Thema: Des Waldes Dunkel zieht mich an...

Forum: Andere

Autor: Asenath


Asenath - 28/12/2015 um 09:35

Seit ich in das Zimmer im Haus meiner WG eingezogen bin, spüre ich die Anwesenheit von etwas. Das Haus hier liegt ziemlich nahe am Wald, ich muss keine 10 Minuten gehen, damit ich völlig ungestört irgendwo zwischen den Bäumen stehe. Ergo vermute ich daher, dass dort etwas im Wald ist, was mich so anspricht.

Nach einigen Nachtwanderungen mit Freunden und dergleichen Aktionen bei Tag bin ich also zu dem Schluss gekommen, mich dem einmal auf andere Art zu nähern. Daher begab ich mich vor einiger Zeit in einer Meditation ganz gezielt auf die Suche.

Wie das oft bei mir geschieht, ist der Zustand innerhalb meiner Meditationen traumähnlich. Körperliche Eindrücke mischen sich mit Bildern meines Geistes. Genauer möchte ich darauf nicht unbedingt eingehen, ist immerhin sehr privat ;)

Was ich aber erzählen mag ist dieses: als ich lansam wieder zurück in die "Realität" fand war mir übel. Derart schlecht, dass ich mich zweimal übergeben musste. Als direkte Reaktion auf meine Meditation. Ich sah das Ganze als Warnung, die Anwesenheit zwar zu akzeptieren, aber nicht weiter danach zu suchen. Ich habe diesen doch sehr deutlichen Wunsch auch respektiert.

Bis gestern. Ich spürte schon wieder, dass mich etwas in den Wald ruft. Fast wäre ich dem nachgegangen, im letzten Moment entschied ich mich doch noch anders. Doch seitdem lässt mich das nicht los. Einerseits will ich ja wirklich wissen, wer oder was da im Wald sitzt und mich ruft. Andererseits habe ich bereits verstanden, dass das hier eher weniger nach meinen Spielregeln läuft.
Ich bin unentschlossen.

Idan - 28/12/2015 um 10:45

Zwei Dinge:

1. Es könnte auch sein, dass es der Wald selbst ist, der ruft und nicht eine Wesenheit im Wald. Bedenke, dass ein "Wald" nicht einfach nur ein Ort ist, sondern auch ein Biotop, eine Gemeinschaft verschiedenster Lebewesen, die eine organische Einheit bilden.

2. Übelkeit muss keine Warnung sein. Sie kann lediglich ein Hinweis dafür sein, dass starke Energien in dir selbst in Bewegung gekommen sind und diese "energetische Unruhe" äußert sich physisch in Übelkeit.
Ich persönlich muss nach Reinigungsritualen gelegentlich brechen, aber das ist nicht schlimm, denn sich übergeben ist auch eine Art Reinigung, sie geht halt über den Magen. Mein Körper nimmt vieles immer sehr, sehr wörtlich :puzz:

Ich an deiner Stelle würde weiter in den Wald gehen und die Kommunikation suchen. Oder zumindest signalisieren, dass du offen für Kommunikation bist, wenn dort etwas/jemand ist, was kommunizieren will. Das finde ich durchaus respektvoll, du machst ja nur ein Angebot, du zwingst niemanden etwas auf.

Serafia_Serafin - 28/12/2015 um 11:20

Schwierig. Was ich von Wäldern kenne ist, dass ich lange das Problem hatte, dass ich mich oft wie unter Drogen (eher im negativen Sinn) gefühlt habe, wenn ich dort spazieren gegangen bin.

Etwas, was helfen könnte, wäre konkret am Energieausgleich vorher und hinterher zu arbeiten, damit du schnell wieder zurecht kommst.

Asenath - 28/12/2015 um 12:25

Idan:
Den Wald als eigenes Wesen habe ich bereits ausgeschlossen. Ich mag Bäume, viele Bäume mögen mich und energetisch betrachtet fühlt sich der Wald bei mir auch gut an. Das ist der Grund, warum ich von einer Wesenheit IM Wald ausgehe. Aber dein Einwand hat mich doch zumindest auf die Idee gebracht, das wirklich etwas differenzierter zu betrachten und mir vielleicht vom Wald als Gesamtheit auch ein wenig Unterstützung zu suchen :)

Ehrlich gesagt habe ich noch nie so heftig körperlich reagiert, wenn ich meditiert habe oder anderweitig magisch gearbeitet habe. Es fühlte sich auch nicht wirklich befreiend an (ich hab früher öfters mal Magenprobleme gehabt, den Unterschied kenne ich leider zur Genüge >__<;). Daher ging ich wirklich von einer Warnung aus.

Was du aber schreibst, macht durchaus Sinn. Vielleicht sind hier einfach Kräfte im Spiel, die für mich ungewohnt sind. Was meine Neugier natürlich nur noch anstachelt. Ich will und kann dies alles auch nicht auf sich beruhen lassen, immerhin möchte ich hier noch ne Weile wohnen. Unwohl oder gefährdet fühle ich mich nicht, es ist einfach so, dass es mich gedanklich einfach nicht loslässt. Vielen lieben Dank für den Denkanstoß :)

Serafia:
Das mit den Wäldern und "wie unter Drogen" kenne ich, allerdings eher im positiven Sinne. Und ja, gerade hinterher habe ich manchmal Schwierigkeiten, mich wieder in die "normale" Welt einzufügen. Mir hilft da einfach, mir Zeit für mich zu nehmen, zuzulassen, dass ich grade ein wenig neben mir stehe und mir was Gutes zu tun. Das ist manchmal ne heisse Tasse Tee, manchmal eine warme Dusche, etwas Schlaf oder auch einfach Ablenkung durch Freunde.



Wie es der Zufall so will (Zufall? -.o Gibt es sowas?), werde ich wohl heute mit einem Freund in den Wald gehen. Ich bezweifle zwar, dass ich mit seiner Anwesenheit viel herausfinden werde (er lehnt meine Einstellung zur Magie nicht unbedingt ab, hält das aber eher für einen Spleen von mir und ist sich meiner Ernsthaftigkeit nicht unbedingt bewusst, aber immerhin ist er als Person ein guter Freund, weswegen wir beide damit leben können), aber wer weiss? ;)
Melde mich dann heute abend oder morgen diesbezüglich nochmal, sofern es etwas zu berichten gibt.

Eldr - 28/12/2015 um 14:48

Hmmm....
Also mit den Energien von Wäldern habe ich bisher eigentlich positive Erfahrungen gemacht, aber ich kenne das Gefühl gerufen zu werden, allerdings nur von Orten, nicht von Wesen.
Ich bin darauf dort hingegangen und habe mich mit den dortigen Energien/ Umstände auseinander gesetzt. Hin und wieder habe ich Souvenirs bspw Holz für Anhänger o.ä.mitgehen lassen.

Das mit der Übelkeit ist mir vertraut, denn ich habe es erst vor kurzem erlebt als ich versucht habe mit meinem Krafttier(-ren) in Kontakt zu treten. Nach der Ausführung war mir auf einmal so schlecht, dass ich mich fast in meinen Gummibaum übergeben hätte :(

Ich würde dir auch raten den Ursprung des Rufes zu finden bzw. den Grund für diesen. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg. Und hoffe du teilst uns mit wenn du etwas heraus gefunden hast, würde mich auf jeden Fall interessieren.

Anthera - 29/12/2015 um 16:37

Hallo zusammen,

interessantes Thema generell.

Wahrscheinlich würde ich mich wohl auch auf die Suche nach der "Ursache" begeben. Es "muss" ja irgendwas mit Dir zu tun haben, ansonsten würde es Dich in dieser Form wohl nicht so"tangieren"...

Ich kann mir darüber hinaus übrigens sehr gut vorstellen, dass diese "Rufe" nicht immer aus der Gegenwart kommen. Vielleicht sind es "Erinnerungen"... (manche meinen ja, dass Erinnerungen nicht immer an die Vergangenheit geknüpft sind), ich persönlich halte es aber für durchaus möglich, dass der Wald an eine tiefgreifende Erinnerung in Deiner Seele andockt... Möglich wäre vielleicht ein früheres "Leben im Wald"... auch ein Tod im Wald (mit der damit verbundenen Todesangst, Erbrechen, Würgen etc.) wäre denkbar. Dann also ein traumatisches Ereignis, das könntest Du u. U. vielleicht mal gesondert angucken (oder von einem Freund/einer Freundin angucken lassen - oder ggf. über entsprechend geschulte Leute), woran Dich das "genau" erinnert... Beim Thema Tod im Wald kommen ja dann auch etliche Möglichkeiten in Frage, z. B. eine Krankheit, ein Übergriff, ein Kriegstrauma (im Wald zurückgelassen und z. B. von Tieren gefressen werden)... und vielleicht gar nicht mal direkt auf Dich selbst bezogen. Das könnte auch dann der Fall sein, wenn Du mal jemanden im Wald "verloren hast". Eine Frau oder ein Kind etc...

Um das u. U. genauer auszuloten, kommt es auf die "Qualität" der Erinnerung bzw. der Information an. Ist sie mehr mit Angst oder Schmerz verbunden oder mit Heimat oder Geborgenheit. Denn auch aufgrund einer tiefen Sehnsucht kann dieser "Ruf" entstehen. Oder weil "zu früh" aus dem Leben gerissen und etwas nicht zu Ende geführt.

Es wäre ebenfalls denkbar, dass Dich dieser Ruf gerade jetzt oder seit einiger Zeit vermehrt "heimsucht", weil die momentane Zeit für eine "Offenbarung" reif ist (also eben das "Geheimnis" zu lüften).... das kann dann aber eh niemand als Du selbst. :) Und wahrscheinlich wird "es" Dich in dem Fall auch so lange (bzw. immer wieder) rufen, bis Du es genauer ansiehst (= Erlösung)...

Wahrscheinlich würde ich mir ein paar mächtige Wächter mitnehmen und mich auf den Weg "in den Wald" machen.


[Editiert am 29/12/2015 um 16:41 von Anthera]

Asenath - 30/12/2015 um 08:52

Kleines Update zwischendurch: nicht allein in den Wald zu gehen war einerseits gut und andererseits auch wieder nicht. Ich erkläre das wohl besser genauer:

Wie vermutet konnte ich mich nicht so frei bewegen, wie ich gewollt hätte. Wie gesagt, mein Kumpel ist da zwar durchaus aufgeschlossen, aber es hemmt mich ungemein. Vor allem, weil ich gar nie so gut erklären kann, was ich eigentlich genau tue- dafür handele ich einfach zu intuitiv (oder instinktiv?^^). Dazu kam, dass es mich sehr viel tiefer in den Wald hineinzog, als er dann gehen wollte.

Dennoch habe ich eine Präsenz gespürt. Und nun weiß ich auch, woran mich das die gesamte Zeit erinnert hat. Vor etlichen Jahren habe ich schonmal einen ähnlichen Ruf erhalten- nur war dieser von eher geistiger Natur. Die Aufgabe, mich gedanklich mit mir und meinem Glauben zu beschäftigen, die letzten Endes dazu führte, dass ich die Götter fand, die ich als die "meinen" bezeichne. Wie gesagt, das war damals mehr geistig- ein "suche uns, finde uns, lerne verstehen wer wir sind..."

Dieser Ruf hier ist anders. Nicht unbedingt stärker, aber er zerrt mehr an meinem Körper als an meinem Geist. Also scheint ein bestimmter Ort wohl eine Rolle zu spielen. Und hier kommt dann der Moment, an dem es gut war, dass ich nicht alleine war. Es war schon recht spät und hätte ich mich allein auf den Weg gemacht, wäre ich definitiv irgendwann im dunklen Wald gestanden. Ohne mich vorher entsprechend darauf vorzubereiten.

Also fürs nächste Mal auf eine Tagestour im Wald vorbereiten ^^

Serafia_Serafin - 30/12/2015 um 12:00

Eine Bekannte von mir ging regelmäßig allein in den Wald auf Visionssuche. Sie nahm sich einen Schlafsack mit, aber kein Zelt und übernachtete dort.

Vielleicht gibt es auf diesem Weg ausführlichere Antworten für dich?

Schwarzer Hase - 31/12/2015 um 22:27

Hmmmm, klingt ja echt interessant, Asenath.
Ich finde ja Antheras Gedanken mit der Erinnerung nicht schlecht. Obwohl ich vielleicht nicht unbedingt davon ausgehen würde, dass mit dir in dem Wald tatsächlich mal etwas Schreckliches passiert ist.

Meist ist so, dass starke Erinnerungen/Gedanken eine eigenständige Energie entwickeln und sich an bestimmte Gegenstände, Orte oder Wesenheiten binden. Ist die Erinnerung / der Gedanke entsprechend stark, kann durch sie/ihn sogar eine neue Wesenheit entstehen. (Ich bin übrigens der Ansicht, dass alle Geisterwesen irgendwann einmal aus solchen Erinnerungen entstanden sind. Das erklärt dann u. a. auch die Archetypen im kollektiven Unterbewusstsein.)

Im Wald übernachten würde ich an deiner Stelle aber nicht... zumindest nicht solange du nicht weißt, womit du es zu tun hast. Da scheint mir die Wanderung bei Tageslicht auch sicherer.

Du könntest erstmal versuchen das Zentrum der Energie auszumachen, die dich ruft. Dort, am Zentrum angekommen, könntest du der Energie nachspüren bzw. dich von ihr aufnehmen lassen und sie dann vor deinem geisten Auge visualisieren. So beginnt man jedenfalls ein Bannungsritual für böse Geister im buddhistischen Exorzismus. Danach kannst du dann immer noch entscheiden, was weiter tun willst.
Bin schon gespannt auf die Fortsetzung und hoffe, du lässt uns weiter daran teilhaben. :)

Asenath - 2/1/2016 um 13:24

So, heute morgen war es dann soweit. Trotz Kälte und Regen bin ich den Berg hochgelaufen. Ich habe ganz offen zu dem "Etwas" gesprochen, das mich da rief. Habe erklärt, dass ich den Ruf wohl vernommen habe und nun bereit bin, diesem zu folgen. Habe es eingeladen, sich mir zu zeigen, wenn es das für richtig hält.

Bald schon habe ich gemerkt, dass mir unterwegs immer wieder bestimmte Bäume aufgefallen sind- ich kann sie nur als "gleichzeitig tot und lebendig" beschreiben. Dann kam ich zu einem Baum, der über und über mit Harz bedeckt war- davon habe ich etwas mitgenommen (und mich auch für das Geschenk bedankt, wie gesagt, ich mag Bäume).
Nach einer guten Stunde stetig bergauf kam ich dann zu einer mir bereits bekannten Waldhütte, wo ich mich einen Moment ausruhte. Dort entdeckte ich dann auch einen kleinen Pfad, der mir einladend vorkam.

Dieser führte mich zu einem ziemlich seltsamen Baumstumpf. Ich weiß nicht genau, wie ich das formulieren soll, aber der Stumpf war abgerissen, jedoch stand oben etwas heraus, was aussah wie ein quer über die Abbruchstelle gewachsener Ast (wie gesagt, die Beschreibung ist etwas schwer). Diesen habe ich ebenfalls an mich genommen und an dieser Stelle habe ich auch meine Geschenke gelassen (oder besser gesagt, mein Frühstück mit dem Wald geteilt).

Die gesamte Zeit war ich in einer Art Zwiegespräch mit mir. Ich habe Fragen gestellt und oftmals intuitiv Antworten darauf gefunden. Eine wirkliche "Begegnung" hatte ich in diesem Sinne nicht. Dennoch kam mir eine Erkenntnis. Nämlich diese, dass ich es für mich an der Zeit ist, mich endlich mal mit den Göttern "dieser Erde" (im Sinne von: die, die hier wohnen/heimisch sind) zu beschäftigen.

Und genau das habe ich vor. Wie manch einer bereits weiß, bezeichne ich mich selbst gern vom Erkenntnisstand als Närrin. Der Gott, der mich in den Wald rief, hielt es wohl für an der Zeit, mich von diesem Titel endlich zu befreien und mich zu entscheiden. Die Wahl fiel mir nicht schwer.

Die nächste Zeit wird also eine werden, in der ich mich vermehrt um Wissen bemühen werde. Man möge mir verzeihen, dass ich einiges auslasse (Privatkram und so) und dass meine Beschreibung stellenweise ziemlich holprig ist- ich muss das auch alles erst noch richtig sortieren.

Eines kann ich aber mit Sicherheit sagen: es war eine sehr innige, wunderbare Erfahrung und ich bin stolz und glücklich gleichermaßen, dass ich meinen inneren Schweinehund überwunden habe und den Regen genutzt habe.
Denn das ist vielleicht das eindringlichste Bild, das ich mitgebracht habe:
Der Wald voller Neben und Regen, dazu meine eigenen Körperwärme und den Geist offen für Kommunikation: ein wahrhaft perfektes Zusammenspiel der Elemente.

Serafia_Serafin - 2/1/2016 um 21:17

Vielen Dank für diesen Einblick, Asenath!

Eldr - 2/1/2016 um 21:44

Danke dafür, dass du diese Erfahrung mit uns geteilt hast!

Idan - 2/1/2016 um 21:51

erst einmal vielen Dank für diesen tiefen Einblick und Glückwunsch zu dieser tollen Erfahrung. Ich freue mich, dass die Einladung funktioniert hat.

Beim lesen deines Threads dachte ich spontan an Waldgötter wie Pan, Faun, green man und Rübezahl.

Ich bin sehr gespannt auf deine weiteren Schritte auf diesem Weg!

Schwarzer Hase - 2/1/2016 um 22:37

Freut mich, dass sich für dich alles zum Guten gewendet hat und eine Dämonenaustreibung unterbleiben konnte :)

Ich habe bei deiner Beschreibung zuerst an Regengeister gedacht. Aber vermutlich war es eher deine eigene innere Unruhe, die dich in den Wald getrieben hat. Na, wie auch immer...
Die lokalen Naturgeister sind meist sehr froh über einen Menschen, der sich mal nach ihnen umdreht, mit ihnen spricht und ihnen Gesellschaft leistet. Ich wünsche dir viele wundervolle und aufschlussreiche Erfahrungen mit der Mystik vor deiner Haustür ;) Ich würde mich echt freuen, in Zukunft mal von deinen "Abenteuern" zu lesen.
Wenn es jemanden interessiert, kann ich auch mal ein oder zwei Erfahrungen über meinen Kontakt mit Naturgeistern schildern.

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