Thema: Wie kann ein Mensch seine Gefühle verlieren ohne Schaden davon zu tragen ???

Forum: Grundlagen der Magie

Autor: White dragon


White dragon - 7/10/2009 um 12:30

Ich Glaube das Gefühle nur eine Behinderung eines Menschen sind und desswegen möchte ich keine Gefühle mehr haben aber ich weiß nicht wie ich sie am besten los werde ohne Schaden davon zu tragen und desswegen möchte ich wissen ob und wie es geht hoffe ich bekomm von euch ein paar gute antworten und ratschläge.


[Editiert am 7/10/2009 um 12:31 von White dragon]

Anar - 7/10/2009 um 12:55

Nur wenn man mit seinen Gefühlen nicht klar kommt heisst das nicht, dass sie hinderlich wären.

Im Gegenteil, wenn man weiß wie man sie nutzen kann sind sie DAS spirituelle und magische Navigations- und Steuergerät schlechthin.
Versuch lieber deine Gefühle zu verstehen als sie zu verdrängen. Das nennt man dann übrigens Schattenarbeit.
Ich glaube nicht, dass es möglich ist sie loszuwerden - sie sind unsere Natur. Man kann sie überdecken, betäuben, ignorieren - alles aber ziemlich destruktive Möglichkeiten, die gerne mal in ausgewachsenen Krankheiten enden. Und magisch arbeiten sollte man dann besser auch nicht mehr...

Serafia_Serafin - 7/10/2009 um 13:38

Tut mir leid, White Dragon, aber ich muss mich Anar ebenso anschließen.

Ich denke nicht, dass du dir wirklich wünscht, nichts mehr zu fühlen. Wahrscheinlich willst du etwas los werden, was dich unglücklich macht - dann versuche die Ursachen zu erkennen und zu verändern. Das sagt sich jetzt für mich sehr leicht, weil ich deine Situation nicht kenne; aber es ist die einzige Möglichkeit für dich.

Ohne Gefühle bist du so gut wie scheintot. Stell dir vor, dass nichts mehr Freude bereitet; dass aber auch nichts traurig macht. Du wirst keinen Grund mehr haben, dich an deine Freunde zu wenden, weil sie dir absolut egal sind. Niemand würde dir mehr etwas bedeuten - und es beständen höchstens noch Bindungen, die du zu anderen Menschen eingehst, weil sie dir etwas nutzen. Glaube mir, das ist die wahre Hölle auf Erden!

Wenn du ein bestimmtes Gefühl los werden willst, dann kannst du dich rituell davon verabschieden... wie zum Beispiel die Bindung an etwas, das du verloren hast, und das dich traurig macht. Samhain ist ja bald - das wäre zum Beispiel ein ganz geeigneter Anlass für so etwas.
Und dann? Tja - *klebt sich einen Bart an und wackelt bedeutsam mit dem Finger* - dann wirst du dir selbst Zeit geben müssen, damit das, was geschehen ist, heilen kann. Vielleicht wirst du Hilfe brauchen - von wem auch immer. Suche sie dir. Vielleicht wird es lange dauern, aber irgendwann wirst du einen Punkt erreicht haben, an dem der Schmerz nur noch manchmal zurückkommt - und an dem du dich selbst entscheiden kannst, ob du dich von ihm überwältigen lassen willst, oder nicht.

Es ist dein Leben und du hast es in deiner Hand. :present:

Spinnenbein - 8/10/2009 um 08:53

Gefühle haben auch eine Schutzfunktion. Gehe mal auf die körperliche Ebene: ohne Gefühle könntest Du Deine Hand in kochend Wasser baden, der Arzt würde dann sagen, tut mir leid, da kann ich jetzt auch nicht mehr helfen.

Ja, es gibt auch Schmerzen, die einen nicht weiterbringen, fehlgeleitet. Aber dahinter verbergen sich dann oftmals verdrängte Prozesse, die aufgelöst werden wollen.

Auch andere Gefühle können sehr lästig werden, z. B. verliebt sein in eine unerreichbare Person. Aber auch das erzählt mir etwas über das Verborgene meiner Seele.

Keine Gefühle, keine Radar. Es gibt vieles, das zu verstehen große Mühe macht. Aber man hat oft schon lange vorher ein Gefühl, daß es gut gehen wird oder daß es das falsche ist. Ohne Gefühle wird Dir nichts mehr sagen, wenn etwas schädlich oder aber hilfreich für Dich ist, für Dich ist ja alles gleich. Du wärest gezwungen die Dinge bis in die Uendlichkeit zu ergründen, ehe Du sie einsortieren kannst.

Der Verstand und das Gefühl gehören unbedingt zusammen. Beide sind wie linke und rechte Hand.

tyler_durden - 8/10/2009 um 11:00

Naja, ich glaube, er spricht hier eher die emotionalen Gefühle an, nicht körperliche.
Tja, du klingst schon fast wie Platon. Ich persönlich denke ja, dass Emotionen es sind, die das Leben erst lebenswert machen. Hätte keine Lust auf ein Leben ohne Glück, aber das ist meine Einstellung dazu. Wenn du es schaffen würdest keinerlei Hormone mehr freizusetzen, dann könntest du diesen Zustand erreichen. Aber ich glaube, eine Sache hast du nicht so ganz bedacht: Wir tun alles aus einem Grund. Und egal was du tun WILLST, dein Antrieb ist immer eine ganz bestimmte Befriedigung. Was du willst, ist eine verschärfte Form der Kastration. Ohne Emotionen hast du keinen Grund mehr, dich aufzuraffen um irgendetwas zu machen.
Man mag ja den Eindruck haben, dass manche Bücherwürmer und extremst belesene keine Gefühle haben, aber das ist natürlich Blödsinn. Man bildet sich ja nicht einfach so weiter, sondern, weil man auch daran Spaß hat oder sich auf Dauer etwas davon verspricht.
Kurz: Ohne Emotionen hast du keinen Antrieb mehr und wirst somit auf der Couch vergammeln, weil dir alles schei ß egal ist...

Serafia_Serafin - 8/10/2009 um 12:01

Tyler Durden, ich denke nicht, dass man mit den Gefühlen auch den Antrieb verliert. - Zumindest so lange nicht, wie es noch die Logik des Notwendigen gibt.

-> Motiv der Tat ist die Notwendigkeit, nicht das Begehren.

Reduziert sich das Leben allerdings auf die reine Logik, ist es ebenso als wäre man ein Roboter; und ich befürchte, das ein solches Leben auf lange Sicht nicht nur unbefriedigend (... was an sich ja auch nicht mehr nötig wäre, denn Befriedigung ist ja Gefühl) sondern gänzlich leer wäre. Ich denke, dazu sind wir nicht auf dieser Welt.

Interessant finde ich allerdings diese Aussage:

Zitat von tyler_durden
Man mag ja den Eindruck haben, dass manche Bücherwürmer und extremst belesene keine Gefühle haben, (...)


Wie entsteht denn so ein Eindruck?

tyler_durden - 8/10/2009 um 14:38

Ohne Emotionen wäre einem alles egal. Wenn dir etwas nicht egal ist, dann liegt das an einer Gefühlsregung. Hat man aber keine Gefühle, dann regt sich da nix mehr. Demnach würde es einem egal sein, was aus einem wird, bzw. aus dem Rest der Welt. Klar, man muss essen um zu überleben und so... aber wen interessiert das? Um zu wollen, dass ich lebe, muss ich wohl oder übel etwas empfinden. Wenn du sagst, das sei anders, dann gib mir mal ein Beispiel.

Das mit dem Bücherwurm ist auf jenen Klischee-haften Wissenschaftler bezogen, die sich von der Gesellschaft abkapseln und so richtige Fachidioten sind.

Serafia_Serafin - 8/10/2009 um 15:04


Zitat von tyler_durden
Ohne Emotionen wäre einem alles egal.


Ja, genau das ist eben der Punkt. Ohne Emotion besteht weder das Bedürfnis nach Aufstieg noch nach Untergang. Vom logischen Standpunkt aus betrachtet legt man sich dann eben doch nicht ins Grab, weil man ja immernoch seinen Job als Rädchen im System zu erfüllen hat (Sinngebend) oder es faktisch mehr Leid bei anderen auslösen würde, was vom Kräftegleichgewicht schwerer wiegt. Denn wenn sowieso alles gleichgültig ist (ohne Emotion belastet) kann man auch weiter machen, weil es genauso egal ist, als wenn man aufhören würde.

Ich denke es kommt ganz stark auch darauf an, wie verpflichtet man sich gegenüber anderen glaubt, und wiesehr man sich als Teil einer Gemeinschaft sieht. Wenn dieser soziale Faktor allerdings - oder eine weisende Moralische Instanz - auch noch wegfällt, dann hast du allerdings recht.


Zitat von tyler_durden
Um zu wollen, dass ich lebe, muss ich wohl oder übel etwas empfinden. Wenn du sagst, das sei anders, dann gib mir mal ein Beispiel.


Aus der Innensicht beschrieben:

"Mir ist alles egal. Ich will weder leben, noch will ich sterben. " (Denn würde ich sterben wollen, wäre auch dies schon wieder Emotion).
"Mir ist jedoch bewusst, dass andere Menschen über Gefühle verfügen. Da mir sowieso alles egal ist, zählt es für mich nicht, ob mich gegen sie oder ihnen zu wende. Allerdings nutzen diese Menschen mir, wenn ich Hilfe brauche. Diese Zuwendung ist eine Währung. Um weiterhin bezahlen oder Schulden ausgleichen zu können, um zu verhindern, dass sich mir dieses System verschließt und ich keinen Nutzen mehr daraus ziehen kann, zahle ich indem ich anderen Menschen zur Verfügung stehe. Da es mir sowieso ganz gleich ist was ich tue und ich sowieso keine Präferenzen habe kann ich es auch so tun."

Oder simpler: Jemand ruft an, um mir sein Herz auszuschütten. Es ist mir wurscht, und wenn morgen die Welt unterginge. Ich lege trotzdem nicht auf und gebe die Zuwendung, die mir mein schauspielerisches Talent erlaubt, weil diese Person ein Auto hat und mich regelmäßig zum Einkaufen fährt.

Das ist eine rein logische Sicht, weil das Auto sehr nützlich ist und der Aufwand für mich gering. An diesem Vorgang ist nicht eine Emotion beteiligt.

Ah, was mir gerade auffiel... natürlich stimmt das vollkommen: Um zu wollen das man lebt, braucht man Emotion. Absolut richtig!
Aber selbst ohne diesen Willen ist es möglich, weiter zu leben - so lange der Wille zu sterben ebenso fehlt. (Um jetzt ganz nüchtern an die Grenzen des Geschmacks zu gehen.)


Zitat von tyler_durden

Das mit dem Bücherwurm ist auf jenen Klischee-haften Wissenschaftler bezogen, die sich von der Gesellschaft abkapseln und so richtige Fachidioten sind.


Ich verstehe immernoch nicht, was das mit Emotionslosigkeit zu tun hat... oder spielst du auf Egoismus und Weltfremdheit sowie soziale Inkompetenz an?


[Editiert am 8/10/2009 um 15:07 von Serafia_Serafin]

tyler_durden - 8/10/2009 um 15:14

Zum Bücherwurm:
Richtig. Diese Welt- oder Gesellschaftsfremdheit wird eben oft als Gefühlslosigkeit angesehen.

Zum Thema:
Du gehst immer noch von einem Menschen aus, den interessiert, was aus den Menschen wird. Wo wäre denn dazu die Motivation? Dein Vergleich mit einem Roboter ist denke ich sehr passend. Einen Menschen ohne Emotionen könnte man vermutlich ähnlich gut benutzen, aber von sich aus würde ein solcher Mensch eben einfach gar nichts mehr machen, da er eben gar nicht erst abwägen würde. Wenn er dann etwas macht, wäre ihm das auch egal, aber dazu müsste man ihn erstmal bringen. Und selbst dann ist es fraglich, ob er damit weitermacht...

Serafia_Serafin - 8/10/2009 um 16:01

Dazu müsste es allerdings so sein, dass das Gefühl alleiniges Motiv zu all unseren Handlungen ist.
Ich sehe das anders.
Was ist denn mit den Dingen, die wir vom Gefühl her nicht tun wollen, sie aber trotzdem tun? Arbeiten gehen zum Beispiel. Klar, dahinter steht das Bedürfnis nach Versorgung - aber vom Gefühl her würde ich es eher lassen, auch wenn der Verstand mich eben doch zum Durchhalten bringt.

Wie erklärst du ein solches Verhalten mit Emotion?

_________________________

Zu den "Wissenschaftlern in ihrem Elfenbeinturm" ... ich denke, hier ist es ganz wichtig, zwischen Gefühlslosigkeit im Sinne von fehlender Rücksichtnahme auf die Gefühle anderer Menschen und jener emotionslosen Leere zu unterscheiden, die hier eigentlich angesprochen ist...

Anar - 8/10/2009 um 16:20

Weil auch Verpflichtung und Notwendigkeit eine Empfindung, ein Gefühl ist.

Serafia_Serafin - 8/10/2009 um 16:36

Verpflichtung - meinetwegen...
Aber Notwendigkeit ist in meinen Augen eine Tatsache und kein Gefühl.

Z.B ... Ich habe Hunger (Gefühl /Bedürfnis) - Ich muss essen, um nicht umzufallen - Notwendigkeit

tyler_durden - 8/10/2009 um 19:35

Angst. Angst davor gefeuert zu werden. Oder aber ein Verpflichtungsgefühl gegenüber seinen Kollegen. Ein emotionsloser Mensch wird auch vorrausdenken können, aber er wird liegen bleiben, da er die Konsequenzen kennt, sie ihm aber egal sind.
Auch bei Hunger: Klar ist es notwendig zu essen, wenn ich leben will, aber warum soll ich das wollen? Da brauche ich ja auch ne Motivation.
Selbst die reine Vernunft ist mit Emotionen verbunden, da es eine Motivation für vernünftiges Handeln geben muss.


[Editiert am 8/10/2009 um 19:39 von tyler_durden]

Serafia_Serafin - 8/10/2009 um 21:01

:D Und das Karussel dreht sich weiter...

Tyler, nur um herauszufinden, ob wir nicht aneinander vorbei reden: Definierst du Emotionslosigkeit sowohl körperlich als auch geistig oder nur geistig?

White dragon - 8/10/2009 um 21:29

Also ich danke euch vielmals um die schönen antworten sie haben mich zum Nachdenken inspierirt und ich werde meine entscheidung nochmals überdenken weil so wie ihr es hier beschrieben habt und alles hab ich es noch garnich gesehn und das war sehr hilfreich

Also danke ich euch allen nochmals herzlich ich habt mir geholfen das alles in eine andere sichweiße zu sehn

tyler_durden - 8/10/2009 um 21:30

Geistig. Jegliche Körperliche Reaktion wird ja durch eine geistige verursacht. Oder sprichst du hier auf Instinkte und Triebe an? Dann muss ich dir sagen, dass ich die meisten Emotionen eben auf Instinkte und Triebe zurückführe. Hilft das? ;)

White dragon - 8/10/2009 um 21:36

Es Hilft mir auch sehr viel bis jetzt hatt mir auch alles sehr geholfen und ich freue mich auch weiter hin auf jeden hilfreichen antwort

Ich kann nur sagen das ich hier sehr zufrieden bin und hier jetzt schon sehr gute hilfe bekommen habe also herzlichen dank für alles

Serafia_Serafin - 8/10/2009 um 21:41

Verdammt jetzt stürzt du mich in Argumentationsnot...

Also... Angenommen: Hunger = unangenehmes Gefühl = Unangenehm soll abgeschaltet werden = Emotion (Bedürfnis nach angenehmen Gefühl) = Tat (Essen)

Aber da Emotion fehlt, fehlt auch die Tat... ich verstehe so langsam die Zusammenhänge. Ich denke wir haben doch aneinander vorbei geredet.

Bei mir belief es sich darauf, dass die Emotionen hinsichtlich der Grundbedürfnisse (Schlafen, Essen, etc) bestehen bleiben - wohingegen alles andere "emotional abgeschaltet" wird: Soziales, Umweltwahrnehmung und Lebensgestaltung.

Ist denn so etwas wie Instinkt denn dann gleichbedeutend mit der inneren Gefühlswelt (sprich Emotionalität)?

Und wenn es komplett abgeschaltet würde, würde dann nicht nur jeglicher Antrieb wegfallen, sondern auch jegliche Wahrnehmung, da diese letzten Endes ja auch nur im Inneren Existiert - ich fühle warm, kalt, hell, dunkel? Müsste man dann nicht doch so weit gehen?

Wo ist die Grenze zwischen diesen beiden Dingen?

__________________________________

White Dragon... wunderbar, dass wir (ich schließe mich mal dreist mit ein) dir ein paar Gedanken vermitteln konnten. Aber irgendwie hat sich diese Diskussion verselbstständigt ^^


Edit: Wer nicht mehr tippen kann, sollte schlafen gehen...


[Editiert am 8/10/2009 um 21:45 von Serafia_Serafin]

Lunae-Lumen - 11/10/2009 um 21:45

Glaub den anderen, ich habe den Fehler gemacht den du überlegst zu begehen. Ich habe die Gefühle, Wahnzeichen meines Körpers ignoriert und ausgeblendet. Das Resume wahr verherend. Ich bin und war noch nie in meinem Leben so Fertig.
Für mich beginnt der Kampf nun mich wieder zu finden.

Serafina_Serafin: Du hast recht, das was Du beschreibst habe ich durch gemacht. Ich habe jegliches aufgegeben, was du aufgezählt hast.

War nicht schön und muss auch für meine Familie ein schrecklichen Anblick geboten haben.

White Dragon: Schön das Du es noch rechtzeitig erkannt hast, ich musste mit gewalt in die richtige richtung gestumpt werden. Ich hoffe Du hast das begriffen, den das was Du Anfangs vor hattest ist absoluter Bockmist und macht dich nur Kaputt.

tyler_durden - 15/10/2009 um 16:21

@Sefaria:
ups, was spät...
Wie gesagt, ich würde beim Roboter bleiben. Mit der richtigen Technik (bei der Wahrnehmung Augen, Hirn,...) kann er zwar alles mögliche wahrnehmen, aber nicht mehr darauf reagieren. Er sieht vielleicht den LKW auf sich zu rasen und weiß, dass der ihn platt macht, aber nen Grund um auf Seite zu hüpfen ist das ja noch nicht.

Mal ein anderer Ansatz: Selbst wenn ich mich eher dazu entscheiden würde, der Menschheit zu helfen, müsste ich dann nicht auch eine wichtige Person sein? Wenn ich nämlich jemand Unwichtiges bin, der keine Gefühle hat, so müsste ich doch zu dem Schluss kommen, dass ich anderen nur unnötig Ressourcen wegnehme wenn ich existiere, dass andere sich in meiner Gegenwart unwohl fühlen, die Welt ohnehin überbevölkert ist,...
Wenn ich dann also abwäge, ist es doch eher wahrscheinlich, dass meine Existenz das größere Übel für die Menschheit und den Planeten ist.


[Editiert am 15/10/2009 um 16:25 von tyler_durden]

GeorgeTheMerlin - 16/10/2009 um 23:16


Zitat von White dragon, am 7/10/2009 um 12:30
Ich Glaube das Gefühle nur eine Behinderung eines Menschen sind und desswegen möchte ich keine Gefühle mehr haben aber ich weiß nicht wie ich sie am besten los werde ohne Schaden davon zu tragen und desswegen möchte ich wissen ob und wie es geht hoffe ich bekomm von euch ein paar gute antworten und ratschläge.



Du ERSCHAFFST deine Gefühle.

Die Gefühle, die dich behindern, sind UNBEWUSSTES ERSCHAFFEN und haben ihren Ursprung in einer unverarbeiteten Vergangenheit.

Deine Frage ist also SCHON IM ANSATZ falsch.
Ebenso deine Erkenntnis, dass GEFÜHLE DIE URSACHE deiner Probleme sind. Das erscheint OBERFLÄCHLICH zwar so - aber der Ursprung liegt DAHINTER - nämlich im unbewussten Erschaffen dieser emotionalen Gegen-Absichten.

Die richtige Frage zum richtigen Problem lautet: wie verwandle ich unbewußtes Erschaffen wieder in bewußtes Erschaffen?

Gehst du nämlich von deinem Ansatz aus - würdest du unbewußt Gefühle erschaffen, die dich behindern - und dann GLEICHZEITIG versuchen, diese Gefühle wieder loszuwerden.
Damit erschaffst du GLEICHZEITIG eine Emotion UND eine Gegenemotion - poetisch ausgedrückt eine innere Wand, wo du dir ewig den Kopf einrennst.

grüssli merlYnn


[Editiert am 16/10/2009 um 23:18 von GeorgeTheMerlin]

Vau - 17/10/2009 um 22:38

@Merlin:-Gegenposition(?):Motivation & Emotion sind elementare, nichtzeitliche Ursprünge des Schaumes auf den Wellen, der als Logos reflektierend den Anschluss zum Geschehen verliert und Dessen Einordnung erleben lässt.

Inecht&keinDADA.

Serafia_Serafin - 18/10/2009 um 01:10

@Tyler

Du gehst von einem negativem Weltbild aus. Das eines emotionslosen ist jedoch neutral. Und man ist wichtig, indem man lebt und eine Rolle innerhalb dieser Gesellschaft erfüllt (zumindest, wenn man eine Aufgabe hat). Dann nimmt man auch niemandem sinnlos Ressourcen weg. Und auch genau das wäre mir wumpe, wenn ich nichts fühlen würde.
Zumal es einer völlig neutral eingestellten Person auch gar nicht um solche Dinge wie wichtig oder unwichtig gehen würde. Das sind ja letzten Endes auch nur subjektive Bewertungen. Alles außer essen, schlafen, scheißen ist eigentlich unwichtig.
Nützlich oder unnütz... vielleicht danach einsortiert?
Wenn eine neutral eingestellte Person sich nun als unnütz empfinden würde, würde sie dann zu einer negativ eingestellten Person werden? Würde sie sich dann vom Lastwagen überfahren lassen?

P.S. Nur aus Neugier: Ist dir dieser Zustand der Neutralität aus persönlichen Situationen bekannt?

@ George - Vielen Dank für die Erwähnung dieses Aspekts... der ist uns allen scheinbar hier durch die Lappen gegangen. Und dabei eigentlich so essenziell...

@Vau: Aber die Seite, die du beschreibst, ist das nicht die Situation einer Person, die sich ihrer selbst noch nicht (genug?) bewusst ist, um zu sehen, wie sehr sie Schöpfer ihrer eigenen Welt ist? In dem Fall wäre das eigene Bewusstsein ja ein Spielball des unbewussten Meeres...
Erinnert mich an meine Zeit als Teenager *schaudert*


[Editiert am 18/10/2009 um 01:15 von Serafia_Serafin]

Askarya - 18/10/2009 um 17:05

eure Antworten zu dieser Frage sind sehr Faszinierend!
ich jedoch sehe es etwas anders:
Gefühle sind für das Leben an sich irrelevant, man kann ohne sie leben. die darauf folgende tatsache ist aber das einen die Lebenskraft erschwärt werden kann auch wenn nicht alles direkt egal wird, denn man hat einen Willen und Prinzipien nach dennen man lebt z.B. man strebt nach etwas nicht aus dem Grund das es einen glücklich macht sonders man es als eine Notwendigkit für einen ist z.b. Wissen.
Wenn man sich nur von Gefühlen leiten lässt endet man genau so als wenn man absolut keine Gefühle zu lassen würde und zwar nirgendwo...man muss lernen Gefühle bewusst wirken zu lassen wenn es einem Vorteile bring oder einfach zur Befridigung dient z.B. man muss sich nicht über jeden 'Scheiß' auf der Welt freuen und es wahrzunehmen und zu genießen. Logik und Gefühle müssen Hand in Hand zusammen arbeiten und sich auf einander abstimmen z.B wenn man etwas negatives erlebt ist es nicht immer klung Wut rauszulassen und sich waghalsig auf jemanden zu stürzen...(oder desgleichen) man kann das Gefühl einfach eliminieren wenn es kontraproduktiv ist und statt dessen seine Energie in eine Lösungssuche fur den Grund des Problemes setzen....

(hoffe es ist nicht zu umständlich erklärt)

carpe noctem
Askarya

Vau - 18/10/2009 um 20:49

Nachdem was du schreibst erscheint es mir so, als ginge es dir darum,Gefühle und deren Energie zu lenken, nicht darum, Gefühle zu verlieren.Das erscheint mir deutlich sinnvoller und effektiver als das, was die Überschrift dieses Themas erwarten lässt.
Als wenn du anstrebst, eine Metaebene zu erreichen,ohne die Herkunft der Motivation dort ergründen zu müssen...

Carpe omnem

Pader - 22/10/2009 um 16:51

Hmm also ich denke dass Gefühle sehr wichtig sind und man keinesfalls ohne sie Leben kann.
Mal den Film Equilibrium (oder so) gesehen?
Die Menschheit hat schiss dass aufgrund von Gefühlen der 4. Weltkrieg ausbricht den die Welt nicht überleben würde. Deswegen werden sämtliche Gegenstände die Emotionen auslösen (Musik, Bilder, Erinnerungen) zerstört und die Menschheit spritzt sich irgendwelche Kampfdrogen dass es keine Gefühle wie Freundschaft sondern nur noch objektives denken gibt. Sex dient nur noch zu Fortpflanzungszwecken und wenn dein Sohn ein Haustier besitzt und dieses Tier mag wird er eben umgebracht (ja dein Sohn nicht das Tier !!!)

Ist natürlich ziemlich extrem dargestellt aber zeigt mmn ziemlich genau was du hier erreichen willst.

Das Tho - 17/11/2009 um 09:37

tja gefühle^^ gutes thema also erst mal glaube ich gibt es eingebildete und reaktionale gefühle.
alle gefühle die dein verstand dir suggeriert sind wenn man so will eingebildete gefühle weil sie gefühlt werden ohne einen bezug auf das gerade real erlebte zu haben.
zb liebeskummer... du bist traurig weil ein geliebter mensch nicht bei dir ist, bzw sich von dir abgewendet hat.
aber wenn du diese gefühle hast liegst du vieleicht im bett und hast EIGENTLICH keinen grund traurig zu sein weil du liegst halt nur im bett da is nix wo man traurig sein müßte^^
diesen gefühlen muß man auf den grund gehen und für sich selber eine lösung finden und diese dann umsetzen.
kurz um diese gefühle kannst du loswerden... nich einfach aber was is scho einfach^^

dann gibt es noch aus meiner sicht reaktionale oder auch reale gefühle.
zb. du unterhältst dich mit jemandem und hast plötzlich ein gefühl... sei es zuneigung oder auch ablehnung.
oder auch natürlich wenn du dich in den finger schneidest empfindest du schmerz.
oder gehst du im winter nackt raus wird dir kalt.^^
diese gefühle sind real also momentbezogen und weder gut noch schlecht sie kommen automatisch.

wichtig meines erachtens ist zwischen den gefühlen zu unterscheiden. sind sie real oder entstehen sie durch verstandesgemäße oder auch gedankliche vorgänge...DENN DIESE gefühle MACHST DU selbst. kannst sie also auch ÄNDERN.

alles liebe rappmc :)

Maleficia - 11/1/2010 um 15:09

Aber das kann man doch auch anders sehen.

Ich z.B. wünschte mir ich hätte keine Gefühle...

Denn bei mir würde das wirklich nicht schaden.
Ich habe keine wünsche.

Was ich meine ist, das wenn man wirklich nur schlimmes gewohnt ist...
also nicht den Wunsch hat zu leben sondern sag,:" Ich werde einfach mein leben weiter leben und wenn ich irgendwann sterbe ist es mir egal." Wenn man niemanden wirklich liebt... Wenn man einfach nur noch genug von Schmerz hat. Seelischen UND Körperlichen aber das Körperliche ist nicht das wichtige.
Also wie ich schon sage wenn es einem egal ist und man nur noch den Weg gehen möchte bis man stirbt oder sonstwas passiert...

DANN Wäre es wirklich nützlich nichts zu fühlen.
Ich weiss es wäre als wäre man schon tot. Kein Spaß, keine Liebe und auch nicht so gute Gefühle sind nützlich und wichtig. Aber bei mir gibt es so was nicht.
Ich wünschte mir von ganzen Herzen nicht mehr zu fühlen.

Da wäre doch nichts zu entgegnen oder?

Doch hier ging es ja um etwas anderes. Es ging darum dass es dann besser wäre und das sie angeblich nur stören. Ich meine eben das was ich schriebe


freundliche Grüße
Mali.

mono5 - 11/1/2010 um 22:00

zu male..., natührlich gibt es solche menschen denen alles egal ist aber mal auf die welt betrachtet ist es primitiv denn erst durch glück lernt man, glück ist ein gefühl.

zb ein baby steht auf und läuft zu einem bonbon, wenn es lernt das papier wegzumachen ist es glücklich und merkt sich das.

ohne gefühle, dem verlangen nach dem bonbon, hätte es nicht laufen gelernt.

versteht ihr


[Editiert am 11/1/2010 um 22:01 von mono5]

Vau - 11/1/2010 um 22:32

Das Baby hätte sowieso laufen gelernt.Mach dir da nichts vor.
Du kannst ein Baby nur dadurch am laufenlernen hindern, wenn du ihm die Beine abhackst (oder ähnliches).Dennoch glaube ich zu verstehen, was du meinst;ist aber eine völlig andere Geschichte.


[Editiert am 11/1/2010 um 22:37 von Vau]

Maleficia - 12/1/2010 um 14:55


Zitat von mono5, am 11/1/2010 um 22:00
zu male..., natührlich gibt es solche menschen denen alles egal ist aber mal auf die welt betrachtet ist es primitiv denn erst durch glück lernt man, glück ist ein gefühl.



Mir ist nicht allles egal.
Nur wenn ich mein Leben betrachte wünschte ich mir wirklich das wäre es!
Hier geht es ja um die Gefühle .. und wie man sie ausschaltet.
Ich würde es sofort tun wenn ich eine möglichkeit hätte!
Denn z.B Liebe ist ein Gefühl. Ohne Liebe kein Schmerz.
Aber euch ohne Liebe keine Freude.
Ohne Freude keine Enttäuschung.
Ohne Schmerz und Enttäuschung kein Willen.

Aber mir scheint das alles nichts mehr zu nützen!
Ich weiss wie wichtig Gefühle sind!

Nur würde ich vieles dafür tun um sie nicht mehr zu haben.
Egal ob ich dann "Primitiv" wäre oder nicht.

Also wer da etwas weiss bitte bitte bitte Antworten.

Gruss,
Mali.

Seelenfluegel - 12/1/2010 um 22:54


Zitat von Maleficia, am 12/1/2010 um 14:55

Zitat von mono5, am 11/1/2010 um 22:00
zu male..., natührlich gibt es solche menschen denen alles egal ist aber mal auf die welt betrachtet ist es primitiv denn erst durch glück lernt man, glück ist ein gefühl.



Mir ist nicht allles egal.
Nur wenn ich mein Leben betrachte wünschte ich mir wirklich das wäre es!
Hier geht es ja um die Gefühle .. und wie man sie ausschaltet.
Ich würde es sofort tun wenn ich eine möglichkeit hätte!
Denn z.B Liebe ist ein Gefühl. Ohne Liebe kein Schmerz.
Aber euch ohne Liebe keine Freude.
Ohne Freude keine Enttäuschung.
Ohne Schmerz und Enttäuschung kein Willen.

Aber mir scheint das alles nichts mehr zu nützen!
Ich weiss wie wichtig Gefühle sind!

Nur würde ich vieles dafür tun um sie nicht mehr zu haben.
Egal ob ich dann "Primitiv" wäre oder nicht.

Also wer da etwas weiss bitte bitte bitte Antworten.

Gruss,
Mali.



Wir alle tragen unseren Emotionalkörper mit uns. Er gehört quasi dazu. Inwieweit wir den Emotionalkörper interagieren lassen, das ist ein anderes Thema. Bei Dir lösen sich aus bestimmten Gründen bestimmte Emtionen aus. Sicher,unangenehme Emotionen mag man nicht so gerne erleben, aber sie weisen auf etwas hin. Es ist wichtiger, den HIntergrund zu betrachten, statt das Symptom auszuradieren.

"Was bringt mich zum Leiden"? Da wäre eine Frage, mit der Du Dich auseinandersetzten könntest.

"bin ich meine Emotionen?" Gehst Du in Identifikation mit Deinen Emotionen?

Alles und Nichts - 12/1/2010 um 23:23

Kein Mensch kann Gefühle ausschalten. Man kann Gefühle verdrängen, durch Drogen, oder psychische Abwehrmechanismen. Früher oder später drängen sie in einer Stresssituation massiv ins Bewusstsein.
Es gibt nun einige Techniken um negative Situationen, dass was man dann in der Situation fühlt, konstruktiv umzudeuten. Kann man mit magisch oder theapeutschen Verfahren machen, der Unterschied ist nur ein Gedanke.

Wenn ich den Anfang der Diskussion lese, stellt sich mir die Frage, ob hier tatsächlich ein Unterschied zwischen Gedanken und Gefühlen, zwischen Emotionalem- und Verstandessystem gemacht wird? Auf neurologischer Ebene sind Gefühle und Gedanken nur unterschiedliche Facetten der einen gesamtorganismischen Informationsverarbeitung.

In diesem Zusammenhang kann man auch geistig argumentieren. Ich kann mit Gedanken und Bildern ein Gefühl evozieren (welches auch körperlich wahrnehmba ist) und umgekehrt. Genauso können Gefühle, die aus einer Körpererfahrung resultieren, in die geistige Ebene hineinwirken und umgekehr.

Ich kann Gefühle nicht wegmachen, ich kann aber in eine "beziehungslose Beziehung" zu den Gefühlen treten, durch Zeugenbewusstsein (auch Achtsamkeit genannnt). Ich spüre und erlebe dadurch das auftretende Gefühl ganz bewusst (es ist viel Intensiver als im Alltagsbewusstsein = Autopilotenmodus), mache aber keine Geschichte daraus. Ein normales Erleben wäre, der Chef faltet mich zusammen und im inneren Dialog foltere ich den Chef gedanklich, emotional in den nächsten Stunden und halte dadurch die Geschichte und die Wut am Kochen. Ich bin Teil der Geschichte, ich bin diese Geschichte. Wenn ich Achtsam den Moment der Autorität (mag es falsche oder richtige Autorität sein) erlebe, kann der Zorn kommen, er ist da und geht wieder. Bei einer richtigen Autorität (das wahre Wille/ das Wahre Wesen) spricht durch die äußere Form des Chefs) sehe ich den Zorn der Autorität und das natürliche Beugen in Demut und Würde, in meiner Form, ohne das ein emotionale Geschichte von Macht und Ohnmacht daraus gemacht wird. Die wahre Autorität kann durch jede Form sprechen.


[Editiert am 13/1/2010 um 12:50 von Alles und Nichts]

Seelenfluegel - 12/1/2010 um 23:24

Ach übrigens. Liebe ist keine Emotion.

Freude und Liebe sind unser natürliches Sein hinter all unseren Masken der Dunkelheit und des Leids.

Enttäuschung ist auch nix Schlimmes. Sie ist eine gute Freundin, denn sie bringt Dich auf den Boden der Tatsachen zurück.

Ebenso der Schmerz, er ist ein guter Freund. Er zeigt Dir, wo Du Dir am meissten weh tust, wo Di Dich am meissten verletzt.


...

Alles und Nichts - 13/1/2010 um 17:37


Zitat von Seelenfluegel, am 12/1/2010 um 23:24
Ach übrigens. Liebe ist keine Emotion.

Freude und Liebe sind unser natürliches Sein hinter all unseren Masken der Dunkelheit und des Leids.

...


Hallo Seelenflügel,

ich bin ganz Deiner Meinung!

Was normal unter Liebe verstanden wird, nenne ich die romantische Liebe. Die romantische Liebe ist der unbewusste Versuch des Egos die verloren gegangene Einheit mit der allumfassenden Liebe wieder herzustellen.

Ulrik - 17/4/2012 um 13:19


Zitat von GeorgeTheMerlin, am 16/10/2009 um 23:16

Zitat von White dragon, am 7/10/2009 um 12:30
Ich Glaube das Gefühle nur eine Behinderung eines Menschen sind und desswegen möchte ich keine Gefühle mehr haben aber ich weiß nicht wie ich sie am besten los werde ohne Schaden davon zu tragen und desswegen möchte ich wissen ob und wie es geht hoffe ich bekomm von euch ein paar gute antworten und ratschläge.



Du ERSCHAFFST deine Gefühle.

Die Gefühle, die dich behindern, sind UNBEWUSSTES ERSCHAFFEN und haben ihren Ursprung in einer unverarbeiteten Vergangenheit.

Deine Frage ist also SCHON IM ANSATZ falsch.
Ebenso deine Erkenntnis, dass GEFÜHLE DIE URSACHE deiner Probleme sind. Das erscheint OBERFLÄCHLICH zwar so - aber der Ursprung liegt DAHINTER - nämlich im unbewussten Erschaffen dieser emotionalen Gegen-Absichten.

Die richtige Frage zum richtigen Problem lautet: wie verwandle ich unbewußtes Erschaffen wieder in bewußtes Erschaffen?

Gehst du nämlich von deinem Ansatz aus - würdest du unbewußt Gefühle erschaffen, die dich behindern - und dann GLEICHZEITIG versuchen, diese Gefühle wieder loszuwerden.
Damit erschaffst du GLEICHZEITIG eine Emotion UND eine Gegenemotion - poetisch ausgedrückt eine innere Wand, wo du dir ewig den Kopf einrennst.

grüssli merlYnn


Liebe Forengemeinde entschuldigt bitte dass ich diesen alten Strang wieder nach vorne hole, aber merlynn hat hier ein dilemma beschrieben in dem ich auch stecke und welches mich seit mehreren Jahren beschäftigt, Denn die innere Wand von der merlynn spricht, gegen diese laufe ich selbst immer wieder.
Mir ist es vollkommen bewusst dass meine negativen Emotionen nur symthome sind und keine Ursachen. Merlynn, kannst du bitte die Aussage erläutern:
"Die richtige Frage zum richtigen Problem lautet: wie verwandle ich unbewußtes Erschaffen wieder in bewußtes Erschaffen?"
Ich kann diese Aussage noch nicht verstehen/ gedanklich greifen?

Werde mich gleich im Vorstellungstread vorstellen, habe mich eben erst hier registriert weil ich denke der Beitrag von Merlynn ist der Schlüssel zu der Lösung welche ich schon so lange suche.

Alichino - 17/4/2012 um 16:26

Hey Ulrik,

ich bin zwar nicht Merlin aber denke das ich trotzdem etwas dazu sagen kann denn was er beschreibt wird in der Psychotherapie genauso angewendet.

Der Themenersteller ging davon aus das seine Emotionen das Problem seien doch für eine Emotion gibt es immer einen Außlöser. Also wenn z.B. jemand gestorben ist, liegt das Problem nicht in der aufkommenden Trauer sondern darin das jemand gestorben ist.

Gefühle sind nicht die Ursache von Problemen oder Ereignissen sondern ihre Wirkung.

Natürlich kann eine Emotion die vorher eine Wirkung war zur Ursache einer neuen Wirkung also eines neuen Ereignisses werden.
Doch das Problem ist nie die Emotion selber sondern das Ereignis oder der Lebensumstand der die Emotion ausgelöst hat.

Einfach ausgedrückt, arbeite nicht an der negativen Emotion sondern an dem Umstand der diese Emotion ausgelößt hat.

Gruß Alichino

LoS - 17/4/2012 um 21:27


Zitat von Alichino, am 17/4/2012 um 16:26
Gefühle sind nicht die Ursache von Problemen oder Ereignissen sondern ihre Wirkung.


Das ist soweit richtig, wenn man auch eher von Feedback sprechen sollte als von Wirkung. Wirkung wäre wie wir auf die Gefühle reagieren und da wir es gewohnt sind, daß Ursache und Wirkung keine Zwischenschritte haben, sind Gefühle den meisten normalen Menschen nur begrenzt zugänglich/erfassbar/änderbar.


Zitat von Alichino, am 17/4/2012 um 16:26
Doch das Problem ist nie die Emotion selber sondern das Ereignis oder der Lebensumstand der die Emotion ausgelöst hat.


Entschuldige, aber das halte ich für einen völlig verantwortungslosen Ansatz!

Das ist klassisches "I didn't do it - YOU made me do it!" - ich finde alles auf Lebensumstände abzuwälzen, damit macht man es sich einfach/ist ein netter Sündenbock.

Das Problem mit einer Situation (zB der Tod von XY) ist nicht der Tod von XY, sondern ein Cocktail aus unseren Ängsten um den Eigenen Tod, der Trauer um das was man keine Zeit und Gelegenheit hatte mit der Person zu erleben (kurzum ein nahezu unendliches Spektrum an angenehmen und jetzt dahingeschiedenen Möglichkeiten beidseitige Freude zu generieren), Mitgefühl den Hinterbliebenen gegenüber (wahlweise verstärkt durch die Fähigkeit sich in sie gut hineinzuversetzen und mit ihnen so zu leiden wie sie es tun, teilnehmen am Unglück), Erwartungen die wir hatten und vieles mehr. Ich finde dem Toten die Schuld an all diesen Gefühlen zu geben, die er durch sein (plötzliches) abkratzen ausgelöst hat ist ein wenig unfair, meinst Du nicht? Vor allem, wenn ers sich nicht ausgesucht hat, si? Und nichts anderes wäre das.

Der Knackpunkt ist unsere Perspektive. Wir kümmern uns in aller Regel um Ängste nur wenn sie Akut werden, leben in irgend ner abgefuckten Wolkenschloss-Zukunft in der wir für alles mit jedem alle Zeit der Welt haben werden und deshalb tritt sowas unserem Lebensgefüge auch so mächtig in den *blubb*. Würden wir die Vergänglichkeit und den Verfall als allgegenwärtigen und unabwendbaren Teil des Daseins besser akzeptieren und uns mehr dem Moment selbst verschreiben, würde sich ein Großteil dieser Probleme in Luft auflösen. Zumindest bei diesem Beispiel. Und die meisten, die mit sich und ihren Gefühlen besser und besser klarkommen, landen witzigerweise - egal wie sie hingekommen sind - bei dieser Wahrnehmungsverschiebung.

@Ulrik:
Wenn ich Dir eines empfehlen kann, lern so viel wie Du kannst über Dich selbst. Lerne Deine Betrachtungsweisen zu modifizieren, Dich, alles was Dich umgibt und auftretende Ereignisse durch nicht nur Deine Augen zu sehen. Stück für Stück wird sich Dir dann jeglicher innere Zusammenhang erschließen. Es braucht eine Weile beständigen Fortschrittes, möchte ich meinen. Aber meiner Erfahrung nach ist das einer der zuverlässigsten Wege diese "Mauer" loszuwerden.

Ulrik - 17/4/2012 um 21:48

Ja, an dieser Mauer arbeite ich schon seit Jahren. Um meine Vergangenheit dbzgl auf den Kopf zu stellen hatte ich mich vor ungefähr 2 Jahren fast den ganzen Sommer zuhause eingeschlossen um meine Vergangenheit auf links zu drehen. Will heißen diese zu erforschen um die Mauer abzubauen. Andere Probleme wurden dadurch beseitigt aber die Mauer blieb. Bin inzwischen halt ein bissi ratlos was ich noch tun kann, somal ich da schon einige Jahre rein investiert habe. Ist halt ziemlich demotivierend immer an der Mauer im eigenen Kopf zu scheitern. Ein kleiner Erfolg dass die Mauer etwas kleiner/weniger wird wäre nach so vielen Jahren arbeit mal was schönes....

Ich habe schon mit visualisierungen, affirmationen daran gearbeitet meine Betrachtungsweisen zu ändern. Nur leider blieb ich auch hierbei erfolg los. Meißtens funkt dann das UB dazwischen und meint sowas in der Richtung "Was redest du dir jetzt wieder ein, Stimmt doch gar nicht usw"
Gibt es eine Wirkungsvolle strategie wie das doch funktioniert?


[Editiert am 17/4/2012 um 21:51 von Ulrik]

LoS - 17/4/2012 um 21:58

Dann solltest Du damit beginnen genau diese Widerstände, also das was Du vom UB als Gegenreaktion wahrgenommen hast, abzubauen. Wäre zumindest ein einigermaßen logischer nächster Schritt.

Außerdem solltest Du Dich vielleicht generell etwas tiefer mit psychischer/m Hygiene/Aufbau, NLP, Therapietechniken, etc. auseinandersetzen. Dissoziation ist zum Beispiel eine der zugänglichen Möglichkeiten, wenn Du mit Visualisation/Imagination bereits gearbeitet hast. Es ist zwar nicht alles Gold was glänzt, aber andererseits suchen wir ja auch nicht nach Gold. ;)

Sarija   - 17/4/2012 um 22:13


Zitat von Ulrik, am 17/4/2012 um 21:48
Meißtens funkt dann das UB dazwischen und meint sowas in der Richtung "Was redest du dir jetzt wieder ein, Stimmt doch gar nicht usw"

Das ist nicht das UB.

Alichino - 17/4/2012 um 22:26

Hallo LoS,


Zitat von LoS, am 17/4/2012 um 21:27

Das ist soweit richtig, wenn man auch eher von Feedback sprechen sollte als von Wirkung. Wirkung wäre wie wir auf die Gefühle reagieren und da wir es gewohnt sind, daß Ursache und Wirkung keine Zwischenschritte haben, sind Gefühle den meisten normalen Menschen nur begrenzt zugänglich/erfassbar/änderbar.


Wirkung ist wie wir auf unsere Gefühle reagieren.
Wirkung ist aber auch wenn ein bestimmtes Gefühl ausgelößt wird.
Es ist immer Ursache und Wirkung wobei die Wirkung zur nächsten Ursache wird.


Zitat von Alichino, am 17/4/2012 um 16:26
Doch das Problem ist nie die Emotion selber sondern das Ereignis oder der Lebensumstand der die Emotion ausgelöst hat.


Dieser Satz ist so richtig.
Doch da ich dir in deinen weiteren Ausführungen nicht wiederspreche gehe ich davon aus das du mich falsch verstanden hast.



Zitat von LoS, am 17/4/2012 um 21:27

Entschuldige, aber das halte ich für einen völlig verantwortungslosen Ansatz!

Das ist klassisches "I didn't do it - YOU made me do it!" - ich finde alles auf Lebensumstände abzuwälzen, damit macht man es sich einfach/ist ein netter Sündenbock.


Darum geht es hier ja garnicht. Ein Sündenbock ist nicht nötig da Gefühle nicht schlecht sind. Auch wenn sie manchmal weh tun!



Zitat von LoS, am 17/4/2012 um 21:27

Das Problem mit einer Situation (zB der Tod von XY) ist nicht der Tod von XY, sondern ein Cocktail aus unseren Ängsten um den Eigenen Tod, der Trauer um das was man keine Zeit und Gelegenheit hatte mit der Person zu erleben (kurzum ein nahezu unendliches Spektrum an angenehmen und jetzt dahingeschiedenen Möglichkeiten beidseitige Freude zu generieren), Mitgefühl den Hinterbliebenen gegenüber (wahlweise verstärkt durch die Fähigkeit sich in sie gut hineinzuversetzen und mit ihnen so zu leiden wie sie es tun, teilnehmen am Unglück), Erwartungen die wir hatten und vieles mehr. Ich finde dem Toten die Schuld an all diesen Gefühlen zu geben, die er durch sein (plötzliches) abkratzen ausgelöst hat ist ein wenig unfair, meinst Du nicht? Vor allem, wenn ers sich nicht ausgesucht hat, si? Und nichts anderes wäre das.


Du hast mich eindeutig falsch verstanden!
Ich bin mir nicht sicher was du an Schuld findest, dass hast du jetzt mehrfach erwähnt doch hier gibt es keinen Schuldigen und die Situation ist natürlich auch nicht schuld^^

Mir ging es darum das es keine Lösung ist gegen die Gefühle zu kämpfen sondern das man lernen muss mit einer unangenehmen Situation adäquat um zu gehen.

Außer bei einer Depression oder einer Manie ist nämlich "immer" eine Situation für die vorwiegenden Gefühle verantwortlich! Natürlich hängt das auch von der Frustrationstoleranz der beteiligten Person ab. Ein Cholerika regt sich schneller auf als jemand der täglich Meditiert.
Also nicht die Situation oder der Verstorbene ist Schuld an der trauer des Hinterbliebenen sondern der Hinterbliebene weiß keinen besseren Weg mit seinen Gefühlen um zu gehen. Vielleicht weil er nichts anderes gelernt hat.
In einer solchen Situation hilft es nichts an der Trauer zu arbeiten, man hätte sich z.B. im Vorfeld darauf vorbereiten können das die Person bald stirbt.

Außerdem sind Gefühle nicht schlecht! Es ist nicht falsch mal wütend oder traurig zu sein!



Zitat von LoS, am 17/4/2012 um 21:27

Der Knackpunkt ist unsere Perspektive. Wir kümmern uns in aller Regel um Ängste nur wenn sie Akut werden, leben in irgend ner abgefuckten Wolkenschloss-Zukunft in der wir für alles mit jedem alle Zeit der Welt haben werden und deshalb tritt sowas unserem Lebensgefüge auch so mächtig in den *blubb*. Würden wir die Vergänglichkeit und den Verfall als allgegenwärtigen und unabwendbaren Teil des Daseins besser akzeptieren und uns mehr dem Moment selbst verschreiben, würde sich ein Großteil dieser Probleme in Luft auflösen. Zumindest bei diesem Beispiel. Und die meisten, die mit sich und ihren Gefühlen besser und besser klarkommen, landen witzigerweise - egal wie sie hingekommen sind - bei dieser Wahrnehmungsverschiebung.


Da brauche ich eigentlich nichts zu sagen natürlich hast du Recht.
Das worauf wir gefasst sind erschüttert uns weniger, nur das was unerwartet kommt. Radikale Akzeptanz ist ein gutes Mittel damit die Gefühle im Fluss bleiben.
Doch wie gesagt, an Gefühlen ist nichts schlechtes!


Lieben Gruß Alichino

Alichino - 17/4/2012 um 22:29

Ohh tut mir Leid :redhead:


Zitat von Alichino, am 17/4/2012 um 16:26
Doch das Problem ist nie die Emotion selber sondern das Ereignis oder der Lebensumstand der die Emotion ausgelöst hat.


Bei dieser Formulierung hast du natürlich Recht, ich habe geschrieben der Lebensumstand sei Schuld^^ tut mir Leid. :puzz:

Natürlich meinte ich wie wir mit dieser Lebenssituation umgehen. :redhead:

Danke das du meinen Fehler berichtigt hast.


[Editiert am 17/4/2012 um 22:30 von Alichino]

LoS - 18/4/2012 um 00:00

Ich kann auch nur lesen was da steht, meine Kristallkugel ist im Moment leider in Reparatur. ;)

Aber ja, natürlich ist an Gefühlen nichts schlechtes. Wir haben erst dann ein Problem damit wenn wir sie (oder einen Umstand der zu ihnen führte) die Annahme verweigern.

Und gern. ^^ So konnte ich meines Amtes walten und den wortklauberischen Kotzbrocken spielen, so wie ich es gerne tu. :]


[Editiert am 18/4/2012 um 00:01 von LoS]

Ulrik - 18/4/2012 um 20:49

Um in den Moment zu kommen stelle ich mir gerne die Frage " Was will ich jetzt machen, Was will ich genau jetzt". Wenn ich nun zuhause bin und mir diese Frage stelle kommt beispielsweise als Antwort "Ich will meinem Arbeitskollegen xy die Meinung sagen". Wenn ich aber dann in der Firma meinen Arbeitskollegen vor mir habe, krieg ich als Antwort "Ich will jetzt nichts sagen".
Mit genau dieser Mauer in meinem Kopf habe ich dieses Problem. Ich will zuerst etwas tun und wenn ich genau das tun kann, was ich vorher wollte, will ich es auf einmal nicht. Wenn ich mich dann aber doch dazu überwunden habe und meinem Kollegen die Meinung gesagt habe fühle ich mich auf einmal gut. Nur ich muss beim nächsten mal wenn sowas eintritt wieder die Mauer in meinem Kopf überwinden.

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