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Autor: Betreff: Runenkunde
Magister Templi
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Seraphine
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red_folder.gif erstellt am: 24/8/2013 um 12:29  
Hallo,

da ich mich in letzter Zeit vermehrt mit den Runen und der germanischen Mythologie beschäftigt habe, sind bei mir zu dem Thema ein paar Fragen aufgetaucht.

Hauptsächlich frage ich mich dabei, wie authentisch denn die Quellen, die uns zur Verfügung stehen, den germanischen Götterglauben und dessen Mythologie wiedergeben?

Soweit ich gelesen habe, sind da folgende Punkte, die das Bild verzerren:

- die fortschreitende Christianisierung z.Z. als die Edda geschrieben wurde,

- hierzu der Gott Balder, der eine charakterliche Änderung durchgemacht haben soll, eben durch die Anlehnung an das Christentum,

- hierzu weiter Ragnarök, welches auch erst im Zuge der Christianisierung eingeführt worden sein soll,

- Loki, der heute eine große Rolle spielt, aber z.Z. der Germanen eigentlich nur bei den skandinavischen und isländischen Germanen bekannt war,

- Odin, der eigentlich nicht immer und bei allen Stämmen das Oberhaupt der Götter (Allvater) war und dem viele Attribute anderer Götter einverleibt wurden.

Wäre es möglich, diese Verzerrungen wieder zu entwirren und zur ursprünglichen Quelle des germanischen Götterglauben zu gelangen?

Ist das eigentlich wichtig das zu entwirren?

Gibt es vielleicht Bücher zu dem Thema, welche mich weiterbringen könnten?

Eure Ansichten, Einsichten dazu würde mich interessieren!

Gruß
Seraphine


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greebo
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red_folder.gif erstellt am: 24/8/2013 um 14:53  

Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 12:29
Hallo,

da ich mich in letzter Zeit vermehrt mit den Runen und der germanischen Mythologie beschäftigt habe, sind bei mir zu dem Thema ein paar Fragen aufgetaucht.

Hauptsächlich frage ich mich dabei, wie authentisch denn die Quellen, die uns zur Verfügung stehen, den germanischen Götterglauben und dessen Mythologie wiedergeben?

Soweit ich gelesen habe, sind da folgende Punkte, die das Bild verzerren:

- die fortschreitende Christianisierung z.Z. als die Edda geschrieben wurde,

christentum und germanentum haben fast tausend jahre lang nebeneinander existiert, solange dauerte es bis der chistianisierungsprozeß der germanen halbwegs abgeschlossen war. von den anfängen bei den goten bis hin nach skandinavien und island.

in dieser zeit haben sie sich gegenseitig beeinflußt. so ist z.b. die verwendung des thorshammers als schmuckstück/amulett um den hals getragen ein christlicher einfluß. dieser brauch taucht erst auf, als das christentum sich ausdehnte, und die christen trugen kleine kreuze um den hals. der thorshammer an sich ist jedoch heidnischen ursprungs.

aber auch das christentum wurde beeinflußt. so ist die spezielle ausprägung des gefolgschaftsgedankens Jesu gegenüber, vor allem in der katholischen kirche komplett germanisch geprägt, obwohl der grundlegende gedanke ein durchaus christlicher ist. im gegensatz zum ablaßhandel, der ein kompletter import aus dem germanentum darstellt.

anhand der beispiele seht man schon die problematik zu unterscheiden was im kern authent aber beeinflußt, komplett importiert, importiert und germanisch dekoriert oder komplett original ist. hinzu kommt, daß sich jede tradition von selbst weiterentwickelt. und diese entwicklung von einer beeinflussung zu unterscheiden ist auch schier unmöglich.

die edda wurde im schon lange christlichen island geschrieben. weshalb man einen christlichen einfluß annehmen kann. andererseits ist island zwangschristianisiert worden - entweder ihr nehmt den christlichen glauben an, oder wir (norwegen) machen euch platt - weshalb einige forscher davon ausgehen, daß sie nur zum schein konvertiert sind und den eigenen glauben im geheimen praktiziert haben, und dadurch doch noch viel überlebt hat.

als die edda von Snorri geschrieben wurde, gab es offiziell keinen germanischen glauben mehr. er stütz sich stark auf die eddalieder, die noch in heidnischer zeit, verfaßt worden waren. jedoch war das heidentum schon sehr weit zurückgedrängt...




Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 12:29
- hierzu der Gott Balder, der eine charakterliche Änderung durchgemacht haben soll, eben durch die Anlehnung an das Christentum,

das wurde vor allem vor hundert jahren so gesehen inzwischen sieht man es etwas differenzierter. was im deteil christlich ist und was nicht wird sich heute wohl nicht mehr entwirren lassen, jedoch gibt es zu viele parallelen zu anderen indogermanischen kulturen, daß man großteils vom heidentum ausgeht. auch die tötung und 'auferstehung' Balders zu ragnarok ist nicht gesichert, daß es sich, wie immer wieder unterstellt, um eine wiedergabe von Jesus auferstehung sei.




Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 12:29
- hierzu weiter Ragnarök, welches auch erst im Zuge der Christianisierung eingeführt worden sein soll,

ragnarok dürfte in der überlieferten version von Snorri wohl christlich beeinflußt sein. das motiv des weltuntergangs an sich jedoch nicht. der tritt schon in der sehr alten vorstellung von muspell (weltuntergang durch feuer) auf, spiegelt sich wider in der germanischen vorstellung vom weltenbrand und hat z.b. im keltischen eine parallele, wo die druidische lehre (laut Julius Cäsar) behauptet, daß die welt irgendwann einmal in feuer und wasser untergehen wird. auch gibt es andere indogermanische parallelen. was aber wirklich christlich, germanisch, dichterische ausschmückung o.ä. ist darüber streiten sich die fachleute...




Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 12:29
- Loki, der heute eine große Rolle spielt, aber z.Z. der Germanen eigentlich nur bei den skandinavischen und isländischen Germanen bekannt war,

ja, Loki ist so ein kleines rätsel, und dürfte wohl wirklich erst durch das christentum bekannt geworden sein. viele gehen sogar soweit, er sei eine erfindung des christentums. außerdem ist er nicht sehr komplex und vielschichtig, wie man es von einer alten tradierten gottheit erwarten würde.

er dürfte wohl eine abspaltung Odins sein in der viele negative aspekte von ihm in Loki vereint wurden. sie werden auch als brüder und beste freunde bezeichnet. weiters spricht für die erst sehr spät entstandene gottheit Loki, daß es keine orte, gebiete, ortschaften oder ähnliches, nicht einmal ein einziges, gibt, das nach ihm benannt worden wäre. wohingegen selbst relativ unbekannte und unbedeutende götter namensgeber für ortschaften usw. waren.




Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 12:29
- Odin, der eigentlich nicht immer und bei allen Stämmen das Oberhaupt der Götter (Allvater) war und dem viele Attribute anderer Götter einverleibt wurden.

Wotan/Odin dürfte wohl erst im ersten nachchristlichen jahrhundert entstanden sein jedoch nicht durch christlichen, sondern durch keltischen einfluß. er breitete sich ausgehend vom rheingebiet bis in den norden aus wo er auf island seine höchste verehrung erfuhr. die goten beispielsweise kannten zu keiner zeit einen gott seines namens.

Thor wurde allgemein als der oberste gott verehrt, Tyr dürfte in grauer vorzeit einmal die nummer eins gewesen sein. Odin als oberster gott ist eine eher isländische entwicklung, da er dort als stammvater des königshauses und schirmherr der dichtkunst und skalden galt. jedoch im volk war der Thorskult immer noch sehr dominant wie man aus den eddas erfährt.



Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 12:29
Wäre es möglich, diese Verzerrungen wieder zu entwirren und zur ursprünglichen Quelle des germanischen Götterglauben zu gelangen?

bis zu einem gewissen grad geht das über auswertung der untschiedlichen quellen, wer galaubte was, wann und wo. vergleiche mit anderen indogermanischen kulturen, ob es parallelen, ähnliche motive, geschichten usw. gibt die auf einen gemeinsamen ursprung hindeuten... jedoch wird man nie absolute gewißheit haben. in den eddas wird erzählt, wie die erde aus dem fleisch Ymirs, die bäume aus seinen haaren usw. erschaffen wurden. ähnliche vorstellungen findet man in indien und auch anderen kulturen. das problem ist nur, daß plötzlich im mittelalter diese vergleiche auch in christlichen enzykliken verwendung finden. ist es ein ursprüngliches konzept das man mit den indern gemein hat? oder christlicher einfluß? unabhängig jemand auf die idee gekommen das so zu sehen? oder heidnischer einfluß auf die christlichen enzyklikenschreiber?



Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 12:29
Ist das eigentlich wichtig das zu entwirren?

das muß jeder für sich selbst entscheiden. willst du etwas authentisches haben oder etwas verwässertes? bist du an dem kult interessiert oder nur an der magie? bei der magie kommt es letztlich nur darauf an ob es klappt, also dafür ist es unwichtig. siehst du es als ausdruck eines kollektiven bewußtseins, einer form der identität, dann ist es schon wichtig...



Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 12:29
Gibt es vielleicht Bücher zu dem Thema, welche mich weiterbringen könnten?

Eure Ansichten, Einsichten dazu würde mich interessieren!

Gruß
Seraphine

Rudolf Simek: Religion und Mythologie der Germanen
die gebrauchte ausgabe aus dem Theiss-verlag ist billiger.

Bernhard Maier: Die Religion der Germanen: Götter, Mythen, Weltbild

Ludwig Rübekeil: Diachrone Studien zur Kontaktzone zwischen Kelten und Germanen
sehr gutes buch im bezug auf die beeinflussung zwischen keltischer und germanischer kultur, zusätzlich erläutert er auf über hundert seiten die entstehungsgeschichte und herkunft von Wotan/Odin. unterschiedliche einflüsse, vermischungen usw. sehr empfehlenswertes buch.

Kris Kershaw: Odin: Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde
befaßt sich mit dem einäugigen gott im indogermanischen vergleich. der autor geht auf männer-/krigerbünde, weihekriegertum (was mit thor zu tun hat), berserker und ulfhethnar... ein. der weg führt ihn mitunter weit vom germanischen weg hin zu den indogermanischen wurzeln. bin mit seiner quellenlage nicht immer zufrieden, ist aber dennoch gut und informativ.
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red_folder.gif erstellt am: 24/8/2013 um 15:14  
Zu allererst sollte man Sachen nicht in einen Topf werfen: Nordisch und Germanisch sind zwei verschiedene Sachen, so verschieden wie Sachsen und Wikinger.

In der modernen Popkultur der entsprechenden Szenen wird das leider gern vergessen oder mit einem Augenzwinkern gesehen, weils sich ohnehin ähnelt. Tatsache ist aber, daß man bei der alt-isländischen Edda davon ausgehen kann, daß sie so den Germanen (nicht nur aufgrund ihrer Sprachkenntnisse) weitgehend unbekannt war.

Ihre Geschichten und Auszüge, sicher, aber da hört es auch schon auf. Odin, Odhínn oder wie auch immer geschrieben ist die Göttervaterfigur der nordischen Mythologie. Wotan oder Wodan wird mit ihm zunehmend gleichgesetzt, ähnlich wie Donar dem nordischen Thor. Ebenso gibt es Übereinstimmungen zwischen den Kultobjekten wie diversen Bäumen (Donareiche, Irminsul, bestimmte hl. Bäume in Uppsala), aber deshalb alles in eine Schale zu gießen wäre in etwa so als würde man die Griechen und die Römer über einen Kamm scheren, nur weil sie ähnliche Götter haben und aus einer klimatisch ähnlichen Ecke kommen. Es mag sich ähneln, ist für die magische Praxis irrelevant, aber ist eben nicht einunddasselbe. Vor allem weil es für viele der nordischen Riten und Details im germanischen Raum keine belegbaren Entsprechungen gibt und davon ausgegangen werden kann, daß es sich bei letzteren je nach Stamm um unterschiedliche Bräuche gehandelt hat.




Was die Quellen betrifft, bist Du was Germanen angeht leider so angeschissen wie die Historiker und Archäologen. Da es schon damit losgeht, daß die nächste Frage nach "welchen Germanen genau" käme - die Teutonen? Die Sachsen? Die Allemannen? - sollte man schauen, wohin willst Du mit der Frage? "Die Germanen" gab es ebensowenig wie "Die Kelten", es waren Stammeskulturen, die bis auf Krieg, Handel und gelegentliche Friedensheirat nicht viel miteinander zu tun hatten. Sie zusammenzufassen wäre in etwa so wie zu Zeiten Sumers oder Babylons von "den Nomaden" im Orient zu sprechen. Es gab viele und sie waren alles andere als einheitlich, wenn auch nicht unähnlich.

Bei den nordischen Quellen sieht es da schon anders aus, eines der Beispiele hast Du genannt, die Edda. Des weiteren gibt es noch zahlreiche Runensteine und eine unglaublich hohe Anzahl passionierter und schreibwütiger Skandinavisten, die endlose Essays zu diesen Themen verfassen.

Und da geht der Affentanz auch schon los: Von Großbritannien bis Russland stehen Runensteine mit verschiedensten Zeichen, es gibt dutzende in sich geschlossene und regional verwendete Runenalphabete, manche beeinflusst von anderen, teils kultischen teils prophanen, Schriftformen ihrer Nachbarn wie dem Ogham oder alt-baltischen Zeichen. Wenn Du da nach "Ursprünglichkeit" suchst wünsche ich Dir von ganzem Herzen viel Erfolg, und bitte lass mich wissen wenn Du welche findest! :D

Die Frage die man sich stellen sollte, ist diese: Interessieren mich Fakten? Interessiert mich Kultismus? Interessiert mich magisches Arbeiten?




Für das magische Arbeiten brauchst Du nicht viel Entwirrung, es gibt mittlerweile ganz hervorragende Systeme die man prima nutzen oder abgreifen und anpassen kann. Wenn man das Ganze noch mit etwas Edda-Infos und eigenen Ritenentsprechungen würzt, klappt das wunderbar und man kommt auf der gefühlten Ebene den Göttern näher als je ein Historiker es vermutlich könnte, weil man die Urprinzipien nutzt und einen Bezug dazu entwickelt. Wenn Du da Lesetips brauchst, let me know.

Wenn Du das ganze allerdings als reaktivierte Glaubensform wieder in die Gegenwart zerren möchtest, sei es für Dich allein oder für Dich mit anderen oder gar als Alternative zum landläufigen Glauben und Nichtglauben, bekommt es die gesellschaftliche Komponente. Und für die bietet Dir die Gegenwart wesentlich mehr Antworten als die Vergangenheit.

Hinzu kommt an der Stelle noch, daß wir in unserer Gesellschaft mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit eine völlig andere Vorstellung von Gottheiten haben als die Menschen der Damaligen Zeit. Unsterblichkeit war in vielen Kulturen begrenzt auf natürliche Umstände, Allmacht und Omnipräsenz gab es in der Form nicht und das ganze war weit weniger Angstdominiert als uns das Verständnis des Wortes "Ehrfurcht" glauben machen will. Die damaligen Gesellschaften waren wesentlich näher am Animismus und Schamanismus als die polytheistischen Römer und Griechen oder gar Ägypter vor Echnaton/Amenhoteb (18. Dyn). Die Vorstellungen von Gottheiten waren wesentlich näher am Menschen, das belegen auch die Interaktionen zwischen den Göttern und Menschen in den Geschichten, was oft damit erklärt wird, daß die Bedürfnisse der Region sich ähnelten und es keinen Grund gab andere zu vermuten. Das lassen Leute in ihrer heutigen Vorstellung von "Glaube" gern unter den Tisch fallen, ein Fehler in meinen Augen, der nicht nur historische Fakten und regionale Besonderheiten ignoriert, sondern sich auch an ein unschönes und missbrauchsanfälliges Autoritäts- und Machtkonstrukt anschmiegt. Aber das ist nochmal eine andere Diskussion.. ;)

Ich hoffe das hat Dir jetzt ein wenig weiter geholfen.

Grüße,
LoS

Edit: Rechtschreibkorrektur ;)


[Editiert am 24/8/2013 um 15:26 von LoS]



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@Greebo & LOS

vielen Dank für die super ausführlichen Antworten, die mit gezeigt haben, dass mir da noch einiges an Wissen und Einsicht fehlt.

Es würde mir dabei schon darum gehen, in der Lage zu sein authentische Rituale gestalten zu können. Ich hatte mich jetzt aber erst mit den Runen Basics eingehender befasst: die 24 Runen, die neun Welten, die Weltentstehung, Ragnarök, die germanischen Gottheiten.

Da ich sehr gerne mit Wesenheiten arbeite, würde ich es sogar schon gar nicht so einfach finden, bspw. ein Ritual für Odin zu gestalten. Dabei interessieren mich beide Seiten, zum einen die Magie und zum anderen der Kult, ich finde immer, das beides zusammengehört. Ich bin nicht der Mensch für Erfolgsmagie, das Herz der Magie ist für mich die Mystik, der Kult.

Das ist ein ähnliches Problem, was ich beim Voodoo habe, dort im bunten haiitianische Voodoo hat die Christianisierung auch einiges verändert, für mich wäre aber die vormals als Stammeskult gelebte Version wahrscheinlich eingängiger, obwohl ich das Blutige daran nicht mag, die Tieropfer eben. Da fehlt es mir für gänzlich an Verständnis...

Die Buchtipps sehen gut aus, ich hatte dazu schon bei amazon geguckt, aber nichts so richtig gefunden. In der magischen Literatur wie bei Gardenstone, Fries, Edred und Warneck wird das Thema zwar erwähnt, aber irgendwie nicht befriedigen aufgearbeitet.


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Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 18:03
Es würde mir dabei schon darum gehen, in der Lage zu sein authentische Rituale gestalten zu können.


Hm, das Problem ist glaub ich: "authentische Rituale" sind nicht belegbar überliefert, bestenfalls als Zeremonien für Feierlichkeiten ohne (dem heutigen Verständnis entsprechend) magischen Kontext, aber die sind in vielen Kulturen der Zeiten ähnlich. Das hieße, es gibt authentischere Rituale, aber eben nicht authentische.


Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 18:03
Da ich sehr gerne mit Wesenheiten arbeite, würde ich es sogar schon gar nicht so einfach finden, bspw. ein Ritual für Odin zu gestalten.


Da gibts ein paar - sich am Baum für einige Stunden hängen lassen (mit dem Kopf nach unten) zB. - oder das Tragen eines Augenpflasters als Preis für eine Erkenntnis. Oder der unerkannte Besuch bei den Menschen, ihnen ihre Aufgaben zu geben. Da lässt sich einiges machen, man muss es nur ein wenig kreativ angehen und sollte sich von Details nicht aufhalten lassen.


Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 18:03
Dabei interessieren mich beide Seiten, zum einen die Magie und zum anderen der Kult, ich finde immer, das beides zusammengehört.


Das ist auch völlig vertretbar, so lange Du das eine das andere nicht aufhalten oder blockieren lässt. ;)


Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 18:03
Das ist ein ähnliches Problem, was ich beim Voodoo habe, dort im bunten haiitianische Voodoo hat die Christianisierung auch einiges verändert, für mich wäre aber die vormals als Stammeskult gelebte Version wahrscheinlich eingängiger, obwohl ich das Blutige daran nicht mag, die Tieropfer eben. Da fehlt es mir für gänzlich an Verständnis...


Naja, es gibt ja schließlich auch synkretische Richtungen (Santaria) oder aber auf Hedge-magic umgemodelte (Hoodoo). Ich glaube "ursprüngliche" Dinge sind immer nur im gesellschaftlichen Umfeld- & Umweltkontext sinnvoll, weil sie eng mit dem praktischen Leben verbunden waren und sind. Wenn Du wirklich das "Leben" des Kultusfaktors haben möchtest, wirst Du Dein Leben entsprechend anpassen müssen mit Umzug, Wahl des Umfeldes, etc. Und Du wirst Dich mit den Blutopfern anfreunden müssen. Entweder ist etwas "original" oder halt nicht, sich abstriche zurechtzumogeln ist in die eigene Tasche gelogen.. ;) Da das aber selten in der Intensität gewünscht wird, kann man gleich draus machen was man will. =D


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Beim Voodoo ist die Ausprägung, dass ich diesen Kult nicht nachvollziehen kann am Stärksten ausgeprägt.

Ich war schon mehrere Male hier bei uns im Voodoo-Museum, da wird hauptsächlich afrikanischer Voodoo aus Benin ausgestellt, aber das sagt mir nichts, das spricht nicht zu mir.

Wo ich in Berlin im ägyptischen Museum war, da haben die Dinge, die ich gesehen habe zu mir gesprochen, ich konnte das verstehen.

Was mich daran so verwundert ist eben, dass wir alles Menschen sind und meiner Meinung nach wir doch auch alle Ausprägungen menschlichen Seins nachvollziehen können müssten, wir sind ja nicht so ungeheuer unterschiedlich, obwohl es natürlich Unterschied gibt. Bei Voodoo gibt es da für mich keinen Weg.

Ich weiß ist Off -Topic... Sorry....


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Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 20:05
Wo ich in Berlin im ägyptischen Museum war, da haben die Dinge, die ich gesehen habe zu mir gesprochen, ich konnte das verstehen.


Also ich finde das sehr naheliegend. Die Kultgegenstände der Ägypter sind sowohl vom Gebrauch als auch von der Verehrung viel "geladener" und in Betrachtung der Ausüber "Heiliger", handwerklich entsprechend hochwertig verarbeitet, etc. Für das Voodoo sind Dinge hauptsächlich Dinge. Sie sind aus "einfacherem" und zweckmäßigem Material, natürlich nach Kenntnis passend zusammengesetzt, aber eben eher Werkzeug als Kultgegenstand.

Da im Voodoo gern mit Sympathismus und zT überwiegend Besessenheit anstatt mit Analogien und Artefakten gearbeitet wird, bekommen die Items eine ganz andere "Dosis" der Aufmerksamkeit, Energie, Beseelung - nenns wie Du willst. Die Geister sind im Voodoo potenziell allgegenwärtig und können sich frei bewegen und dorthin wo sie gebeten werden und es ihnen beliebt. Bei den Ägyptern ist alles wesentlich statischer, die betroffenen Wesen sind mit ihrem "Bereich" viel näher verflochten oder gar ganz an ihn gekettet (siehe Osiris nach seinem Tod).

Stell Dir das so vor wie bei Mietwagen vs Privatwagen. Die Persönliche Note. Oder anders: Durch die Fertigung waren bestimmte Sachen eher "geneigt" kaputtzugehen bei Gebrauch und dann wurden neue gemacht. Aus Materialien, die nur selten Metall enthielten und über Generationen hinweg zu einem Zweck benutzt wurden.

Ich zumindest finde es in diesem Zusammenhang plausibel - abgesehen davon, daß nur sehr wenige Museen originale verwenden. Und selbst da hab ich beobachtet, daß bei Ägyptischen Repliken irgendwie mehr Echo abgefärbt hat, wie es manchmal passiert wenn das Original bei der Erschaffung direkt danebenliegt.


Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 20:05
Was mich daran so verwundert ist eben, dass wir alles Menschen sind und meiner Meinung nach wir doch auch alle Ausprägungen menschlichen Seins nachvollziehen können müssten, wir sind ja nicht so ungeheuer unterschiedlich, obwohl es natürlich Unterschied gibt. Bei Voodoo gibt es da für mich keinen Weg.


Ich würde Dir empfehlen, bei Hoodoo und Rootwork thematisch vorbeizuschauen. Ist zwar nicht Voodoo, nähert sich aber von der praktischen Seite schon an die Richtung an. Letzlich ist mein Schluss aus bisherigen Studien, daß Voodoo gewissermaßen die Religion und Glaubenskomponente ist und die Magie eher im Hoodoo ansiedelbar ist.


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Zitat von LoS, am 24/8/2013 um 20:31

Also ich finde das sehr naheliegend. Die Kultgegenstände der Ägypter sind sowohl vom Gebrauch als auch von der Verehrung viel "geladener" und in Betrachtung der Ausüber "Heiliger", handwerklich entsprechend hochwertig verarbeitet, etc. Für das Voodoo sind Dinge hauptsächlich Dinge. Sie sind aus "einfacherem" und zweckmäßigem Material, natürlich nach Kenntnis passend zusammengesetzt, aber eben eher Werkzeug als Kultgegenstand.


Ich denke, die Gegenstände, wie die Götterfiguren oder die Mawu- und Lisa-Figuren werden im Voodoo ebenso stark verehrt, wie in Ägypten. Auch bei der Ladung würde ich sagen, stehen die Kultgegenstände aus dem Voodoo den ägyptischen in nichts nach, die werden durch das Übergießen mit dem Blut der Opfertiere geladen. Wenn man ins Voodoo Museum bei uns reingeht, dann merkt man schon das die Gegenstände lebendig sind.

Zitat von LoS, am 24/8/2013 um 20:31

Ich zumindest finde es in diesem Zusammenhang plausibel - abgesehen davon, daß nur sehr wenige Museen originale verwenden. Und selbst da hab ich beobachtet, daß bei Ägyptischen Repliken irgendwie mehr Echo abgefärbt hat, wie es manchmal passiert wenn das Original bei der Erschaffung direkt danebenliegt.



Im Voodoo Museum bei uns sind das alles Orginale, viele davon noch vor Kurzem (Monate, Jahren) in Gebrauch.


Zitat von LoS, am 24/8/2013 um 20:31

Ich würde Dir empfehlen, bei Hoodoo und Rootwork thematisch vorbeizuschauen. Ist zwar nicht Voodoo, nähert sich aber von der praktischen Seite schon an die Richtung an. Letzlich ist mein Schluss aus bisherigen Studien, daß Voodoo gewissermaßen die Religion und Glaubenskomponente ist und die Magie eher im Hoodoo ansiedelbar ist.


Praktisch will ich in der Thematik eigentlich gar nicht einsteigen, ein theoretisch Verständnis würde mir vollkommen reichen, da die Loas vom Gefühl her sowieso nicht meins sind.


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Zitat von Seraphine, am 25/8/2013 um 03:56
Im Voodoo Museum bei uns sind das alles Orginale, viele davon noch vor Kurzem (Monate, Jahren) in Gebrauch.


Interessant. Ich sollte es mir mal irgendwann ansehen, die einzigen Ausstellungen die ich dazu besucht habe rühmten sich auch originale zu haben, aber ich hatte immer eher den Eindruck, da wäre Energie durchgeleitet als reingeleitet worden. Darauf wollt ich hinaus. Aber vielleicht ist das auch nur eine seltsame Erinnerung, zu ungenau für einen Vergleich, ist bei mir schon einige Jahre her und ich werd auch nicht jünger.


Zitat von Seraphine, am 25/8/2013 um 03:56
Praktisch will ich in der Thematik eigentlich gar nicht einsteigen, ein theoretisch Verständnis würde mir vollkommen reichen, da die Loas vom Gefühl her sowieso nicht meins sind.


Wenn Dir der Theoretische Teil reicht, schau mal bei Heike Owusu vorbei, die hat ein Buch zu dem Thema was es recht schön skizzierte, möcht ich meinen.


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Das Buch von Owusu das kenne ich schon, hast Recht das ist ganz gut.

Das Museum heißt Soul of Africa und ist in Essen, soweit ich gehört habe, hat Christoph Henning aber noch ein zweites Museum vor Kurzem eröffnet, da war ich aber noch nicht.

Das Soul of Africa ist ziemlich klein, da finden sich aber nur Orginale: Götterfiguren, Mawu- und Lisas, ein Teil auch haiitianischer Voodoo, Voodoo-Flaschen uvm.

Wenn du aus der Gegend kommst, dann lohnt sich das schon da mal vorbeizuschauen...


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Och, für sowas mach ich auch umwege. :D Danke für den Tip jedenfalls. Mit der haitianischen Ecke konnte ich aber von den versch. Voodoo-Strömungen bisher aber auch nur wenig anfangen, war mir alles zu zeremoniell und zu religiös bzw. ristriktiv - das ist generell nich so meins. Aber die New Orleanser machen ordentlich Wind, wenn man sie lässt, heißt es. *fg*


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Da ist übrigens auch ein Altar, an dem du den Loas opfern kannst.


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Zitat von Seraphine, am 24/8/2013 um 18:03
@Greebo & LOS

vielen Dank für die super ausführlichen Antworten, die mit gezeigt haben, dass mir da noch einiges an Wissen und Einsicht fehlt.

Es würde mir dabei schon darum gehen, in der Lage zu sein authentische Rituale gestalten zu können. Ich hatte mich jetzt aber erst mit den Runen Basics eingehender befasst: die 24 Runen, die neun Welten, die Weltentstehung, Ragnarök, die germanischen Gottheiten.

Da ich sehr gerne mit Wesenheiten arbeite, würde ich es sogar schon gar nicht so einfach finden, bspw. ein Ritual für Odin zu gestalten. Dabei interessieren mich beide Seiten, zum einen die Magie und zum anderen der Kult, ich finde immer, das beides zusammengehört. Ich bin nicht der Mensch für Erfolgsmagie, das Herz der Magie ist für mich die Mystik, der Kult.

Das ist ein ähnliches Problem, was ich beim Voodoo habe, dort im bunten haiitianische Voodoo hat die Christianisierung auch einiges verändert, für mich wäre aber die vormals als Stammeskult gelebte Version wahrscheinlich eingängiger, obwohl ich das Blutige daran nicht mag, die Tieropfer eben. Da fehlt es mir für gänzlich an Verständnis...

Die Buchtipps sehen gut aus, ich hatte dazu schon bei amazon geguckt, aber nichts so richtig gefunden. In der magischen Literatur wie bei Gardenstone, Fries, Edred und Warneck wird das Thema zwar erwähnt, aber irgendwie nicht befriedigen aufgearbeitet.

leider gibt es hierzu nur sehr spährliche überlieferungen, weshalb man keine orientierungsmöglichkeiten hat. selbst das brauchtum gibt nur sehr wenig her, da man nicht mehr in der lage ist die ursprünglichen elemente exakt von den christlichen zu trennen. bestes beispiel hierzu ist ostern. früher wurde es als rein heidnisches fest das einfach nur von den christen uminterpretiert wurde gesehen. ursprünglich ein fest zu ehren der göttin Ostara... inzwischen wird dies angezweifelt. die quelle dafür ist Grimm, der sich einzig auf Beda beruft und alle haben von Grimm abgeschrieben. es läßt sich ethymologisch keine keine verbindung zu irgendeiner germanischen frühlings- oder fruchtbarkeitsgöttin oder auch irgend einer anderen göttin herstellen. die monatsbezeichnung 'ostermond' im kalendarium, von der Beda behauptet, sie sei zu ehren einer göttin so benannt, wird bezweifelt. denn es gibt keine monatsbezeichnung im germanischen die mit einer gottheit zu tun hätte... weiters lassen sich alle osterbräuche aus dem christentum entwickeln und kein brauch ist weiter als bis ins ausgehende mittelalter zurüch zu verfolgen. wodurch man eine lücke von ein paar jahrhunderten zum heidentum hat...

das einzige was man tun kann, ist die entwicklung von ritualen, die den germanischen 'geist', möglichst gut wiederspiegeln. dazu ist auch ein genaues studium der sagas notwendig. hin und wieder werden zauberpraktiken und dergleichen angesprochen. z.b. in der eriks saga wo eine seherin wahrsagt. sie wird recht genau beschrieben, ein hochsitz wurde ihr errichtet und ein bestimmtes zauberlied gesungen... derartige relikte findet man schon, an denen man sich vielleicht etwas orientieren kann...

etwas experimentell an die sache herangehen und auf den scherben die noch übrig sind aufbauen. wenn du dann kontakt zu Odin hast, wird dir der schon mitteilen wie er sein ritual haben möchte... der kontakt kann etwas dauern, denn vergiß nicht, die vorfahren haben sich von ihm abgewandt und wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben. bei stammestraditionen herrscht immer soetwas wie eine sippenhaft. der wird auch schaun ob man es ernst meint, oder ob es nur so eine laune, eine eintagsfliege ist...

auch solltest du dich fragen welches germanentum du 'wiederbeleben' willst. ein eher frühes, aus der germanischen antike, oder eher aus der wikingerzeit, der letzten kulturellen ausprägung des germanentums. denn wie jede lebendige kultur wächst, gedeiht und verändert sie sich innerhalb gewisser grenzen. Wotan/Odin verlohr etwas von seiner düsternis, schleppte sie aber dennoch mit sich herum, da er nunmal durchwegs ein toten- und kriegsgott war.

die runen sind meiner meinung nach ein recht guter startpunkt, da sie sehr viel der germanischen kultur enthalten...
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Zitat von greebo, am 26/8/2013 um 00:39

das einzige was man tun kann, ist die entwicklung von ritualen, die den germanischen 'geist', möglichst gut wiederspiegeln. dazu ist auch ein genaues studium der sagas notwendig. hin und wieder werden zauberpraktiken und dergleichen angesprochen. z.b. in der eriks saga wo eine seherin wahrsagt. sie wird recht genau beschrieben, ein hochsitz wurde ihr errichtet und ein bestimmtes zauberlied gesungen... derartige relikte findet man schon, an denen man sich vielleicht etwas orientieren kann...


Rituale zu entwerfen, die den germanischen Geist gut wiederspiegeln ist schwer. Es geht bei mir darum, die Rituale in einer Gruppe zu machen, leider habe ich und die anderen nicht die fundierten Kenntnisse um das in die Tat umzusetzen, obwohl, wie es aussieht, wir bald Zuwachs bekommen, der sich besser mit der Materie auskennt. Und die Sache mit der Seherin und dem Hochsitz klingt für mich jetzt auch irgendwie nicht voraussetzungslos.


Zitat von greebo, am 26/8/2013 um 00:39

etwas experimentell an die sache herangehen und auf den scherben die noch übrig sind aufbauen. wenn du dann kontakt zu Odin hast, wird dir der schon mitteilen wie er sein ritual haben möchte... der kontakt kann etwas dauern, denn vergiß nicht, die vorfahren haben sich von ihm abgewandt und wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben. bei stammestraditionen herrscht immer soetwas wie eine sippenhaft. der wird auch schaun ob man es ernst meint, oder ob es nur so eine laune, eine eintagsfliege ist...


Mal sehen, momentan kann ich mir so ein Gruppenritual für Odin nicht wirklich vorstellen...


Zitat von greebo, am 26/8/2013 um 00:39


auch solltest du dich fragen welches germanentum du 'wiederbeleben' willst. ein eher frühes, aus der germanischen antike, oder eher aus der wikingerzeit, der letzten kulturellen ausprägung des germanentums. denn wie jede lebendige kultur wächst, gedeiht und verändert sie sich innerhalb gewisser grenzen. Wotan/Odin verlohr etwas von seiner düsternis, schleppte sie aber dennoch mit sich herum, da er nunmal durchwegs ein toten- und kriegsgott war.


Welches Germanentum? Das ist für meinen jetzigen Stand zu weit gedacht, habe ja jetzt erst die Basics vertieft...


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Zitat von Seraphine, am 26/8/2013 um 17:53
Rituale zu entwerfen, die den germanischen Geist gut wiederspiegeln ist schwer.


Das war früher bestimmt auch nicht leichter als heute, insofern ist die.. ähm.. übergebliebene Vielfalt keine Überraschung.. ^^


Zitat von Seraphine, am 26/8/2013 um 17:53
Es geht bei mir darum, die Rituale in einer Gruppe zu machen, leider habe ich und die anderen nicht die fundierten Kenntnisse um das in die Tat umzusetzen


Naja, dann sollte einer von Euch sich mit der Materie ausgiebig vertraut machen. Oder kreativ werden. Oder beides. Dazu empfehle ich den Rückzug in eine Schwitzhütte und eine lange Meditation nach viel trockenem Imput, mit anschließendem Besäufnis und Gelage.


Zitat von Seraphine, am 26/8/2013 um 17:53
Mal sehen, momentan kann ich mir so ein Gruppenritual für Odin nicht wirklich vorstellen...


..was daran liegen mag, daß er nur sehr begrenzt so der Gesellige war. Und letzten Endes stand er mit seinen Facetten der Erkenntnis und des Todes für wesentlich Individuums-gerichtetere Konzepte als andere. ;) Ein Ritual, was in der Gruppe für Odhinn ausgeführt wird, müsste in diesem Aspekt zB nacheinander oder gleichzeitig von jedem einzeln auszuführen und ausführbar sein. Wofür dann aber die Gruppe? :D


Zitat von Seraphine, am 26/8/2013 um 17:53
Welches Germanentum? Das ist für meinen jetzigen Stand zu weit gedacht, habe ja jetzt erst die Basics vertieft...


Schau Dir am besten die Geschichte der verschiedenen Stämme an und ihre Errungen- und Hinterlassenschaften. Wenn Du die etwas präsenter in Dir hast, kommt automatisch irgendwie einer oder mehrere auf, zu dem Du Dich affin hältst.

Ich zB habe es mit den Sachsen überhaupt nicht so, mit den Burgunden da schon eher - allerdings empfinde ich deren gesamtes Gesellschaftskonstrukt aus der Zeit als .. naja, wenig erfüllend, wie kalten Kaffee, so ganz abseits des Hypes der heute gern um eine in die Vergangenheit hineinkorrigierte Sicht auf Kelten, Germanen und Wikinger betrieben wird. Daher nutzt mir das auch nix, vor allem nicht weil ich mit ihnen nicht arbeite sondern Herkunftsunabhängig.. ^^


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Viel Arbeit sich da eingehender hineinzuarbeiten...

Am Liebensten wäre mir das, wenn irgendjemand der Ahnung hat ein schönes Ritual schreiben würde, das würde man dann in der Gruppe besprechen und entsprechend modifizieren und das Ganze würde man dann durchziehen und gut wäre es....

Dann hätte man seine praktische Erfahrung und könnte darauf aufbauen und vielleicht die Sache auch ausbauen und weiter modifizieren.

Die meisten Rituale die ich so gelesen habe in der bekannten Literatur fand ich irgendwie nicht so toll...


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Zitat von Seraphine, am 27/8/2013 um 17:30
Am Liebensten wäre mir das, wenn irgendjemand der Ahnung hat ein schönes Ritual schreiben würde..


Also jetzt versteh ichs nicht mehr: Du interessierst Dich für das kultische, scheust aber die Mühe die getan werden muss um solide Kenntnisse als Basis für die Praxis zu erarbeiten? o_O Und willst auf vorgefertigtem Grund aufsetzen um "Dein eigenes Ding" draus zu entwickeln? Das ist ein bißchen so als würdest Du Dir von anderen die Hausaufgaben machen lassen um darauf dann aufzubauen. Und das hat in der Schule schon nicht funktioniert - eben weil der Grundstock fehlte. Oder versteh ich Dich gerade falsch und interpretiere über?


Zitat von Seraphine, am 27/8/2013 um 17:30
Die meisten Rituale die ich so gelesen habe in der bekannten Literatur fand ich irgendwie nicht so toll...


Dann kommt man um selbstgemachtes nicht drumrum.. ;)


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red_folder.gif erstellt am: 28/8/2013 um 17:57  
Nein, die Mühe scheue ich nicht, nur ein Fachgebiet was mir näher steht, ist Kabbalah. Mir ein Ritual dort zu erarbeiten, wäre für mich weniger aufwendig.

Im Zirkel, den wir neu gegründet haben, erarbeiten wir uns momentan unser Grundgrüst an Theorie, Ritualen und Übungen. Die ganze Zirkelorganisation sowie die Erarbeitung der Themen ist sehr zeitintensiv und zudem würden alle gerne mehr praktisch Arbeiten.

Kabbalistisch praktisch zu arbeiten, kein Problem. Schreibe ich das Ritual und gut.
Zu den Runen kann von uns ein aufwendigeres Gruppenritual bisher keiner schreiben, vermute ich mal.

Ich würde auch gerne vertiefter mit der germanischen Magie arbeiten, bis ich mir das aber erarbeitet hätte, vergeht aber erst einmal Zeit. Und viele und ebenso ich, würden aber jetzt schon gerne praktisch arbeiten.

Und deshalb eben, würde ich mir wünschen, dass mir in dieser Hinsicht mal die sprichwörtlichen gebratenen Tauben in den Mund fliegen, damit ich meine Erfahrungen machen kann.

Und wenn jemand aus dem Zirkel das Ritual schreiben würde, wird das anschließend nochmal gemeinsam besprochen und mit den Mitgliedern und ihren Vorstellungen abgeglichen, das wäre schon in Ordnung, finde ich. So würde ich auch, wenn nicht ich das Ritual schreiben würde, ich trotzdem was lernen und könnte mich mit einbringen.


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Zitat von Seraphine, am 28/8/2013 um 17:57
Nein, die Mühe scheue ich nicht, nur ein Fachgebiet was mir näher steht, ist Kabbalah. Mir ein Ritual dort zu erarbeiten, wäre für mich weniger aufwendig.


Axo. Joa, verständlich. Jetzt macht auch die zeremonielle Herangehensweise auch mehr Sinn.. *kopfkratz*


Zitat von Seraphine, am 28/8/2013 um 17:57
Im Zirkel, den wir neu gegründet haben, erarbeiten wir uns momentan unser Grundgrüst an Theorie, Ritualen und Übungen. Die ganze Zirkelorganisation sowie die Erarbeitung der Themen ist sehr zeitintensiv und zudem würden alle gerne mehr praktisch Arbeiten.


Das ist ein häufiges Problem. Das ist ein Bißchen wie bei der Bürokratie - irgendwann wird die Verwaltung überwiegen und wenn sie nicht der gängigen Praxis angepasst wird, die vorrang haben muss, sie fressen. :( Einer der Gründe, warum Gemeinschaften in den letzten Jahrzehnten immer weniger in die Puschen kommen und die ambitionierten Mitglieder derer immer ihr eigenes Ding machen müssen, was sie zT aneinander vergrault.

Aber ich sollte das Dir nicht weiter madig machen - ich denke nur, wenn ihr alle mehr praktisch arbeiten wollt, warum macht ihr es nicht einfach? Was kann Euch davon abhalten? ;)


Zitat von Seraphine, am 28/8/2013 um 17:57
Zu den Runen kann von uns ein aufwendigeres Gruppenritual bisher keiner schreiben, vermute ich mal.


Ehm, was ich mich frage - vor allem was Authentizität angeht - wie kommst Du darauf, daß es aufwendig sein muss? Die Zeiten damals waren eher einfache. Die Menschen auch. Auch sehr naturnah und weit weniger verkopft. Oder "braucht" ihr das, um es als überzeugend wahrzunehmen? Vielleicht solltest Du Dich ein wenig weiter in die Zeit und Umgebung versetzen, in die Menschen von damals und ihre Bedürfnisse - dort findest Du vielleicht werkzeug, besseren Zugang dazu zu kriegen.


Zitat von Seraphine, am 28/8/2013 um 17:57
Ich würde auch gerne vertiefter mit der germanischen Magie arbeiten, bis ich mir das aber erarbeitet hätte, vergeht aber erst einmal Zeit. Und viele und ebenso ich, würden aber jetzt schon gerne praktisch arbeiten.


Warum erschließt ihr das ganze dann nicht zusammen? Es muss sich doch nicht einer spezialisieren und dann den relativ dazu ahnungslosen Rest darauf einsingen, oder? :) Sucht Euch ein Thema, die passende Rune, stellt Euch in die Stadha, fangt an den Galdr zu singen und guckt was sie Euch offenbart. So bekommt ihr ein intuitives Verständnis für das Konzept der jeweiligen Rune und müsst Euch nicht den Mund fusselig reden um einander zu erklären warum irgendwas irgendwie ist, ihr erlebt es ja schließlich am eigenen Leib und Geist.


Zitat von Seraphine, am 28/8/2013 um 17:57
Und deshalb eben, würde ich mir wünschen, dass mir in dieser Hinsicht mal die sprichwörtlichen gebratenen Tauben in den Mund fliegen, damit ich meine Erfahrungen machen kann.


Und genau das ist das Problem - gerade bei Praktiken mit Schamanistischem/Animistischen Touch - wenn Du Dir die Basics abnehmen lässt, verbaust Du Dir 3/4 der Sache.


Zitat von Seraphine, am 28/8/2013 um 17:57
Und wenn jemand aus dem Zirkel das Ritual schreiben würde, wird das anschließend nochmal gemeinsam besprochen und mit den Mitgliedern und ihren Vorstellungen abgeglichen, das wäre schon in Ordnung, finde ich.


Wie oft würdet Ihr das Ritual denn machen und wie regelmäßig?


Zitat von Seraphine, am 28/8/2013 um 17:57
So würde ich auch, wenn nicht ich das Ritual schreiben würde, ich trotzdem was lernen und könnte mich mit einbringen.


Irgendwas lernt man immer, sicher. Aber ich halte es für einen ziemlich wuchtigen Trugschluss, daß Dich das der germanischen Magie innerlich näher bringt, gerade weil sie so Back-to-Basics-Erleben-mäßig tickt.

Naja, es bleibt spannend.. :D


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red_folder.gif erstellt am: 29/8/2013 um 18:07  
Die Frage ist ja sowieso, ob sich so ein Zirkel über die Jahre halten wird. Bürokratie, wenig Zeit und unterschiedliche Vorstellungen können sowas vielleicht doch irgendwann auseinanderbringen.

Wir arbeiten praktisch, 4 Gruppenrituale seit Februar, wo wir den Zirkel gegründet haben, finde ich nicht wenig, schließlich müssen die Rituale vorbereitet und besprochen werden und zeitlich sollte auch jeder die Möglichkeit haben, teilzunehmen, die Terminplanung ist oft blöd.

Solche einfachen Übungen wie Galdr und Stadha könnte man theoretisch bei jedem Treffen machen, da hast du schon recht. Obwohl hier im Ruhrgebiet nicht immer dafür die Gelegenheit ist, mich da an die Kemnade bspw. zu stellen und eine Runen zustellen und intonieren, während da die ganzen Leute rumlaufen, finde ich nicht so prickelnd.

Die Baiscs der Runen lerne ich schon, war da auch schon recht fleissig. Was die Theorie betrifft hauptsächlich, die Grundlagenwerke zu den Runen habe ich auch schon durch.

Das Ritual würden wir mehrere Male im Jahr machen... Und von Mal zu Mal verfeinern....


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Zitat von Seraphine, am 29/8/2013 um 18:07
Wir arbeiten praktisch, 4 Gruppenrituale seit Februar


Moment, Du redest von Ritualen. Da hätt ich gleich mal eine Frage - Ihr habt 4 verschiedene Rituale, die ihr seit Februar regelmäßig macht? Oder ist es eins, was ihr vier Mal wiederholt habt?

Da sich ein Ritual durch seine Wiederholungen und der mit und wegen jeder Wiederholung zugewonnenen Mächtigkeit mE hauptsächlich definiert. Ansonsten wäre es nur eine zeremonialmagische Handlung. Genau wie der Zweck bei Ritualen (zumindest der übergeordnete Zweck) immer gleich ist bei dem einzelnen Termin, wie auch immer es im Speziellen aussehen mag, Beispiel Reinigungsrituale.

Ich möchte hier grad nur vermeiden, daß ich eine falsche Idee davon bekomme, was Ihr tut.. ^^ Denn sollte es sich nicht um ein Ritual handeln - warum es fälschlicherweise so nennen? Und damit kämen wir zu dem, was Du suchst - ist das denn überhaupt ein "Ritual"?


Zitat von Seraphine, am 29/8/2013 um 18:07
Solche einfachen Übungen wie Galdr und Stadha könnte man theoretisch bei jedem Treffen machen, da hast du schon recht.


Dann macht mal, ich bin sicher, der Rest zeigt sich nach einiger Zeit von selbst.


Zitat von Seraphine, am 29/8/2013 um 18:07
Obwohl hier im Ruhrgebiet nicht immer dafür die Gelegenheit ist, mich da an die Kemnade bspw. zu stellen und eine Runen zustellen und intonieren, während da die ganzen Leute rumlaufen, finde ich nicht so prickelnd.


Habt ihr keine Wälder oder vllt Parks die Nachts verlassen sind? ;)


Zitat von Seraphine, am 29/8/2013 um 18:07
Die Baiscs der Runen lerne ich schon, war da auch schon recht fleissig. Was die Theorie betrifft hauptsächlich, die Grundlagenwerke zu den Runen habe ich auch schon durch.


Mit den "Basics" meinte ich mitnichten die Theorie. Sondern genau diese "einfachen Übungen". Im Gegensatz zu den anderen handelsüblichen Systemen offenbart sich bei den Runen ein überwiegender Teil gleich zu beginn durch die Praxis, möcht ich meinen. ;)


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Zitat von LoS, am 30/8/2013 um 01:03

Da sich ein Ritual durch seine Wiederholungen und der mit und wegen jeder Wiederholung zugewonnenen Mächtigkeit mE hauptsächlich definiert. Ansonsten wäre es nur eine zeremonialmagische Handlung. Genau wie der Zweck bei Ritualen (zumindest der übergeordnete Zweck) immer gleich ist bei dem einzelnen Termin, wie auch immer es im Speziellen aussehen mag, Beispiel Reinigungsrituale.


Ich meine da noch eine weitere Komponente ausgemacht zu haben. Rituale schaffen einen "sakralen Raum" und eine "sakrale Zeit" eine Verbindung über Zeit und Raum hinweg zwischen denen die das Ritual ausüben. Dieser Aspekt fehlt vermutlich in den meisten magischen Bruderschaften, da es zu wenige Ausübende gibt oder die Rituale nicht über einen langen Zeitraum ausgeübt wurden. In der Freimaurerei ist dieser Effekt jedoch (meiner Meinung nach Vorhanden) und gewollt. Es wird nicht eine Loge eröffnet sondern DIE LOGE.
Dabei scheint es nicht unbedingt nötig zu sein das dieses Ritual über die Zeit ganz genau gleich bleibt, sondern das der Geist bleibt.

Etwa so wie ein Kaffeehaus das seid Jahrzehnten das gleiche Kaffeehaus ist, einen magischen Flair mitbringt, eine Verbindung zu den vielen Gästen die schon dort saßen, sich in die Augen sahen, sich unterhielten, politisch aktiv waren, ... oder auch wie eine alte Bibliothek.
Interessant wäre es zu ermitteln ob es eine Verbindung gibt zwischen Läden einer kette (Starbucks), so als ob man ein ganz klein wenig in allen zugleich sitzt. Hierzu (besonders über Bibliotheken und deren Verbindung) hat sich meiner Meinung nach Terry Prattchet mal ausgelassen.


[Editiert am 30/8/2013 um 11:37 von 20-1-30-40]



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Es sind unterschiedliche Ritualarbeiten, die sich zum Teil ähneln. Teilweise wiederholen sich in den Ritualen, die Ritualelemente, teilweise sind sie völlig anders. Jedoch haben wir vor, die Rituale jährlich zu wiederholen.

Was wir tuen, ist noch gar nicht so in Stein gemeisselt, viele Rituale, die warten noch darauf geschrieben zu werden. Deshalb kann man gar nicht so 100 prozentig sagen, was wir tun.

Ich suche nicht nur ein Ritual, ich suche viele Rituale... Alle für den Zirkel, damit man was hat auf das man zurückgreifen kann, wenn man es braucht.

Wälder haben wir hier nicht unbedingt, auf jeden Fall nicht so im großen Stil. Müsste man auch erst hinfahren. Hier vor der Haustür nicht.

Also die Hälfte von uns, ich inklusive, sind mit Runenstellen und intonieren vertraut, kein Problem.


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Dann suchst Du Zeremonien ;)


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