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Autor: Betreff: Scheinpersönlichkeiten, Identitäten ect. - warum und zu welchem Zweck
Studius
Studius

Brigh
Beiträge: 22
Registriert: 21/2/2008
Status: Offline
Geschlecht: weiblich
red_folder.gif erstellt am: 6/3/2008 um 00:00  
Nachdem in meinem letzten Thema immer wieder die Frage nach Identitäten, die Angst vor der Selbstauflösung usw. zu lesen bzw. zu fühlen war, möchte ich dieser Thematik hier Raum geben, diskutiert und hinterfragt zu werden.




Identitäten sind Ausweichpersönlichkeiten, welche die Menschen sich zulegen, um nicht verletzbar zu sein.
In Wahrheit führen sie jedoch dazu, dass man aus ihnen heraus ständig auf eine Art und Weise reagiert, die zur Selbstverletzung und zur Verletzung anderer führt.
Identitäten sind zumeist nicht sehr hilfreich, sondern hinderlich. Sie verhindern, dass das Leben nicht in seiner Ursprünglichkeit an uns herantreten kann.

Vor allem ist man nicht die Identität, sondern erlebt durch den Glauben, sie zu sein, das Leben wie durch einen getrübten Filter hindurch.
Genau genommen kann man nicht einmal mehr sagen, dass man das Leben überhaupt noch erfährt. Was man erlebt ist in erster Linie die gerade vorherrschende Identität, die vom soeben Erlebten in Resonanz gebracht wird. Identitäten sind, wie bereits angesprochen, all jene Persönlichkeiten mit denen man folgenden Satz vervollständigen kann: "Ich bin....." (das trifft natürlich auch auf das Ego im besonderen zu, dieses aber besteht ja ebenfalls nur aus Identitäten. Wir können darüber einen extra Thread eröffnen wenn Interesse daran besteht.)

In manchen Situationen fühlt man sich betroffen und denkt; ...das lasse ich mir nicht gefallen, oder; ...das ist ungerecht, oder; ...das hat nichts mit mir zu tun ect. So reagieren zugelegte Identitäten. Nicht das „wirkliche“ Selbst (du, er, sie, ich...ect.) reagieren so, sondern nur irgendeine selbstkreierte Identität.
Die Identität "ich bin der / die Größte" z.B., reagiert vornehmlich sehr empfindlich auf Kritik. Jene "ich bin ein Versager", reagiert eher auf erfolgreiche Menschen oder andere sog. „Versager", Neid ist oft ein Resultat davon.
Die Identität; „ich bin hässlich“ hat ein enormes Konsumverhalten in Sachen Kosmetik, Mode, Lifestyle, Beauty und extremer Fitnessprogramme ect. ausgelöst und andere wiederum lösen sogar Kriege aus. Die Scheinpersönlichkeit eines „Gläubigen“ hatte Inquisition und Völkermord bis in die heutige Zeit (z.B. Jihad, ect.) verursacht. Man sollte also Identitäten nicht unterschätzen!
(Man nennt die einzelnen Identitäten im magischen Sprachgebrauch auch "Schemen" resp. "Larven" da sie im Laufe der Zeit tatsächlich ein Eigenleben entwickeln und dieses auch verteidigen.)


Die große Frage hier lautet: Welche Identität könnte sich jemand zugelegt haben, der das erlebt, was man selbst erlebt? Man könnte z.B. alle Antworten, die einem dazu einfallen nehmen und erkennen, dass diese mehr oder minder jenen Scheinpersönlichkeiten entspricht, die man sich selbst zugelegt hat. Anschließend könnte man erkennen, welche Erfahrung man damit verhindern wollte und dann schauen, ob es einem gelang (?). In den meisten Fällen wird man genau das oder Schlimmeres erfahren haben. Oder aber man hat gewisse Dinge nicht so schlimm erlebt wie befürchtet, aber gewisse andere Dinge, die man wollte, gar nicht erleben können.


Der Mensch benutzt diese Identitäten um sich einen gewissen Freiraum zu schaffen.
Ja, man möchte unangetastet bleiben weil man, oder besser gesagt, eine der selbstgeschaffenen Identitäten, Angst um ihre Existenzberechtigung hat. Es ist vorwiegend die Angst vor Veränderung, aber nur, weil Veränderung als „ich bin nicht richtig so wie ich bin“ aufgefasst wird. Doch dieses Gefühl „ich bin nicht richtig so wie ich bin“, ist gleichsam eine Identität. Man kann sie wirklich leicht durchschauen... Nicht man selbst ist stur, es sind nur die eigenkreierten Identitäten und sie sind es auch, die nicht vergeben können und die stolz sind. Doch es ist nie das wirkliche Selbst.
Es tut so gut, dies zu erkennen, das ist ein regelrechter Befreiungsschlag.
Danach wird man sich nicht mehr aus irgendeiner Identität heraus wehren, sich zu verändern. Im Gegenteil, man empfindet plötzlich Freude jedes Mal, wenn eine Veränderung ansteht. Denn jede Veränderung bedeutet: MAN LEBT!
Es sind die besten Herausforderungen, die das Leben selbst stellt. Wenn man sie meistern kann - das heißt NICHT verhindern - dann geht man mit dem Fluss des Lebens. Das ist ein deutliches Zeichen des eigenen Lebendigkeitseins.
Oder eben, man kann sich weiterhin dagegen wehren und in seinen Identitäten stecken bleiben. Dann ist man tot.
Weiterhin wird man nicht den Fußstapfen der eigenen Seele folgen, sondern jener der Scheinpersönlichkeiten. Diese führen nicht zum Ziel der Seele, sondern nur zu irgendwelchen Scheinzielen, welche niemals befriedigen können. Man wird ein rastlos Suchender bleiben und die Wahrheit dessen, was man ist bleibt unerreichbar fern. Man wird nicht in der Lage sein, sich selbst zu finden, sondern nur das, was man momentan glaubt zu sein oder sein zu müssen. Mit anderen Worten, man findet sehr wahrscheinlich das, was man nicht ist. Man bleibt in irgendeinem Stadium des Bewusstseins stecken und wird es nicht vermögen, bis zum allgegenwärtigen Gewahrsein vorzudringen. Hier entscheidet sich, ob man zum ewigen Sucher berufen ist oder zum Finder der Essenz allen Seins wird.


Wenn Scheinpersönlichkeiten - Identitäten also - das scheinbare Gewahrsein erreicht zu haben scheinen, ergießen sie sich in unglaublich wortreichen, wissenschaftlichen Beschreibungen (bevorzugt auch in lateinischen / griechischen Idiomen) dessen, was sie erfahren haben. Es klingt gigantisch gut, beeindruckend und mutet äußerst interessant an..., doch es ist die Beschreibung einer Vorstellung dessen, was Gewahrsein ist, es ist nicht das Gewahrsein selbst.

Das Gewahrsein zu erleben ist keine intellektuelle Angelegenheit.
Es ist eine Erfahrung, ein Erlebnis, welches in identitätslosem Zustand erfahren wird. Da gibt es nichts zu sagen darüber, denn es liegt hinter allen Worten.

Alle diese Hinweise zielen letztendlich darauf, Dir einen solchen Zustand zu ermöglichen, sie sind nicht der Zustand selbst, sondern eine Möglichkeit für Dich, in ihn einzutauchen.
Solange Du eine Identität hast, willst Du etwas erreichen, bleiben Wunsch und Widerstand bestehen.
Der Wunsch nach Erleuchtung kann Wegbereiter für diese sein, das stimmt schon, aber im entscheidenden Moment muss auch dieser weichen.
Es ist so, als würdest Du Dein Ich verlieren und als ob alle Definitionen verschwinden. Du glaubst, Dich selbst aufzulösen und es gibt Dich in diesem Moment tatsächlich nicht mehr, zumindest nicht mehr in einem definierten Zustand mit definierten Grenzen. Und obwohl es Dich nicht mehr gibt, gibt es Dich dennoch, stärker, größer, weiter und heller denn je zuvor. Obwohl Du in diesem Zustand kein förmliches Wesen mehr bist, fühlst Du so intensiv wie nie vorher die Allgegenwart jedes Schöpfungsteiles.
Es gab Dich noch nie so essenziell wie in diesem Zustand der Erleuchtung und meist bemerkst Du erst, was geschehen ist, nachdem es wieder vorbei ist. Je öfter Dir solche Zustände möglich sind, desto eher durchdringen sie auch dein Identitäts-Bewusstsein.
Es sind vielleicht zuerst nur Augenblicke, in denen es Dir vergönnt ist, diesen Zustand zu erleben, aber mehr und mehr dehnen sich diese Augenblicke, bis zu einem konstanten, andauernden Lebens- und Daseinsgefühl aus.......

Alles Liebe von Brigh :heartpump:


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Ipsissimus
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Eliphas Leary
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red_folder.gif erstellt am: 6/3/2008 um 23:15  
Danke, Brigh, ein sehr schöner Text.

Vor ein paar Jahren stellte ich den "Id-entitäten" einen anderen Begriff gegenüber: die Individualität. Aber das führte erst mit einem kleinen sprachlichen Trick zu der Einsicht, die Du hier beschreibst: Individuum bedeutet soviel wie "nicht teilbar", da aber Worte immer nur Teile beschreiben, also durch ihre Verwendung Teilung erzeugen, muss ein Individuum etwas sein, das nicht mit-geteilt werden kann, man kann es nur erfahren, aber nicht beschreiben. Das führt dann wieder zu dem "alten Problem aller Mystiker": wie will man etwas mitteilen, wie will man über etwas reden, das neu ist, sich also nicht in durch Gewohnheit geprägter Sprache fassen läßt? Mögliche Antworten wären Musik oder Malerei...


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Neophyt
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Natz Chimaera
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red_folder.gif erstellt am: 7/3/2008 um 16:13  
hmmm jetzt einfach mal ganz subjektiv...
wozu kommen wir überhaupt als Menschen mit individuellem Bewusstsein auf die Erde wenn das alles so verwerflich ist???

Edit: Scheinpersönlichkeiten, Identitäten ect. - warum denn nicht?


[Editiert am 7/3/2008 um 16:15 von Natz Chimaera]



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Ipsissimus
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Eliphas Leary
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red_folder.gif erstellt am: 7/3/2008 um 19:55  
@Natz:

22. Nun, deshalb bin ich euch bei meinem Namen Nuit bekannt, und ihm bei einem geheimen Namen, den ich ihm nennen werde, wenn er mich endlich kennt. Da ich der Unendliche Raum bin, und die Unendlichen Sterne darin, tuet ihr desgleichen. Bindet nichts! Es soll kein Unterschied unter euch gemacht werden zwischen einem Ding & irgendeinem anderen Ding; denn dadurch kommet Schmerz.

23. Aber wer immer darin besteht, der soll das Oberhaupt von allen sein! ;)

29. Denn ich bin geteilt um der Liebe willen, für die Möglichkeit der Vereinigung.

30. Dies ist die Schöpfung der Welt, daß der Schmerz der Teilung wie nichts ist, und die Freude der Auflösung alles.

42. Laß (es) den Zustand der Vielheit sein, gebunden und in Abscheu. So mit all deinem; du hast kein Recht, außer deinen Willen zu tun. :D

47. Aber sie haben die Hälfte: vereinige durch deine Kunst, auf daß alles verschwinde.

Oder wie Onkel Spare sagte: "Enjoy yourself!"


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Magus

GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 7/3/2008 um 21:51  
Hallo Natz!

Eine interessante Frage! Sie knüpft auch an die Frage von DER WEISE MIT BART an, der fragte, was diese Egoverteuflung eigentlich soll - Budhismus, Hinduismus, Christentum, Shamanen, Magiere - alle haben diese EGOVERTEUFLUNG drauf - ob das nicht nur zum Selbsthaß führt.

Damit hat er eigentlich völlig recht! Wer mit seinem Ego die IDEE aufgreift, das Ego aufzulösen, kämpft gegen sich selbst indem er mit seinem Ego versucht das Ego aufzulösen :D .

Kierkegaard sagt dagegen, man solle DURCH ERKENNTNIS DURCHSICHTIG werden und DURCHSICHTIG GEWORDEN aus der KRAFT (er nennt sie Gott) leben, die einen gesetzt hat..


Ich selbst hatte mal gesagt, es geht darum, die schöpferische QUELLE meiner Identität (Ich-Vorstellung) zu erkennen - dann ist man draußen - aber hat die Freiheit, alle möglichen Identitäten zu erschaffen. Das wäre vielleicht die magische Antwort. Ich meditiere auf DAS, WAS das Ego erschafft - in jedem Moment - und löse so sanft den FOKUS aus meinem Ego.

Auf jeden Fall geht es nicht um eine MORALISCHE ABWENDUNG vom Ego - sondern ganz im Gegenteil um eine ERKENNENDE LIEBENDE ZUWENDUNG.

Was ist das ICH? Was ist das Ego? Brigh hat das sehr schön und ausführlich ausgeführt - ein Schein!

Führen wir das noch weiter aus - wird es beängstigend, schwer faßbar - ETWAS in uns (ein Ego-Überlebensinstinkt) - beginnt sich dann, gegen diese Messages zu wehren. Wir WOLLEN dann gar nicht mehr tiefer darüber nachdenken - wehren das ab.

Je mehr wir aber unsere inneren Schatten erkannt und erlöst haben - umso mehr sind wir bereit, solche Wahrheiten anzunehmen.

WARUM können wir die Frage, was das ICH ist, so schwer beantworten? Nun, wir sind sosehr mit unserem ZUSTAND verknüpft (die Seele ist an Körper und dessen Überlebensprogramm gebunden und indentifiziert sich als Körper, persönliche Geschichte und Schicksale, Wahrheitsvorstellungen, kollektive und individuelle Prägungen, soziale Gehirnwäsche, emotionale Erfahrungen, Verdrängungen) -

wir sind sosehr IN unserem ZUSTAND, daß wir uns nicht mehr VON AUßEN sehen können.

WAGEN WIR MAL IN KLEINEN SCHRITTEN EINE SICHT VON AUßEN AUF UNSER ICH. Zunächstmal schlüpfen wir dazu in VERSCHIEDENE Ichs.

Bei Familienaufstellungen mit fremden Personen schlüpfen wir machmal - wenn wir sensibel und offen genug sind - in völlig andere Ich-Zustände, Körper, Gedanken-Gefühlsuniversen (oder Mechaniken und Apparate und Muster :D )

Das sind erstaunliche - aber auch völlig BEFREMDLICHE Erfahrungen. Da ist nicht nur einfach eine andere Person in unserer Vorstellung - wobei wir wir selber bleiben - sondern das Erleben IN einem völlig anderen ICH!

Weiter gehts, wenn wir in Identitäten früherer Inkarnationen schlüpfen (nicht nur: uns erinnern!) Wir erleben einen völlig anderen Körper, eine völlig andere Gedanken-Gefühls-Erfahrungswelt (*lach- sogar mit einem völlig anderen Horoskop) - wir erleben ein völlig anderes ICH. Das befremdet zunächst. Dennoch spüren wir da so eine Art ROTER FADEN - im Gegensatz zu einer fremden Person bei Familienaufstellungen. Zwar gibt es auch immer noch MUSTER, Teilpersönlichkeiten, die Inkarnationen verbinden und die ICHS oder EGOS beeinflussen unbewußt.

Darüberhinaus: bei meinen früheren Identitäten ist da irgenwie ETWAS HINTER DEN IDENTITÄTEN - was wir sind - jenseits aller ICHS - auch jenseits dem jetzigen ICH.

Wenn ich aber all diese IChs nicht bin - wie kommen sie zustande? Was sind sie? WER bin ich oder nicht-ich - wirklich??? Was ist dieses UNFASSBARE SELBST HINTER ALLEN ICH-ZUSTÄNDEN?

AKRON wurde einmal in einem Interview gefragt, ob er an Reinkarnation glaube - als der Interviewer die Antwort nicht so recht verstand, fragte er genauer - was passiert denn bei Reinkarnation eigentlich?Die Antwort ist ganz interessant:

Akron: ...wir gehen von einem geschlossenen Persönlichkeitskern (ICH) aus, den es in dieser Form nicht gibt. Der Mensch ist aus verschiedenen Energieteilen zusammengesetzt, die sich unter dem vereinigenden Band einer Ich-Identität zu einem multiplen Einzelwesen addieren. Alle mit Angst, Schuldgefühlen oder anderen Ablagerungen belasteten Teile erwecken in ihren Erinnerungen das Bedürfnis nach Wiedergeburt, um die negativen Prägungen in einem neuen Anlauf zu wiederholen und zu löschen. Ausgesonderte, unerlöste Teile können sich zusammen mit dem Geist zu einem neuen "Persönlichkeitsreigen" formieren und dabei einen eigenständigen Ego-Komplex aus sich hervorbringen, der mit dem alten Ego verwandt, aber nicht identisch ist. Die Energien fließen durch die Ahnenreihen hindurch, bis das letzte Individuum am Ende der Reise erwacht und die KETTE unterbricht. Dann nämlich, wenn die gereifte Seele die schützende Hülle ihres Ego verlässt und beginnt, wieder mit den kollektiven Schöpferkräften zu zerfließen, die die Ursprungsquelle darstellen und für die der Mensch nur ein Blick im Auge des Ewigen ist.

______________________________________________

Das sollte viele Fragen beantworten. Das Ich-Bewußtsein ist ein eigentlich UNPERSÖNLICHER Bewußtseins-BRENNPUNKT, der aus der NOTWENDIGKEIT abgespaltener Seelenanteile nach Erlösung - EINHEIT - entsteht, zusammen mit dem GEIST. Ein solches Ich-Bewußtsein entsteht UNPERSÖNLICH AUTOMATISCH aus unbewußten Zwängen und unerlösten Motiven - aus NOT - und ist nicht mit seinen schöpferischen Quellen verbunden.

Daher funktioniert aus diesem Ego heraus keine Magie.

Auch kein: TU WAS DU WILLST! funktioniert auf dieser Ebene! :D

Schöpferische Magie oder Kunst GESCHIEHT (nicht funktioniert) in dem Maße, in welchem wir neben unserem Ego noch mit diesen ursprünglichen schöpferischen Quellen verbunden sind - und damit kommunizieren können. Viele Ego-Magiere gehen aber den falschen Weg, die schöpferischen Quellen ihren Egomotiven unterordnen zu wollen - und verwechseln das mit WILLEN. Der eigentliche WILLE ist aber DIE unbewußte und unerlöste Motivation, aus der heraus das Ego GESCHIEHT. Es ist die unbewußte und abgespaltene Magie hinter unserem Ego. Daher gewinnen wir wirkliche Magie oder Kreativität nur durch Selbsterkenntnis.

Es geht nicht darum, das Ego abzulehnen (es besteht ja sowiso aus unbewußter VERDRÄNGUNG und traumatischer Nicht.Konfrontation und Überwältigung usw) - sondern es liebend und erkennend anzunehmen und zu erlösen.

Die MAGIE dieses Egos ist es, daß die unbewußte wirkenden Seelenanteile, um ERKANNT zu werden, ihre Realität für uns in der Außenwelt inszenieren, um im ICH wiedererlebt zu werden. Beispiel: eine Frau, die aus allen vorhandenen Männern mit tödlicher Sicherheit IMMER WIEDER DIE WENIGEN sich zum Partner auswählt, die Frauen verprügeln usw. .. Hier zwingt sie ein unbewußter Seelenanteil, eine unverarbeitete verdrängte Erfahrung endlos zu wiederholen. Dieser abgespaltene Seelenanteil schreit nach Erkenntnis und Einheit. Und das ICH entsteht als künstlicher Bewußtseinsbrennpunkt aus der SEHNSUCHT der verdrängten Seelenanteile, wieder ERKANNT und ANGENOMMEN zu werden.

DAS ICH ENTSTEHT AUS UNERLÖSTEN SEELENANTEILEN IN EINEM EIGENTLICH UNPERSÖNLICHEN ENERGETISCHEN VORGANG - UND IST IM GRUNDE UNPERSÖNLICH. WAS ES SCHEINBAR SO PERSÖNLICH ERSCHEINEN LÄßT, SIND SEINE UNERLÖSTEN TRÄUME UND SEHNSÜCHTE, DIE ES ALS PERSÖNLICHES SCHICKSAL STELLVERTRETEND DURCH ANDERE MIT KOMPLEMENTÄREN MUSTERN INSZENIERT.

ALS UNPERSÖNLICH NEHMEN WIR DAHER NICHT UNS - SONDEN STELLVERTRETEND FÜR UNS - UNSER SCHICKSAL WAHR - ONE ZU WISSEN, DAß WIR DAS ALLES SELBER SIND ...

Ein anderes Ego-Phänomen ist die Sucht nach dem Licht um das Unerlöste in sich zu verdrängen. Das sind Indentitäten oder Wahrheiten, an die sich das Ego klammert, um künstlich seine SCHWINGUNG ZU ERHÖHEN - und so den unerlösten Anteilen in sich zu entkommen.

GENAU SO FUNKTIONIERT FAST DER GESAMTE ESOTERIKMARKT - UND DIESE ABLENKUNG VON SICH SELBER BOOMT! ES SIND ALL DIE TRÄUME, DIE DER MARKT BEREITSTELLT, UM DEN KONSUMENTEN VON SICH SELBER ABZULENKEN. ABER AUCH DAS EIGENE EGO PRODUZIERT LAUFEND DIESE TRÄUME ODER TRAUMIDENTITÄTEN, UM VOR SICH SELBER DAVONZULAUFEN.

LIEBE IST AUF DIESER EBENE DIE SEHNSUCHT UNERLÖSTER ABGESPALTENER SEELENANTEILE, WIEDER MIT DEM SCHÖPFERISCHEN GANZEN ZU VERSCHMELZEN,ODER ZUSAMMEN MIT EINEM ANDEREN INNEREN SEELENANTEIL, FÜR DEN STELLVERTRETEND DER PARTNER STEHT, IN LIEBE EINE KREATIVE EINHEIT ODER HARMONIE ZU SEIN. Was oft nur sehr kurzfristig gelingt ...

Ebenso wird aber auch klar, was passiert, wenn wir gewaltsam das Ego aufzulösen versuchen - psychotische Depersonalisation.

Das sind aber Zustände, wo das Ego gegen seine Auflösung kämpft.

GENAUER UNTER DIE LUPE GENOMMEN - hier löst sich das Ego nur EIN BISCHEN auf - dann übernehmen Seelenanteile die Regie, die eine traumatische TODESERFAHRUNG gespeichert haben oder überwältigenden KONTROLLVERLUST und PSYCHISCHES CHAOS oder OHNMACHT. Wenn ich es also mit GEWALT zu ERZWINGEN suche - ohne PERSÖNLICHKEITSARBEIT - kommt DAS UNERLÖSTE in mir zum Vorschein, was ich durch erzwungene Egoablehnung ja NOCH GEWALTSAMER ZU VERDRÄNGEN versucht habe ...

Auch hier gibt es einen interessanten ZIRKELSCHLUß, indem das Ego gefangen ist. Es kann seine eigene Unpersönlichkeit und Lieblosigkeit NICHT ERKENNEN - weil sich im Erkennen dann all die traumatischen Seelenanteile MELDEN würden, die selber OPFER solchem unpersönlichem lieblosen Verhalten geworden sind - und das Bewußtsein mit ihren traumatischen Emotionen und Inhalten überschwemmen würden. So wirkt Selbsterkenntnis manchmal beängstigend - und wir laufen lieber davor weg und lenken uns von uns selber ab. Wir erleben das, was wir selber sind, lieber STELLVERTRETEND in einem anderen - auf den wir dann schimpen können.

ES SIND IMMER DIE ANDEREN! Genau das ist die unbewußte Magie, die unser Schicksal webt ...



Daher liegt der Fokus von schamanischer Arbeit auf einer Integration und Erlösung VERLORENER SEELENANTEILE. Arbeitet man so, stellt man erstaunt fest - je mehr Persönlichkeitsarbeit ich getan habe, umsomehr wird das, was vorher BEÄNGSTIGEND war - EXSTATISCH und ist pure FREUDE! (Ein Zerfließen mit den kollektiven schöpferischen Kräften)


Liebe Grüße merlYnn


[Editiert am 7/3/2008 um 23:06 von GeorgeTheMerlin]
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Ipsissimus

Hephaestos
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red_folder.gif erstellt am: 8/3/2008 um 16:45  
ich finde meine schein-persönlichkeiten ganz praktisch...

1 ) zum einen benötige ich, um über mich nachzudenken, ein gewisses selbstbild. natürlich ist das nur ein bild, und daher nicht "ich selbst" - ein über sich selbst nachdenkender mensch, der kein bild von sich hat, ergibt keinen sinn. selbstverständlich ist man bemüht, ein möglichst präzises bild von sich selbst zu haben; ohne ein (einigermaßen realistisches) bild führt jede selbsterkenntnisarbeit nur noch tiefer in fehler hinein.

daher ist es wichtig, denke ich, sich selbst ab-und-zu durch den spiegel anderer personen zu betrachten - diese zeigen einem facetten von sich, die man selbst eventuell gar nicht entdeckt hätte.

2 ) ohne eine "persona" im jung´schen sinne, welche sozusagen die hülle einer "anima" ist, ist eine kommunikation mit der aussenwelt unmöglich - es ist ja doch einigermaßen schwer, jemandem kein bild von sich zu vermitteln. problematisch wird das ja schon im netz: gerade bei elektronischer kommunikation entstehen oft missverständnisse. beispielsweise finde ich GeorgeTheMerlins großschreiberei ganz furchtbar, weill großbuchstaben für mich mit dem attibut "geschrien" versehen sind. ich weiss natürlich, das george das nicht so meint :)

3 ) dennoch sollte man sich bewusst sein, das unser selbstbild eben nur ein bild ist, und nicht das selbst-an-sich. und damit veränderbar.


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Neophyt
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Natz Chimaera
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red_folder.gif erstellt am: 8/3/2008 um 19:22  

Zitat von Eliphas Leary, am 7/3/2008 um 19:55
@Natz:

22. Nun, deshalb bin ich euch bei meinem Namen Nuit bekannt, und ihm bei einem geheimen Namen, den ich ihm nennen werde, wenn er mich endlich kennt. Da ich der Unendliche Raum bin, und die Unendlichen Sterne darin, tuet ihr desgleichen. Bindet nichts! Es soll kein Unterschied unter euch gemacht werden zwischen einem Ding & irgendeinem anderen Ding; denn dadurch kommet Schmerz.

23. Aber wer immer darin besteht, der soll das Oberhaupt von allen sein! ;)

29. Denn ich bin geteilt um der Liebe willen, für die Möglichkeit der Vereinigung.

30. Dies ist die Schöpfung der Welt, daß der Schmerz der Teilung wie nichts ist, und die Freude der Auflösung alles.

42. Laß (es) den Zustand der Vielheit sein, gebunden und in Abscheu. So mit all deinem; du hast kein Recht, außer deinen Willen zu tun. :D

47. Aber sie haben die Hälfte: vereinige durch deine Kunst, auf daß alles verschwinde.

Oder wie Onkel Spare sagte: "Enjoy yourself!"


*schmunzel*
hmm klingt alles sehr objektiv, Subjektivitüt wäre doch eher ab Kapitel II (Hadit) zu finden, nech :phantom:


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Neophyt
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Natz Chimaera
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red_folder.gif erstellt am: 8/3/2008 um 19:49  
@Merlyn,

eben das meine ich. Zurückkehrend zu den Identitäten kann es sehr verwirrend wirken diese als Nicht-Selbst zu definieren. Ich weiß selbst was für´ne Gradwanderung das ist, aber gerade in der Kommunikation fängt m.E.n. der richtige Umgang damit an und das nicht nur um nicht mißverstanden zu werden.
Jede Identität (ich glaube nicht dass irgendein Mensch eine Persönlichkeit glaubhaft darstellen kann die nicht Teil seines Selbst ist!) die wir in unserem Leben irgendwo verkörpern sind wir Auch-Selbst, alles andere wäre Augenwischerei.
Der springende Punkt den ich aus Brights Text für mich heraus gelesen habe ist der, dass wir uns dessen bewusst sein sollten. Es ist unser Verstand der uns uns selbst als absolut wahrnehmen lässt - und doch ist das ICH erfahrungsgemäß etwas dynamisches... vielleicht sogar unenedlich? *ggg*

@ Hephaestos & Weiser Bart
letztlich macht ja auch erst unser Reigen mit unseren Identitäten uns selbst erlebbar :cul:

Liebe Grüße
Natz


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Magus

GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 8/3/2008 um 20:57  
@ Hephaestos

PRAKTISCH, NÜTZLICH (*schrei! *loooool)

Oki - praktisch und nützlich sind sehr interessante Aspekte, die du hier reinbringst.

Gesellschaftlich ist so eine Identität eine ROLLE. Manche Chefs, die so salopp frei mit Mitarbeitern umgehen wollen - und zu ihrem Erstaunen merken, daß das nicht geht - haben sich nicht mit der Tatsache auseinandergesetzt, daß sie für andere in einer ROLLE STECKEN und Projektionsfläche davon sind. Damit muß man umgehen können ...

Achja - oft verhalten wir uns AUTOMATISCH schon so, daß wir den Selbstbildern anderer nützen. Manchmal nennen wir das sogar Liebe. Gelernt haben wir das in frühester Kindheit. Erziehung heißt oft, einem Bild entsprechen zu müssen, um im Gegenzug eine positive Identität zu erhalten. Mit einer positiven Identität erhalte ich Liebe und Anerkennung.

So funktioniert Liebe unter inneren unbewußten Bildern ... der Partner liebt mich nur solange, wie ich ihm ein inneres Bild von mir vermitteln kann, welches er IN SICH lieben kann. Und dadurch, daß er IN SICH lieben kann, gelingt es ihm, über dem Umweg seines Partners SICH SELBST zu lieben - trotz der vielen negativ besetzten inneren Bilder über sich selbst. Es ist der Versuch, (in) sich selbst zu lieben, über den Umweg eines verinnerlichten geliebten Partnerbildes an den eigenen inneren Selbstbildern von Miderwertigkeit und Selbsthaß und Schuld und Scham vorbeizukommen.

Über den Umweg eines inneren geliebten Partnerbildes fühlen wir uns trotz negativer innerer Selbstbilder wieder großartig, weil wir wieder etwas IN UNS lieben können - und für kurze Zeit können wir wieder FLIEGEN!

Das geht nicht lange gut, da meine inneren negativ besetzten Selbstbilder unbewußt das idealisierte Bild von mir im Partner zerstören, da es nicht IHRER Realität entspricht - Meist durchschauen wir solche unbewußten Prozesse und Dynamiken auf der Ebene der unbewußten Selbstbilder nicht - und wissen hinterher nicht, wie uns da geschehen ist.

Interessant auch, wie du sagst, daß Heilung oft gerade eine Auseinandersetzung mit solchen (negativen oder verzerrten) inneren Bildern ist. Und man seine enge Sicht von sich selber dadurch erweitert, daß man in einer Gruppe z.B. viele Spiegel erhält. Die Auseinandersettzung mit dem DU erweitert das Selbst-Verständnis.

Der Weg führt durch diese FIXIERTEN ZWANGHAFTEN Bilder hindurch. Diese BINDEN übrigends sehr viel Lebensenergie, die dann frei werden kann. Brigh sprach auch von WAHRNEHMUNGSFILTERN, die durch fixierte Identitäten entstehen.

Das ist sehr wichtig: die Lösung der Lebensenergie von inneren Selbstbildern ÖFFNET völlig neue Wahrnehmungsdimensionen.

Wie NÜTZLICH eine Identität ist, wußte auch schon Gurdjeff. Als er kein Geld mehr hatte, fing er einige Vögel, malte sie bunt an - und verkaufte sie sehr teuer als PAPAGEIEN. Ganz praktisch gesehen das ...

:D

__________________________________

Irgendwann kommt allerdings ein Punkt, wo eine Identität weder notwendig für einen noch praktisch ist.

Man wird mehr und mehr ein UNMITTELBARER Kanal für die Energie - oder den Geist - OHNE ETWAS DAZWISCHENZUSTELLEN. Es ist, als ob Erkenntnisse dann aus dem NICHTS kommen - aus einer STILLE. Wenn man zwanghafte innere Bilder auflöst, kommt das Wissen aus der Stille.

Der Verstand ist dann nur noch eine LEINWAND für den MALER.

Das ist aber nicht zu verwechseln mit chaotischer Beliebigkeit oder loser Herumhampelei - sondern ist ein direkter KONTAKT mit dem Geist - jenseits von Identitäten oder Prägungen. Dieser magische Kontakt mit der Kraft gibt einen viel tieferen Sinn - als jedes künstliche oder unbewußte Selbstbild es geben könnte.
Man hat es dann auch nicht mehr nötig, anderen KEIN Bild zu vermitteln: *lach das wäre tatsächlich nur ein Versuch, anderen ein Bild von keinem Bild über sich zu vermitteln.

Es ist praktisch gesehen einfach nur Loslösung von bewußten und unbewußten Selbstbildern (Schatten) - und mehr und mehr ein DIREKTER DRAHT zum STILLEN SELBST.


grüssli merlYnn


[Editiert am 8/3/2008 um 21:37 von GeorgeTheMerlin]
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red_folder.gif erstellt am: 8/3/2008 um 21:09  
@ Natz

Bewußtwerdung ist der WEG.

Das Ergebnis geht über all das hinaus:

Das Ich und der Verstand und die SelbsBilder stehen dazwischen.

Es ist eine neue Qualität, die über Vorstellungen hinausgeht, wenn diese Tür sich zu öffnen beginnt

___________________________________

GEIST=SEIN

NICHTS DAZWISCHEN!



grüssli merlYnn


[Editiert am 8/3/2008 um 21:40 von GeorgeTheMerlin]
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Philosophus
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red_folder.gif erstellt am: 9/3/2008 um 06:52  
Es ist ein wirklich guter und Inspirierender Thead, von dem man viel lernen kann.
Der anfangs Post von dir Brigh finde ich sehr schön und stimme damit fast vollkommen mit überein.
Aber auch die Folgebeiträge zeugen von Weisheit, besonders von dir, GeorgeTheMerlin,
habe ich vieles wiedererkannt was mir mein Gefühl bestätigt hat.
Ich habe mir Zeit genommen darüber nachzudenken und möchte noch etwas dazu beitragen.

Die von uns selbst gewählte und erschaffene "Scheinidentität" ist sehr wichtig.
Man darf nicht vergessen, dass wir Lebewesen sind, die durch einen evolutionären Prozess geprägt sind.
Die biologische Evolution, orientiert sich am vorteil um das überleben zu sichern.
Damit meine ich, dass unsere Biologische Basis, uns davon abhält unser eigentliches ICH zu erkennen, da es unserem überleben nicht förderlich ist.
Das Programm das sich durch die Evolution entwickelt hat, schreibt einen gewissen Egoismus vor (jeder ist sich selbst der nächste).
Eine Ausnahme, kann der eigene Nachwuchs sein, denn der garantiert das überleben der eigenen Spezies.
Ich weiß.
Das hört sich alles sehr unromantisch an aber es ist nun mal die Evolution (das überleben des Stärkeren).

Wir Menschen sind an einem Punkt angekommen, an dem wir nun anfangen die Evolutionäre Programmierung hinter uns lassen können.
Unsere Intelligenz erlaubt es uns Werkzeuge zu benutzen um Bessere Werkzeuge herzustellen.
Damit machen wir uns zwar von unseren eigenen Werkzeugen abhängig aber wir können uns dadurch von der Programmierung "das überleben des Stärkeren" befreien, ohne dadurch unser Überleben zu gefährden.
Dadurch werden wir frei, um nach unseren Ursprüngen zu suchen oder die Ursprünge können sich uns nun offenbaren.
Aus Evolutionärer sicht, stehen wir aber gerade erst am Anfang dieser neuen Epoche.
Wir haben gerade erst begonnen zu verstehen und daher ist es auch so schwer zu verstehen wo wie oder was unser Ursprung ist.
Die Evolution muss an uns noch einiges an Arbeit leisten um uns darauf einzustellen.


Und nun zu unserem eigentlichem ICH.
Wir haben alle das gleiche "Eigentliche ICH".
Es ist Individuell in Hinsicht auf die Einzigartigkeit, nicht aber aus dem persönlichem Blickwinkel eines "Künstlichen Egos" da dieses, die Allgegenwart als solche nicht wirklich begreifen kann und, wenn es die Tatsache an sich erkannt hat, dieses "Eigentliche ICH" als mehrfach Existent ansieht.

Wie ist nun dieses "Eigentliche ICH"?
Es ist, ohne Charakter, ohne Bewertung, denn es ist die Unendlichkeit (Gott oder das höchste Wesen).
Das "Eigentliche ICH" ist, nahezu unmöglich erreich- Bzw. erfahrbar.
Erst wenn man sich von allen Grenzen befreit (auch die des Körpers und noch weitere) kann man die Grenzenlosigkeit also Unendlichkeit erfahren.

Manche glauben, Gott (Unendlichkeit) hätte uns erschaffen um sich selbst zu erfahren aber das muss die Unendlichkeit nicht, da wir logischerweise so oder so schon da sind (ein teil der Unendlichkeit).
Ich sage logischerweise?
Ja, den wenn wir, so wie alles andere, nicht da währen, dann währe ja auch die Unendlichkeit nicht komplett und somit auch nicht Unendlich.
Der menschliche Verstand ist als solcher weder in der Lage sich Bspw. den unendlichen Raum, noch räumliche Grenzen vorzustellen.
Eine Wage Ahnung von der Unendlichkeit (in meinen Augen die Wahrheit) können wir oder unser Verstand nur vermittelt bekommen, wenn wir Kontakt zu unseren Wurzeln (Unser "Eigentliche ICH" die Unendlichkeit) suchen.

Ich habe schon versucht die Unendlichkeit, mit Worten zu beschreiben, das ist mir noch nicht gelungen und das wird es mir wahrscheinlich auch nie.
Ich werde daher auch nicht versuchen die Unendlichkeit zu beschreiben aber ich kann den Rat geben diese darum zu bitten, sich euch zu offenbaren.
Sie wird es tun wenn ihr bereit dazu seid und wenn nicht, dann wird sie euch darauf vorbereiten diese Erfahrung zu machen und zu verarbeiten.
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Neophyt
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Natz Chimaera
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red_folder.gif erstellt am: 9/3/2008 um 11:32  

Zitat von GeorgeTheMerlin, am 8/3/2008 um 21:09
@ Natz

Bewußtwerdung ist der WEG.

Das Ergebnis geht über all das hinaus:

Das Ich und der Verstand und die SelbsBilder stehen dazwischen.

Es ist eine neue Qualität, die über Vorstellungen hinausgeht, wenn diese Tür sich zu öffnen beginnt

___________________________________

GEIST=SEIN

NICHTS DAZWISCHEN!



grüssli merlYnn


...und das Bewusst-Sein ein neuer Anfang...
ohne Identität geht es aber auch da nicht weiter,
zumindest nicht solange ich sagen können will "Ich bin da!"


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die uns zu dem machen was wir sind,

es sind unsere Entscheidungen!
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Magus

GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 9/3/2008 um 22:47  
Hi Natz!

Ja - das Bewußtsein ist dann wieder wie ein neuer Anfang. Alte Schatten sind dann immer noch da, die nicht erlöst sind.

Trotzdem ist alles anders. Früher war meine Identität meine SONNE. Mein Ich.

Jetzt sind es nur noch meine alten Schatten. Die Sonne wird mehr und mehr ein reines Licht OHNE Identität. Manchmal ist es wie ein Herausschauen aus dem Nichts in die Identitäten - und dann ist es ein ERSTAUNEN darüber. Wie das sein kann!

Während ich früher um Identitäten gekämpft habe, sind es jetzt nur noch alte Schatten - zum auflösen. BRAUCHEN tue ich sie nicht mehr. Eine Identität hat auch nichts mehr erstrebenswertes für mich. Eher sind sie im Wege - ich kann sie nicht mehr gebrauchen. Wegwerfen oder verleugnen kann ich sie auch nicht - es sind ja versprengte TEILE von mir selber. Alte Lektionen, die ich nicht lernen wollte. Ablehnungen. Da ist Karmaarbeit zu leisten - aber in einer Identität liegt für mich keine ZUKUNFT mehr. Nur noch Vergangenheitsbewältigung.

Stirb und werde - das verstehe ich jetzt. Das stirb betrifft Identitäten - das werde ein Bewußt-Sein (?) hinter dem Ich bin.

Zur Zeit sind es leider destruktive Beziehungen - die noch am heftigsten alte Muster und unverarbeitetes KARMA hochholen. Das löst sich aber alles auf - wenn auch sehr heftig manchmal.


liebe Grüße merlYnn



Niemand versteht den KUß - mit dem das Nichts dich berührt ...

(sinngemäß nach TAlking Heads)


[Editiert am 9/3/2008 um 22:51 von GeorgeTheMerlin]
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red_folder.gif erstellt am: 9/3/2008 um 23:38  

Zitat von Natz Chimaera, am 8/3/2008 um 19:22

*schmunzel*
hmm klingt alles sehr objektiv, Subjektivitüt wäre doch eher ab Kapitel II (Hadit) zu finden, nech :phantom:


Keine Ahnung, die Begriffe "objektiv" und "subjektiv" habe ich noch nie auf das LAvL angewendet. Zudem denke ich, daß gerade "Objektivität" nichts anderes ist als eine dieser vielen Masken, dieser vielen Ausweichmöglichkeiten, mit denen sich die Schatten vor der Auflösung schützen.
In letzter Zeit fiel mir immer wieder dieser eigentümliche "Mechanismus" auf, mit dem sich Menschen versuchen in die Objektivität zu flüchten: da erzählt jemand von einer schwierigen Situation, die er durchlebt hat, und antwortet auf Fragen wie "was ging da durch ihren Kopf?" oder "wie fühlten sie sich da?" oder ähnliche Fragen in einer scheinbar "objektiven" Formulierung: "man denkt dann halt..." oder "da fühlt man sich..."
Das Objektive, oder eher das Verallgemeinernde, wird dann zum Schutzmantel, zur Entschuldigung, frei nach dem Motto "das tut man nicht". Aber im Grunde wird nur die erste Person Singular durch die dritte Person Singular ausgetauscht, und SCHWUPPS! ist der Mensch nur noch einer von vielen, zumindest dem Anschein nach. Das Subjekt degradiert sich freiwillig zum Objekt, um seiner Selbstverantwortung zu entgehen.


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red_folder.gif erstellt am: 10/3/2008 um 00:40  
Ich verstehe euch einfach nicht.
Was ich schrieb muss nicht mit eurerem bild der Realität übereinstimmen.
Aber könnt ihr euch vorstellen was in mir vorgeht, wenn ich mich und mein bild der Realität offenbare und dann gänzlich ignoriert werde?
Wenn ihr es für mist halltet was ich schreibe, dann sagt es wenigstens.
Damit kann ich umgehen und leben.
Aber wie es ist gänzlich ignoriert zu werden, als ob man nie etwas geschrieben hätte, das ist wirklich schmerzhaft und auch unmenschlich.

Quält mich nicht so, sondern sagt mir wenn ich nicht weiterschreiben soll.
Ich weiß manchmal nicht was in euch vorgeht, das ihr troz der scheinbahren Weisheit, so barbarisch sein könnt.
Nach eurem stand, müsstet ihr eigentlich wissen wie schmerzhaft es sein kann ignoriert zu werden.
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Ipsissimus
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Eliphas Leary
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red_folder.gif erstellt am: 10/3/2008 um 02:51  
@ Neugier:

Wieso ignorieren? "Stillschweigend zustimmen" würde ich's nennen. ;)
Aus dem, was du da geschrieben hast, schließe ich, daß du vielleicht einiges anfangen könntest mit Timothy Learys Theorie der acht Schaltkreise des Bewusstseins, beschrieben in seinem Buch "Exo-Psychologie". Er vertritt dort eine ähnliche Ansicht, daß die Menschheit an einer Schwelle in der Evolution des Bewusstseins steht und sich nun von dem Bereich der ersten vier "irdischen" Schaltkreise zu dem Bereich der nächsten vier "außerirdischen" Schaltkreise weiterentwickelt.


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Magister Templi
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DerWeiseMitBart
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red_folder.gif erstellt am: 10/3/2008 um 04:02  
Hey Neugier,

ich muss sagen so langsam weiss ich auch nicht mehr weiter...
meinen Tipp jedenfalls hast Du aufs beste beherzigt,
und ausserdem hast Du noch den Aspekt eingebracht,
der mir persönlich hier drin fehlte - nämlich den animalischen Aspekt -
der wird hier nämlich wenn es sich nicht um Schamanische Dinge geht,
sehr sehr gerne übergangen...

was mich angeht, ich hätte da jetzt auf jeden Fall zu geantwortet,
ansonsten würde ich vorschlagen, dass wir mal einen Thread dazu aufmachen,
damit wir das Thema in gänze diskutieren können.




@Merlin:
Ich weiss irgendwie noch nicht so ganz,
was ich von Dir halten kann ...
Du scheinst mir doch 'sehr weit' auf Deinem Weg zu sein,
und vor allem gefällt mir, dass Du die Dinge so erklärst,
dass man sich nicht im geringstem in Deinem Weltbild befinden muss,
um sie zu verstehen - das ist ein großer Vorteil,
weil man sich dadurch gut in Dich reindenken kann.

Warum ich nicht weiss, was ich von Dir halte:
Ich sehe da zwei möglichkeiten, die wie ich denke auch in keinster weise
herabsetzend sind, deswegen schreibe ich sie so offen:
1. Entweder bist Du relativ nah dran, das Rad der Inkarnationen hinter Dir zu lassen,
oder
2. Diese Sache entspricht einfach Deinem ideal,
und Du möchtest die Sache beschleunigen, indem Du bewusst Karma abbaust,
und versuchst, keine Schatten/Identitäten mehr in Dir zu haben.
(irgendwie habe ich so das Gefühl, du würdest das gerne beschleunigen)

Wäre jedenfalls interessant, Dir mal im Chat hier zu begegnen!

Was mit meinem Weltbild jedoch einwenig streitet,
ist Deine relativ negative Meinung über Identitäten ...
ich denke, zum Leben braucht man sie ,
stell Dir doch mal vor, das Leben wäre ein Theaterstück...
wir spielen jedes Leben eine Rolle (von mir aus auch mehrere, aber lassen wir es mal in diesem Gedankenspiel nur eine sein) -
und diese Rolle ist jedes Leben eine andere.

Ich denke mal, das es notwenig ist, all diese Rollen zu spielen,
um sich selbst zu erfahren, ODER um einfach alles zu erfahren,
was erfahrbar ist.

Ich bin zu dieser These gekommen, weil ich mich fragte, warum erstens man nach jeder Inkarnation alles (bewußt) vergisst, und zusätzlich auch noch so übelst
formbar ist.
Der Grund ist denke ich der folgende:

1. Würden wir NICHT vergessen, so würden wir das selbe, was wir früher gespielt haben, immer weiter spielen.
Ein Maler würde wohl bis heute nix andere tun als Malen, auch wenn er es schon 1000 Jahre lang macht, überspitzt formuliert.

2. Und würden wir uns unserer Selbst bewusst sein, so könnte das Spiel nicth mit der notwendigen Dramatik gespielt werden - es wäre dann eher so wie ein Computerspiel, so nach dem Motto
"Schade, verloren ... nagut, nochmal" - die Emotionen wären relativ flach.
Man würde wenn man in eine schlechte finanzielle Lage geraten würde,
oder etwas nicht nach der eigenen Nase liefe,
wahrscheinlich wenig anstrengungen unternehmen, sondern sich bei hohen schulden z.b. einfach umbringen, so nach dem motto "neues spiel, neues glück - was soll ich mich mit diesem Mist jetzt noch länger abgeben ?"

Und wenn wir bei dem Theaterstück, oder meinetwegen auch bei einem Computerspiel bleiben, so muss man doch auch mal jenseits aller weisheit
zugeben, dass es schlicht und ergreifend spass macht,
mal eine ganz andere rolle zu spielen, und zwar umso mehr,
je mehr man sich in sie reinverstetzt.

Bei Computerspielen jedenfalls kenne ich es von mir, mich bei einem Verlust königlich über selbigen zu ärgern, es jedoch eigentlich total toll zu finden,
nicht nur das gewinnen, sondern auch das Verlieren.

Grüße mit Bart!


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Das was hier unten steht, hat mit nichts irgend etwas zu tun, also muss man es auch nicht lesen, danke!
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Philosophus
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smilies/mad3.gif erstellt am: 10/3/2008 um 04:57  
Ihr lieben Magie-comler.
Mein emotionaler Ausbruch tut mir leid.
Ich befinde mich auf der Achterbahn der Gefühle und bin gerade wieder im Tal.
In solchen Zeiten habe ich auch nur sehr wenig Geduld, dann brechen die Gefühle schneller aus.
Es muss euch wohl befremdlich vorkommen und irgendwie Kindisch.

ihr werdet mich, so glaube ich, auch ein wenig verstehen können und mir meinen Ausbruch verzeihen können.
Hiermit bitte ich um Verzeihung und verspreche mich um Besserung zu bemühen.

Danke Eliphas Leary.
Eine stille Zustimmung, damit fühle ich mich gleich viel besser.
Ich werde auch mal nach dem besagtem Buch schauen, das du mir beschrieben hast.
Es ist bestimmt sehr interessant. :thumbup:

Danke WeiserMitBart.
Ich werde deinen Rat auch in Zukunft versuchen zu berücksichtigen, denn ich glaube an die Richtigkeit dessen und an deine Weisheit die ich nicht in frage stelle.
Du bist auch Bescheiden und setzt dich nicht in Szene, was ich an dir schätze.
Einen eigenen Thread, wie du vorgeschlagen hast, werde ich auch in der nächsten Zeit eröffnen.
Zum einen um euch alle besser zu verstehen, dass ihr mich besser versteht und dass wir alle die Kommunikation an sich besser zu verstehen lernen.

Nehmt meine Entgleisungen bitte nicht so ernst und vielleicht könnt ihr euch so ein klein wenig auf so einen schwierigen Kerl wie mich einstellen indem ihr mir wenigstens ein paar Worte widmet.
Alles gute euch Allen.
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Ipsissimus
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Eliphas Leary
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red_folder.gif erstellt am: 10/3/2008 um 09:17  
Nun, eine Rolle ist eine Art von Beschränkung, eine Einschränkung der eigenen Möglichkeiten. Ab einem Punkt im Leben hören die Leute auf, eine Rolle zu spielen und die Rolle spielt den Menschen. Dadurch wird der Mensch immer unflexibler, erstarrt zunehmend, altert schneller.

Zudem birgt eine festgefahrene Rolle, auf der man besteht, ein gigantisches Konfliktpotential, was ein kurzer Blick in z.b. politische (oder religiöse, gedenken wir GLD) Diskussionen deutlich macht.

Macht man sich von einer vorgegebenen Ästhetik abhängig schränkt man die eigene Kreativität ein, im schlimmsten Fall handelt man sich sogar üble Komplexe ein (zu dick, zu viele Haare am Leib, was auch immer die Mode gerade hergibt). Eine solche vorgegebene Ästhetik ist fast immer Bestandteil einer Identität, auch gewisse Formen von Bildungsstand.

Natürlich kann man nicht frei von Identität durchs Leben gehen, aber man braucht sich nicht daran zu klammern. Schließlich sind Identitäten vergleichbar mit Worten einer Sprache. Aber man sollte in der Lage sein, auch andere Worte zu benutzen, andere Sprachen zu sprechen.

Jede Identität ist eine eigene kleine Welt, die von Menschen geschaffen wurde, damit sie in ihren eigenen Welten nicht so allein sind, diese zum Schein verlassen können und sich in den Identitätswelten austauschen können. Aber Magie und Hexerei sind die Künste, durch die man zwischen den Welten wechseln kann, von einer Welt in die andere tanzen kann. Grenzen überwinden, über den eigenen Schatten springen, fünfe gerade sein lassen, mit Tieren reden...

EDIT & P.S.: im Grunde ist das der Punkt, an dem mir persönlich der chaosmagische Paradigmenwechsel zu "halbherzig" ist, denn da wird das Ganze auf eine abgehobene Ebene (jaja, ich weiß... :redhead: ) gebracht, die beinahe schon wieder unpraktisch ist und viele Feinheiten unberücksichtigt läßt.


[Editiert am 10/3/2008 um 09:20 von Eliphas Leary]



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Hephaestos
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red_folder.gif erstellt am: 10/3/2008 um 10:30  
das was jung eine "persona" nannte, also eine art theatermaske, ist das, was wir anderen menschen von uns zeigen - nicht mehr, nicht weniger. ohne diese maske aus gesellschaft, wertvorstellungen, moral und frisuren sind wir einfach nicht interaktionsfähig. in einem paradigmierten ritual bin ich in einer anderen maske, in einer "paralellwelt", in der synchronizitäre ereignisse besser realisiert werden können, dennoch bin ich "ich", mein wesenskern ist derselbe. spiele ich in möglichst verschiedenen personae, wird mir eventuell mein eigener wesenskern bewusster. vorausgesetzt, ich bin schon so weit, das ich die verschiedenen rollen voneinander und von meinem wahren selbst unterscheiden kann. wenn ich nicht weiss, das "ich, naturwissenschaftler" und "ich, esoteriker" verschiedene personae der selben seele sind, ist natürlich hopfen und malz verloren. dann halte ich das alles für meinen wahren willi, und die welt da draussen ist grausame form, materie ohne ein "sein" sondern nur "schein", und wir sind seelenlose biologische roboter, maske ohne inhalt.


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red_folder.gif erstellt am: 10/3/2008 um 19:02  
Ja, eine solche Rolle, ist eine Einschränkung oder aber auch eine Spezialisierung.
Ich denke, dass es zu früheren Zeiten sehr wichtig war, uns mit der zurverfügungstehenden Gehirnleistung auf die "Reale" gegenwärtige Welt zu konzentrieren.
Der Fokus, der durch den Schleier zwischen bewusst und unbewusst Hindurch scheint,
ist der Teil unseres Geistes, der sich hauptsächlich dem Überleben widmet.
Er beschränkt sich um schnell entscheiden zu können, daher kommen auch diese, uns manchmal sehr unlogisch vorkommenden Charakterzüge.
Die meisten werden wohl durch den drang der Zugehörigkeit hervorgerufen.
Gerade diese dinge die du Beschreibst Eliphas Leary "(zu dick, zu viele Haare am Leib, was auch immer die Mode gerade hergibt)".

Ich glaube daher, dass umso mehr teile in den Fokus der Bewusstheit durchdringen, desto Komprimierter oder besser gesagt einfacher gehalten sind diese.
All diese Teile die den Fokus erreichen müssen miteinander verglichen und Bearbeitet werden.
Das kostet jedoch wertvolle Zeit, wenn es im Fall der Fälle ums überleben geht.
Unser Ichbewusstsein ist jedoch nicht der spitzeste teil unseres Fokuses, das wird deutlich wenn eine Situation eintritt in der jede Millisekunde zählt, dann handeln wir ohne zuvor nachzudenken.

Hephaestos, wenn ich mich nicht irre, dann liegst du damit ganz richtig, dass wir Biologische Roboter sind.
das hört sich aber schlimmer an als es ist denn du bist ja nicht dein Körper, du nimmst durch deinen Körper Wahr.
In meiner Vorstellung ist die evolutionäre Entwicklung, vergleichbar mit der Technologischen Entwicklung, nur die Entwickler sind aus einer anderen ebene.
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red_folder.gif erstellt am: 10/3/2008 um 19:29  
Da fällt mir ein Zitat von Robert A. Heinlein ein (aus "Die Leben des Lazarus Long", wenn ich nicht irre, ein dickes und wunderbares Buch):

"Das sollte ein Mensch können: eine Windel wechseln, einen Angriff vorbereiten, ein Schwein schlachten, ein Schiff steuern, ein Haus entwerfen, ein Sonnett dichten, die Buchführung machen, eine Mauer aufrichten, einen Bruch schienen, Sterbende trösten, Befehle entgegennehmen, Befehle erteilen, mit anderen zusammenarbeiten, allein handeln, Gleichungen lösen, ein neues Problem analysieren, Dung ausfahren, einen Computer bedienen, ein vernünftiges Essen kochen, tüchtig kämpfen, tapfer sterben.
Spezialisierung - das ist etwas für Insekten."

Daß man nicht der Körper ist, sondern dieser nur ein Mittel zur Wahrnehmung und Interaktion ist, das ist eine wichtige Erkenntnis.


[Editiert am 10/3/2008 um 19:30 von Eliphas Leary]



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Natz Chimaera
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red_folder.gif erstellt am: 12/3/2008 um 14:53  
ich denke der springende Punkt ist ob man diese Rollen braucht oder ob diese Rollen einen brauchen. Was hier noch gar nicht angedacht wurde sind die Rollen die uns durch Umstände und Situationen angetragen werden...


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red_folder.gif erstellt am: 12/3/2008 um 15:36  
ganz eindeutig brauchen wir diese rollen,
und nicht andersrum.

selbst wenn wir sie nur unbewusst erschaffen,
so erschaffen wir sie aus irgendeinem grund.

unterstellen wir ihnen nun einen ausgeprägten überlebenssinn,
und personifizieren sie auch noch,
so brauchen sie uns natürlich auch.

Grüße mit Bart


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Natz.
Genau darüber habe ich unter anderem in meinen Beiträgen angesprochen.

Wir brauchen unsere Rollen um zu Überleben, zumindest in einer Prähistorischen Welt.
Unsere rollen brauchen uns um überhaupt existieren zu können.

Auch deinen zweiten Satz.
Ich habe ausführlich darüber geschrieben warum und wie uns unsere Rollen angetragen werden.

Vielleicht schreibe ich einfach nicht ausführlich genug oder zu kompliziert.
Vielleicht bist du ja auch andere Theorien, die würden mich auch sehr interessieren.
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