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Autor: Betreff: Was ist Chaosmagie? Ein Versuch
Neophyt
Neophyt

Sternenpulver
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red_folder.gif erstellt am: 23/6/2020 um 08:27 New
Der letzte Beitrag hier ist aus dem August 2019, es ist etwas stiller geworden um die Chaosmagie. Schade. Auch bin ich bis auf wenige Ausnahmen unzufrieden gewesen mit den Artikeln im Netz. Also habe ich versucht das zu ändern.



CHAOSMAGIE


Entstehung und Ideengeber

Chaosmagie ist die okkulte Antwort auf die geistigen und gesellschaftlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts. Bereits der britische Lebenskünstler Aleister Crowley formulierte mit dem Slogan „The Method of Science, the Aim of Religion“, den er auf der Titelseite seiner Zeitschrift The Equinox abdrucken ließ, seinen Versuch, durch „Magick“ Ratio und Seele zu vereinen. Noch größer war der Einfluss des britischen Malers Austin Osman Spare auf die Chaosmagie. Auf ihn geht die beliebte Sigillenmagie zurück, eine Zaubertechnik, bei der aus einem Wunsch abstrakte, visuelle oder auch klangliche Zeichen kreiert werden, die dem Magier in „Fleisch und Blut“ übergehen und so ihre Wirkung entfalten sollen. Die beiden Okkultisten begegneten sich und Spare war Mitglied in Crowleys Orden A∴A∴, doch bald schon zog Spare es vor wieder eigene Wege zu gehen mit der Begründung, dass er dort nichts lernen könne und die Rituale leer und aufgesetzt seien. Crowley reagierte zunächst angefressen und bezeichnete Spare als Schwarzmagier. In dem Zwist zwischen Crowley und Spare zeigt sich der Konflikt zweier Spielarten der Magie. Auf der einen Seite steht der Glaube an eine Tradition, zu der nur durch die Unterortung an eine Autorität Zugang gewährt wird und die mit der Orientierung an spirituellen Theorien wie Crowleys Thelema einhergeht. Auf der anderen Seite stehen einfache Zaubertechniken, mit der Lust an Erfahrung, Ergebnis und Ekstase. Spare kann als okkulte Persönlichkeit gesehen werden, die ihr eigenes System erschafft, ohne sich von der Legitimation eines Meisters abhängig zu machen. Durch die Veröffentlichung von Werken wie Das Buch der Ekstatischen Freude, können sich Praktizierende noch heute von Spares Arbeitsweise inspirieren lassen, der seinem Leser einen Einblick in intime Praktiken mit der Energie des Eros gewährt.


Das Liber Null, die 1978 in kleiner Auflage herausgegebene Initialschrift der chaosmagischen Bewegung, bricht Magie schließlich auf den Nullpunkt. Ihr naturwissenschaftlich geprägter Verfasser, Peter J. Carroll, beschwört als ikonoklastischer Prophet den Tod. Spiritualität tot, Aberglaube tot, Identität tot, Moral tot, Glaube tot, Ideologie tot. Doch sein Anliegen ist nicht blinde Zerstörungswut, sondern die Suche nach der Essenz hinter der arbiträren Maske der Kultur. Die Zerstörung alter Illusionsangebote setzt neue Energie frei, die schließlich zur Gründung des IOT, den Illuminaten von Thanateros, führt. Die Arbeiten und Publikationen der Okkultisten dieses Paktes haben die Sicht auf Magie nachhaltig revolutioniert und demokratisiert. Nun lautete die Maxime: „Es gibt möglicherweise keine absoluten Wahrheiten.“ Doch auch Carrolls „Schaltkreise“ hatten eine Präferenz. So definierte er die Stoßrichtung des IOT darin „persönliche Kräfte zum Zwecke des Vergnügens und des Gewinns freizusetzen“ und grenzt damit jede Vorstellung an außerhalb wirkenden Wesenheiten aus. Die Sphäre des religiösen ist für ihn Zeitverschwendung. Im deutschsprachigen Raum, der ebenfalls eine IOT Sektion hatte, war unter den Gründern mit seiner regen Schreibtätigkeit insbesondere Frater U. : D. : bedeutsam. Im Jahr 1982 formulierte er in der Zeitschrift Unicorn sein Konzept einer „Pragmatischen Magie“:


Zitat:
„Die Pragmatische Magie leugnet nicht den Wert traditioneller Überlieferungen, aber sie hat das mündige Individuum zum Ziel, das zwar durchaus auch mit Pomp und Glitter umzugehen vermag, sich jedoch nicht davon abhängig machen will, ausschließlich auf der Grundlage oft nur vorgetäuschter und gefälschter Uralt-Legitimierungen arbeiten zu können.“


Seine zu einem Standsandwerk avancierte Schule der Hohen Magie gibt ein gutes Beispiel für diesen pragmatischen Ansatz. Dort wird eine Fülle an magischen Techniken aus unterschiedlichen Zusammenhängen mit dem Fokus auf Praxis, ohne eine Einordnung in ihren Kontext vermissen zu lassen, für die magische Arbeit fruchtbar gemacht.


Chaosmagisches Paradigma

Der Überlegung ein Metasystem der Magie zu etablieren zum Trotz, haben sich mit der Zeit Merkmale herausgebildet, die charakteristisch für die Chaosmagie sind. Allem voran ist sie durch einen spielerischen Forschergeist gekennzeichnet. Chaosmagier extrahieren Techniken von unterschiedlichen Weltanschauungen, die ihnen dienlich erscheinen und erforschen mit Mut zum Experiment und dem Willen zum Resultat die Möglichkeit, Realität bewusst durch Ritual und Bewusstsein zu ihrem Gunsten zu beeinflussen. Selbstverantwortung ist für sie in zweierlei Hinsicht ein Preis: Gerne zahlen und erhalten sie ihn.


Eines ihrer Merkmale ist die „Bannung“ von falscher Ehrfurcht durch die Technik des Lachens. Ihren ausgeprägtesten Ausdruck findet sie in dem Diskordianismus. Wobei hier von einem „Ismus“ zu sprechen schon eine Ironie an sich ist. Ihr Manifest Principia Discordia. Oder: Wie ich die Göttin fand und was ich mit ihr tat, nachdem ich sie gefunden hatte. Das großartige Opiat von Malaclypse dem jüngeren. Worin alles Wissenswerte von überhaupt allem nur irgendwie Wissenswertem erklärt wird, aus dem Jahr 1963, ist eine humorvolle Religionsparodie. Bereits dort taucht der Begriff des „Sacred Chao“ auf und der spielerische Umgang der Principia mit Religion hat einem liberalen Verständnis von Magie den Weg bereitet. Was Chaosmagier heute machen, wenn sie vom Diskordianismus inspiriert sind, lässt sich in folgender Formel zusammenfassen: Ein diskordisches Ritual profanisiert das Heilige und heiligt das Profane.

Der Begriff der Gnosis wurde mit einer neuen Bedeutung belegt. Ursprünglich verstand man verkürzt gesagt unter Gnostizismus religiöse Strömungen, in denen ein vollkommener Gott einem unvollkommenen Schöpfungsgott, dem Demiurgen, gegenübersteht. Die Seele wurschtelt sich in diesem Spiel irgendwie zu ihrem Heil durch. Anders in der Chaosmagie. Hier wird damit schlicht ein veränderter Bewusstseinszustand bezeichnet, der für das Wirken von Magie als unabdingbar angenommen wird. Ob dies beispielsweise durch Meditation, Fasten, monotone Gesänge, sexuelle Stimulation, emotionale Lyrik, ekstatischen Tanz oder den Gebrauch von Substanzen wie Alkohol geschieht, ist eine individuelle Entscheidung.

Ein weiteres Werkzeug, von dem im chaosmagischen Ritual Gebrauch gemacht wird, ist die Verwendung eines Willenssatzes. Er stellt die sprachlich konkretisierte Intention des Magiers dar, die zumeist nach einer Bannung zu Beginn des Rituals laut ausgesprochen wird. So simpel dieses Vorgehen klingen mag, ist es ein Anlass für eine Reflektion, die im Idealfall jeder (magischen) Aktion vorausgeht: Was will ich eigentlich?


Der bedeutendste Beitrag der Chaosmagie ist wahrscheinlich die kreative Verwendung des Konzepts des Paradigmenwechsels innerhalb des Okkultismus. Seit dem 18. Jahrhundert gebrauchte Georg Christoph Lichtenberg den Begriff Paradigma erstmals für eine Weltanschauung oder Lehrmeinung. In den 60er Jahren war der Paradigmenwechsel Gegenstand wissenschaftstheoritischer Reflexion. Die Chaosmagie adaptierte diesen Begriff schließlich und machte daraus die willentliche Annahme einer Weltanschauung. Ein Entwicklungsziel des Chaosmagiers ist die geistige Fähigkeit, sich – zumindest temporär – , voll auf ein Paradigma einlassen zu können. Mit der Haltung „Fake it till you make it“ begegnet man dieser Herausforderung. Die Fähigkeit zum Paradigmenwechsel geht einher mit der Bewusstmachung der Clusters an Glaubenssätzen, die man im laufe seines Lebens entwickelt hat. Durch den Prozess ihrer Reflektion und bewussten Dekonditionierung, kann der Magier alte neuronale Muster hinter sich lassen und erweitert seine Wahlmöglichkeiten. Robert Anton Wilson gibt in Der neue Prometheus. Die Evolution unserer Intelligenz spannende Anregungen für dieses Feld. Eine besonders extreme Umsetzung dieser Idee findet sich in Georg Cockcrofts Roman The Dice Man, in dem der Protagonist anhand eines Würfels entscheidet, welche Persönlichkeit er annimmt. Schon kleine Übungen, wie sich eine Zeit lang auf einen anderen Musikstil einzulassen, können interessante Effekte bewirken. Innerhalb der rituellen Praxis ist die Fähigkeit zum Paradigmenwechsel mitunter ein Werkzeug, um Zweifel auszuschalten und die Kraft von intensivem Glauben zu nutzen. Auch ist er in einer Gruppe von Individualisten unabdingbar, um sich auf den magischen Stil seiner Weggefährten einzulassen. Neben dem Wechsel zwischen verschiedene Glaubenssystemen nutzen Chaosmagier auch die Kombination von Elementen verschiedener Weltanschauungen, eklektisches Vorgehen genannt. Der Paradigmenwechsel und Eklektizismus implizieren ein Plädoyer für Vielfalt. Geistige Flexibilität wird geschätzt. Diese Haltung lässt die Chaosmagie Spielwiese für magisch-spirituell interessierte Persönlichkeiten unterschiedlicher Couleur sein.

Unlängst hat Frater U. : D. : im Thoth-Hermes Podcast darauf hingewiesen, dass die Chaosmagie neben einer eigenen Sprache auch eine signifikante Ästhetik entwickelt hat. Ihr Symbol, der Chaosstern, stammt ursprünglich aus einem Fantasyroman von Michael Moorcock. In Anlehnung daran hat die AutonomatriX für sich eine dynamische Variante, einer Scheibe mit acht geschwundenen Strahlen, als Emblem gewählt. In ihrem Ritualdesign zeigen nicht wenige Chaosmagier eine Affinität zum Minimalismus und haben keine Scheu Elemente aus Technik und Wissenschaft zu integrieren. Der IOT hatte einst eine Arbeitsgruppe zur Computermagie, die sich „Datenwurst“ nannte und Frater U. : D. : machte sich in den 80er Jahren in Der Magier als Kyberpunk Gedanken, welche Perspektiven einer Computermagie es entgegen der „Spinnweben- und Kerzenromantik alter Märchenzauberei“ gibt. Nicht zuletzt hat sich die Chaosmagie dadurch hervorgetan, gleichberechtigt aus dem Fundus moderner Mythen der Pop-Kultur Inspiration zu beziehen. Ein Beispiel dafür sind Rituale, die auf dem literarischen Universum von H.P. Lovecraft basieren.


Positionierung der AutonomatriX

Auch wenn die genannten Aspekte wie Diskordianismus, Willenssatz, Paradigmenwechsel und Pop-Kultur-Rituale Beispiele einer seit ihrer Entstehung gewachsenen chaosmagischen Kultur sind, betont die AutonomatriX den Geist des freiheitlichen, pragmatischen Ansatzes. All diese Werkzeuge sind Marken des Chaosmagiers auf dem Weg zu seinem persönlichen System, niemals sollten sie jedoch zur Fessel werden, die ihn auf seiner Reise bindet. Für uns stellt es keinen Widerspruch dar, wenn ein Weggefährte in einem System verwurzelt ist, das für ihn funktioniert. Kritik böser Zungen in der Vergangenheit wie, „die AutonomatriX sei auf dem indischen Paradigma hängen geblieben“, wirft eher schlechtes Licht auf den Kritiker selbst, der den vormals freiheitlichen Impuls der Chaosmagie konterkariert. Wir wollen keine Abziehbilder sein. Unser Kreis gibt Raum für selbstbewusste Individuen mit Charakter. Diese Grundhaltung tauchte bei Suchenden schon vor der Formulierung der Chaosmagie auf. C. G. Jung kleidete sie beispielsweise in folgende Worte:

Zitat:
„Es ist keine Lehre und keine Belehrung, die ich euch gebe. Woher sollte ich nehmen, euch zu belehren? Ich gebe euch Kunde vom Wege dieses Menschen, von seinem Wege, aber nicht von eurem Wege. Mein Weg ist nicht euer Weg, also kann ich euch nicht lehren. Der Weg ist in uns, aber nicht in Göttern, noch in Lehren, noch in Gesetzen. In uns ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.“



Ein Ritt auf dem Drachen des Chaos

Schließlich wenden wir unseren Blick noch auf den schillernden Begriff „Chaos,“ dem diese Magieströmung ihren Namen verdankt. Im heutigen Sprachgebrauch wird er für die Bezeichnung von Unordnung verwendet. Doch mit dieser profanen Bedeutung, beispielsweise eine achtlos vorgestellte Abstellkammer zu beschreiben, begnügt sich der Begriff erst seit dem 17. Jahrhundert. Gehen wir tiefer, zu seinem Ursprung in der Antike, finden wir unter dem Sediment verborgen Bedeutungsebenen, die uns in die Welt der Mythen führen. Eine schöne Überlieferung aus römischer Zeit finden wir in Ovids Dichtung Metamorphosen:

Zitat:
„Ehe es Meer, Land und den allumschließenden Himmel gab, hatte die Natur ringsum einerlei Aussehen; man nannte es Chaos: eine rohe, ungeordnete Masse, nichts als träges Gewicht auf einen Haufen zusammengeworfen, im Widerstreit befindliche Samen von Dingen, ohne rechten Zusammenhang.[…] Zwar gab es da Erde, Wasser und Luft; doch konnte man auf der Erde nicht stehen, die Woge ließ sich nicht durchschwimmen, und die Luft war ohne Licht. Keinem Ding blieb die eigene Gestalt, im Wege stand eines dem anderen, weil in ein und demselben Körper Kaltes kämpfte mit Heißem, Feuchtes mit Trockenem, Weiches mit Hartem, Schwereloses mit Schweren“


Erst ein Gott und die „bessere Natur“ schlichten diesen Widerstreit und lassen den Kosmos entstehen, indem sie alles voneinander absondern. Chaos ist in antiken Kosmogonien also der Urzustand. In der biblischen Genesis finden wir das gleiche Motiv. Dort übernimmt die Aufgabe der Trennung der eine Gott (alle anderen haben dort Urlaub). Die in unsere Sprache übersetzte Formulierung „wüst und leer“, tohu ṿavohu in der hebrähischen Fassung des Tanachs, ist in unseren Sprachgebrauch mit dem Wort Tohuwabohu als Bezeichnung für ein Durcheinander eingegangen. Auch in der nordischen Mythologie findet sich ein schönes Bild zu dem chaotischen Urzustand in Ginnungagap, der „gähnenden Schlucht“. In ihr treffen die Ströme aus dem eisigen Niflheim und die Glut des feurigen Muspelheim zusammen. Erst diese Schnittstelle schafft in einem Universum der Extreme die Grundvoraussetzung für die Entstehung der ersten Geschöpfe, dem Riesen Yimir und die Urkuh Audhumbla. Schließlich ist dies auch der Ort, wo Yimirs Nachkommen aus seinem Leichnam die Erde schaffen. In deren Mitte siedeln sie Midgard an, die Welt des Menschen. Nicht nur die Basis der Schöpfung, auch Kräfte, die den Kosmos bedrohen, werden mit dem Begriff Chaos assoziiert. Der sogenannte „Chaoskampf“ ist ein mythologisches Motiv, bei dem sich ein Held oder Gott gegenüber einem Monster, einem Schlangen- oder Drachenwesen, bewähren muss. Mit Chaos schwingt also sowohl das Potenzial zur Schöpfung als auch ihrer Vernichtung mit.

Diese unterschwellige Bedrohung klingt auch noch an, wenn man Angehörige der Punkbewegung der 80er polemisch als Chaoten bezeichnet. Ganz gleich ob die „Mutter des Punk“, die exzentrische Modedesignerin Vivienne Westwood; der Bahnhofspunk, der an seinem Bier nippt oder – „more sophisticated“ – die Variante des Hackers, der sich als Cyberpunk bezeichnet (Chaos Computer Club): Ihnen ist gemein, dass sie für eine Rebellion gegen die bürgerliche Ordnung stehen. Heute vermag die Okkult-Punk-Attitüde der Chaosmagie nur noch wenige Zeitgenossen zu erschrecken. Wie Westwood auf den Laufstegen mittlerweile eine gefeierte Designerin ist, sind chaosmagische Ideen mittlerweile anerkannter Teil der Tradition der westlichen Esoterik.

Abschließend versäumen wir nicht zu erwähnen, dass auch die moderne Wissenschaft auf den Chaosbegriff zurückgegriffen hat, indem er der „Chaostheorie“ ihren Namen gegeben hat. Sie steht für die Herausforderung des Menschen in komplexen Systemen ein Ereignis vorauszusagen. Sprichwörtlich ist dafür die Metapher des Schmetterlings geworden, der mit den Flügeln schlägt und auf dem anderen Ende der Welt einen Orkan auslöst. Magier wollen auf ihre Art einen Impuls setzen, der ein Flügelschlag im Universum ist.

Zusammengefasst, was bedeutet Chaos hier nun? Völliges Durcheinander, schwangere Leere, Kampf um das Dasein, technophile Rebellen oder Bezug zur modernen Wissenschaft? Jede Vereindeutigung wäre eine Form der Gewalt, gerade in ihrer Vieldeutigkeit liegt die Kraft des Begriffs. Uns war er stets Inspiration und möge er das auch weiterhin sein, bis kommende Generationen eine neue Form brauchen.


Veröffentlicht habe ich den Artikel auf meinen Blog und einer Seite der AutonomatriX (Gilde der Chaosmagie, chaosmagischer Freundeskreis) unter: http://www.feiraun.com/?page_id=417


[Editiert am 23/6/2020 um 08:33 von Sternenpulver]



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Cruihn
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red_folder.gif erstellt am: 18/7/2020 um 00:56 New
Danke für diesen "Versuch".

Ich finde mich hier in vielen Beschreibungen wieder, auch wenn ich mich selbst nicht als Chaosmagier bezeichnen würde.
Aber das ist wohl das Problem, man leiht sich aus verschiedenen Paradigmen verschiedene Dinge aus, bis man selbst in irgend eine Schublade passt, in die man doch nie passen wollte.
Und dann stellt man fest dass diese Schubladen eben nur Erklärungsversuche sind. Dabei ist es doch das "tun" an sich, dass der Magie die Kraft gibt, nicht die Bezeichnungen.

Irgendwie stelle ich immer wieder fest dass man, zumindest ich, geistig immer wieder an den Anfang zurück kommt und sich fragt, was tu ich hier eigentlich? Nur um dann wiederum festzustellen dass es alles nur der Versuch ist, etwas zu beschreiben, dass nicht beschrieben werden muss/kann/will/soll? Sondern vom "Tun" lebt.

Aber vielleicht, oder hoffentlich, findet hier der ein oder andere seinen ganz persönlichen Einstig in die Magie.


Verwirrte und fröhliche Grüße ;)
Cruihn


[Editiert am 18/7/2020 um 00:58 von Cruihn]
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red_folder.gif erstellt am: 2/8/2020 um 15:21 New
Ich bin verwirrt - ein so strukturierter Text von jemandem, der Chaosmagie betreibt kommt einem selten unter :)


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