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Autor: Betreff: Begriffsklärungen
Gast

Gast
red_folder.gif erstellt am: 5/4/2006 um 17:45  
Ich schlage vor, daß wir in diesem thread mal Begriffe, mit denen wir umgehen klären. Was verstehen die einzelnen darunter?

-Kitsch

-zeichnen können

-therapeutische Bilder

-technisch perfekt

- wird weitergeführt


Ich möchte mal Gedanken zum "zeichnen können" aufschreiben. Häufig wird das im Zusammenhang mit der europäischen Kultur als "richtiges" Zeichnen verstanden. Dürers Hase, wo jedes Haar "stimmt".
Dahingegen kann ein Kindergartenkind zeichnen? Wie ist die absulut authentische ungekünstelte Linie des kleinen Kindes einzuordnen? Oder die Formerfindungen geistig Behinderter?

Nähere ich mich der Wirklichkeit, indem ich sie illusionistisch abbilde, oder entgleitet sie mir gerade dadurch? Die Dynamik einer Linie ist unmittelbarer Ausdruck meiner gelebten Wirklichkeit, aber es gehört sehr viel Erfahrung dazu, eine lebendige Linie zu gestalten.

Für mich hat zeichnen können nichts mit illusionistisch abbilden können zu tun. Das kommt ohnehin durch Übung mehr oder weniger. Zeichnen hat mit Liniengestaltung zu tun.

Grüßle, Wolfskind
Gast

Gast
red_folder.gif erstellt am: 5/4/2006 um 21:34  

Zitat:
Ich schlage vor, daß wir in diesem thread mal Begriffe, mit denen wir umgehen klären. Was verstehen die einzelnen darunter?

-Kitsch

-zeichnen können

-therapeutische Bilder

-technisch perfekt




# Kitsch ist subjektiv. Ich finde Royo zB total kitschig, aber das ist ein Renner gerade auf der Dunkelseite. Drachen und geile muskulöse Popos, Schwerter. Ideal für eine Mantamotorhaube.

:cool:

# Zeichnen können heißt, eine Form erfassen können. Was du anstrebst ist eine Jazzlinie, aber auch ein Jazzmusiker muß sein Instrument KÖNNEN, sonst wirds Zufall.


# Therapeutische Bilder - sehe ich u.a. auch die ausschließliche Gewichtung auf einen Schattenaspekt, wenn das einziges Kriterium wird, daß da etwas Dunkles bearbeitet werden müsse, oder Linien "kreischen" sollen. Man geht mit therapeutischen Intentionen heran und guckt mehr auf den Inhalt. Formen sehen können die Wenigsten. Abstraktes Sehen.

# technisch perfekt - sich aller Mittel und Wirkungen bewusst zu sein. Eine Bandbreite von Möglichkeiten zu haben. Abbilden können aber einfach MEHR wollen. Wesen zeigen wollen.




Zitat:

Dahingegen kann ein Kindergartenkind zeichnen? Wie ist die absulut authentische ungekünstelte Linie des kleinen Kindes einzuordnen? Oder die Formerfindungen geistig Behinderter?


Natürlich können sie zeichnen, aber sie werden getan, sie haben keinerlei Absichten. Welt entsteht einfach als Himmel, Blume und Mama.

Dürer war ein Handwerker und musste davon leben. Plus Familie.




Zitat:
Nähere ich mich der Wirklichkeit, indem ich sie illusionistisch abbilde, oder entgleitet sie mir gerade dadurch? Die Dynamik einer Linie ist unmittelbarer Ausdruck meiner gelebten Wirklichkeit, aber es gehört sehr viel Erfahrung dazu, eine lebendige Linie zu gestalten.


Da bist du beim Jazz. Du kannst zeichnen und willst MEHR.

Anfangen kann man "überall", aber es wäre schon schön, wenn da vorne aus dem Stift rauskommt, was gewollt war. Auch bei intuiven Sachen, etwa wenn ich absichtslos Hintergründe mache und Figuren sehe, ich möchte sie schon so darstellen können, wie es meine Absicht ist.



Zitat:
Für mich hat zeichnen können nichts mit illusionistisch abbilden können zu tun. Das kommt ohnehin durch Übung mehr oder weniger. Zeichnen hat mit Liniengestaltung zu tun.


Und wie gestaltest du eine Linie?

:)
Antwort 1
Simulacrum
Simulacrum

cathlayn
Beiträge: 43
Registriert: 6/2/2006
Status: Offline
Geschlecht: weiblich
red_folder.gif erstellt am: 5/4/2006 um 23:05  
Kitsch, was für ein Wort das eigentlich ist, ich guck mal gleich im Lexikon nach.

Erstmal denke ich an so Nippeszeugs zum Hinstellen, Staubfänger, billiger Tand. Wobei ich einiges ganz faszinierend finde, wenn man´s verfremdet, irgendwas draus bastelt und so.
An Bildern erinner ich mich grad an das riesige "Gemälde" im Schlafzimmer meiner Großeltern. Ich fand das total schön, eine Gruppe halbnackter Frauen, elfengleich, nur ein Hauch bunter Stoffe an, die am und im Wasser eines Teiches liegen, sitzen, stehen.
Ein anderes Bild, das hatte ich selber mal an der Wand hängen hatte, eine liegende Frau wird von kleinen Engeln mit Rosen bedeckt. Richtig kitschig, aber schön.

So, was steht im Lexikon:
geschmacklose, süßlich-sentimentale Scheinkunst; die Herkunft ist nicht geklärt ( Schade, das wollte ich eigentlich gern mal wissen, klingt irgendwie jiddisch);
nach F. Avenarius (Aufsatz im "Kunstwart", 1920) geht das Wort auf engl. sketch "Skizze" zurück und wurde nach der Jahrhundertwende bei den Kunsthändlern und Malern für ein leichthin gemaltes, dem breiten Publikumsgeschmack entgegenkommendes und daher leicht verkäufliches, billiges Bild verwendet.

zeichnen können:
ist ganz gut zu üben, ich setz mich ab und an mal raus mit Malblock und Stifte, um konkrete Dinge abzuzeichnen. Muß nicht genau stimmen, gibt aber ein gewisses Gefühl, Übungen eben.
Und man kann die Skizzen dann irgenwo mit einbauen.
Mir fällt ein, daß ich ganz schnell zeichne, krickelige Linien, Striche.

therapeutische Bilder:
kreatives Schaffen hat doch immer einen heilenden Effekt, na ich tu mich schwer mit dem Begriff, fällt mir grad nix zu ein.

technisch perfekt:
Finde unebene, krumme Linien lebendiger; technisch perfekte Zeichnungen kombiniert mit unebenen find ich interessant. Ja, man hat mehr Möglichkeiten, das gibt viel Spielraum.

Ich finde absichtslose, intuitive Sachen, auch die rein zufällig entstandenen ja so witzig, wie sich das so hinwächst. Manches gehört einfach zu meinen Bildern.
Profil anzeigen Nach allen Beiträgen dieses Users suchen Antwort 2
Gast

Gast
red_folder.gif erstellt am: 5/4/2006 um 23:17  
# Kitsch ist subjektiv. Ich finde Royo zB total kitschig, aber das ist ein Renner gerade auf der Dunkelseite. Drachen und geile muskulöse Popos, Schwerter. Ideal für eine Mantamotorhaube.

Hm, ich weiß nicht, ob es einfach nur subjektiv ist, was man als Kitsch bezeichnen kann.
Deine Einschätzung von Royo teile ich, aber wieso? Mir fällt ein: schablonenhaft, Klischees. Ich arbeite auch mit Kitschelementen, etwa den Blümchenmustern, aber ich breche die Gefühlsinhalte und weise dadurch über sie hinaus. Royo nimmt sich ernst, da ist nichts gebrochen. Naja, du siehst, ich taste da noch sehr im Dunkeln herum. Aber ich habe so die Idee, daß Kitsch eine Form für Gefühlsinhalte ist, mit der die Massen (oder auch nur Gesinnungsgruppen) bewegt werden können. Wobei es mir bei der Verwendung von Kitschelementen darum geht, die Gefühlsbindung an bestimmte Formen durchschaubar zu machen. Diese Bindung ist nicht "böse", das Kindchenschema etwa hat ja seine Berechtigung. Aber Freiheit bedeutet, sich dieser Mechanismen bewußt zu sein.

# Zeichnen können heißt, eine Form erfassen können. Was du anstrebst ist eine Jazzlinie, aber auch ein Jazzmusiker muß sein Instrument KÖNNEN, sonst wirds Zufall.

Und was ist mit dem nichtgegenständlichen Zeichner, der einfach nur Linien thematisiert? Meiner Ansicht nach ist die Linie das erste, dann erst kommt die Entscheidung, ob sie eine Form definieren soll.


# Therapeutische Bilder - sehe ich u.a. auch die ausschließliche Gewichtung auf einen Schattenaspekt, wenn das einziges Kriterium wird, daß da etwas Dunkles bearbeitet werden müsse, oder Linien "kreischen" sollen. Man geht mit therapeutischen Intentionen heran und guckt mehr auf den Inhalt. Formen sehen können die Wenigsten. Abstraktes Sehen.

Dem kann ich mich anschließen.

# technisch perfekt - sich aller Mittel und Wirkungen bewusst zu sein. Eine Bandbreite von Möglichkeiten zu haben. Abbilden können aber einfach MEHR wollen. Wesen zeigen wollen.

Es kann auch jemand, der Kitsch produziert technisch perfekt sein. Der will aber nicht mehr, vor allem kein Wesen zeigen, der will ein bestimmtes Marktsegment bedienen und dafür entsprechendes Geld bekommen.


*Dürer war ein Handwerker und musste davon leben. Plus Familie.

Hier ergibt sich wieder ein Klärungsbedarf. Wo hört Handwerk auf und fängt Kunst an?

*Anfangen kann man "überall", aber es wäre schon schön, wenn da vorne aus dem Stift rauskommt, was gewollt war. Auch bei intuiven Sachen, etwa wenn ich absichtslos Hintergründe mache und Figuren sehe, ich möchte sie schon so darstellen können, wie es meine Absicht ist.

Ja, will ich auch. Und das treibt mich auch ziemlich an, wenn etwas nicht gelingt. Kinder können so frustriert sein, daß das Bild nicht wird, wie sie es gerne hätten, daß sie das malen ganz aufgeben.


*Und wie gestaltest du eine Linie?

Arrgh, an der Linie mache ich seit 20 Jahren rum und ich bin immer noch nicht zufrieden. Ich habe seit meiner Jugend eine innere Vorstellung, wie sie sein sollte: lebendig, differenziert, sie kann flüstern und kreischen.... Dabei ist es wie gesagt völlig unwichtig, ob sie eine Form definiert, oder nur für sich steht.

Grüßle, Wolfskind

[Editiert am 6/4/2006 von Wolfskind]
Antwort 3
Gast

Gast
red_folder.gif erstellt am: 7/4/2006 um 10:48  
So probiere mal anderes zitieren:

Hm, ich weiß nicht, ob es einfach nur subjektiv ist, was man als Kitsch bezeichnen kann.
Deine Einschätzung von Royo teile ich, aber wieso? Mir fällt ein: schablonenhaft, Klischees.



Sags einfacher: Markt. Die Leute wollen Heroinnen mit Fantasyschwertern, mit denen in real sich so ein Weibchen fürchterlich wehtun würde.

*gngngngn*





Und was ist mit dem nichtgegenständlichen Zeichner, der einfach nur Linien thematisiert? Meiner Ansicht nach ist die Linie das erste, dann erst kommt die Entscheidung, ob sie eine Form definieren soll.

Nein, die Linie als Thema ist auch Form. *ggggggg* Das wird Philosophie :)







*Dürer war ein Handwerker und musste davon leben. Plus Familie.

Hier ergibt sich wieder ein Klärungsbedarf. Wo hört Handwerk auf und fängt Kunst an?


Kunst ist für mich die Durcharbeitung zum EIGEN, durch die Grießbreiwand.

Das tun, was mich erfüllt und mir zeitlose Erlebnisse gibt, die Bilder aus der kollektiven Ebene hochholen, womit ich wieder mit der Gesamtform Mensch kommuniziere.





Ja, will ich auch. Und das treibt mich auch ziemlich an, wenn etwas nicht gelingt. Kinder können so frustriert sein, daß das Bild nicht wird, wie sie es gerne hätten, daß sie das malen ganz aufgeben.



Da passieren viele Erziehungskahlschläge. Wertungen was gut und schlecht ist entsteht, meistens sehen sich die Kids dann als schlecht an und lassen es ganz. Wer holt sich schon badnews freiwillig ab?





*Und wie gestaltest du eine Linie?

Arrgh, an der Linie mache ich seit 20 Jahren rum und ich bin immer noch nicht zufrieden. Ich habe seit meiner Jugend eine innere Vorstellung, wie sie sein sollte: lebendig, differenziert, sie kann flüstern und kreischen.... Dabei ist es wie gesagt völlig unwichtig, ob sie eine Form definiert, oder nur für sich steht.



Wenn du eine Linie mit kleinen Strichen "aufbaust", wird sie automatisch lebendig.

Guck mal die Linie bei Egon Schiele. Die farbige minimalisierte Energie da. Unglaublich.
Antwort 4
Simulacrum
Simulacrum


Beiträge: 44
Registriert: 2/4/2006
Status: Offline
Geschlecht: weiblich
red_folder.gif erstellt am: 7/4/2006 um 12:07  

Zitat:
Da passieren viele Erziehungskahlschläge. Wertungen was gut und schlecht ist entsteht, meistens sehen sich die Kids dann als schlecht an und lassen es ganz. Wer holt sich schon badnews freiwillig ab?



Ja, da wird soviel im Keim erstickt und gerade auch von Seiten der Lehrer in den Schulen. Mein Sohn hat das in voller Linie zu spüren bekommen, weil er überhaupt nicht zeichnen kann und im 4.Schuljahr sogar eine 5 in Kunst bekommen sollte. Die Hausaufgaben beinhalteten fast jeden Tag, ein vorgedrucktes Bild auszumalen, was er gehasst hat wie die Pest und stundenlang dafür gebraucht hat. Mit dieser Lehrerin habe ich mich dann versucht auseinanderzusetzen - erfolglos. Sie meinte, alle Kinder malen gern und das wäre in dem Sinn keine Hausaufgabe. Für ihn war es die Hölle und ich habe dann diese Bilder ausgemalt, immer über den Rand gekrickelt und so, damit es authentisch aussieht ;-). Ihm war dadurch die Freude am malen völlig vergangen.

Erst jetzt, im 11. Schuljahr verändert sich seine Beziehung zur Kunst. Und das wiederum nur durch den neuen Kunstlehrer, der sehr kreativ ist. Da hat er plötzlich zum ersten mal in seinem Leben eine 1 bekommen für eine Bleistiftzeichnung mit Schatten. Diese Zensur hat er mit dem Kommentar bekommen, daß nicht die perfekte Zeichnung gilt, sondern die Idee, Anordnung und der Einsatz. Das hat ihn so beflügelt, daß er beim letzten Projekt im Fach Kunst schon die nächste 1 bekommen hat, für ein Video zum Thema Gewalt&Jugend. Das wird sogar ausgestellt :-)

Dann habe ich eine 9jährige Freundin, die ich ab und an am WE zu mir hole. Sie malt für ihr Leben gern und es ist so schön, das mit ihr zusammen zu tun :-). Was sie für Ideen hat und die Farben, die sie wählt und vor allem die Freude, die sie beim malen hat, das mitzuerleben macht mich total glücklich. Aber letztes Mal, als sie bei mir war, hat sie geweint, weil sie in Kunst schlechte Zensuren bekommt, denn die Lehrerin meint, ihre Zeichnungen sehen nicht realistisch genug aus. Das macht mich so wütend. Da steckt soviel in ihr, soviel Enthusiasmus und Spass.

Zum Glück gibt es aber diese Ausnahmen, wie jener og. Lehrer oder eine gute Freundin von mir, die auch Kunstlehrerin an einer Grundschule ist. Sie denkt sich ständig neue Sachen für die Kinder aus und ich bin dann die Testperson, um auszuprobieren, ob es auch Spass macht :-). Und wenn es mir Spass macht und gefällt, dann übernimmt sie es in ihren Unterricht :-)

Ich seh´ es also auch so, - zeichnen können oder nicht ist ebensowenig ein Indiz für Kunst, wie man auch nicht sagen kann, jemand der nicht singen kann, wäre unmusikalisch.


LG,
Gondwana


____________________
Die beste Tarnung ist die Wahrheit. Die glaubt einem keiner!
(Max Frisch)
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Gast

Gast
red_folder.gif erstellt am: 7/4/2006 um 12:26  

Zitat:
Die Hausaufgaben beinhalteten fast jeden Tag, ein vorgedrucktes Bild auszumalen, was er gehasst hat wie die Pest und stundenlang dafür gebraucht hat.



Ein Verbrechen an der Menschheit diese Lehrerin.

Ich würde die nach Den Haag schleifen und anzeigen. UNO - Sondertruppen in der Klasse aufstellen. :P



Zitat:
Mit dieser Lehrerin habe ich mich dann versucht auseinanderzusetzen - erfolglos. Sie meinte, alle Kinder malen gern und das wäre in dem Sinn keine Hausaufgabe.


Einzelhaft mit Ausmalheften. Sonst nichts.

Und mitten in der Nacht aufwecken und Stifte hinhalten.

Ehrlich, solche neurotischen Existenzen werden auf die Kinder losgelassen. Und immer "das Beste gewollt" .

Furchtbare Lehrerin. Beruf verfehlt, 6, setzen.






Zitat:
Für ihn war es die Hölle und ich habe dann diese Bilder ausgemalt, immer über den Rand gekrickelt und so, damit es authentisch aussieht ;-). Ihm war dadurch die Freude am malen völlig vergangen.


Wenn es mein Sohn wäre, würde der NICHT diese Bilder ausmalen.





Zitat:
Das hat ihn so beflügelt, daß er beim letzten Projekt im Fach Kunst schon die nächste 1 bekommen hat, für ein Video zum Thema Gewalt&Jugend. Das wird sogar ausgestellt :-)


Schön! Das hilft sehr. Und du siehst, sein Potential wurde von dieser Frau da mit ihrer eigenen beengten Hohlkopfwelt fast vernichtet.




Zitat:
Aber letztes Mal, als sie bei mir war, hat sie geweint, weil sie in Kunst schlechte Zensuren bekommt, denn die Lehrerin meint, ihre Zeichnungen sehen nicht realistisch genug aus. Das macht mich so wütend. Da steckt soviel in ihr, soviel Enthusiasmus und Spass.



Die käme mit nach Den Haag. *ernstmeine*

Einzelhaft mit 50 lauten Kopierern in der Zelle.



Die realistische Zeichnung kommt ab einer bestimmten Reifestufe.

Und dann muß man Zeichnen LERNEN.

Da wird soviel kaputtgemacht, es ist zum Weinen.


REIFE ....... braucht RAUM und ZEIT.

WACHSEN ..... kann man nicht erzwingen.

SEIN kannst du nicht erzwingen.







Zitat:
Zum Glück gibt es aber diese Ausnahmen, wie jener og. Lehrer oder eine gute Freundin von mir, die auch Kunstlehrerin an einer Grundschule ist. Sie denkt sich ständig neue Sachen für die Kinder aus und ich bin dann die Testperson, um auszuprobieren, ob es auch Spass macht :-). Und wenn es mir Spass macht und gefällt, dann übernimmt sie es in ihren Unterricht :-)


Das ist der Weizen. Gibt immer offene Wesen, die wirklich an der Freude des Lernens und Spielens interessiert sind, bzw einfach nicht anders können! :D :D :D


Zitat:
Ich seh´ es also auch so, - zeichnen können oder nicht ist ebensowenig ein Indiz für Kunst, wie man auch nicht sagen kann, jemand der nicht singen kann, wäre unmusikalisch.


Man kann viel lernen!

Fang - an! *ballzuwerfe*

*ggg*
Antwort 6
Simulacrum
Simulacrum


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Geschlecht: weiblich
red_folder.gif erstellt am: 7/4/2006 um 19:04  

Zitat:
Einzelhaft mit Ausmalheften. Sonst nichts.

Und mitten in der Nacht aufwecken und Stifte hinhalten.



... wenn´s nicht so traurig wäre, könnte man fast drüber lachen ...



Zitat:
Ehrlich, solche neurotischen Existenzen werden auf die Kinder losgelassen. Und immer "das Beste gewollt" .



Hab´ mich auch schon so manches Mal gefragt, wieso es da keine "Prüfstelle" gibt. Unsere Kinder sind die Zukunft, das sollte für das Land eine größere Bedeutung haben, im eigenen Interesse ja auch schon! Wie der Unterricht gestaltet wird, auch in allen anderen Fächern, welche "Werte" vermittelt werden, und so viel unnützes Wissen, dabei werden die Grundlagen oftmals nicht mal mehr behandelt oder so schnarchlangweilig durchgezogen, daß sich kein Mensch dafür begeistern kann.


Zitat:
Wenn es mein Sohn wäre, würde der NICHT diese Bilder ausmalen.



Das sagst Du so leicht. Die Praxis sieht anders aus. So eine Lehrerin hat großen Einfluß auf die Kinder und sie hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, die Mitschüler und Freunde meines Sohnes derart einzunorden, daß er geschnitten und verspottet wurde. Ich wurde von keiner der Mütter mehr gegrüßt, was mir NICHTS ausmachte, ganz im Gegenteil ;-), aber meinem Sohn, dem hat es etwas ausgemacht. Wenn ein Mensch, den Du über alles liebst, leiden muß, dann tust Du etwas, um das abzustellen, dann malst Du die Bilder aus.


Zitat:
Man kann viel lernen!

Fang - an! *ballzuwerfe*

*ggg*



Wie meinste denn das? *flöt* *ggg*


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Artifex
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Gruene Fee von Absinth
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red_folder.gif erstellt am: 7/4/2006 um 21:45  

Zitat:

Zitat:
Ich schlage vor, daß wir in diesem thread mal Begriffe, mit denen wir umgehen klären. Was verstehen die einzelnen darunter?

-Kitsch

-zeichnen können

-therapeutische Bilder

-technisch perfekt




# Kitsch ist subjektiv. Ich finde Royo zB total kitschig, aber das ist ein Renner gerade auf der Dunkelseite. Drachen und geile muskulöse Popos, Schwerter. Ideal für eine Mantamotorhaube.

:cool:

# Zeichnen können heißt, eine Form erfassen können. Was du anstrebst ist eine Jazzlinie, aber auch ein Jazzmusiker muß sein Instrument KÖNNEN, sonst wirds Zufall.


# Therapeutische Bilder - sehe ich u.a. auch die ausschließliche Gewichtung auf einen Schattenaspekt, wenn das einziges Kriterium wird, daß da etwas Dunkles bearbeitet werden müsse, oder Linien "kreischen" sollen. Man geht mit therapeutischen Intentionen heran und guckt mehr auf den Inhalt. Formen sehen können die Wenigsten. Abstraktes Sehen.

# technisch perfekt - sich aller Mittel und Wirkungen bewusst zu sein. Eine Bandbreite von Möglichkeiten zu haben. Abbilden können aber einfach MEHR wollen. Wesen zeigen wollen.




Zitat:

Dahingegen kann ein Kindergartenkind zeichnen? Wie ist die absulut authentische ungekünstelte Linie des kleinen Kindes einzuordnen? Oder die Formerfindungen geistig Behinderter?


Natürlich können sie zeichnen, aber sie werden getan, sie haben keinerlei Absichten. Welt entsteht einfach als Himmel, Blume und Mama.

Dürer war ein Handwerker und musste davon leben. Plus Familie.




Zitat:
Nähere ich mich der Wirklichkeit, indem ich sie illusionistisch abbilde, oder entgleitet sie mir gerade dadurch? Die Dynamik einer Linie ist unmittelbarer Ausdruck meiner gelebten Wirklichkeit, aber es gehört sehr viel Erfahrung dazu, eine lebendige Linie zu gestalten.


Da bist du beim Jazz. Du kannst zeichnen und willst MEHR.

Anfangen kann man "überall", aber es wäre schon schön, wenn da vorne aus dem Stift rauskommt, was gewollt war. Auch bei intuiven Sachen, etwa wenn ich absichtslos Hintergründe mache und Figuren sehe, ich möchte sie schon so darstellen können, wie es meine Absicht ist.



Zitat:
Für mich hat zeichnen können nichts mit illusionistisch abbilden können zu tun. Das kommt ohnehin durch Übung mehr oder weniger. Zeichnen hat mit Liniengestaltung zu tun.


Und wie gestaltest du eine Linie?

:)



wollte auch ma watt dazu schreiben *G* kunst liegt immer im angesicht des betrachters lach.
(ja, auch ich male) und tide ich mag louis royo aber nicht nur weil ich gothic bin lach...
auch liebe ich dali...oder vincent...leonardo....michel angelo...usw...
man sollte auch aus freude malen, aus lust und leidenschaft.
wenn man aus allem eine wissenschaft macht, hm....öde lach
kann ich ja auch nicht wenn ich music mache....
kann man ja...aber wo is da noch der spass lach


____________________
Die Gruene Fee von Absinth

liebe öffnet alle tore :O) den sie hat auch alle gesichter
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