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Autor: Betreff: Indogermanische Sprachwissenschaft
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Mondscheinbluete
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red_folder.gif erstellt am: 19/12/2005 um 16:46  
Da ich gebeten wurde, hier eine Erläuterung zum Thema Indogermanistik zu geben, will ich das mal tun.

Was Ist Indogermanisch?

Urindogermanisch ist die Ursprache, aus der sich alle indogermanischen Einzelsprachen entwickelt haben. Ihr Sprecher kannten die Schrift nicht; sie wurde mit den Methoden der historischen Vergleichung rekonstruiert. Sie muß zuletzt um 3.000 v.Ch. gesprochen worden sein, bevor sie sich in die einzelnen indogermanischen Sprachen, wie Urgriechisch, Uritalisch, Urkeltisch, Urgermanisch usw. aufspaltete. Folgende bekannte Sprachen leiten sich aus Urindogermanisch ab:
Indoiranisch Griechisch Italisch Anatolisch Germanisch Keltisch Albanisch Armenisch Slavisch Baltisch Tocharisch Indisch Iranisch und das Neuhochdeutsch.

Folgende Sprachen wurden von dem Indogermanischen in Die Neuzeit transformiert:
Hindi Bengali Marathie Zigeunersprachen Kasmiri Ossetisch, Paschto Kurdisch Farsi Neugriechisch Albanisch Rumänisch Italienisch Französisch Spanisch Portugisisch Irisch- Gälisch Schottisch- Gälisch Kymrisch Bretonisch Isländisch Norwegisch Dänisch Schwedisch Deutsch Niederländisch Englisch etc.

Die genauen Sprachenabstammungen und welche noch dazugehören, findet ihr unter:
http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehman n/CL_Lehr/RomGesch/RomGesch_Idg.html

Indogermanistik:

" Die Indogermanische Sprachwissenschaft bzw. Indogermanistik, selten Indoeuropäische Sprachwissenschaft oder Indoeuropäistik genannt, ist eine linguistische Disziplin der Vergleichenden Sprachwissenschaft, die mit historisch-vergleichenden Methoden Ursprung und Entwicklung der indogermanischen Sprachen erforscht. Gleichbedeutend mit den obigen Bezeichnungen werden im deutschen Sprachraum auch die Begriffe Vergleichende Sprachwissenschaft und Historisch-Vergleichende Sprachwissenschaft (trotz deren allgemeinerer Bedeutung) gebraucht." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanistik )

Derzeit beschäftige ich mich mit dem Mykenischen und der rekonstruktion dieser Sprache zu Indogermanischen, zur Hilfenahme des Griechischen. Vielleicht mag der eine oder andere davon ein Beispiel sehen. Vorerst soll es das hierzu gewesen sein.

Liebe Grüße,
Blüte


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Idan
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red_folder.gif erstellt am: 19/12/2005 um 21:16  
Als man eine Verwandtschaft der verschiedenen Sprachen feststellte, entstand sehr schnell die Idee einer "Ursprache" und die eines "Urvolkes".

In der heutigen Wissenschaft ist man von dieser Theorie abgekommen. Man spricht von der "Indoeuropäischen" oder "Indogermanischen" SprachFAMILIE.

Der Unterschied zwischen Sprachfamilie und Ursprache ist vor allem der, dass man heute von einer unbestimmten Anzahl von Dialekten ausgeht, die parallel entstanden und existierten, sich gegenseitig mehr oder weniger stark beeinflussten und so für zahlreiche Querverbindungen sorgten.

Man vermutet heute eher, dass es verschiedene Sprachen gab, die unterschiedliche Spezialisierungen auf unterschiedlichen Gebieten, grammatikalischen Bereichen, Lexemen, etc. besaßen und sich gegenseitig bereicherten und ergänzten. Es gab aber vermutlich IMMER schon mehrere Sprache, NIE nur EINE Sprache, so zumindest der aktuelle Stand der Wissenschaft.

Die indogermanische Sprachforschung ist eine der lebendigsten und schnell-lebigsten Wissenschaften überhaupt. Da das sprachliche Lernvermögen eines Menschen begrenzt ist und kein Mensch ALLE Sprachen perfekt beherrschen kann, sind Forschungen und Erkenntnisse immer nur sehr begrenzt möglich und je nach Spezialisierung eines Professors können sehr schnell sehr viele neue Erkenntnisse und Lehrmeinungen verbreitet werden. Vor allem die Moderne Computerwelt und die Entwicklung von Sprachprogrammen, computerisierter Spracherkennung, etc. sorgte in den letzen Jahren für viele neue Erkenntnisse.

Wer sich für dieses Feld interessiert, dem empfehle ich den Band meines Mentors von der Hochschule:

Thomas Bein: Einführung in die germanistische Mediävistik


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Shadowfax
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red_folder.gif erstellt am: 23/12/2005 um 19:16  
Man spricht durchaus noch von einer indogermanischen Ursprache.

Ich studiere zwar eigentlich angewandte Sprachwissenschaft, aber ich muss auch einige LVs aus dem historischen Zweig absolvieren. Und da wird auch immer wieder von eine rekonstruierten, also nicht belegten indogermanischen Ursprache gesprochen. Ich weiß nicht, wie es an anderen Universitäten ist, ich kann nur für Salzburg sprechen. Aber so ganz kann man von dieser Theorie also nicht abgekommen sein.


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Idan
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red_folder.gif erstellt am: 23/12/2005 um 20:28  
Ich vertrete die Hochschule Aachen ^^


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Mondscheinbluete
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red_folder.gif erstellt am: 23/12/2005 um 21:41  
Da ich in Halle studier und diese Uni somit im Inhalt der Uni und Salzburg ähnelt, und sich genügend Leute ebenso mit diesem Thema, dass vieles auf die indogermanische Ursprache zurückzuführen ist, vetrete ich eben auch diese Ansicht. Zudem ich selbst mit der Problematik konfrontiert werde, Wörter zu rekonstruieren.


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Idan
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red_folder.gif erstellt am: 23/12/2005 um 23:13  
Ich rekonstruiere Wörter ja auch und ich sage ja auch nicht, dass es falsch ist, das zu tun, da sich der größte Teil der Rekonstruktion zur Zeit auf die Etymologie von Wörtern bezieht, also auf semantischer Ebene arbeitet.

Das, was ich gesagt habe, bezieht sich eher auf die grammatikalischen Phänomene. Ich bring mal ein Beispuiel, dann wird es was klarer:

wir haben im Deutschen verschiedene Vergangenheitsformen, z.B. Perfekt und Imperfekt:

nehmen

ich nahm (Imperfekt, nicht abgeschlossene Vergangenheit)
ich habe genommen (Perfekt, abgeschlossene Vergangenheit)

Diese beiden Verbformen zeigen die grundsätzliche Möglichkeit der indogermanischen Sprachen, Zeitenformen zu bilden, entweder durch ein Hilfsverb oder durch veränderung des Verbes selbst, z.B. durch Prä- oder suffixe.

Grundsätzlich ist das allen indoeuropischen Sprachen gemeinsam, Verben sowohl auf die eine, als auch auf die andere Art zu konjugieren, wobei die Hilfsverben in der Regel "die üblichen Verdächtigen" hat, z.B. sind "haben" und "sein" die häufigsten Hilfsverben, die zur Vergangenheitsbildung benutzt werden können:

deutsch: nehmen

ich nahm
ich habe genommen

englisch: to take

I took
I have taken

französisch: prendre

je prisais
j'ai pris

spanisch: tomar

tomé
he tomado
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Es gibt die Theorie, dass es im Ursprung zwei verschiedene Dialekte gab, die jede nur 1-2 Vergangenheitsformen besaßen, die eine bildeten es mit den Hilfsverben, die anderen durch Veränderungen der Endungen. Als diese Sprachen sich vermischten, wurden die verschiedenen Techniken dazu benutzt, unterschiedliche Formen der Vergangenheit (z.B. abgeschlossene, nicht abgeschlossene, Vor-Vergangenheit, etc.) auszudrücken.

Wie gesagt, die Diskussion ob EINE oder MEHRERER "Ursprachen" spielt sich auf grammatikalischer Ebene ab, nicht auf der semantischen. Für die Semantik spielt es ja auch zunächst gar keine Rolle, deswegen kann man in ihr ganz einfach so verfahren, Wörter auf ihren Ursprung zurück zu führen. Dann erhält man ein "Urwort".

Ob die "Urwörter" alle zu EINER oder zu MEHREREN Ursprachen gehören, ändert ja nichts an der Semantik des Urwortes selbst, deswegen wird die Etymologie noch ganz normal weiter getrieben.

Der einzige Unterschied ist nur, dass man Wörter nicht mehr auf ein einzelnes Wort zurückführt, sondern auf einen WortSTAMM, der eine bestimmte Bedeutung hat. Auf diese Weise legt man sich nicht so fest.

Ich hoffe, das war jetzt verständlicher?


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red_folder.gif erstellt am: 24/12/2005 um 13:31  
Ich verstehe durchaus, was du meinst. Aber es ist ein Unterschied, ob man von Sprachen oder Dialekten spricht. Auch auf grammatischer Ebene. Nimm einfach wieder das Deutsche. Im Standarddeutschen gibt es - wie du erwähnt hast - Perfekt und Imperfekt. Nehmen wir nun aber einen Dialekt des Deutschen, z.B. Niederbayrisch oder das benachbarte Innviertlerisch (also meine "Muttersprache" ;) ), dann findet man keinen Imperfekt mehr, es wird nur die Perfektform gebildet. Und doch ist es genauso Deutsche wie Hessisch, Sächsisch, Berlinerisch etc.

Man kann also durchaus noch davon ausgehen, dass es eine Ursprache gab, aber mehrere Dialekte, die sich zwar auf semantischer Ebene nicht/kaum, auf morphologischer oder syntaktischer Ebene unterschieden haben. Aber es bleibt immer noch EINE Sprache.


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red_folder.gif erstellt am: 24/12/2005 um 15:40  
STOP!

Wenn ich von Dialekten spreche, dann meine ich das im sprachwissenschaftlichen Sinn von "verwandten Sprachen", nicht im umgangssprachlichen Sinn von "bayerisch" und "pfälzisch".

Deutsch und Iranisch sind beides indoeuropäische Dialekte.

In diesem Sinne habe ich in meinem Post Dialekte verwendet.

Im übrigen geht aus deinem Post hervor, dass du mich nicth verstanden hast, aber ist auch egal, ich will mit endlosen Diskussionen nicht Weihnachten ruinieren, nach den Feiertagen kann ich mal was ausführlicheres vorbereiten, jetzt geht es erstmal an unser Weihnachtsessen ^^

Frohes Fest!


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red_folder.gif erstellt am: 24/12/2005 um 20:36  
Ich wollte nur noch erwähnen, dass ich den Begriff "Dialekt" bisher nicht im Sinne von "verwandte Sprachen" gehört habe, sondern nur in der Bedeutung von "Variation einer Sprache".

Im übrigen werde ich mich aus dieser Diskussion zurückziehen, da ich scheinbar zu dumm bin, um das zu verstehen.


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Idan
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red_folder.gif erstellt am: 25/12/2005 um 08:56  
Quatsch, du bist nicht dumm ;-) Es ist nur alles etwas komplizierter und verwickelter, als es bisher dargestelt werden konnte. Ich muss dazu mal einen eigenen Thread aufmachen und versuche es dann, besser zu erklären, versprochen ;-)

Aber erst im neuen Jahr, jetzt will ich erstmal Weihnachten genießen :)

Bis dahin kannst du dir folgende Diskussion ansehen, das Hauptproblem nämlich ist, dass EINE Sprache auch EINE Kultur braucht. Eine Sprache muss von Menschen gesprpchen werden und eine Ursprache muss von einem "Urvolk" gesprochen worden sein.
Dieses "Urvolk" ist aber archäologisch nicht nachweisbar, es gibt keinerlei Funde, Berichte, Relikte, etc. die auf das "Volk der Proto-Indoeuropäer" hinweist.

http://www.eschenweck.de/klio/indo1.html

Um es mal etwas sarkastischer zu sagen:
Die Behauptung, es hätte Atlantis gegeben ich archäologisch FUNDIERTER als die Behauptung, es hätte ein indoeuropäisches Urvolk gegeben, denn für Atlantis gibt es wenigstens in Geschichten ein kleines Relikt (wenn auch wahrscheinlich fiktiv, aber das nuram Rande), für das indoeuropäische Urvoll gibt es historisch KEINEN einzigen Hinweis, außer die Verwandtschaft der Sprachen. Deshalb sucht man in der modernen Sprachforschung nach alternativen Lösungen, denn die Rekonstruktion eines Urvolkes hat wiederum einen ganz eigenen Kontext, aber das nach dein Weihnachtstagen.

[Editiert am 25/12/2005 von Idan]


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Idan
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red_folder.gif erstellt am: 25/12/2005 um 19:00  
So, hier mal etwas über Sprachforschung und Linguistik

http://www.magie-com.de/modules.php?name=eBoard&file=viewthre ad&tid=213

[Editiert am 27/12/2005 von Idan]


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