Thema: Keltische Magie

Forum: Andere

Autor: Raxend  


Raxend   - 27/9/2013 um 18:48

Ich habe etwas darüber gelesen,aber ist es eine Naturreligion oder eher Naturmagie?
Auch habe ich gehört,dass es keltische Wicca gibt,wenn jemand etwas darüber weiß oder eine der genannten Personen anwesend ist wäre ich sehr froh,wenn mir Jemand einen genaueren Durchblick gewähren könnte.

Danke im voraus,Raxend :D

Hephaestos - 28/9/2013 um 07:57

Gibts ein gutes Buch von Jan Fries drüber.

Serafia_Serafin - 28/9/2013 um 11:07

Ich denke, das ist ziemlich schwierig, wenn man sich tatsächlich den Ursprung im Keltentum auf die Fahnen schreibt. Wenn ich mich nicht sehr täusche, weiß man das, was man über die Kelten weiß durch das, was andere - zu ihrer Zeit existierende - Personen über sie berichtet haben und das, was sich aus Ausgrabungen rekonstruieren lässt... Soweit ich mich erinnere, gibt es von den kelten keine schriftlichen Überlieferungen.

Dementsprechend kann keltische Magie nur ein weiterer Aufkleber sein, mit dem man zeigen will, in welcher mystischer Richtung man sich bewegen möchte.

Celtic Wicca kenne ich bisher nicht, weiß aber, dass die Mythologie der Wicca sich an das Keltische oder das, was man davon zu wissen glaubt, anlehnt. Es hat nicht zwingend mit Naturmagie zu tun. Da ich aus Respekt zu den Wiccas, die Wert auf Geheimhaltung legen, hier nicht alles recherchierbar schreiben möchte, kannst du mich gerne per PN darauf ansprechen.

greebo - 28/9/2013 um 12:13


Zitat von Raxend, am 27/9/2013 um 18:48
Ich habe etwas darüber gelesen,aber ist es eine Naturreligion oder eher Naturmagie?
Auch habe ich gehört,dass es keltische Wicca gibt,wenn jemand etwas darüber weiß oder eine der genannten Personen anwesend ist wäre ich sehr froh,wenn mir Jemand einen genaueren Durchblick gewähren könnte.

Danke im voraus,Raxend :D

für die kelten damals war es religion. ausgestorbene religionen kehren heute unter dem namen magie zurück - vor allem weil man zu wenig darüber weis und sich das meißte eher in einem geheimnisvollem dunkel befindet.

mit natur hat es überhaupt nichts zu tun! das ist eher die propaganda der naturfreunde, die sich mit dem in den eichen herumturnenden druiden, der sich auf mistelsuche befindet, identifizieren; und in irgendwelchen hainen und steinkreisen herumtollen... die keltische kultur war die kultur der eisenzeit, keine andere hatte die metallgewinnung und -verarbeitung derart perfektioniert. die folge daraus war ein noch nie dagewesener raubbau an der natur. stollen und mienen. riesige wälder, die abgeholzt wurden für die minen und zur holzkohlegewinnung zur gewinnung und weiterverarbeitung des metalls. insgesamt wurden über zwei millionen tonnen schlacke (abfallprodukt der erzgewinnung) von archäologen in keltischen siedlungen gefunden... also nix mit natur und dergleichen, ist ein romantisches bild der moderne von dem ach so noblen wilden, der die natur liebt und achtet, blabla...

wicca ist eine sehr junge kreation und genau genommen eine religion. sie ist großteils aus keltischen überbleibseln und etwas germanischem zusammengeschustert, wie man es von einer britischen entwicklung erwarten kann. wie es auch sehr gut an den festen im jahreskriech ersichtlich ist: samhain, imbolc, beltane, lughnasadh sind keltisch; sonnenwenden wie z.b jul sind germanisch. das ist auch noch eine der großen fragen, warum sie die sonnenwenden komplett ignorierten, was nur wenige kulturen taten. stattdessen sind die vier keltischen feste um 40 tage verschoben. wicca ist jedoch nicht keltisch. auch ein keltisches wicca nicht.

das von Hephaestos erwähnte buch war mir bisher unbekannt, ist wir wohl irgendwie durch die lappen gegangen, macht aber einen brauchbaren ersteindruck.


EDIT: einen unvollständigen satz korrigiert (es fehlten die worte 'ersichtlich ist')


[Editiert am 28/9/2013 um 12:18 von greebo]

LoS - 28/9/2013 um 13:51

Hm, fangen wir zunächst mal damit an, daß es "die Kelten" nicht gegeben hat. Es gab Stämme die wir in einer bestimmten Epoche in einer bestimmten Region unter dem Begriff "Kelten" zusammenfassen. Verglichen mit anderen Sammelbezeichnungen verschiedener Kulturen wissen wir über "die Kelten" recht wenig und das Wissen was wir haben weist auf wenig Gemeinsamkeiten hin, wenn es auch Ähnlichkeiten geben mag. Was niemanden davon abhält, den Sticker zu benutzen natürlich. Außerdem ist strittig, ob und welche Stämme man bei "den Kelten" dazuzählt und welche nicht, so zB bei den Pikten.

Was ihre religiösen Praktiken angeht, ist - wie bei dem meisten anderen Praktiken was sie betrifft - nur wenig überliefert, da sie eher zu mündlicher Überlieferung denn zu schriftlicher neigten. Wir haben nur Ergebnisse und müssen bei dem Rest raten, können also nur mutmaßen wie sie was genau gemacht haben (im Gegensatz z.B. zu den Altägyptern) und selbst da sind sie Kinder ihrer Zeit, rund um die Welt. Parallelen zum Animismus und Spiritismus, gemischt mit lokalem Aberglauben und der Interpretation der Umgebung durch ihre Ältesten. Was sie wie intensiv geglaubt haben werden wir ohne Zeitmaschine vermutlich nie erfahren. Ein Bekannter von mir verfolgt da eine andere Herangehensweise - die der sog. experimentellen Archäologie: Er und seine Gruppe schaut sich die Mittel an, die damals verfügbar waren und versucht mit ihnen auf die selben Ergebnisse zu kommen (vom Bronzegießen bis zum Dinkeleintopf) - nicht uninteressant, aber für unsere Frage hier leider auch nicht ergiebig.

Zu Wicca - es ist eine neue Religion. Sie muss mit Magie zunächst mal nichts zu tun haben (wenngleich es Mitglieder geben mag, die selbige Praktizieren sollen), ist aber bekannt dafür auf alles einen Anspruch zu erheben, was irgendwie archaisch alt wirkt und mit der Natur zu tun hat oder haben könnte. Meiner persönlichen Erfahrung nach dichten sie sich allerhand Zeug zusammen, um ihren Pseudoanspruch auf Alter und Ursprünglichkeit zu untermauern. Vielleicht ein Minderwertigkeitskomplex gegenüber den etablierten Religionen zu denen sie eine Alternative bieten möchten - haben andere ja auch (Mormonen, Scientology, etc.) Teils völlig an historischen Fakten vorbei, teils unter Verbrämungen selbiger mit ihrem Dogma. Sie sollen von mir aus glauben was sie glauben wollen, aber in den meisten Fällen, wo es um Alter, Traditionen, Ansichten und Regeln, etc. geht lügen sie sich in die Tasche und plappern nach.

Naturmagie findest Du in den schamanischen und neoschamanischen Richtungen aller Art quer über den Globus. Im Allgemeinen sind diejenigen, die bescheiden sind in ihren Ansprüchen diejenigen, denen man am ehesten trauen könnte, finde ich. Vor allem, weil sie meistens einfach "machen" anstatt mit vielen Worten ein inhaltsleeres mystisches Gerüst um sich selbst aufzubauen.

Schließen wir das alles mal kurz und kommen zu Deiner Frage zurück - Keltische Magie. Ich gehe davon aus, daß es sich größtenteils um Sachen handelt, die von Jan Fries im Kessel der Götter und Seidwärts abgefasst wurden. Sie sind somit recht neu, sind von Schamanen und dem was man über sie weiß oder von ihnen hört inspiriert - das macht das Ganze aber noch nicht keltisch. Was das angeht, denke ich daß wir in dieser Zeit gerade einen Versuch erleben von "to coin a term". Also einen Begriff zu prägen. Wichtig, in einer Welt aus Marken, Erwartungen, Abgrenzung, Konkurrenz und multimedialer Überflutung.

Wir sollten uns aber nicht dazu hinreißen lassen, den Begriff Religion aus der heutigen Perspektive zu betrachten, sondern uns viel eher fragen: Wenn sie damals geglaubt haben, wie war das wohl? Kirchen, heilige Schriften, Missionare und so weiter - das gabs alles nicht. Wo ist unser gegenwartsgeprägtes Bild eine Milchglaslinse für unseren Blick auf die vergangenen Zeiten? Und vielleicht erwächst daraus ein entsprechendes Verständnis.

Ich finde, es wird vor allem bei den neo-irgendwassen nur selten zwischen Glaube/"Religion" und Magie unterschieden, wie greebo es schon treffend formulierte, es ist ein romantisiertes Bild dessen, was man mit genug hingabe in die Vorstellung von wie Natur sein könnte hineininterpretiert. Wie das Leben damals war, welche Herausforderungen es bot und was damals tatsächlich ursprünglich und intensiv jeden Tag zu erleben anstand, darüber machen sich neo-naturalisten kaum Gedanken. Warum sollten sie auch? Sie haben ein Dach über dem Kopf, Nahrung im Kühlschrank, Wasser aus der Wand, Kleidung die nicht zerschlissen ist, einen Donnerbalken aus Porzellan, Pillen im Medizinschrank, ein Fortbewegungsmittel beliebiger Art und die Möglichkeit in Sekunden Dinge zu erfahren, die am anderen Ende der Welt passieren oder mit Menschen zu sprechen die dort sind. All das, was wir für selbstverständlich erachten - waren Herausforderungen für die Menschen damals, die tödlich enden konnten. Jeden Tag. Wie viel können sie dann von den Menschen damals und ihrem Leben wirklich noch verstehen? Wenn man die Romantisierung weglässt, geht das nämlich ganz schön auf die Knochen und die Leute sind dann auf einmal gar nicht mehr so begeistert.

Zu beobachten beim Mittelalter-Markt, wo die Leute altmodisch Zelten und Leben, oder zumindest so tun - nach einer Woche sind die so kaputt, daß sie sich ein paar Tage später immer noch nicht gefangen haben und da ist die Feldarbeit und Jagd noch nicht einmal mit eingerechnet.. ^^

So, jetzt aber genug darüber hergezogen. Schönes Wochenende!

Feluna - 28/9/2013 um 14:30

Ich schließe mich komplett dem an, was Serafia und LoS bereits gesagt haben.

Auf deine Frage kann man leider nicht klar antworten, ohne erstmal die Begriffe "Kelten" und "Wicca" in Frage zu stellen und kritisch zu begutachten.

"Die Kelten" hat es nicht so gegeben, v.a. nicht wie wir es in diversen Büchern der magischen Szene erzählt bekommen. Jan Fries ist super, ich mag ihn und seine Werke, allerdings kann man gerade bei "Kessel der Götter" sagen, dass das historisch gesehen so nicht ganz richtig ist was er da schreibt. Wahrscheinlich zumindest nicht.
Wie LoS es auch bereits gesagt hat: Wir sehen die Vergangenheit nicht klar, sondern mit unseren Augen, durch unsere Brille und erfassen sie mit unserem Verstand wie er vom Heute geprägt ist. Haben die alten Völker zur Zeit der indogermanischen Völkerwanderung so an Götter geglaubt wie wir es tun (bzw. wie die Religiösen es in unserer Gesellschaft tun)? Haben sie sie ähnlich wie wir es kennen angebetet? Waren sie vllt eher animistisch geprägt?

Wicca glauben- tatsächlich - dass ihre Religion die älteste auf der Erde sei. So einen Blödsinn muss man erstmal verarbeiten. Sie stützen sich dann darauf, dass sie ja eigentlich Schamanen seien, nur eben einen Gott und eine Göttin anbeten, die ALLE Götter auf der Erde sind. Ist ja ihre Sache, wenn da die Ungereimtheiten nicht wären. Es ist schlichtweg nicht wahr, dass die Menschen vor 30 000 Jahren an die Mondgöttin und ihren gehörnten Gefährten geglaubt haben. xD Zumindest haben wir dafür keine Anhaltspunkte.

Aber um mal wenigstens etwas auf deine Frage einzugehen:

Die meisten Wiccas haben (wurde auch bereits erwähnt) generell viel "Keltisches" übernommen bzw. das, was sie dafür halten. Stil, Götternamen etc. übernehmen sie, keltisch-magische Praktiken denken sie sich womöglich aus, da es in dem Bereich keine zuverlässigen Überlieferungen gibt. Und da Wiccas de facto offenbar nicht viel mit Geschichte am Hexenhut haben, kennen sie sich in der Thematik sowieso nicht besonders gut aus.

In der Wiccareligion gibt es so viele Richtungen, dass man da komplett den Überblick verliert. Und die Unterschiede sind marginal.

@LoS
Soweit ich weiß, sagen die Wiccahexen schon, dass sie Magie betreiben. Sie seien ja eine "magische Religion". Aber witzigerweise gibt es unter den Hexentum-Hexen generell viele, die nicht einmal wissen, dass es auch Leute gibt, die tatsächlich *oh schock* Magie betreiben ohne an die große Göttin zu glauben. Nun die Wiccas sind, rechnet man sie zur magischen Szene dazu, auf jeden Fall die größte Gruppierung und das mit einem gewaltigen Abstand. Ihre Magie allerdings beschränkt sich auf das, was sie "Rituale" nennen und eigentlich Zeremonien sind. Meist recht leere mit auswendig gelernten Anrufungen und Phrasen. Sieht auch eher alles religiös aus, als magisch, das ist wahr. Aber dieses leere Gewisch haben wir ja auch bei Hermetikern und anderen "Magiern".

Hephaestos - 29/9/2013 um 08:57


Zitat:
Wicca glauben- tatsächlich - dass ihre Religion die älteste auf der Erde sei. So einen Blödsinn muss man erstmal verarbeiten.


Ein befreundeter Wicca (British traditional, wohlgemerkt!) sagte mal, Wicca sei seit 1950 die älteste Religion der Welt. (Legt mich nicht auf das jahr fest, ich weiß nicht mehr genau, was er gesagt hat) SOOOO furchtbatŕ ernst nehmen die sich gar nicht, wenn man sie mal näher kennt. Und Fruchtbarkeitskulte scheinen ja neben Totenkulten _wirklich_ zu den ältesten zu gehören.

Serafia_Serafin - 29/9/2013 um 11:08


Zitat von Feluna, am 28/9/2013 um 14:30

Wicca glauben- tatsächlich - dass ihre Religion die älteste auf der Erde sei. So einen Blödsinn muss man erstmal verarbeiten. Sie stützen sich dann darauf, dass sie ja eigentlich Schamanen seien, nur eben einen Gott und eine Göttin anbeten, die ALLE Götter auf der Erde sind. Ist ja ihre Sache, wenn da die Ungereimtheiten nicht wären. Es ist schlichtweg nicht wahr, dass die Menschen vor 30 000 Jahren an die Mondgöttin und ihren gehörnten Gefährten geglaubt haben. xD Zumindest haben wir dafür keine Anhaltspunkte.
Die meisten Wiccas haben (wurde auch bereits erwähnt) generell viel "Keltisches" übernommen bzw. das, was sie dafür halten. Stil, Götternamen etc. übernehmen sie, keltisch-magische Praktiken denken sie sich womöglich aus, da es in dem Bereich keine zuverlässigen Überlieferungen gibt. Und da Wiccas de facto offenbar nicht viel mit Geschichte am Hexenhut haben, kennen sie sich in der Thematik sowieso nicht besonders gut aus.

In der Wiccareligion gibt es so viele Richtungen, dass man da komplett den Überblick verliert. Und die Unterschiede sind marginal.

@LoS
Soweit ich weiß, sagen die Wiccahexen schon, dass sie Magie betreiben. Sie seien ja eine "magische Religion". Aber witzigerweise gibt es unter den Hexentum-Hexen generell viele, die nicht einmal wissen, dass es auch Leute gibt, die tatsächlich *oh schock* Magie betreiben ohne an die große Göttin zu glauben. Nun die Wiccas sind, rechnet man sie zur magischen Szene dazu, auf jeden Fall die größte Gruppierung und das mit einem gewaltigen Abstand. Ihre Magie allerdings beschränkt sich auf das, was sie "Rituale" nennen und eigentlich Zeremonien sind. Meist recht leere mit auswendig gelernten Anrufungen und Phrasen. Sieht auch eher alles religiös aus, als magisch, das ist wahr. Aber dieses leere Gewisch haben wir ja auch bei Hermetikern und anderen "Magiern".



Feluna, ich weiß nicht, wie viele Hexen-Hexen und wie viele Wicca-Hexen du kennst. Es gibt überall Anfänger, die sogar baff erstaunt sind, dass es Hexen überhaupt gibt, dass man Bücher darüber lesen kann. Hexen sind in den Medien den "Magiern" gegenüber einfach überrepräsentiert, weswegen es mich nicht sehr wundert, dass man den Einstieg eben erst einmal unter diesem Begriff macht.

Es gibt Menschen, die unkritisch mit der angeblichen Geschichte umgehen und sich nach Tradition sehnen. Die passende Literatur wäre hier Zsuzsanna E. Budapest, die diese Dinge gern weiter verbreitet und auch anderen ähnlich mystisch verbrämten Blödsinn. Anders gesehen gibt es, um bei den literarischen Beispielen zu bleiben das "Progressive Witchcraft" von Janet Farrar und Gavin Bone, in dem die Autoren offen zugeben, dass sie sich eine neue Mythik aus den Fingern gesaugt haben, weil es eben besser passte.

Was mich stört ist, dass du die Wiccas über einen Kamm scherst. Das Bild, das du malst, trifft so einfach nicht zu.

Die meisten Fluffy-Bunnies sind sowieso nur wild auf den mystisch-magischen Titel "Hexe" und haben kaum etwas mit dem, was den Begriff eigentlich ausmacht, gemein.

Dann: Womit beginnt für dich das Ausüben von Magie?

So, wie du über die Rituale urteilst, lässt du mich glauben, dass du bisher entweder nicht bei einem "richtigen" dabei warst oder noch gar nicht. Manche nehmen auch niemanden mit hinein, der nicht initiiert ist. Ich hatte das Glück, bei Leuten dabei zu sein, die damit offener umgingen. Und so, wie du es schilderst, kann ich verstehen, warum die Hardliner darauf bestehen, dass nicht initiierte sich noch nicht Wicca nennen sollten, weil dann einfach zu viel Müll weiterverbreitet wird.

Danke für das Zugeständnis, dass leere Zeremonien nicht nur bei uns vorhanden sind :) Dem stimme ich zu. Zum einen, dass Zeremonien leer sind, wenn sie nur um ihrer selbst durchgeführt werden und zum anderen, dass sie sich selbst verfremdet werden, wenn man auf festen Texten und Handlungen fixiert ist.
Genauso, wie man die Jahreskreisfeste nicht um ihrer selbst willen feiert, sondern für sich. Für das gemeinsame Arbeiten, für einen eigenen Fortschritt, was auch immer.


Zitat von LoS
Zu Wicca - es ist eine neue Religion. Sie muss mit Magie zunächst mal nichts zu tun haben (wenngleich es Mitglieder geben mag, die selbige Praktizieren sollen), ist aber bekannt dafür auf alles einen Anspruch zu erheben, was irgendwie archaisch alt wirkt und mit der Natur zu tun hat oder haben könnte. Meiner persönlichen Erfahrung nach dichten sie sich allerhand Zeug zusammen, um ihren Pseudoanspruch auf Alter und Ursprünglichkeit zu untermauern. Vielleicht ein Minderwertigkeitskomplex gegenüber den etablierten Religionen zu denen sie eine Alternative bieten möchten - haben andere ja auch (Mormonen, Scientology, etc.) Teils völlig an historischen Fakten vorbei, teils unter Verbrämungen selbiger mit ihrem Dogma. Sie sollen von mir aus glauben was sie glauben wollen, aber in den meisten Fällen, wo es um Alter, Traditionen, Ansichten und Regeln, etc. geht lügen sie sich in die Tasche und plappern nach.


Ja aber nicht alle haben die Nebel von Avalon gelesen und beten diese Fantasygeschichte nach. Es gibt die Tendenz, durchaus. Aber ich würde nicht sagen, dass es vorrangig so ist. Lustigerweise gibt es auch Leute, die genau das tun, und die ums verrecken keine Wicca sein wollen.

LoS - 29/9/2013 um 11:24


Zitat von Serafia_Serafin, am 29/9/2013 um 11:08
Lustigerweise gibt es auch Leute, die genau das tun, und die ums verrecken keine Wicca sein wollen.


Hehe ^^ Ja, die kenn ich auch. xD

Feluna - 30/9/2013 um 00:41

@Serafia

Wenn man nach Qualität der einzelnen Personen urteilt und nicht nach Quantität und tatsächlichen statistischen Daten...dann mag das Bild, welches du versuchst zu vermitteln, ja eher zutreffen.
Du kennst vllt Leute, die nicht so sind, wie die meiner Schilderung. Ich habe- nebenbei bemerkt- auch nur diejenigen aufgezählt, die ich nur aus den Medien (Bücher, Fernsehen, Internet) kenne und der Großteil trifft einfach das Klischee. Von mir aus, kann ich dir eine komplette statistische Datenanalyse liefern, aber bitte...bitte mich nicht darum, sowas ist anstrengend -.-


Beim "Ritual dabei gewesen" ..interessante Formulierung. Klingt ein wenig so, als könnte man nicht selbst soetwas veranstalten, ohne dabei von initierten alten Hohepriester/innen "geführt" zu werden. Und nein, mit WICCAS habe ich keine "Rituale" veranstaltet. Wozu? Ich habe mir von denen ebensolches angesehen und es hätte mir nichts gebracht mitzumachen. Keine Trance, keine magischen Techniken, ... nur..auswendig gelerntes Gebrabbel und Herumgefuchtel mit den Armen. Natürlich sage ich nicht, dass jede Wicca so ist. Aber ich fürchte es ist ein Großteil. V.a. weil wir so viele von ihnen in Amerika haben. Dort sind die Menschen bekanntlich sowieso etwas schlichter ;) Die meisten von ihnen wollen sich zu einer Gemeinde dazugehörig fühlen. Ein dort weitverbreitetes soziales Phänomen. Führt leider nicht dazu, sich frei innerhalb der magischen Welt zu bewegen.



Zitat von Serafia_Serafin, am 29/9/2013 um 11:08

Danke für das Zugeständnis, dass leere Zeremonien nicht nur bei uns vorhanden sind :) Dem stimme ich zu. Zum einen, dass Zeremonien leer sind, wenn sie nur um ihrer selbst durchgeführt werden und zum anderen, dass sie sich selbst verfremdet werden, wenn man auf festen Texten und Handlungen fixiert ist.
Genauso, wie man die Jahreskreisfeste nicht um ihrer selbst willen feiert, sondern für sich. Für das gemeinsame Arbeiten, für einen eigenen Fortschritt, was auch immer.


Joa gern. Ich kann auch anfangen über jede Gruppierung, jeden Menschen, jede Religion, jede Form der Sexualität, jede Haarfarbe etc. zu lästern. Ich find immer etwas. ;) Das bedeutet bei mir meist nichts. Zumindest keine Antipathie. Ich kritisiere gern. Es ist nicht negativ gemeint. Vielleicht bin ich da etwas exentrisch...

Und um mal etwas zu verdeutlichen:

ICH habe nicht von dir gesprochen. Klar, habe ich damit einige Leute in diesem Forum zufällig unbewusst angesprochen, aber mein Text bezog sich nicht auf Individuen. Dass du dich dazuzählst ist deine Sache, nicht meine. Ich habe dich nicht gemeint und tue es immer noch nicht. Was im Übrigen ein Kompliment ist.


Zitat von Serafia_Serafin, am 29/9/2013 um 11:08

Die meisten Fluffy-Bunnies sind sowieso nur wild auf den mystisch-magischen Titel "Hexe" und haben kaum etwas mit dem, was den Begriff eigentlich ausmacht, gemein.


Hier haben wir ein grundlegendes Problem: Ich habe nicht von den "echten" Hexen gesprochen oder von denen, die es verdient hätten sich so zu nennen. Das zu beurteilen, steht dir und mir ja nunmal nicht zu, also fallen automatisch alle ins Raster, die sich als Hexe (bzw. genauer: "Wicca") bezeichnen. Und da dies eine recht offene Religion ist, muss diese Person nicht mal von irgendwem anders in der Szene ernst genommen werden. Hier erkennt du dann vllt auch das Problem, was du mit meiner Antwort hast: Ich meine tatsächlich jeden Kackvogel und du hast bereits eine Auslese gemacht. Klar, dass darunter nicht so viel Müll zu finden ist. Auch unter den Wiccas- egal welche Richtung- findet man jemanden, der Ahnung hat. Aber wie gesagt: Ich habe die große Masse gemeint, die leider sehr präsent ist. V.a. für Außenstehende.

Jeder hat seine Wahrnehmung. Tut mir leid für dich, aber meine kannst du mir leider nicht absprechen. Denn innerhalb der eigenen Wahrnehmung gibt es kein "falsch" und "richtig". Weder deine Wahrnehmung ist realitätsnah noch meine. Sie treffen nur auf jeweils unsere Welt zu. Um über Kollektive exakte Aussagen treffen zu können, braucht man staubtrockene Fakten und Zahlen. *würg*

Serafia_Serafin - 30/9/2013 um 15:57

Tatsächlich fühle ich mich geschmeichelt, Feluna :)

Ich wollte eben auch nur darauf hinweisen, dass nicht jeder Kackvogel ein Wicca ist. Das ist so ähnlich wie bei den Moslems. Nicht alle (Achtung, überzogene Darstellung) Schwarzköppe beten zu Allah. Gell ;) Und würdest du einen Araber einen Moslem nennen, weil er aus dem passenden Land kommt?

Ich bin gerne Haarspalterisch bei diesem Thema. Nur so aus Prinzip.

Hephaestos - 30/9/2013 um 18:06

Also die Paar Wicca, die ich kenne, arbeiten schon magisch. Also mit Trance und magischen Techniken. Wenn auch, denke ich, weniger bei ihren Zeremonien/Ritualen, vielleicht entsteht dadurch ein unmagischer Eindruck.

Dieses Thema kommt von : Magie-Com & Templum Baphomae
https://magie-com.de

URL dieser Webseite:
https://magie-com.de/modules.php?name=aBoard&file=viewthread&fid=25&tid=3286