ich versuche durch meine Zauber ein langes und glückliches Leben zu erreichen, oder sogar zu einem höherem Wesen aufzusteigen. Die Rituale die ich dabei anwende sind meistens ganz individuell und beinhaltet kaum noch was von den niedergeschriebenen Ritualen, über die ich mich erst seit kurzem informiere.

Fallen Angel - 4/10/2008 um 00:05

In der Chaosmagie kannst du machen was du willst, aber sie warnt dich leider zu wenig vor den Risiken, deswegen bekommst du direkt den ganzen "rückschlag". Bei Voodoo wird es durch wesenheiten abgefanegen, bei chaismagie arbeitest du direkt, da kommst du nich t besonders weit, denn es wird dich grillen....aber es ist ein anfang, ich habe zum beispiel alle möglichen richtungen gelernt, chaosmagie war das beste, allerdings ist richtige magie, keine chaos magie, du musst den chaos weg streichen ;)

Abu-Fihamat - 5/10/2008 um 18:51

-.- Was hier so alles über Chaosmagie geschrieben wird ist zum Teil richtig und zum Teil lächerlich!

@Mithrandir:
Ich denke das du dir grundlegende Werke wie von Peter Caroll (Liber Null I-II) besorgen solltest. Es gibt noch einige Bücher über Chaosmagie, die Zwei bringen Theorie und Praxis am besten zum Ausdruck.
Wenn du jedoch mehr einen kleinen Überblick über Chaosmagie haben willst, empfehle ich dir Liber Kaos :D

Hier noch eine kleine aber treffende Definition von Chaosmagie:

Wer Chaosmagie praktiziert, versucht außerhalb aller Kategorien zu stehen. Weltbilder, Theorien, Glaubenssätze, Meinungen, Gewohnheiten und sogar Persönlichkeiten sind für die Chaosmagier nur Werkzeuge, die willkürlich gewählt werden können, um die Welt, die sie um sich sehen und erschaffen, zu verstehen und zu gestalten. Chaosmagier werden oft als lustig, extrem und sehr individualistisch beschrieben. Sie betrachten sich auch als außerordentlich tolerant, denn ihrer Ansicht nach sind alle Dinge, über die man sich streiten könnte, ohnehin nur Meinungen und somit beliebig austauschbar.


[Editiert am 21/7/2010 um 21:39 von Abu-Fihamat]

Malig   - 6/10/2008 um 11:45


Zitat:
Bei Voodoo wird es durch wesenheiten abgefanegen


Nö, wirds nicht. Kein Spirit würde sich aufbürden was eigentlich dem Zauberer gebührt. Eine hohe Abhängigkeit zu Wesen (es gibt einfach kein Paradigma in dem man mehr von Wesen abhängig ist als im Voodoo) bedeutet nicht automatisch das die Loas sich auch vor den Zauberer stellen wenn er Mist baut.

Nebenbei bemerkt könnte der Chaoszauberer auch in das Voodoo-Paradigma einsteigen und dieses verwenden. Oder auch nur eine Core-Voodoo-Variante.
Das Multiversum des Chaosmagiers bildet sich aus den bereits vorhanden Universen. Er entnimmt Techniken aus anderen Paradigmen und bindet diese in sein System ein, natürlich so das dieses System weiter optimal läuft und es kein ineffektives Durcheinander gibt. "Nimm dir eine Technik die es wert ist an sie zu glauben!"

Daher ist es auch nicht möglich eine allgemein gültige Definition von CM zu geben da jeder Chaoszauberer in seinem magischen Modell und seiner Arbeitsweise, selbst in den verwendeten Werkzeugen ein Individualist ist.
So ist bspw. bei mir eine Mischung aus Hinduismus und Voodoo entstanden, was erst etwas merkwürdig erscheint aber durchaus gut konfigurierbar ist.
Ebenso tauchen aber an einigen Stellen auch Teile aus dem Henochischen auf oder auch mal Runen, aber diese eher selten.

Was durch diese hohe Transparenz leider auch oft entsteht sind entweder völlige Suppenkaspereien (was aber durchaus auch mal zum Spaß sein darf) oder eben auch (ich erinnere mich da gerne an Rincewind aus "Die Farben der Magie") ein Zauberer der vor einem Drachen davonläuft und laut ruft das er nicht an Drachen glaubt. Als wäre das eine Erklärung das es den Drachen der ihn gerade verfolgt nicht gibt. ;-)
Die große und auch geforderte Kreativität führt leider auch allzuoft in die Ineffektivität.

Allerdings entstehen in der Chaosmagie auch die meisten neuen Ansätze, da hier eben auch viel ausprobiert und geforscht wird. Aber im Endeffekt sind alle Chaosmagier Spezialisten in ihren Gebieten.
Die Anwendungsgebiete der CM sind genauso wie in allen Magierichtungen, vielleicht sogar noch etwas weiter gefächert.

Viele Grüße

Fra. Malig


[Editiert am 6/10/2008 um 11:47 von Malig]

Merlin666 - 20/7/2010 um 20:12

chaosmagie schafft veränderungen die wiederum veränderungen verursachen.irgendwann gerät sie außer kontrolle.z.b:jemand zündet eine eiche an, die stürzt um und steckt die ganze stadt in brand.es gibt auch kontrollierte chaosmagie bei der jemand verwirrt oder wahnsinnig gemacht wird.aber auch das geht früher oder später schief denn viele wahnsinnige neigen zu gewalttaten.Fazit:lass lieber die finger davon.

Varghamn - 20/7/2010 um 20:36

Bullshit.

Das einzige was an dem Beitrag Hand und Fuß hat ist das Chaosmagie Veränderung schaffen kann.
Das Chaos bezieht sich in dem Kontext auf die Sammlung aller bereits manifestierten Möglichkeiten und derer die ihrer Manifestation noch harren.

Erst denken, dann was schreiben...

Alles und Nichts - 21/7/2010 um 08:27

als jemand, der seit ca. 18 jahren chaosmagie betreibt, auch wenn es nun seit einigen jahren in den hintergrund tritt kann ich aus meiner sicht einen beitrag leisten.

ich kann spielen (das meine ich nun wörtlich eher mit einer negativen betonung) und gehe mal ins voodoo und danach zu den runen oder arbeitet direkt mit vermeintlichen chaosgöttern. die sogenannten chaosgötter sind einfach götter, zu denen chaosmagier aufgrund bestimmter eigenschaften, dieser götter, einen stärkern bezug haben. diese vorgehensweise kann ein einstieg sein, wer hier aber stehen bleibt, hat nichts verstanden und möglicherweise geht es auch ziemlich nach hinten los. ich habe dies immer wieder beobachten können. diese herangehensweise findet man oft bei einsteigern, egal welcher richtung.

chaosmagie, was ist das? kurz gesagt, die chaosmagie ist für die magie das, was der konstruktivismus für die wissenschaft ist.

anders formuliert, worum es in der chaosmagie meiner meinung nach eigentlich geht, ist das auffinden der zugrundeliegenden psychologisch/ magischen gesetzmäßigkeiten und kräfte, auf denen alle paradigmen aufgebaut sind. mit kräften ist der essentzielle kern unterschiedlicher gottheiten gemeint, die zum beispiel mit kampf zu tun haben, befreit von den ganzen kulturellen ballast.

wenn ich die gesetzmäßigkeiten kennen, kann ich direkt arbeiten, ohne umweg über irgendwelche götter oder auch mit den schlümpfen, weil ich vielleicht ein freakiger typ bin. natürlich gibt es chaosmagier, die sich einem paradigma verbunden fühlen, es ist aber ein unterschied, ob ich die zugrundeliegenden gesetzmäßigkeiten kennen oder mich an das regelwerk eines bestimmten kulturell geprägten glaubenssystemes halt, mit allen tabus und geboten. weiterhin neigen chaosmagier dazu in bereiche des geistes vorzustossen, die einfach fremd sind. die großen alten, die ja aktuell in einem anderen bereich diskutiert wurden :-), sind nur ein beispiel, meiner meinung nach aber nicht gerade das beste. auf der grundlage der basisgesetzmäßigkeiten kann natürlich jeder ein eigenes system schaffen. das wesentliche kriterium in der chaosmagie ist einfach der erfolg.

manche chaosmagier gehen noch einen schritt weiter und stellen sich die frage, wer/ was ist das überhaupt, was ein paradigma konstruiert und gibt es jenseits dieser instanz noch etwas zu entdecken.

das warum ist somit beantwortet. wofür liegt im ermessen des anwenders und hat teilweise auch mit dem warum zu tun.


[Editiert am 21/7/2010 um 09:22 von Alles und Nichts]

Lug Skywalker - 21/7/2010 um 12:28

nach beendigung der gutenberg-galaxie und dem einzug ins globale dorf, lautet synkretismus, die neue devise. nicht nur in der magie.
historisch gesehen ist die chaosmagie eine logische konsequenz nach all dem lsd in den sechzigern - ich finde es bezeichnend, dass sie im selben jahr auftauchte, als man das erste mal das wort "punk" hörte :D
nun, und der psychonautische ansatz war damals einfach up-to-date und ist es wohl auch immernoch. experimentelle magick zeigt dir schnell, was funktioniert und was nicht. und wenn man sich nun die arbeiten, einiger der bekanntesten schreiberlinge ansieht, fällt der zeitgenössische ansatz auf - von william burroughs bis steven jobs scheinen diese menschen alles verschlungen zu haben, was potentiell funktionieren könnte.
und sie sind in diesen bereichen wohl weiter vorgedrungen als jene, die paradigmen oder gar dogmen verhaftet sind, auch wenn diese bodeständigkeit einen halt gibt, der gerade am anfang wichtig scheint. aber letztlich muss auch die magie erwachsen werden (was nicht bedeutet, aufzuhören zu spielen - im gegenteil)

;)

Alles und Nichts - 21/7/2010 um 13:08

es gibt spielen und spielen.

Darkneesdream - 21/7/2010 um 13:39

für mich bedeutet chaosmagie ohne festgelegte regeln und rituale zu arbeiten
individuell halt .... ohne an irgendwelchen vorgaben festzuhalten

Alles und Nichts - 21/7/2010 um 16:18

es gibt die regeln innerhalb von glaubenssystemen wie voodoo, runen und natürlich des jeweiligen sozialen biotops, hiermit meine ich tabus und gebote, die beschränkungen im geist auferlegen. als stichwort seien einfach glaubenssätze genannt.

es gibt im weitesten sinne regeln für die durchführung einer magischen operation. hierunter verstehe ich sowas wie eine bannung oder einen willenssatz. bei schönen arbeiten (was auch immer das sein mag) neige ich dazu, die energie am ende des ritus nicht zu bannen. das könnte man dann als regelbruch bezeichnen. die chaosmagier, die ich kenne, arbeiten mit willenssätzen, bannungen und auch toren oder anrufungen, um mit energien in kontakt zu kommen. hier geht es dann um das gesetz der ressonaz, um nur eines zu nennen. weiterhin hat jede magische operation eine einleitung, einen hauptteil und einen schluss, auch in der chaosmagie. diese struktur findet man auch bei ganz spontanen arbeiten.

die regeln und strukturen sind nur auf einer anderen ebene angesiedelt. nicht innerhalb eines glaubenssystemes, sondern jenseits davon. ich spreche in diesem zusammenhang von universellen gesetzmäßigkeiten.

dahinter lauert nur noch die quelle, das namenlose, das nichts aus dem alles genau jetzt entsteht.


[Editiert am 21/7/2010 um 16:40 von Alles und Nichts]

Necromant - 24/7/2010 um 19:50


Zitat von Alles und Nichts, am 21/7/2010 um 16:18
es gibt die regeln innerhalb von glaubenssystemen wie voodoo, runen und natürlich des jeweiligen sozialen biotops.


Geben schon nur beachtet sie keiner. :D :D

Dieses Thema kommt von : Magie-Com & Templum Baphomae
https://magie-com.de

URL dieser Webseite:
https://magie-com.de/modules.php?name=aBoard&file=viewthread&fid=21&tid=411