Thema: Bücher für Fortgeschrittene

Forum: Höhere Magie

Autor: Serafia_Serafin


Serafia_Serafin - 23/9/2011 um 08:47

Moin,

ich habe gestern ein Interview mit dem Gründer des Verlags "Roter Drache" gelesen, in dem er den Wunsch, den Verlag zu gründen, damit begründete, dass es fast nur Anfängerbücher auf dem Markt gäbe.

Ich meine, dass das darin liegt, dass wenn man einmal einen Anfang gemacht hat, eigentlich kaum noch Bücher braucht, es sei denn, man interessiert sich für etwas bestimmtes oder neues, das sich so aus eigener Erfahrung nicht komplett verwirklichen lässt.

Seht ihr das anders?

Und wenn ja, welche Bücher wären für Fortgeschrittene?

LoS - 23/9/2011 um 09:19

Also die meisten Bücher die ich lese sind in aller Regel betreffs anderer Paradigmen und inspirieren mich dazu Dinge auszuprobieren, andere Dinge als bisher. Wenn ich mich in was vollkommen neues einarbeiten will, brauch ich einen Ansatz, übernehme dann aber von dort aus auch Methoden. Richtig "für Fortgeschrittene" gibts da eigentlich wirklich recht wenig, vor allem da die Richtungen und Erfahrungen so uneinheitlich sind, daß man nicht wirklich oft auf einen Nenner kommt. Das noch einigermaßen gängigste sind Philosophische und Psychologische, was man verwursten kann - es einflechtet und sich damit erweitert. Das meiste komplexere was es zu lernen gibt sind Eigenentwicklungen von anderen und die lernt man am besten von der Quelle und nicht aus Büchern, da hat man auch die Gelegenheit für Rückfragen.

Ab dem Fortgeschrittenenstadium gilt meiner Erfahrung nach: Bücher schaffen in einem kein Wissen, sie komplettieren und erweitern bereits grundlegend vorhandenes.

Aurelia - 23/9/2011 um 11:08

Es wird dort darauf geachtet, dass in den Büchern eigene Erfahrungen mit eigenen Tips zur Praxis beschrieben werden, nichts, was du schon zig mal in Buch ABC etc. Zu Hauf in dieser Form gefunden hast.
Das dient der Inspiration, um daraus seine Praxis verfeinern und ausbauen zu können. Und nicht dem Sinn, dass du pupsgenau so arbeiten musst, weil du die Basics noch nicht drauf hast...
Sie sind informativ, aber nehmen einem nie selber die Arbeit ab, das Gehirn anzuschalten und zwischen den Zeilen zu lesen.
Nimm Goethe:
Der Stein der Weisen nutzt nichts, wenn du kein Weiser bist und weißt mit dem Stein umzugehen. So verhält es sich auch in der Magie...

Liebe Grüße
Aurelia


[Editiert am 23/9/2011 um 11:10 von Aurelia]

Idan - 25/9/2011 um 01:37

Ab einem gewissen "Stadium" erreicht man ein solches Maß höchst individueller Erfahrungen, subjektiver Weltsicht und eigenem magischen Paradigma, dass es nicht viel Sinn macht, für Fortgeschrittene viel zu schreiben. Das würden dann keine Magie-Bücher mehr sein, sondern mehr religiöse Werke oder philosophische Abhandlungen, die verkaufen sich nicht.

Ich kaufe mir eher noch Bücher, um mehr über andere Glaubensrichtungen zu erfahren, aus Neugierde. Ich finde Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu meiner Praxis gleichermaßen spannend. Zur Zeit beschäftige ich mich z.B. mit Bucklands Büchern über scotish Wcca (Picti). Ich habe nicht vor, in diese Richtung zu gehen, finde es aber interessant und wissenswert.

Chtonia - 25/9/2011 um 16:22

Ich bin ja fast schon der Meinung, dass man Bücher für Fortgeschrittene gar nicht schreiben kann, denn das einzige, was ab nem bestimmten Erfahrungsgrad bingen kann, sind im Grunde nur die Arbeiten anderer [Sprich: „Oh, er hat in Paradigma xy ne Schuld- und Vergebungs-Thematik ausgearbeitet, auf die ich nie gekommen wäre“ oder „Diese Nebenfigur aus dem lied bla von band blub erzielt aus invozierte Entität bei mir eine solche Vertrautheit, dass ich gern ein zweites oder drittes Mal mit ihr arbeiten mag.“] und das noch nicht einmal mit der nötigen Rücksprache, die LoS schätzt.
Passenderweise [oder auch eher komischerweise] hab ich die letzten Tage überlegt, ob man diese Einstellung auf andere Medien übertragen kann, so Lady-Purple- oder LAM-mäßig, nur weniger allgemein.
Aber ist das auch nicht wieder ein Dilemma? Es kann eine wirkliche Bereicherung für sich selbst sein, so wie möglicherweise das schreiben eines Buches darüber [Außer man würde für Geld sogar seine Mutter verunglimpfen.]. Wenn man jedoch etwas so Persönliches, wie die eigenen Arbeiten [Denn Magie ist ja auch Verarbeitung und persönliche Findung, zumindest m.M.n.], veröffentlicht, gibt man zum einen wirklich sehr viel von sich Preis und zum anderen gibt man sie jedem Preis. Bleibt die Frage der Verantwortung.
Was man nun eigentlich auch wieder aufs anfängliche Thema übertragen könnte...


Edit: Vielleicht mag Eliphas Leary mir oder uns mal verraten, ob seine Videoreihe für ihn persönlich auf seinem Weg etwas gebracht hat, oder ob er es doch nur aus Spaß gemacht hat; Vielelicht auch ein wenig über Reaktionen und Zielpublikum, oder eben auch nicht. Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen. Sieh das ruhig als versuchte emotionale Erpressung. :P


[Editiert am 25/9/2011 um 19:26 von Chtonia]

LoS - 26/9/2011 um 01:51


Zitat von Chtonia, am 25/9/2011 um 16:22
Bleibt die Frage der Verantwortung.


Nein, tut sie nicht. Wissen ist eben nicht wie eine Schrotflinte in den Händen eines Affen. ;]

Der der handelt, trägt die Verantwortung. Der, welcher lehrt hat nur wenig Möglichkeiten das abzuschätzen was damit angefangen wird was er beibringt und es ist auch nicht seine Aufgabe. Wär dem so, hätten wir eine komplette Stasis früher oder später und Wissen würde in einem großen Umfang verlorengehen. Ich finde wir sollten uns nicht anmaßen uns von Grund auf über die zu stellen die wir unterweisen und über sie theoretisch schon zu richten mit dem in der Hand was wir ihnen geben. Gib ein Messer einem Meuchler, gib ein Messer einem Arzt, jeder macht da sein Ding draus, der Hersteller und der Verkäufer des Messers haben damit nichts zu tun. Meiner Meinung nach zumindest nicht.

Chtonia - 26/9/2011 um 05:32

Sag mal, was bist du heute kleinkariert?
Nur weil du dir die Frage nicht stellst, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt, den huah... das war ne Anspielung auf ne Thematik, auf die ich nicht näher eingehen wollte, weil ich erstens damit ot gehen würde und weil es zweitens müßig ist.
Wenn du aber schon mal dabei bist: Was sagst du zum thema "frage der Verantwortung" im Hinblick auf "sehr viel von sich preis geben"?

LoS - 26/9/2011 um 09:07

Ja, bin ich, das bin ich Montags immer, das hilft mir in die Woche. :P

Ich sehe da eigentlich kein Problem, letzten Endes lebt guter Informationsaustausch davon und obeflächliches Geplänkel gibts schon überall und will eigentlich keiner wissen, oder? ;]

Chtonia - 26/9/2011 um 10:01

ich sehe schon, ich hätte das niemanden mit zwei eigenen Blogs und veröffentlichter Lyrik fragen sollen. -.-

Worauf ich aber hinaus wollte: Wenn man gewisse Techniken oder Herangehensweisen [Siehe Wurzeln und Chakren -nicht die rote Variante. Ich meine so ne Kategorie, für die mir der Name gerade fehlt.] teilt, können doch vorher nicht absehbare "Wechselwirkungen" entstehen... Oder nicht?

LoS - 26/9/2011 um 11:36

Hervorragend, willste nich auch noch Werbebanner dazuschalten, damit wir die grenze meiner Selbstbeweihräucherung endgültig überschreiten? ;P

Sicher können Wechselwirkungen entstehen. Auch das ist ein Teil der Herausforderung, wenn man mit was arbeitet. Ich verstehe das Problem noch immer nicht. Oder geht es um Minimalinvasive und möglichst generell gehaltene und unschädliche Information?

Chtonia - 26/9/2011 um 11:49

Ich brauche keine Werbebanner. Jeder der schonmal auf deinem Profil war und weiß, wie ne Suchmaschine funktioniert hat in etwa genauso viele Informationen.
Und jeden, den dein Profil bisher nicht interessiert hat, ist das was ich da schrieb auch ziemlich gleichgültig.
Oder hast du angst vor ner "kleinbusigen trostgemeinde"? :P

Du hast es aber auch mit deinem minimalinvasiv.
Gesetz dem Fall, jemand hat für sich eine Technik entwickelt und die öfter praktiziert, dann eicht er sich ja auch ein wenig darauf. Wenn er das nun veröffentlich, dann gibt er werkzeuge an die Hand, sich selbst verletzbar zu machen. Das könnte [natürlich muss es aber nicht] ausgenutzt werden.
Vielelicht sollten wir die diskussion auf pws verschieben. Sicherlich langweilen wir die com gerade ziemlich.

LoS - 26/9/2011 um 12:15

Gut möglich. *tumbleweed rollen seh* :D

Naja, letzten Endes ist das vielleicht auf persönlicher Ebene etwas was man preisgibt, aber im Grunde finde ich das total vernachlässigbar, vor allem wenn man Leser/von-einem-Lernende hat und sie einem in der Regel nichts böses wollen - abgesehen auch noch davon, daß man sich jederzeit und überall grundsätzlich schützen können sollte (BATW, etc.) - wer das nicht tut vernachlässigt sich eh in einem Maße wo "Informationsschutz" in meinen Augen sowieso nicht mehr reichen würde. :]

Alles und Nichts - 26/9/2011 um 12:17

also mich interessierts und gelegentlich spiel ich solch ein spiel selbst gerne.
also macht ruhig weitere.

wenn ich mich einfach mal in den fachlichen bereich einmische, du bist auf dieser ebene nur dann verletzbar, wenn du es glaubst.

LoS - 26/9/2011 um 13:18


Zitat von Alles und Nichts, am 26/9/2011 um 12:17
wenn ich mich einfach mal in den fachlichen bereich einmische, ur dann verletzbar, wenn du es glaubst.


+1

Das ist bei vielem so, btw.

Chtonia - 26/9/2011 um 14:11


Zitat von LoS, am 26/9/2011 um 12:15
vor allem wenn man Leser/von-einem-Lernende hat und sie einem in der Regel nichts böses wollen

hast du das gerade nur so liebenswert umschrieben, damit ich mich nicht über die "Lehrer/Mentoren/Sponsoren/Meister/ausbildender Priester"- Sache auslassen muss? Danke. :P
Aber im Grunde kann man nicht vorraussetzen, mit welchen Ambitionen jemand an sowas ran geht.
Ich meine, ich hab mir auch schon Bücher ausgeliehen, oder Zeitschriften, nur um zu schauen, ob die Schreiberlinge überhaupt was taugen und hab davon auch einige Sachen abhängig gemacht.
Widersprüchlich erscheint mir, dass du schreibst, dass man sich schützen können muss und gleichzeitig beipflichtest, dass einem gar nichts passieren kann, wenn man dem selbst keine Autorität verleiht.

LoS - 26/9/2011 um 14:36

Warum sollte das widersprüchlich sein? Das gilt für zwei unterschiedliche Szenarien - das eine ist generell, das andere ist auf die Geschichte mit der Informationsausgabe bezogen. Oder um es mit dem Werbeslogan aus dem Gefechtsfeldtourismus zu formulieren: Nur weil gerade keiner auf Dich schießt, ist das kein Grund die Weste auszuziehen. ;)

Chtonia - 26/9/2011 um 15:02

sind das wirklich 2 unterschiedliche szenarien? Oder reden wir mal wieder seit zig Beiträgen nebeneinander her und bemerken es nicht?

LoS - 26/9/2011 um 15:27

Ich finde es ist ein Unterschied. :P

Wenn Du ihn nicht machst, erklärt mir das zumindest warum Du denkst daß es sich widerspricht. :D

muadib - 5/10/2011 um 03:58

Sorry, darf ich mal so reinplatzen in Eure öffentlich private Unterhaltung? Rein rhetorische Frage natürlich in Anlehnung an "normales" Verhalten innerhalb unserer Gesellschaft.
Interessant finde ich den Ansatz
Zitat:
Widersprüchlich erscheint mir, dass du schreibst, dass man sich schützen können muss und gleichzeitig beipflichtest, dass einem gar nichts passieren kann, wenn man dem selbst keine Autorität verleiht.

Nichtauthorisierung ist für mich das beste Mittel sich Immunität zu verschaffen .

Jeder kann durch diese Methode nahezu jeden Angriff verhindern.

daemonesse - 24/12/2011 um 02:15

Ontopic:


Zitat von Serafia_Serafin, am 23/9/2011 um 08:47
[...] , welche Bücher wären für Fortgeschrittene?


Ich bin mal so frei, diese Frage wieder auszubuddeln und auf den Tisch zu werfen. Scheint mir ein wenig untergegangen zu sein...

Nigurath   - 24/12/2011 um 12:38

Bücher für Fortgeschrittene? Kommt zwar immer auf den eigenen Standpunkt an, aber mir fallen da spontan ein paar ein.

Die Bücher vom Schikowski Verlag z.B
"Experimental Magie" "Schlüssel Salomon" "Grimoire Armadel"
Dann halt noch verschiedene andere Grimoires. Diese Moses Bücher beispielsweise oder das Grimoire des Honorius, Grimoire Verum.

Viele Bücher vom Esoterischen Verlag. "Baphomet Magie" "Dämono Magie" "Delomelanicon"

Edition Roter Drache: "Die Nachtseite von Eden" "NecroYoga"

Das Abramelin Buch, vorrausgesetzt man will den Ritus wirklich durchziehen, denn der ist nicht ohne.

Bücher wie Transzedentale Magie von Levi oder die Magischen Werke sind für nen kompletten Laien wie ich finde auch etwas schwer zu handhaben.

Jo, das sind Bücher die ich als Anfänger auch gekauft hatte und die ich dann aber erst einmal weglegen musste. Wäre ja mal gespannt welche anderen Werke hier noch aufgelistet werden.

Merry Christmas!

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